AT109852B - Verfahren zur Herstellung von Pseudolösungen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Pseudolösungen.

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  Verfahren zur Herstellung von   Pseudolösungen.   



   Es ist bekannt, dass durch die Verwendung sogenannter   Dispersionsbeschleuniger   und unter Anwendung besonders grosser Energie es unter Umständen gelingt, feine Zerteilungen fester Stoffe in   flüssigen Dispersionsmitteln   herzustellen. Diese so gewonnenen Systeme enthalten aber noch den Dispersionsbeschleuniger (Schutzkolloid) in oft grossen Mengen. Will man diese Substanzen entfernen, so sind weitere umständliche Massnahmen notwendig, unter denen oft die Stabilität des dispersen Systems leidet. Zu den mechanischen Dispersionsverfahren sind ferner noch die   Mahlverfahren   zu zählen, So hat man z. B. schon versucht, Wasserglas in Kugelmühlen durch langsames Mahlen zu zerteilen. 



  Bei allen diesen Verfahren hat man aber noch nicht erkannt, dass es wesentlich für die Erreichung eines guten Erfolges ist, die   Fallwirkung der   Mahlkörper   auszuschliessen   und diese nur durch ihre Scherkräfte zur Wirkung kommen zu lassen, was Gegenstand vorliegender Erfindung ist. 



   Es hat sich nämlich gezeigt, dass es durch diese besondere Ausgestaltung des Mahlprozesses in Kugelmühlen möglich ist, höchst disperse Systeme zu erhalten, nämlich dann, wenn man die Kugelmühlen nur mit einer solchen Geschwindigkeit betreibt, dass die Fliehgeschwindigkeit der einzelnen Mahlkörper stets kleiner bleibt als ihre jeweilige Fallgeschwindigkeit, so dass also auf die zu zerteilenden festen Teilchen lediglich die   Scherkräfte   zur Wirkung gelangen. 



   So gelingt es, Feldspat mit Wasser zu einer elastischen, homogenen und stabilen Masse zu zerteilen, welche im Aussehen einer Lösung von Gummiarabikum'gleicht, da sie klebt und wie diese sich zu Fäden 
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 verarbeitet werden können. 



   Der technische Fortschritt des Verfahrens liegt darin, dass mit geringen Mitteln, sowohl in energetischer, als auch in apparativer Hinsicht Effekte erzielt werden, die bisher überhaupt nicht - z. B.   Pseudolösungen in leicht brennbaren, flüchtigen   oder explosiven   Dispersionsmitteln-oder   nur unter Aufwendung grosser Energie und   umständlicher maschineller   Hilfsmittel erreicht werden konnten. 



  Wesentlich und neu ist die bewusste Anwendung geringster Umfangsgeschwindigkeiten bei Kugel-, Rohrund   ähnlichen   Mühlen. Ist die Umdrehungsgeschwindigkeit einer Mühle z. B. so gross, dass die Fliehkraft der einzelnen Mahlkörper grösser ist als deren Fallgeschwindigkeit, so bleiben die Kugeln an der Trommelwand und es tritt überhaupt keine Mahlwirkung ein. Erfindungsgemäss muss die Umdrehungsgeschwindig-   keit   so gering sein, dass die Mahlkugeln nur längs der Trommelwand fallen, d. h. die   Mahlkugem   dürfen nicht von der rotierenden Trommelwand mitgenommen werden. Sie wirken also nicht durch ihre Masse und Fallgeschwindigkeit, sie kommen nicht zum freien Fall, sondern wirken nur durch ihre   Seherreibung   aneinander und an den Trommelwänden.

   Darin liegt auch der Fortschritt gegenüber den bekannten   Mahlverfahren   in Kugelmühlen, wie solche z. B. in der Deutschen Patentschrift Nr. 281. 305 und in der Schweizer Patentschrift Nr. 90693 beschrieben werden. 



   Ein Ausführungsbeispiel mag das Verfahren näher erläutern : zur Herstellung eines bunten, den 
 EMI1.2 
 Emaillack mit   10 leg   einer vorgemahlenen feuerbeständigen, den elektrischen Strom nicht leitenden Mineralfarbe, etwa gelben Ocker, oder einem andern Metalloxyd, und mahlt in einer Kugelmühle vom Halbmesser von 500 mm mit einer Umdrehungszahl von   vue Umdrehung   in der Sekunde solange, bis der ganze Trommelinhalt sich in eine   zähflüssige   Masse verwamdelt hat, die zum Lackieren von elektrischen Leitungsdrähten, in den gebräuchlichen Automaten verwendet werden kann.

   Ein an Luft trocknender   Graphitgleitlack wird   in analoger Weise gewonnen, nur verwendet man als Dispersionsmittel irgendeinen   raschtrocknenden Öl-oder Kollodiumlack und   als Gleitmittel feinst vorgemahlenen synthetischen oder natürlichen Graphit. 

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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Pseudolösungen durch andauerndes Mahlen der zu zerteilenden festen Stoffe in Gegenwart der entsprechenden Flüssigkeiten unter Verwendung von Mahlvorrichtungen, in denen einzelne Mahlkörper umlaufen, wie z. B. Kugelmühlen, dadurch gekennzeichnet, dass beim Betriebe dieser Vorrichtungen die Fliehgeschwindigkeit der Mahlkörper kleiner gehalten wird als ihre jeweilige Fallgeschwindigkeit, so dass auf die festen Teilchen lediglich die Scherkräfte zur Wirkung kommen. **WARNUNG** Ende CLMS Feld Kannt Anfang DESC uberlappen**.
AT109852D 1926-02-25 1926-02-25 Verfahren zur Herstellung von Pseudolösungen. AT109852B (de)

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