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Automatische Fernsprechvermittlungseinrichtung.
Die Erfindung bezieht sich auf weitere Verbesserungen und Ausgestaltungen der im Patent Nr. 103792 beschriebenen Einrichtungen. Insbesondere werden bei der vorliegenden Schaltung einige Fehlerquellen behoben, welche bei der Schaltung des Stammpatentes vorhanden sind und bei der Auslösung zu Störungen Anlass geben können. Ferner wird der Leitungswähler verbessert.
Im ersten Zusatzpatent ist eingehend der Auslösevorgang vor beendigter Wahl beschrieben. Beim Auflegen des Hörers wird der Platzwähler in einen Zustand gebracht, in dem er kurze Zeit die abgehende a- und b-Leitung erdet. In dem eben besetzten Gruppenwähler spricht hiebei sowohl das a-als das b-Relais an, was das Ansprechen des c-Relais zur Folge hat. Hiedurch wird wieder das Abfallen des Trennrelais bewirkt, und sowohl das a- als das b-Relais fällt sofort ab, da sie von den geerdeten Leitungen infolge Umlegens der Kontakte von T-R abgetrennt werden. Sofort darauf fällt auch das c-Relais ab und bewirkt die Auslösung, d. h., der Gruppenwähler streicht über die Kontakte des Hebdrehschalters.
Da jedoch die a-und b-Leitung vom Platzwähler noch so lange geerdet bleiben, bis das Verzögerungsrelais V2 abfällt, würden die geerdeten Kontaktarme über die Kontakte streichen und zumindest ein störendes Knacken in sprechenden Leitungen verursachen. Es ist ein Merkmal der vorliegenden Schaltung, dass zur Behebung des vorliegenden Übelstandes die Auslösung erst dann erfolgt, wenn die Erdungen vom Platzwähler aufgehört haben und die a-und b-Arme des Hebdrehschalters rein sind.
Weiters konnte bei der ursprünglichen Schaltung folgender Fehler auftreten : Wenn die Auslösung erfolgt, während der Gruppenwähler im Drehen begriffen ist, also während sein c-Ann über besetzte Kontakte gleitet, so spricht zunächst, wie früher beschrieben, das Relais c an. Nach Abfallen von a und b sollte c-R auch abfallen. Da der c-Arm auf irgendeinem besetzten Kontakt steht, so besteht die Möglichkeit, dass das c-Relais trotz Abfallen von a und b klebenbleibt, auf folgende Weise : Der Kontakt 11-20 von c-R ist umgelegt ; der Kontakt 12-23 von a-R (erstes Zusatzpatent) fällt zurück, und da der c-Arm in Multipel mit einem andern c-Kontakt steht, kann er von diesem her Strom bekommen, bis die andere Verbindung ausgelöst wird.
Solange würde also die vorliegende Verbindung hängenbleiben.
Es ist ein Merkmal der vorliegenden Erfindung, dass die Auslösung während des Drehens eines Gruppenwählers so lange verzögert wird, bis die Drehung zu Ende ist.
Fig. 1 zeigt einen Vor-, einen Platz-und einen Gruppenwähler, Fig. 2 zeigt einen Leitungswähler.
Der Auslösevorgang ist folgender, wenn z. B. der erste Gruppenwähler eben besetzt ist :
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nehmerapparat, die b-Leitung zurück zum Vonvähler, 2-11 von e zum Platzwähler, 2-27 des umgelegten Kontaktes Fi, Relais a-WieIdung IZ, Erde. Relais Vu zist ein Verzögerungsrelais und durch den Kontakt 7-20 von a dauernd erregt.
Legt nun der Teilnehmer den Hörer ab, so fällt zunächst Relais a ab. Hiedurch spricht sofort V2 an : Batterie, 11-23 von V1, Relais V2, 227 von a, Erde. Nach einiger Zeit fällt das verzögerte Relais Va Zusatzpatent Nr. 104951.
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zum Gruppenwähler.
Im Gruppenwähler ist infolge der gleichzeitigen Erdung von a und b sowohl das a-Relais als auch
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dagegen bleibt noch so lange erregt, als die a-Leitung vom Platzwähler her geerdet ist, da es von der geerdeten a-Leitung her über den eigenen Kontakt 1-23-16 Strom erhält. Erst bis im Platzwähler das Relais Vz abgefallen ist und die Erdung aufhört, fällt im Gruppenwähler sowohl das c-R als auch das a- R ab, und die Auslösung kann vor sich gehen.
Durch diese Massnahme wird verhindert, dass die Auslösung schon erfolgt, solange die Erdung der a-und b-Leitung vom Platzwähler her noch besteht, da sonst die über die Kontakte streichenden Arme ein Knacken in sprechenden Leitungen bewirken würden.
Es kann der Fall eintreten, dass der Teilnehmer den Hörer auflegt, während der Gruppenwähler im Drehen begriffen ist, um einen freien nächsten Wähler zu finden. Das Drehen des Gruppenwählers wird wie gewöhnlich durch das Ansprechen des B-Relais bewirkt.
Beim Wiener System, an das sich die vorliegende Schaltung anlehnt, wird das B-Relais durch einen Impuls zum Ansprechen gebracht und hält sich dann durch einen eigenen Kontakt weiter.
Hier wird das Ansprechen des B-Relais auf folgende Weise bewirkt. Bekanntlich werden die Impulse vom Teilnehmer dadurch gegeben, dass die Scheibe abläuft und die Schleife entsprechend oft unterbricht, wodurch das Schleifenrelais a im Platzwähler ebensooft abfällt. Bei jedem Abfallen wird die a-Leitung geerdet. Beim ersten Abfallen spricht das Relais Vs an und hält, da es verzögert ist, über die ganze Impulsserie. Nach Beendigung der Impulsserie fällt Vz ab und erdet dadurch die abgehende b-Leitung auf folgende Weise : Erde, 7-30 von A, 30-39 des während des Wahlvorganges dauernd angezogenen
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der Strom weiter zum Gruppenwähler und Kontakt 2-17 von t, Relais B-R, Kopfkontakt X, 9-11 von c, Batterie.
Der Strom für das Relais B-R verläuft daher über die Wicklung a III (niederohmig) im Platzwähler ; u. zw. ist dieser Strom auch der Haltestrom für die ganze Dauer des Drehens des Gruppenwählers. Hat der Gruppenwähler einen nächsten Wähler besetzt, so hört dieser Strom auf, da das B-Relais erst dann ansprechen kann, wenn im betreffenden Gruppenwähler bereits der Kopfkontakt geschlossen ist. Wird daher der Hörer während des Drehens des Gruppenwählers aufgelegt, so kann trotz dem Öffnen der Schleife das Relais a im Platzwähler nicht abfallen, da der Strom des B-Relais des Gruppenwählers über die Wicklung III von a verläuft.
Erst wenn der Gruppenwähler einen nächsten Wähler gefunden hat und stillsteht, hört dieser Stromkreis auf, und das a-Relais kann abfallen, so dass erst jetzt die Auslösung erfolgt.
Ohne diese Massnahme könnte folgender Fall eintreten : Die Auslösung erfolgt, wie früher beschrieben, dadurch, dass im Gruppenwähler das Relais c anzieht. Relais T fällt ab, das c-Relais dagegen, das auf einem Kontakt stehen muss, der von einer andern Verbindung her besetzt ist (sonst würde der Gruppenwähler nicht drehen), könnte auf folgende Weise weiter halten : Batterie, 11-20 von c, Wicklung I von c-R, zum c-Arm und von hier zum Multipel und über die andere c-Leitung der bestehenden Verbindung zur Erde. Die Auslösung würde erst erfolgen, wenn die andere Verbindung aufgelöst wird. Durch die eben beschriebene Massnahme wird dieser Fall unmöglich gemacht.
Ist der Wahlvorgang bis zum Leitungswähler vorgesehritten, so geht er in diesem folgendermassen weiter :
Bei Besetzung des Leitungswählers wurde auf bekannte Weise über die c-Leitung des vorhergehen-
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von b, Erde.
Der Wahlvorgang beginnt nun damit, dass die a-Leitung vom Platzwähler her entsprechend oft geerdet wird. Ebensooft spricht Relais a-Wicklung I an. Bei jedesmaligem Ansprechen wird der Hebe- magnet HM betätigt: Erde, 8-11 von α, Hebemagnet HM, 5-12 von S-R1, Batterie. Nach Beendigung der a-Impulse spricht das Relais b-R-Wicklung I an und bringt durch seinen Kontakt 10-38 das Schlussrelais S-Ii zum Ansprechen, das sich selbst weiter hält.
Die nachher kommenden a-Impulse betätigen den Drehmagneten : Erde, 8-11 von a, Drehmagnet DM, 6-43 des geschlossenen -7, 43-10 des umgelegten t, 10-12 (Kopfkontakt), Batterie. S-T spricht beim ersten a-Impuls über seine Wicklung II an, da es parallel zu DM liegt. Es hält sich selbst weiter über seine Wicklung < S-7.
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Nach Beendigung der a-Impulsserie wird wieder die b-Leitung geerdet, und es spricht wieder das Relais b I an. Hiedurch fällt das Relais T-R ab, da sowohl der Kontakt 39-60 von S-R2 offen ist, als auch Kontakt 39-8 von b eben geöffnet wurde.
Bis hieher wurden die Vorgänge nur kurz besprochen, da sie vollständig dem Wiener System entsprechen.
Der weitere Vorgang verläuft folgendermassen : Das a-Relais wird infolge Umlegens des Kontaktes 1-41-34 von t abgetrennt. Dagegen liegt jetzt die Leitung durch den Kontakt 8-34 von Sir direkt an Erde. Hiedurch wird das im ersten Zusatzpatent eingehend beschriebene Ansprechen des Relais h im Platzwähler bewirkt, welches das Abfallen von a, hierauf von Vu fund hierauf von V2 zur Folge hat. Erst nach dem Abfallen dieser beiden Verzögerungsrelais wird im Platzwähler durchgeschaltet und die Teilnehmerschleife zum Leitungswähler gebildet. Durch die Bildung der Teilnehmerschleife
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30-10 von C-7 gefunden hat, zum Abfallen gebracht.
Der Kontakt 34-8 von '-7 wird daher geöffnet, und an der a-Leitung liegt nur mehr die Wicklung I von C-Bi.
Der Rufstrom wird folgendermassen zum Teilnehmer geschickt : Beim Wiener System wird durch periodisches Ansprechen des Rufrelais abwechselnd Wechselstrom und der Speisegleichstrom angelegt. Es kommt nun vor, dass die Leitung in der Klinke einer Hauszentrale endetund dass dort, ohne dass die Leitung besetzt ist, ein Stöpsel steckt. Wird die betreffende Leitung angerufen, so kann es vorkommen, dass nach Beendigung des Wahlvorganges zuerst nicht der Rufstrom, sondern das Speiserelais angelegt wird ; da nun in der Klinke der Stöpsel steckt und die Schleife gebildet ist, spricht das Speiserelais sofort an, ohne dass Rufstrom hinausgegangen wäre. Der betreffende Ruf macht sich daher in der Klinke überhaupt nicht bemerkbar.
Es hängt also von der Stellung des Langsamunterbrechers ab, ob unmittelbar nach Besetzung des verlangten Teilnehmers zuerst der Rufstrom oder der Gleichstrom an die abgehenden Leitungen gelegt wird. Die nachfolgende Anordnung bewirkt, dass zuerst unbedingt eine Zeitlang der Rufstrom hinausgeschickt wird.
Nach dem letzten b-Impuls fällt, wie früher beschrieben, sofort das T-Relais ab. Unmittelbar darauf fällt auch das Relais b ab. Relais S-R1 ist noch angezogen, und es spricht nun das Rufrelais R-R über seine Wicklung I auf folgendem Wege an : Batterie, 12-68 von S-R1, Rufrelais R-R-Wicklung I,
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spricht an und sendet den Rufstrom zum angerufenen Teilnehmer auf folgendem Wege : Wechselstrom, 4, Transformator Tr, 55-52 von r, über die a-Leitung zum Teilnehmer.
Früher wurde beschrieben, dass im Platzwähler nach Beendigung des Wahlvorganges zuerst das Verzögerungsrelais Vi, hierauf Va abfällt und dann erst die Schleife gebildet wird. Nach Bildung der Schleife spricht im Leitungswähler das Speiserelais C-Bi an, worauf - abfällt. Das Abfallen von Kontakt12-68vonS-R1 bewirkt die Abschaltung der Wicklung I des Rufrelais R-R. Der hinausgesandte Rufimpuls dauert also so lange, bis die zwei Verzögerungsrelais nacheinander im Platzwähler abgefallen sind ; er ist also lange genug, um bei dem früher besprochenen Fall sich in der Klinke der Hauszentrale bemerkbar zu machen.
In der Folge wird der Rufstrom periodisch dadurch hinausgeschickt, dass das Rufrelais über seine Wicklung II durch den Langsamunterbrecher abwechselnd ein-und ausgeschaltet wird.
Die Auslösung vor beendigtem Wahlvorgang, im Falle der Leitungswähler eben besetzt, aber noch nicht weiter betätigt wurde, geht folgendermassen vor sich :
Beim Auflegen des Hörers wird vom Platzwähler her zunächst die a- und b-Leitung gleichzeitig geerdet. Es spricht zunächst im Leitungswähler das Relais a an, hebt den Wähler und schliesst den Kopfkontakt. Unmittelbar darauf zieht auch Relais b an, u. zw. über seine Wicklung 1. Die nächste Folge
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das über I gehalten hat, fällt ab, da es die Erde, die es über 39-8 von b erhalten hat, verliert. Die beiden parallelliegenden Kontakte 60-8 von bund 60-8 von a sind beide offen und entziehen die Erde dem Relais < S'-, das sich über seine Wicklung 77 gehalten hat.
Durch das Abfallen von Relais T-R werden sowohl Relais a als auch b Wicklung I von der a-und b-Leitung abgetrennt. Diese beiden Relais halten aber über ihre zweiten Wicklungen, solange noch die b-Leitung geerdet ist, auf folgende Weise :
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Schlussrelais S-R3, 84-44 von b, 44-39 von t, 39-8 von b, Erde. Durch Ansprechen des Schlussrelais wird einerseits der Auslösemagnet AM betätigt, anderseits mittels des Kontaktes 42-3 von S-R3 die zum vorhergehenden Gruppenwähler verlaufende c-Leitung aufgetrennt, so dass die Auslösung nach rückwärts erfolgt. Auch hier ist es notwendig, die Auslösung erst dann vor sich gehen zu lassen, wenn
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die Auslöseerde im Platzwähler zu Ende ist, weshalb Relais a und b so lange über zweite Wicklungen weiter halten.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Automatische Fernsprechvermittlungseinrichtung nach Patent Nr. 103792, dadurch gekennzeichnet, dass bei Auflegen des Hörers während des Drehens eines Gruppenwählers die Auslösung so lange verhindert wird, bis der Gruppenwähler einen nächsten Wähler besetzt hat und die Drehung zu Ende ist.