AT10627B - Verfahren zur Gewinnung von künstlichem Stückerz und Stückbrennstoff aus Erz- und Kohlenklein aller Art. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von künstlichem Stückerz und Stückbrennstoff aus Erz- und Kohlenklein aller Art.

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AT10627B
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Leon Yousbascheff
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Leon Yousbascheff
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   Österreichische PATENTSCHRIFT   Nr.   10627. 



    LEON YOUSBASCHEFF IN ST. PETERSBURG.   



  Verfahren zur Gewinnung von künstlichem Stückerz und   Stückbrennsto1f   aus Erz-und
Kohlenklein aller Art. 



   Es wurde bekanntlich schon vielfach versucht, Erz- und Kohlenklein in stückige Form   überzuführen, um dadurch   eine   erfolgreichere Verwertung der   genannten Materialien zu ermöglichen. Allen diesbezüglich gemachten Vorschlägen haftet aber der Nachteil an, dass sie weder ein Verfahren von allgemeiner Anwendbarkeit auf beliebiges Erz-und Kohlenklein einschliessen, noch die Möglichkeit bieten, künstliches Stückerz oder Stückbrennmatorial zu erhalten, welches hinsichtlich seiner chemischen Zusammensetzung und physikalischen Eigenschaften den unmittelbar aus den betreffenden Fundorten stammenden   natürlichen   Stückerzen bezw, Stückkohlen   nahekäme.   



   Das den Gegenstand der   vorliegenden Erfindung bildende Verfahren   ist nun von den) genannten Nachteil frei, indem es die Gewinnung von in ihrer   chemischen Zusammen-   setzung und ihren physikalischen Eigenschaften mit den entsprechenden   natürlichen   Stück- 
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 Klein   von beliebigen Erzen bezw. fossilen Brennstoffen   gestattet. 



   Seinem Wesen nach ist das vorliegende Verfahren gekennzeichnet :
1. durch einen vorbereitenden Röstprozess, welchem das zu verarbeitende Erz- oder 
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 ; durch den fraktionierten Mischprozess des Bindemittels mit dem zu behandelnden Klein und 4. durch die Einführung der zur Erzielung von Stückerzmassen bezw. Stückkohlenmassen von bestimmter chemischer Zusammensetzung erforderlichen Substanzen in die zu \ erarbeitende Erz- bezw. Kohlenkleinmasse. 



   Im nachfolgenden seien die unter   l 4 angegebenen Merkmale   des Verfahrens mit 
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1. Der Vorbereitungsprozess : Das vorbereitende Rösten des Erzkleins und das dieser Operation entsprechende Erhitzen der Kleinkohle bei Luftabschluss bezweckt einerseits die Ausscheidung schädlicher Beimengungen aus dem zu verarbeitenden Material, 
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 Sumpfeisenerzes in solches von mehr krystallinischer, sandähnlicher Struktur. 



   II. Die Auswahl des Bindemittels. Da das Wesentliche und Neue des in   Hede   stehenden Verfahrens keineswegs in dem an sich bekannten Vereinigen von Erz-   odor Kohlenklein zu Stücken,   sondern vielmehr in der Herstellung solcher künstlichen Erz- und Kohlenstücke besteht, welche in ihren chemischen uud physikalischen Eigenschaften   den entsprechenden natürlichen Stückerzen   und   Stückkohlen möglichst nahe kommen,   so   muss   die   chemische   Zusammensetzung des zu verwendenden Bindemittels in qualitativer Hinsicht derjenigen der allgemein verbreiteten   unschädlichen   Beimengungen der natürlichen Erzstücke bezw. der Aschenbestandteile der fossilen Brennstoffe vollständig analog sein, d. h.

   die   Bestandteile des fraglichen Bindemittels müssen   die folgenden sein : Kieselsäure, Tonerde, 
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 à   l'art   de   ringenieur,   Paris 1897) angehörende Materialien Verwendung finden :   Fer r e t's Tabelle der Bindemittel   :
I.   Klt1sse "Die Kalke \Ì.   
 EMI2.2 
 



   B. Gruppe   Hydraulische Kalke".   



   1. Schwach-hydranlischer Kalk. 2. Mittel-hydraulischer Kalk. 3. Eigentlich hydraulischer Kalk. 4. Höchstgradig hydraulischer Kalk. 



   11.   Klasse Die Cemente".   



   A. Gruppe "Cement aus   Grapier".   
 EMI2.3 
 



   1. Natürlicher oder Roman-Cement. 2. Künstlicher, schnellabbindender Cement. 



   C.   Gruppe #Natürliche, mehr   oder weniger langsam abbindende Cemente". 



     L   Schwach abbindende Cemente. 2. Natürlicher, langsam abbindender Cement. 



   D   Gruppe"Portland-Cementell.   



   1. Künstlicher Portland-Cement. 2.   Natürlicher Portland-Cement.   



   E. Gruppe"Gemischte Cemente". 



   1. Erste Sorte oder eigentlich gemischter Cement. 2. Zweite Sorte oder Cement mit Zuschlagstoffen. 3. Dritte Sorte oder Puzzolan-Cemente (Schlacken-Cement u. s. w.). 



     ! ll. Klasse.,   Die Puzzolane. 



   A.   Gruppe #Natürliche Puzzolane".   



   1. Italienische Puzzolane. 2. Santorinerde. 3. Trass. 4. Gneise u. a.   m.   



    B. Gruppe Künstliehe Puzzolane",  
1. Gebrannte Tonerde. 2. Körnige Schlacken u. s. w. 



   Von diesen Bindemitteln ist es nun insbesondere der Portland-Cement, welcher für sich oder im Gemisch mit beliebigen Sorten der zweiten oder dritten Klasse der vorstehenden 
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 die   #Künstlichen Puzzolane" des   Klasse III) zur Herstellung von   künstlichem     Stlickerz   und   Stückkohle   dem vorliegenden Verfahren gemäss Verwendung findet.

   Die übrigen Bindemittel, wie die hydraulischen Kalke bezw. die Kalke überhaupt, Gyps u. s. w. sind sowohl als solche, als auch in Form ihrer Mischungen mit Portland-Cement ausgeschlossen, da ihre Anwesenheit die Erzielung von   Stückerzon   und Stückkohlen, welche den natürlichen Stücken 
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Wie die diesbezüglichen Versuche erwiesen haben, verbindet der Portland-Cement als solcher oder im Gemenge mit den als zulässig angegebenen Cementen und Puzzolanen angewendet,. die verschiedenen   Erz-und Kohlenkleinsorten   zu festen Stücken, welche in ihrem gesamten Verhalten mit den betreffenden natürlichen   Stückerzen   und Stückkohlen praktisch genommen identisch sind.

   So erhält man beispielsweise aus einer innigen Mischung von Chromeisen-Erzklein mit 4% Portland-Cement künstliche Chromeisen-Erzstücke, welche sich   im Martinofen ebenso   fest und feuerbeständig zeigen, wie die natürlichen stückigen
Chromeisenerze. 



   Betreffs der einzuhaltenden   Mengenverhältnisse   ist zu bemerken, dass auf 100 Ge-   wichtsteile   Kleinerz 3-6-5 Gewichtsteile Portland-Cement als solcher, oder 4-5-9 Gewichtsteile einer Mischung von Portland-Cement mit den weiter oben. als zulässig angeführten   Cpmouten   oder   Puzzolanen   zu nehmen sind, während für die Verarbeitung von Kleinkohle die entsprechenden Zusatzmengen von Portland-Cement oder Mischungen genannter Art zwischen 7 und 12 (in seltenen Fällen 13'5) bezw. zwischen 8'5 und   14'5   Gewichtsprozenten liegen. Die in dem jeweilig vorliegenden Einzelfall erforderliche. innerhalb dieser Grenzwerte fallende Menge von Portland-Cement oder seiner Mischung, sowie die Menge der im 

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 ' III. Der fraktionierte Mischprozess.

   Dieser Prozess besteht in dem all-   mähttcbeo   bezw. systematischen Anreichern oder Vermengen des Erz- oder Kohlenkleins mit dem Bindemittel. und soll an folgendem praktischen Beispiel erläutert werden :
Angenommen, es sei erforderlich, ein Gemisch von   96'2/o   Erzklein und   3'8/0   Portland- cement herzustellen. Um dies zu erzielen, nimmt man zunächst auf   1#5   Gewichtsteile Erz- 
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 verhältnis bietet keine Schwierigkeit und die so erhaltene erste gleichmässige Teilmischung enthält   400/0   Cement.

   Nun mischt man eine neue Menge reinen Erzkleins mit der erhaltenen ersten Teilmischung und zwar im Verhältnis von    2'5   Teilen des ersteren auf 1 Teil der letzteren ; die so erhaltene zweite gleichmässige Teilmischung enthält nur noch   11'43/Q  
Cement.

   Endlich wird je ein Gewichtsteil dieser zweiten Mischung mit 2 Gewichtsteilen reinen Erzkleins vermischt und die sich hiebei ergebende gleichmässige dritte Mischung enthält nun die erforderliche Cementmenge, d. i.   3#8%  
Der wesentliche Zweck des fraktionierten Mischprozesses besteht in der Erzielung einer möglichst gleichmässigen Verteilung des Bindemittels zwischen den Teilchen des zu verarbeitenden Erz-oder Koblenkleins, was in technischer Hinsicht insoferne wichtig ist, als diese Gleichmässigkeit nicht nur die Festigkeit der herzustellenden Stücke bedingt, sondern auch bei Verwendung verhältnismässig geringer Mengen des Bindemittels die Mög- lichkoit bietet. Produkte zu erhalten, die den an die entsprechenden natürlichen Stückerze und Stückkohlen gestellten Anforderungen Genüge leisten. 



    IV. Die Einführung verschiedener Substanzen in jdie zu verarbei-   te n d e Erz-und Ko h I e nm asse. Die Einführung und Verteilung von mineralischen oder anorganischen Substanzen in die zu verarbeitende   Ef2- und Kohlenmasse bat   den Zweck,   Stückerzmassen von ganz bestimmtor   chemischer Zusammensetzung bezw.   Stückkohlenmassen   von entsprechendem Heizeffekt und erforderlicher Zusammensetzung der Aschenbestandteile zu erzielen. Die Auswahl der einzuführenden Substanzen, sowie die jeweilig erforderliche
Menge derselben wird in Abhängigkeit von dem Zwecke, welchem das fertige Produkt dienen soll, festgestellt.

   So kann es sich   hiebei datum   handeln, aus saurem Erzklein, Erz- stücke neutralen Charakters oder umgekehrt, aus basischem Erzklein saure Erzstücke zu erhalten, oder aber gewisse schädliche Beimengungen des Erzkleins unschädlich zu machen, beispiels- weise den Übergang von Phosphor aus Phosphoreisenerzklein in das aus demselben her-   zustellende Robeisen zu verhindern, was zweckmässig   durch   gleichmässiges   Verteilen von   /crkleinertem Magnesit   oder Dolomit in der zu verarbeitenden Masse des genannten Erz-   kleins   erzielt werden kann. Ausserdem bezweckt die Einführung verschiedener Substanzen in die Erz-und Kohlenmassen auch die Veränderung einzelner physikalischer Eigenschaften dieser   Massen.

   So können beispielsweise Sägespäne   in die herzustellenden   Eisenerzstücke   eingeführt werden, um eine erhöhte Porosität dieser letzteren   zu   erzielen, was für den
Reduktionsprozess der Erze von grösster Wichtigkeit ist. 



   Die Einführung der betreffenden Substanzen in das in Stückform zu bringende Erz- oder Kohlenklein erfolgt am Besten in der Weise. dass man dieselben, insoweit es sich   um fest6   Substanzen handelt, in Pulverform zunächst mittelst des fraktionierten Misch- verfahrens mit dem als Bindemittel dienenden Portlandeement u. s. w. vermischt, worauf das erhaltene Gemenge mit dem Erz- oder Kohlenklein vermischt wird. Falls aber dio ein- zuführende Substanz eine   ölartigc, z. D.

   Mineralöl   ist, so wird das Erz-oder Kohlenklein   zunächst   mit der als Bindemittel dienenden Cementmasse vermengt, das Ganze mit Wasser angefeuchtet und so lange sich selbst   Uherlassen, bis der Abbindungsprozess   des Cements beginnt : erst nach erfolgtem Eintritt der Abbindung kann die einzuführende Menge öliger
Substanz mit der feuchten Masse und zwar durch den fraktionierten Mischprozess ver- mengt werden. 



   Der Gang des im Vorstehenden hinsichtlich seiner einzelnen wesentlichen Merkmale gekennzeichneten Verfahrens gestaltet sich, wie folgt : Das zu verarbeitende Erz-oder
Kohlenklein wird zunächst einem   Röstprozess unterworfen,   sodann nach erfolgter Fest- stellung des zu verwendenden Bindemittels mit diesem letzteren durch fraktioniertes Mischen in ein Gemenge von jeweilig gewünschtem Mengenverhältnis seiner Bestandteile übergeführt und das so erhaltene Gemenge mit Wasser angefeuchtet, wobei es gleichgiltig ist, ob 'Nasser von gewöhnlicher oder höherer Temperatur oder in Dampfform angewendet wird. 



   Nach Eintritt des Abbindungsprozesses wird die Masse zu Stücken von   4icbtem Geftigc   

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 EMI4.1 
 Produkte darstellen. 



   Die in die Masse ausser dem'Bindemittel noch einzuführenden Stoffe werden, je nach ihrer Beschaffenheit in der unter IV erläuterten Weise mit dem Bindemittel selbst-oder erst nach erfolgtem Eintritte des Abbindungsprozesses zugesetzt.

Claims (1)

  1. PATENT. ANSPRUCH : Verfahren zur Gewinnung von künstlichem Stückorz und Stückbronnstoff aus Erzund Kohlenklein aller Art unter Verwendung von hydraulisch erhärtenden bezw. den Cementen oder Puzzolanen (mit Ausschluss der künstlichen Puzzolane, Sc1Llackencemente und Kalke) angehörenden Körpern als Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, dass das Vermischen der genannten Bindemittel mit dem, einem vorbereitenden Rösten unterworfenen Erz-oder Kohlenklein, behufs Überführung des letzteren in ein nach seiner chemischen Zusammensetzung und seinen physikalischen Eigenschaften den betreffenden natürlichen Stückerzen bezw.
    Stückkohle analoges Produkt, mittelst fraktionierten Mischprozesses EMI4.2 Portlandcement oder 8#5-14#5 Gewichtsteilc seines vorerwähnten Gemenges entfallen, wobei gleichzeitig mit dem Bindemittel oder erst nach Zusatz desselben Substanzen, wie EMI4.3 um die in dem Erz-und Kohlenklein enthaltenen schädlichen Bestandteile zu binden, bezw. die Porosität, der Masse oder ihren Heizeffekt zu erhöhen und schliesslich das so erhaltene Gemisch nach erfolgtem Einwirkenlassen der erforderlichen Menge von kaltem oder warmem Wasser oder von Dampf in Stücke von gewünschter Form und Grösse mit dieselben durchsetzenden Kanälen oder ohne solche gepresst wird.
AT10627D 1901-02-19 1901-02-19 Verfahren zur Gewinnung von künstlichem Stückerz und Stückbrennstoff aus Erz- und Kohlenklein aller Art. AT10627B (de)

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