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Verfahren und Einrichtungen zum Waschen von Rohwolle und anderem Textilgut.
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oder wieder freigegeben wird. Um dies zu erreichen, werden die Waschlaugen der einzelnen Bäder während des Waschens selbst einer Reinigung unterworfen, z. B. ausgeschleudert oder filtriert oder gepeitscht usw. und nach Vornahme dieser Reinigung in den Bottich, dem sie entstammen, zurückgeleitet, wenn nicht Gründe vorliegen, aus denen ein Abweichen hievon geboten erscheint.
Man hat zwar bereits vorgeschlagen, die Waschlaugen von Wollwäschereien auszuschleudern, um sie zu reinigen und aus ihnen den Schmutz sowie das Wollfett abzusondern. Auch ist angeregt worden, die so gereinigten Waschwässer von neuem zum Waschen von Rohwolle zu verwenden und durch wiederholte Reinigung und Wiederverwendung derselben im Waschprozesse deren Konzentration an alkalischen Salzen zu steigern. Bei all diesen Vorschlägen handelte es sich aber darum, nach beendigtem Waschen die bereits erschöpfte, zum Teil schon in Gärung übergegangen Waschlauge zu behandeln, um sie wieder gebrauchsfähig zu machen.
Neu ist demgegenüber der Gedanke, während des Waschens selbst die Waschflotten über Reinigungsvorrichtungen in Umlauf zu setzen, um dadurch den Bädern die erdigen Bestandteile sowie das Wollfett zu entziehen und die Möglichkeit zu schaffen, von neuem zu waschen, ohne dass Gärungserscheinungen auftreten, ferner das Hinüberdriicken der Waschlaugen aus einem Bottich in den nächst schmutzigeren entbehrlich zu machen. Die neue Verfahrensweise schafft die Möglichkeit, dort wo in Schweisswasser und in Seife gewaschen wird, das Sohweisswasser von dem Seifenwasser völlig getrennt zu halten. Die Wolle wird zunächst in Bottichen gewaschen, die nur Schweisswasser und etwa 40 Bé enthalten.
Darauf wird sie in klarem Wasser gespült und erst dann gelangt sie in den Seifenwasserbottich. Bei diesem Verfahren des Getrennthaltens des Schweiss- und des Seifenwassers lässt sich in dem ersten Schweisswasserbottich sehr leicht der zum einwandfreien Waschen in Wollschweiss unerlässliche hohe Konzentrationsgrad an Wollschweiss erhalten, da ja infolge der dauernden Reinigung, der das Bad unterliegt, dieses aus nur geringen Wassermengen zu bestehen braucht, deren Gewicht das der aufgegebenen Rohwolle nicht zu übersteigen braucht. Ist die zu waschende Rohwolle sehr schweissarm, so kann man an Stelle von Wollschweiss jedes andere, zum Waschen von Wolle höhere Konzentrationsgrade erfordernde Waschmittel verwenden.
Anderseits lassen sich die Verunreinigungen aus dem Schweisswasser viel leichter ausschleudern, wenn dieses keine Seife enthält.
Aber selbst in den Fällen, in denen die Leviathanmaschinen beibehalten werden, bringt die Erfindung überraschende Vorteile. Denn durch das Reinigen der Seifenbäder während des Waschens selbst verlängert man deren Waschvermögen und schränkt dadurch die Zahl der sonst nötigen Betriebsunterbrechungen stark ein, wobei zugleich bedeutende Seifenmengen erspart werden.
In der Folge sind an Hand der Zeichnungen einige zur Ausführung des neuen Verfahrens geeignete Waschzüge beschrieben. Fig. 1-15 zeigen vier verschiedene Waschzüge, in welchen das Schweisswasser und das Seifenwasser völlig getrennt voneinander gehalten werden. Fig. 1 zeigt die erste Aus-. führungsform im Längsschnitt, Fig. 2 im Grundriss und Fig. 3 in Seitenansicht. Fig. 4 veranschaulicht den Wolleintrittsbehälter des Waschzuges in grösserem Massstab. Fig. 5,6 und 7 zeigen im Längsschnitt, im Grundriss und in Seitenansicht die zweite, Fig. 8,9 und 10 die dritte Ausführungsform.
Fig. 11 veranschaulicht eine zum Auffangen der in den abziehenden Waschflotten enthaltenen Wollhaare. Fig. 12 zeigt eine besondere Ausführungsform der Wollquetschen. Fig. 13,14 und 15 zeigen die vierte Ausführungsform im Längsschnitt, im Grundriss und in Seitenansicht. Fig. 16,17 und 18 zeigen im Längsschnitt, im Grundriss und in Seitenansicht eine Ausführungsform, die vornehmlich für solche Fälle bestimmt ist, in denen nur in Seifenwasser gewaschen wird.
Der Einfachheit halber ist in den nachfolgenden Erläuterungen angenommen, eS'handle sich um das Waschen von Wolle. Das neue Verfahren und die zu seiner Ausführung dienenden Waschzüge können aber auch zum Waschen anderen Textilgutes verwendet werden. Die in diesen Fällen nötig werdenden
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Seifenwasser getrennt voneinander gehalten werden.
Bei der Einrichtung nach Fig. 1, 2 und 3 sind fünf Waschbottiche 1, 2,. j, 4 und 5 hintereinander angeordnet.
Die von Hand in den Öffner 6 eingebrachte Rohwolle gelangt in den Beschickungsapparat f, der sie in gleichmässiger Schicht auf den Zufuhr tisch 8 ablegt. Durch die Eintauchwalze 9 des ersten,
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die durch den endlosen Tisch 8 zugeführte Wolle in die Waschflüssigkeit eingetaucht. Dieser Konzen- trationsgrad genügt im allgemeinen zur Erzielung einer kräftigen Waschwirkung, kann aber bis auf 100 Bé hinaufgebracht werden, wenn es sich um schwer waschbare Rohwollen handelt.
Um ein häufiges Hinüberdrücken der Waschlaugen aus einem in den anderen Bottich zu vermeiden,
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führen, z. B. gemäss Fig. 4, welche den ersten Waschbottich 1 der Waschkolonne darstellt. Wie aus dieser Abbildung ersichtlich, sind unterhalb des durchlochten Siebbodens 10 der einzelnen Waschbottiche steilwandige Trichter 11 von pyramidenförmiger Gestalt angeordnet, welche zum Auffangen und Ablassen des von der Wolle abgelösten Schlammes dicnen. Durch diese besondere Ausgestaltung der Waschbottiche wird nicht nur das Auffangen und Ablassen des Schlammes erleichtert, sondern zugleich auch das Flüsigkeitsvolumen in jedem einzelnen Waschbottich ganz erheblich verringert.
Das Ablassen des in den Trichtern 11 sich ansammelnden Schlammes geschieht folgendermassen : Jeder Trichter ist an seinem unteren Ende (Fig. 4) mit einer Ablsssklappe 60 versehen, die durch ein im Trichterinnern angeordnetes Gegengewicht gegen ihren Sitz geprtsst wird. Auf einer an der Aussen- nite der Schlammtrichter drehbar gelagerten Welle 62 sind Nocken oder Daumen 1. 20 befestigt, welche die Klappen 60 nacheinander und in bestimmten Zeitabschnitten öffnen. Zu diesem Zwecke sind die Nocken 120 auf der Welle ? gegeneinander versetzt. Der Antrieb erfolgt von einem Tourenzähler aus,
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einer der Klappen wird die Kupplung ausgerückt. In dieser Weise werden die Trichter 11 nacheinander von dem Schlamm befreit, der sieh in ihnen angesammelt hatte.
Bei etwaiger Unterbrechung des Waschprozesses in der Wasehkolonne können durch Umstellung eines Handhebels 68 die Klappen in ihrer Schliesslage festgestellt werden. Diese Feststellung erfolgt selbsttätig, wenn die Wollquetsche des in Betracht kommenden Waschbottichs stillgesetzt wird. Die Vorrichtung zum Ablassen des Schlammes aus den Trichtern 11 kann natürlich auch in anderer Weise als die eben beschriebene aus-
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Zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Pyramiden oder Trichtern 11 ist eine Presshútzl1führung vorgesehen, die z. B. durch Kanäle 12 erfolgt, welche nach oben zu in den Waschbottich münden und zweckmässigerweise in die die Siebböden tragenden Stützen eingegossen werden.
Die Kanäle oder Rohre 12 zum Einblasen der Pressluft können natürlich auch unter oder unmittelbar über den Siebböden 10 angeordnet sein.
Zum Fortbewegen der Wolle in der Wasehflüssigkeit dienen Kuibelrechen j ! 3 (Fig. 4). Durch Armkreuze, die mit freischwebenden Rechen. 14 versehen sind, wird die Wolle aus dem Bade emporgehoben und auf eine endlose Lattenbahn abgelegt, welche die Wolle der Wollquetsehe 16 zuführt.
Die obere Walze 69 dieser Quetsche sowie die Antriebsmittel dieser Walze weisen einige Besonderheiten auf, die an weiterer Stelle beschrieben sind.
Das von dem Zufuhrtisch li abtropfende Waschwasser wird gesondert von der durch die Wollquetsche 16 ausgedrÜckten FlÜssigkeit aufgefangen. Es fällt auf ein unterhalb des Zufuhrtisches 15 angeordnetes Blech 17 herab und fliesst in den Behälter 1 zurück, wogegen die von dem Quetschwerk ausgedrückte Flüssigkeit durch ein kleines Gefäss 18 aufgefangen wird, in welchem durch ein perforiertes Blech die von dem ausgepressten Schmutzwasser mitgenommenen Wollfasern zurückgehalten werden.
Diese Wollfasern werden von dem die Waschkolonne bodienenden Arbeiter herausgenommen und in den Waschbottich zurückgebracht. Aus dem kleinen Gefäss 18 fliesst die ausgedrückte Flüssigkeit durch
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Die durch das Quetschwerk ausgedrückte Flüssigkeit vermischt sich in der Sannnelrinne 20 mit dem aus den Schlammtrichtern 11 abgelassenen Schmutzwasser und gelangt mit diesem zusammen in eine tiefer angeordnete Entschlammungszentrifuge 21 (Fig. 2 und 3).
Auf seinem Wege nach der Schleuder 21 fliesst das Schmutzwasser durch ein erweitertes Rohr 20', in welchem eine Heizschlange angeordnet ist. Diese Heizschlange erhitzt die schlammige Flüssigkeit und verringert dadurch deren Viskosität, wodurch die Wirksamkeit der Entschlammungsarbeit gesteigert wird. Ausserdem wird bei der Rückkehr der in dieser Weise erhitzten Flüssigkeit in den Waschbottich 1 diesem die zur Erhaltung der Waschlauge auf Betriebstemperatur nötige Wärme zugeführt.
Liegt die Schleuder 27 hoher als der Waschbottich 1, so muss die schlammige Flüssigkeit durch passende Mittel, z. B. durch eine Kettenpumpe, gehoben und die Heizvorrichtung 20'entsprechend abgeändert werden.
Die durch die Schleuder 21 gereinigte Flüssigkeit wird unter Einwirkung der Zentrifugalkraft in ein oberhalb des Korbes der Schleuder angeordnetes Mundstück und ein daran angeschlossenes Rohr 23 (Fig. 3) getrieben und gelangt von dort aus entweder in eine seitlich des Waschbottischs 1 aufgestellte Entfettungszentrifuge 24 oder in einen höher als der Waschbottich 1 angeordneten Behälter 25, der zur Aufnahme des beim Wechseln einer Wollpartie über dem Siebboden 10 des ersten Waschbottichs 1 befindlichen Sehweisswassers dient.
Da die durch die Schleuder 27 gereinigte Flüssigkeit nur noch äusserst feine erdige Bestandteile enthält, so ist nicht zu befürchten, dass sie die Leitungen verstopft oder die Teile der Vorrichtungen abnutzt, in welchen sie weiterbehandelt wird.
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Das abgeschiedene Wollfett fliesst aus der Entfettungsmaschine in ununterbrochenem Strahl ab und wird gesondert aufgefangen, während das teilweise entfettete und gereinigte Schweisswasser in den Waschbottich 1 zurückfliesst.
Entschlammungs-und Entfettungsmaschine können auch zu einer Maschineneinheit vereinigt werden, die in ununterbrochenem Arbeitsgang die Schlammassen und das Wollfett gesondert abscheidet. Auch kann der Entschlammungsprozess zweistufig durchgeführt werden, derart, dass in einer ersten Schleuder mit grossem Durchmesser die gröberen erdigen Bestandteile und in einer zweiten kleineren Turbine die feineren, die sogenannten Kolloidbestandteile, abgeschieden werden.
Beim Verlassen des Quetschwerkes 16 gelangt die Wolle auf ein Transportband 26, welches sie der Eintauchwalze 91 des zweiten Waschbottichs 2 zuführt. Dieser Waschbottich 2 gleicht dem ersten, besitzt jedoch nur zwei Schlammtrichter H, ist also erheblich kurzer. Die Fortbewegung der Wolle erfolgt durch die Eintauchwalze 9t und die mit Rechen versehenen Armkreuze 14' ; nötigenfalls wird noch ein Kurbelrechenpaar zwischengesehaltet.
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kann jedoch, wenn mehrere Waschkolonne nebeneinander aufgestellt sind, die Bedienung aller Waschbottiche gleicher Ordnungszahl übernehmen.
Im allgemeinen braucht der zweite Waschbottich keine Entfettungsmaschine. Zur Ergänzung der Flüssigkeitsverluste im Waschbottich 1 wird diesem durch ein Überlaufrohr 28 (Fig. 2) Waschlauge aus dem etwas höher liegenden Waschbottich 2 zugeführt, wenn man es nicht vorzieht, hiezu Waschlauge aus der Sammelrinne 20 des Waschbottichs 2 auf dem Umwege über die Entschlammungszentrifuge 21 des Waschbottichs 1 in letzteren zu leiten.
Der dritte Bottich 3 ist ähnlich eingerichtet wie der zweite, hat aber keine selbsttätig gesteuerte Schlammablassklappen. Er enthält klares Wasser zum Vollenden der Wollentschweissung. Das Schmutzwasser, das aus den Trichtern 11 durch Öffnen der Klappen mittels Fusshebels abgelassen wird, lässt man im allgemeinen, weglaufen. Es kann aber auch auf dem Umwege über die Reinigungsanlagen 21' oder M zur Deckung der Flüssigkeitsverluste in den Bottichen 2 und 1 herangezogen werden. Die durch das Quetschwerk des dritten Bottichs, 3 ausgepresste Flüssigkeit fliesst in letzteren zurück. Durch ein Überlaufrohr 27 (Fig. 2) kann Wasser aus dem etwas höherliegenden Bottich. 3 in den Bottich 2 übergeführt werden.
In Hinsicht auf den Umlauf ihrer Waschflüssigkeiten bilden sonach die drei ersten Waschbottiche
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Wolle bewirkt. Der zweite Bottich 2 und der dritte Bottich 3 vollenden, zugleich fertig waschen, die Entschweissung der Wolle. In jedem dieser Schweisswasserbottiche hält sich der Konzentrationsgrad annähernd konstant.
In den dritten Waschbottich 3 lässt man durch eine Leitung 125 Frischwasser zufliessen. Will man an Wärme und Wasser sparen, so kann an Stelle von Frischwasser Wasser aus dem letzten seifenfreien Bottich 5 der Waschkolonne in den Bottich 3 getrieben werden und aus letzterem Wasser weglaufen.
Hinter dem Quetschwerk des Bottichs 3 gelangt die entschweisste Wolle in den vierten, mit Seifenwasser gefüllten Bottich 4, der dem ersten Bottich 1 gleicht, jedoch nur von Hand oder mittels Fusshebels hebbare Schmutzablassklappen besitzt. Seitlich des Bottichs 4 ist eine Entfettungsanlage 30 angeordnet (Fig. l und 2), die durch ein Becherwerk 29 gespeist wird, welches die zu reinigende Waschlauge aus einem mit dem Bottich 4 in Verbindung stehenden Seitenbehälter schöpft. Das durch diese Zentrifuge 30 abgeschiedene Wollfett wird für sich aufgefangen, während die gereinigte Flüssigkeit in den Bottich zurückfliesst. Dieser vierte Bottich, in welchem die Entfettung der Wolle sich vollendet, bleibt immer sauber.
In den Trichtern 11 lagert sich wenig Schmutz ab, so dass die Schmutzablassklappen nur in längeren Zeiträumen geöffnet zu werden brauchen. Das dann abfliessende Schmutzwasser lässt man einfach weglaufen oder es wird gesammelt und zum Zwecke der Reinigung sowie der Wieder-
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Bottich 5, der nur klares Wasser enthält und keine Entfettungszentrifuge besitzt. Dieser Bottich 5 liegt etwas höher als der vierte Bottich, so dass die beim Öffnen der Ablassklappen des Bottichs 4 entstehenden Flüssigkeitsverluste durch Wasser aus dem Bottich 5 ergänzt werden können.
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wird der Spülbottich 5 dauernd sauber gehalten.
Die durch die Quetschen der Bottiche 3, 4 und 5 ausgepresste, wenig Schmutz enthaltende Flüssigkeit fliesst in die betreffenden Bottiche zurück.
Die bisherigen Erläuterungen über die Erfindung lassen erkennen, dass die Verunreinigungen sozusagen unmittelbar nach ihrer Ablösung von der Wolle aus den Waschlaugen entfernt werden, so dass sie sich in den Waschflotten nicht weiter verteilen können und die Adsorbtionszeit erheblich gekürzt wird. Infolge des geringen Fassungsraumes der Waschbottiche, der sofortigen Reinigung der Schweisswässer und ihrer unverzüglichen Rückführung in die Bottiche, denen sie entstammen, ist ein Fauligwerden der Schweisswässer, so lange die Waschmaschine arbeitet, ausgeschlossen.
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Die durch die Kanäle 12 stattfindenden Lufteinblasungen erteilen der Rohwolle eine zitternde Bewegung, die das Ablösen des Schmutzes erleiel-tert.
Ein weiterer Vorteil ist der, dass das lästige Hinüberdrücken der Waschlaugen aus einem in den anderen Bottich und die damit verknüpften Betriebsunterbrechungen wegfallen. Ein Überführen von Waschlauge aus einem Bottich in einen schmutzigeren findet nur insoweit statt, als es sich um die Ergänzung der in den einzelnen Waschbottichen entstehenden und unvermeidlichen Flüssigkeitsverluste handelt. Als Folge der neuen Verfahrensweise ergibt sich das Waschen in ununterbrochenem Arbeitsgange, was die Leistung der Waschkolonne erheblich steigert. Anderseits bewirkt die stete Reinheit der Waschflotten und deren ungeschwächt sich erhaltende Waschkraft im Verein mit den vorerwähnten Besonderheiten, dass die Wolle besser gewaschen wird und ein schöneres Aussehen erlangt.
Die Ausführungsform nach Fig. 5,6 und 7 unterscheidet sich von den vorbeschriebenen durch folgendes :
Die vom Öffner 6 kommende Wolle gelangt in einen senkrechten Schacht 81, wo sie durch heisses Schwei#wasser berieselt wird, welches ungefähr in der Mitte des Waschbottichs 1 und etwas unterhalb des Siebbodens, d. h. an einer Stelle geringer Verschmutzung, diesem Bottich entnommen und durch eine auf der Zeichnung nicht dargestellte Pumpe in Umlauf gesetzt wird.
Hiedureh wird die Wolle heiss eingeweicht und so in einen für den nachfolgenden Waschprozess besonders günstigen Zustand übergeführt. Am unteren Schachtende befindet sich ein endloses Förderband 32, das die im Schacht enthaltene Wolle stützt und in dicken Schichten der Presswalze-3-3 zuführt, wobei zugleich das Schweisswasser abtropft.
Nachdem durch die Presswalze 33 der allzu grosse Überschuss an Flüssigkeit ausgedrückt worden ist, erreicht die dicke Wollsehieht eine Trommel 34, welche sie gegen die Eintauchwalze 9 schleudert. Von dieser Eintauchwalze wird nunmehr die Wolle langsam und gleichmässig in das Waschbad untergetaucht. Der Schacht 31 kann auch Schräg unter etwa 45' angeordnet sein. In diesem Falle wird die Wolle während ihres Herabgleitens an verschiedenen Stellen des Schachtes berieselt. Die ersten Durchflussmengen erlangen hiebei einen höheren Gehalt an Bé als die nachflie#enden und können daher auf Pottasche verarbeitet oder für spätere Waschzwecke aufgespeichert werden. Andernfalls kann man das
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die Dauer der waschenden Wirkung des Wollschweisses noch weiter verlängert wird.
Um aber im zweiten Waschbottich zugleich auch die Kraft dieser Waschwirkung zu steigern, wird das Schweisswasser dieses Bottichs einer weitgehenderen Reinigung unterworfen als das des ersten Bottichs 1. Um dies zu erreichen, leitet man die durch die Quetsche 16'des Bottich T ausgedrückte Flüssigkeit durch ein Filter und schickt sie nach vorgenommener Filtration in den Bottich ?' zurück. Die Reinigung dieses Filters erfolgt dann durch Schweisswasser, welches dabei verschmutzt und zusammen mit dem aus den Schlammfängern des zweiten Waschbottichs T abgelassenen Schlammwasser entweder direkt oder nach Ausschleuderung in der Zentrifuge 21 (Fig.
7) zur Ergänzung der Flüssigkeitsverluste im Wasch-
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man ausgeschleudertes Schweisswasser, das durch das für gewöhnlich den Waschbottich T speisende Filter in letzteren getrieben wird.
Der kleine Waschbottich 2 enthält Schweisswasser von 1 0 Bé. Die durch die Quetsche des dritten Bottichs 2 ausgepresste Flüssigkeit fliesst unterhalb des Siebbodens in diesen Bottich 2 zurück, während das aus den Sehlammfangtrichtern abgelassene Schlammwasser mit dem aus dem zweiten Bottich-' abgelassenen Schmutzwasser vereinigt werden kann. Die den kleinen Bottich 2 verlassende Wolle wird auf einem endlosen Band. 3' gespÜlt, welches an den Stellen, wo die Wolle von den Wasserstrahlen getroffen wird, über Bleche läuft, welche verhindern, dass die Wolle durch die Lücken oder Spalten des endlosen Bandes hindurchtritt.
Durch eine Pumpe B5 (Fig. 6) wird das vom Spültiseh 3'herabfallende Spülwasser sowie die von der unmittelbar dahinterliegenden Quetsche 16"ausgepresste Flüssigkeit abgesaugt und von neuem den Berieselungsdüsen zugeführt. Durch Ventilumstellung kann aber auch ein Teil des von der Pumpe 35 in Umlauf gebrachten Wassers zwecks Deckung etwaiger Flüssigkeitsverluste in den Waschbottich 2 getrieben werden.
Oberhalb des Spültisches 3' ist zur Vollendung der Entschwei#ung eine Frischwasserzuleitung 125 vorgesehen. Diese Leitung liefert auch das nötige Wasser zum Ausgleichen des im Bottich 2 etwas gesunkenen Flüssigkeitsstandes. Der im Bottich 2 steigende Flüssigkeitsspiegel erreicht dann den Überlauf dieses Bottichs, der nunmehr Flüssigkeit an den zweiten Waschbottich l'abgibt. Das Frischwasser aus der Leitung 125 kann aber auch durch Wasser aus dem letzten Spülbottich der Waschkolonne ersetzt werden.
Die dem Spültisch 3' nachfolgenden Wasch- und Spülbottiche gleichen den entsprechenden beiden letzten Bottichen der Waschmaschine nach Fig. 1 und 2.
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Sehweisswasser mehr Wirksamkeit verleiht. Die auf den Zuführtisc11. 36 der Quetsche 166 in dünner Schicht abgelegte Wolle passiert die Quetsche 166 und gelangt darauf in den Bottich 1. Das von der Quetsche 166 ausgedrückte Wasser fliesst durch ein Rohr 37 ab und wird, zusammen mit den aus den beiden ersten Waschbottichen 1, l'abgelassenen Schmutzwässern, der Entschlammungszentrifuge zugeführt. Auf ihrem Wege nach dieser Zentrifuge werden diese vereinigten Flüssigkeiten durch eine Vorrichtung 70, 71 geleitet (Fig. 11), die sie von den Textilfasern befreit, welche sie enthalten.
Die die Entschlammung bewirkende Zentrifuge 21 kann mit wagrechter Welle ausgeführt und mit Mitteln zur selbsttätigen Ausstossung der abgeschiedenen Schlammassen versehen sein. Die entschlammt Flüssigkeit wird dann durch eine Pumpe 39 in die Entfettungszentrifuge 24 getrieben und ergiesst sich von hier aus in gereinigtem Zustande in den Schacht 31, aus welchem sie nach Tränkung der Rohwolle in den Waschbottich j ! gelangt.
Arbeiten mehrere Waschkolonnen zusammen, so können die miteinander vereinigten Schmutz-
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Schlammentleerung und entsprechend hoher Leistung behandelt werden.
Das durch die Quetsche 16 des ersten Waschbottichs 1 ausgepresste Schweisswasser wird durch eine Pumpe 40 nach dem oberen Ende des Beschiekungsschachtes 31 getrieben und berieselt die dort aufgegebene Wolle.
Die hinter der Quetsche 166 in den ersten Waschbottich 1 eintretende Wolle wird durch Pressluft, die durch-einen quer angeordneten Kanal zugeführt und an der Stelle 12'in das Bad eingeblasen wird, gezwungen, sich den Kurbelrechen darzubieten, die sich dann in das Bad untertauchen, so dass die Eintauchwafze in Wegfall treten kann. Die gleiche Anordnung ist an der Eintrittsstelle des zweiten Bottichs l'vorgesehen.
Der Waschbottich l'enthält Schweisswasser von ungefähr 40 Bé, das so umläuft und so gereinigt wird, wie in dem bezüglich der Fig. 5,6 und 7 beschriebenen Falle.
Zum Vollenden des Entschweissens der das Bad l'von 40 Bé verlassenden Wolle benutzt man eine Entschweissungsvorrichtung bekannter Bauart, deren Fassungsraum durch eingebaute Blechwandungen 76 verringert ist. Falls erforderlich, kann die Umlaufpumpe 43 (Fig. 9), welche die erste der oberen Brausen speist, Flüssigkeit in den zweiten Bottich l'von ungefähr 40 Bé treiben.
Bevor die die Entsch wei#ungsvorrichtung 42 verlassende Wolle in-den Seifenwasserbottich 4 gelangt. durchzieht sie einen kleinen mit reinem Seifenwasser gefüllten Behälter 45, in welchem sie durchgetränkt wird, um unmittelbar danach in der Quetsche 167 ausgepresst zu werden. Die hiebei ausgedrückte Flüssigkeit lässt man entweder weglaufen oder sie wird zwecks Wiederbenutzung in einer Schleuder oder einem Filter gereinigt. Durch diesen Kunstgriff J3part man an Seife und erhält eine besser gewaschene Wolle.
Der kleine Seifenwasserbehälter 45 kann wie das Hinterende einer Wollwaschmaschine von Mac-Naught (Leviathan) eingerichtet und mit anschliessender Wollquetsche versehen sein. Zur Fortbewegung der Wolle können aber auch Rechen 46 dienen, die durch eine endlose Kette 47 bewegt werden (Fig. 8). Die von dem gezahnten Blech 48 abtropfende Seifenlösung wird in einer Zentrifuge 49 ausgeschleudert und danach durch eine Pumpe 50 in den kleinen Behälter 45 zurückgedrückt.
Die beiden letzten Bottiche der Waschkolonne gleichen denen der vorbeschriebenen Ausführungs- formen.
Die Wascheinrichtung nach Fig. 13,14 und 15 besitzt einen einzigen Waschbottich 1 mit Schweiss-
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mit dem aus den Schlammtrichtern des Bottichs 1 abgelassenen Schmutzwasser sowie zusammen mit dem von der Presse 16 ausgedrückten Schweisswasser ausgeschleudert.
Die in der Schleuder 21 entschlammte Flüssigkeit wird durch die Pumpe 39 in die Entfettungszentrifuge 24 getrieben (Fig. 15). Das durch diese Zentrifuge ausgeschleuderte Schweisswasser ergiesst sich in den Schacht 31 und wird, nachdem es vom Tisch 32 abgetropft ist, zwecks weiterer Reinigung durch eine Pumpe in ein Filter 52 getrieben, aus dem es in den Waschbottich 1 zurückfliesst.
Die der Eintauchwalze 9'des kleinen Waschbottichs 2 zugeführte Wolle wird durch diese Walze in das Bad untergetaucht und darin fortbewegt, wonach es die nächste Wollquetsche erreicht. Das durch diese Quetsche ausgedrückte Schweisswasser fliesst unterhalb der Siebböden des kleinen Bottichs 2 in diesen zurück, wogegen das aus den Schlammtrichtern abgelassene Schmutzwasser dieses Bottichs zur Entschlammungszentrifuge geht. In gleicher Weise wie bei der Waschmaschine nach Fig. 5, 6 und 7 wird dann auf einem endlosen Transporttisch 3'die Entsehweissung der Wolle vollendet. Das durch die
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der bereits beschriebenen Wascheinrichtungen.
Steht soviel Wollschweiss zur Verfügung, dass man darauf verzichten kann, den Wollschwei# wieder zu gewinnen, den die den Bottich 1 verlassende Wolle wegführt, so kann die Entschweissungs- vorrichtung. 3' in Wegfall kommen. Der letzte Bottich 5 wird dann durch die Leitung 125'reichlich mit Frischwasser gespeist, und indem man den Wasserüberschuss aus diesem Bottich 5 nach dem kleinen Bottich 2 treibt, sorgt man für gründliche Ausspülung der Wolle zwischen ihrer Entschweissung und ihrer Behandlung in der Seifenlösung. Behandelt man unter diesen speziellen Verhältnissen Schweisswollen, die wenig Fett. aber viel Sand oder erdige Bestandteile enthalten (z.
B. afrikanische Wollen), so kann man sich beim Ausschleudern auf die Entschlammung beschränken und die Entfettungsarbeit ausschalten. Bei diesem Sachverhalt steigt dann der Konzentrationsgrad des Wollschweisses im ersten Behälter 1 (Fig. 13), woraus sieh die Notwendigkeit ergibt, Sehweisswasser abzulassen. Da nun aber dieses abgelassene Sclweisswasser Wollfett mitnimmt und anderseits die aus der Entschlammungs- zentrifuge ausgeworfenen Schlammassen ebenfalls Wollfett aus dem Bade J'wegführen, so hält sich die Waschlauge des Bottichs 1 in verhältnismässig fettarmem Zustande.
Die die Wollquetsche des ersten Bottichs 1 verlassende Wolle führt demzufolge wenig Wollfett mit sich, und da dieses Fett, trotz der Ausspressung in der Quetsche, noch immer in dem die Wolle benetzenden Sehweisswasser emulgiert ist, so wird es in dem zweiten Bottich 2 leicht aus der Wolle vertrieben. Zur Fertigbehandlung der in dieser Weise bereits weitgehend entfetteten Wolle in den letzten Bottichen 4 und 5 genügen dann ganz geringe Mengen Seife.
Die beschriebene Verfahrensweise, gemäss welcher zunächst in Schwei#wasser und dann getiennt davon in Seifenwasser gewaschen wird, ei weist sich dort als besonders vorteilhaft, wo Wollen gewaschen werden müssen, die bereits einer Vorwäsche unterzogen wurden und daher sozusagen keinen Wollschweiss mehr enthalten. Bei dieser Vorwäsche adsorbiert die Wolle Substanzen, die ihr schaden, und ausserdem verliert sie wertvolle Bestandteile, deren Abwesenheit ihre Güte beeinträchtigt.
Wird nun eine in dieser Weise vorgewaschene Wolle in konzentriertes heisses Schwei#wasser eingebracht, wie solches in dem ersten Schweisswasserbottich eines gemäss der Erfindung zusammengesetzten und arbeitenden Waschzuges stets vorhanden ist, so wird sie darin nicht nur äusserst whksam gewaschen, sondern auch in die Lage versetzt, die wertvollen Bestandteile zu readsorbieren, die sie bei der Vorwäsche verloren hatte.
Ähnliches gilt für das Waschen von Geweben, welche im Vellaufe ihrer Herstellung eingefettet und mit verschiedenen Appreturmitteln behandelt worden sind. Das konzentrierte Schweisswasser wäscht diese Gewebe vorzüglich und macht sie zur Aufnahme von Farbstoffen ganz besonders geeignet.
In Fällen, wo gewisse Wollpartien getrennt für sich entschwei#t und die dabei erhaltenen Schweiss- wasser in Reserve gehalten werden sollen, setzt man diesen Schweisswässern eine gewisse Menge fäulniswidriger Substanzen, z. B. Thymol, Chloroform, Zyankalium u. dgl., in Mengenverhältnissen von ungefähr 1 : 10000 zu.
In gleicher Weise wird bei längeren Betriebsunterbrechungen verfalnen, wenn man das Fauligwerden der Wollschweissbäder verhüten will.
Die vorbeschriebenen Wascheinrichtungen eignen sich insbesondere für Wasehoperationen, bei denen hintereinander in zwei verschiedenen Waschmitteln, z. B. zunächst in Schwei#wasser und dann in Seifenwasser, gewaschen wird.
Soll nur in einem Waschmittel, z. B. nur in Seifenwasser, gewaschen werden, so erlangt die Abkürzung der Dauer der Berührung zwischen den Verunreinigungen und der Seife ganz besondere
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fänger mit hebbaren Ablassklappen. Die durch die Quetschwerke ausgedrückte Flüssigkeit wird getrennt von den abtropfenden Waschlaugen aufgefangen und die Quetschwelke selbst können in der bereits beschriebenen Weise oder gemäss Fig. 12 ausgefühlt sein.
Bei der Anordnung nach Fig. 12 bleibt das die vom Zufuhrtisch abtropfende Flüssigkeit in den Waschbottich zurüekleitende Vollblech 17 bestehen. Dagegen wird die von der Quetsche ausgedrückte Flüssigkeit durch ein unter den Quetschwalzen angeordnetes Vollblech IM in einen seitlich des Waschbottichs aufgestellten, mit durchlochtem Doppelboden versehenen Kasten geleitet. Durch diesen per-
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Schieber gestattet, die hindurehgetretene Flüssigkeit entweder in den Waschbottich überfliessen oder weglaufen zu lassen oder in eine Reinigungszentrifuge zu treiben.
Liegt die Wollquetsche tiefer als der Flüssigkeitsspiegel im zugehörigen Waschbottich (vgl. z. B. die Quetsche 167 in Fig. 8), so ist eine Pumpe erforderlich, um die vor der Quetsche abtropfende Flüssigkeit in den Waschbottich zurückzutreiben.
Jeder der drei ersten Waschbottiche (z. B. wie Bottich 1 in Fig. 1 ausgefühlt) eihäl R'-inigungs- tutbinen. Dmch Ausschleudern der Waschlaugen des zweiten und des dritten Waschbottichs im Kieis-
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in diese Bäder einbringen muss. Ausserdem erreicht man den Vorteil, dass die Bäder sich bedeutend länger gebrauchsfähig erhalten und dementsprechend nicht so häufig aus einem Bottich in den andern übergeführt zu werden brauchen.
Dadurch, dass nach erfolgter Ausschleuderung sowohl des aus den Schlammtrichtern des ersten Waschbottichs abgelassenen als auch des durch die betreffende Woll- q. letsche ausgedrückten Schmutzwassers die gereinigte Flüssigkeit in diesen ersten Waschbottich zmück- geleitet wird, stellen sich in der Waschlauge die Bedingungen immer wieder ein, unter denen die Verunreinigungen die adsorbierte Seife freizugeben vermögen. Das Bad des ersten Waschbottichs erhält sich infolgedessen ebenfalls lange gebrauchsfähig, selbst wenn sein Volumen klein ist.
Die soeben beschriebene Abart des Verfahrens kann auch folgendermassen abgeändert werden.
Die Wollquetsche des ersten Waschbottichs erhält ein Vollblech zum Auffangen der von ihr ausgedrückten Flüssigkeit (Fig. 12). Die in dieser Weise abgesonderte Flüssigkeit wild dann, nach erfolgter Entleerung des ersten Waschbottichs, gleich beim Wiederbeginn des Waschens in diesen ersten Bottich zurück- geleitet. Ist jedoch die Verschmutzung des Bades genügend weit vorgeschritten, so lässt man besagte Flüssigkeit einfach weglaufen.
Die Konstanterhaltung der Höhe des Flüssigkeitsspiegels im Behälter j ! geschieht durch Zuführung von Frischwasser oder von dem letzten Bottich entnommener Flüssigkeit. In den anderen Waschbottichen bleiben die Bäder sich selbst überlassen, es sei denn, dass man sie durch Umlauf über eine Turbine während des Waschprozesses reinigt bzw. entfettet.
Bei diesem Sachverhalt leuchtet ein, dass durch den Zufluss von Frischwasser in den ersten Waschbottich die in diesem enthaltene Flüssigkeit an Seife ärmer wird, und dass demzufolge die in dieser Flüssigkeit schwebenden Verunreinigungen einen Teil der Seife, die sie adsorbiert hatten, wieder freigeben.
Besonders grosse Ersparnis an Seife erzielt man mit der Waschanlage nach Fig. 16,17 und 18.
Diese Anlage besteht aus drei langen Waschbottichenl01, 102, 103, in deren Bäder die Wolle frei schweben kann. Vor jedem dieser Bottiche ist ein kleiner Behälter aufgestellt, in oder auf welchem die Wolle mit Flüssigkeit getränkt wird. Diese Behälter können z. B. in der aus Fig. 16 ersichtlichen Weise ausgebildet, d. h. mit einem endlosen Transportband versehen sein, auf welchem die Wolle berieselt wird.
Sowohl die grossen Bottiche wie auch die kleinen Behälter sind mit einer Wollquetsche ausgerüstet.
Die Waschlaugen werden in der üblichen Weise aus einem in den andern Waschbottich getrieben, genau so, als wenn die kleinen Zwischenbehälter nicht vorhanden wären.
Das durch die Quetsche 16 des kleinen Behälters 104 ausgedrückte Wasser lässt man weglaufen.
Dieser Behälter 104 wird durch die von der Quetsche des zweiten kleinen Behälters 105 und dieser
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Zur Speisung des letzten Behälters 106 dient klares Seifenwasser, das z. B. per Liter zwei Gramm verseifbares Fett enthält.
Die vorbeschriebenen Verfahren können auch kombiniert werden. Man erhält dann ein Gemischtverfahren, das folgendermassen ausgeführt wird :
Die Wolle wird zunächst in bekannter Weise entschweisst und beim Verlassen der diese
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grössere Teil der erdigen Schmutzteile und Fäzes bereits aus der Wolle entfernt. In diesem vorgereinigten
Zustande wird die Wolle nunmehr durch eine Reihe von Waschbottichen hindurchgeführt. Da nun die erdigen Schmutzanteile usw. sich im vordersten, mit Seifenwasser gefüllten Bottich bereits abgelöst und niedergeschlagen haben, so können sie das Schweisswasser dieser nachfolgenden Bottiche nur ganz unbedeutend-verunreinigen und dementsprechend kann Wollschweiss nur in geringfügigen Mengen adsorbiert werden.
Da die in den Bottich mit Schweisswasser von 4 Bé eintretende Wolle nass ist und demzufolge verdünnen auf das Bad einwirkt, so muss man durch Einfliessenlassen von konzentriertem Schw2isswasser in diesen Bottich der Verdünnung des Bades entgegenwirken. Hiezu nimmt man zweck- mässigerweise von dem konzentrierten, bei der den Waschprozess einleitenden Entschweissung gewonnenen Sohweisswasser. Beim Verlassen des Schweisswasserbottichs von annähernd 00 Bé passiert die Wolle noch den Seifenwasserbottich und daran anschliessend den Spülbottich.
Bei Ausführung der beschriebenen Verfahren kann in den einzelnen Waschbottichen der elektiische
Strom zur Anwendung gelangen und dadurch die Ladung der in der Behandlungsflüssigkeit schwebenden
Partikelchen beeinflusst werden. Hiezu werden Elektroden benutzt, die man so anordnet, dass die Sehmutzanteile sich durch Kataphorese in den zu ihrer Aufnahme bestimmten Schlammfängern sammeln.
Dieser elektrische Strom kann getrennt für sich oder parallel zur Ausschleuderung der umlaufenden Behandlungsflüssigkeiten veiwendet werden. Den grössten Nutzen spendet er, wenn man ihn in ähn- licher Weise wie beim Abscheiden von Wasser aus Ölen oder Petroleum in der Schleudermaschine selbst zur Wirkung kommen lässt.
Handelt es sich um Waschbäder, die dem Stromdurchgang einen hohen
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Widerstand entgegensetzen, so kann der Strom in Form rasch aufeinanderfolgender Stromstösse (Stromunterbrechungen) durch die Bäder geschickt werden.
Während ihres in sich zurückkehrenden Kreislaufes können die Waschflüssigkeiten auch durch Peitschung bearbeitet werden. Es entsteht dann an der Flüssigkeitsoberfläche ein Schaum, der einen
Teil der fetthaltigen Bestandteile des Bades enthält und den man entfernt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Verhüten des Fauligwerdens und zum Steigern des Wasehvermögens der Waschflotten, zum Verringern der Verluste an Waschmitteln und zum teilweisen Wiedergewinnen des durch Ad, Olbtion unwirksam gewordenen Waschmittels bei Einrichtungen zum Waschen von Rohwolle und anderem Textilgut, darin bestehend, dass während des Waschprozesses selbst die Waschflotten des ersten Bottichs des Waschzuges und, soweit als nötig, auch die der ändern Bottiche durch passende Mittel, z.
B. durch Schleuderapparate, durch den elektrischen Strom, durch Filtration od. dgl., einem die Dauer der Berührung des Waschmittels mit ihren Verunreinigungen und mit dem Waschgut kürzenden, das Wollfett und die erdigen Bestandteile absondelllden Reinigungsprozess unterzogen und danach in den Waschbottich, dem sie entstammen, geleitet werden.