AT111533B - Verfahren zur Herstellung filmartiger Bänder aus anorganische Elektrolyte enthaltenden Zelluloselösungen und ähnlichen Ausgangsstoffen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung filmartiger Bänder aus anorganische Elektrolyte enthaltenden Zelluloselösungen und ähnlichen Ausgangsstoffen.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung filmartiger Bänder aus anorganische Elektrolyte enthaltenden Zelluloselösungen und ähnlichen Ausgangsstoffen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung filmartiger Bänder aus Zelluloselösungen und ähnlichen Ausgangsmaterial, bei dem die zur Bildung des Films dienende Masss auf ein Förderband aufgebracht und von diesem der entstehende Film durch ein oder mehrere Fällbäder hindurchgeführt wird. Im besonderen kennzeichnet sich das Verfahren nach der Erfindung dadurch, dass die Wirkung des elektrischen Gleichstromes für die Fällung nutzbar gemacht wird. Man hat den elektrischen Strom bei der Herstellung von Fäden aus Viskose schon in der Weist angewendet, dass man ihn durch den in das Fällungsbad eingespritzten Faden in dessen Längsrichtung hindurehleitet. Auch ist ein Verfahren zum Ausfällen und Reinigen von Kunstseidelosungen bekannt, bei dem die Lösungen durch eine zwischen Elektroden angeordnete DÜse in ein schwach gesäuertes Wasserbad gespritzt und der gebildete Faden der Einwirkung des Stromes ausgesetzt wird. Erfindungsgemäss wird die elektrische Stromwirkung zur Herstellung von filmartigen Bändern aus Zellulose oder Glatinelösungen u. dgl. dadurch in neuartiger und vorteilhafter Weise zur Anwendung gebracht, dass nacheinander eine besondere Einwirkung erst des alkalischen, dann des neutralen und zuletzt des sauren Teiles des zwischen den Elektroden liegenden Bades stattfinden kann. Der Film wird zuerst im schwach alkalischen Teil der Salzlösung koaguliert, gelangt dann in den neutralen Teil des Bades und wird hierauf der Wirkung des sauren Teiles des Bades ausgesetzt. Die aufeinanderfolgende Einwirkung des alkalischen, neutralen und sauren Teiles des Fällbades kommt dadurch zustande, dass durch den Einfluss des elektrischen Stromes wie in jeder elektrolytischen Zelle das als Elektrolyt dienende Fällbad an der Kathode alkalisch und an der Anode sauer reagiert, während zwischen den beiden Elektroden ein dauernder Übergang von der alkalischen zur sauren Zone stattfindet und daher das Bad im mittleren Teil neutral reagiert. Eine Durchmischung des Fällbades ist bei geeigneter, nicht zu rascher Durchgang sesehwindigkeit des Films nicht zu befürchten. Indem nach der Erfindung der Film auf einem Förderband mit der nötigen Geschwindigkeit oder auf einem genügend langen Wege durch den Bereich der elektrischen Stromwirkung hindurch- geführt wird, ergibt sich eine sehr langsame und ausserordentlich gleichmässige Koagulierung und eine besonders günstige Härtung des Films. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die alkalische und saure Behandlung des Films nicht wie sonst, in zwei getrennten Bädern, sondern einem einzigen Fällungsbad vorgenommen wird. Auch wird eine beidsitige Fällung erreicht, da die Badflüssigkeit durch die Poren des Förderbandes hindurchdringt und ausserdem das Förderband beim Aufbringen der Zelluloselösung bereits mit einer dünnen Schicht Fällmittel benetzt ist, die durch die Wirkung des elektrischen Stromes verstärkt und aktiviert wird. Infolge der Verwendung eines Förderbandes ist dabei ein Reissen und Einrollen des Films und eine Bildung von Schrumpffiguren vermieden, Übelstände, die bei der beidseitigen Fällung mit Hilfe der eng aneinanderliegenden, den Film wechselseitig führenden kleinen Walzen leicht eintreten. Für das Verfahren nach der Erfindung kommen alle Zelluloselösungen, dieanorganischeElektrolyte, wie Natronlauge, 9chwefelsäure, Zinkchlorid, Kalziumrhodanit, Kupferoxydammoniak usw. enthalten, EMI1.1 <Desc/Clms Page number 2> vorteilhaft derart, dass die Bahn quer zur Stromrichtung in mehreren Windungen verläuft. Da hochvis- kose Lösungen, wie Viskose u. dgl. zur Verwendung kommen, ist ein Ablaufen der Lösung vom Förderband bei der Herstellung der filmartigen Bänder nicht zu befürchten. Die Wirkung des elektrischen Gleichstromes kann erfindungsgemäss gleichzeitig dazu benutzt werden, das Fällungsbad auf die erforderliche Temperatur zu bringen. Zu diesem Behufe wird die Stromstärke oder der Elektrodenabstand oder die Badkonzentration so bemessen, dass der elektrische Strom eine Heizwirkung ausübt, welche das Bad auf die gewünschte Temperatur erwärmt. Die Anwendung der elektrischen Stromwirkung bei der Filmherstellung in der Art der Erfindung bietet weiterhin die Möglichkeit, gleichzeitig einen Farbstoff dem Filme mit Hilfe des Stromes einzuverleiben und dauerhaft gefärbte Filme zu erzielen. Es kann z. B. in den alkalischen Teil des Bades ein saurer Farbstoff gegeben werden, der in diesem Teil des Fällbades löslich ist und das Bestreben hat, nach der Anode zu wandern. Dabei muss er den Film passieren, wird von diesem aufgenommen, gelangt mit dem Film in den sauren Teil des Bades und wird dort unlöslich gemacht. Als Farbstoffe kommen alle sauren Farbstoffe, z. B. Alkaliblau, Immedialbrillantgrün, Dianilschwarz usw. in Betracht. Die Zeichnung zeigt das Verfahren in Fig. 1 in einem Ausführungsbeispiel. In dem Behälter 1, in welchem sich das übliche, aus Natriumsulfat gebildete Fällbad befindet, sind die beiden Elektroden 2 und 3 angeordnet, die an eine Gleichstromquelle angeschlossen sind und aus Metall, Graphit, Kohle od. dgl. bestehen können. Zwischen diesen Elektroden wird das Förderband 4, das ausserhalb des Bades mittels eines Giessers mit Filmmasse, z. B. Viskose beladen wird, mittels Rollen 5 in mehreren, einen langen Weg bildenden Windungen durch das B1d-hindurchgeführt. Das Fällbad weist infolge des Potential- gefälles an der Eintrittsstelle eine alkalische Reaktion auf, besteht also dort aus einem Lösungsgemisch von Natriumsulfat und Natriumhydroxyd, dann läuft das Förderband mit der zum Teil koagulieren Viskose weiter und gelangt in den mittleren Teil des Fällbades, der sich aus neutraler Natriumsulfatlösung zusammensetzt. Bis dahin ist die koagulierende Viskosemasse noch löslich in Wasser, wird aber in dem letzten Teil des Bides, welches aus einem Lösungsgemisch von Natriumsulfat und Schwefelsäure besteht, auch in Wasser unlöslich. Am Ende des Btdes ist die Viskose vollkommen durehgefällt und in Wasser unlöslich, so dass sie, vom Förderband gelöst, durch die weiteren kalten und heissen Waschbäder geleitet werden kann. In den Antrieb des Förderbandes kann ein Geschwindigkeitsregler eingeschaltet sein, der gestattet, die L'1ufgeschwindigkeit des Förderbandes nötigenfalls zu verlangsamen, um die Ausnutzung der Badund Stromwirkung richtig einzustellen. Soll das Bad durch den elektrischen Strom gleichzeitig geheizt werden, so wird die an die Elektroden 2,3 gelegte Spannung entsprechend erhöht oder die Entfernung der Elektroden oder auch die Konzentration des Bades verändert, bis die gewünschte Temperatur des Fällungsbades erreicht ist und aufrechterhalten bleibt. Um ein Anpressen des Films an die unteren Führungsrollen, bei denen er zwischen Rolle und Förder- band liegt, zu verhindern, kann der Film hier in einer Aussparung dieser Rollen geführt werden, während das Förderband durch seitliche Flanschen der Rollen in Abstand von dem Film gehalten wird. Diese Führung des Filmbandes zeigen die Fig. 2 und 3. Die untere Führungsrolle 5 ist mit Endflanschen 6 und 7 versehen, auf denen das Förderband 4 aufliegt, während der Film 4'in der Rollenaussparung EMI2.1 bandes 4, der von den Flanschen 6 und 7 der Rolle 5 aufgenommen wird. Es findet also auch bei den unteren Führungsrollen, wo der Film innen liegt, keine Überbeanspruchung des Films statt. PATENT-ANSPRUCHE : 1. Verfahren zur Herstellung filmartiger Bänder aus anorganische Elektrolyte enthaltenden Zelluloselösungen und ähnlichen Ausgangsstoffen durch Anwendung von elektrischen Gleichstrom und Durchführung durch ein Fällbad, dadurch gekennzeichnet, dass das den Film tragende Förderband zwischen den Elektroden auf solcher Weglänge oder mit solcher Geschwindigkeit hindurchgeführt wird, dass der alkalische, der neutrale und der saure Teil des Bades nacheinander besonders auf den Film zur Einwirkung kommen können.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Einwirkung des elektrischen Stromes dem Film gleichzeitig ein Farbstoff einverleibt wird, der in den alkalischen Teil des Bades zugegeben wird und dort löslich ist sowie nach der Anode zu wandern sucht und in dem sauren Teil de, : Brides unlöslich gemacht wird.
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