Mercedes-Benz Group AG
Insassenschutzvorrichtung für ein Fahrzeug, Fahrzeug mit mindestens einer Insassenschutzvorrichtung und Verfahren zum Betrieb einer Insassenschutzvorrichtung
Die Erfindung betrifft eine Insassenschutzvorrichtung für ein Fahrzeug nach den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1, ein Fahrzeug mit mindestens einer Insassenschutzvorrichtung und ein Verfahren zum Betrieb einer Insassenschutzvorrichtung.
Aus dem Stand der Technik ist, wie in der EP 3640 092 A1 beschrieben, ein Airbagsystem für einen Fahrzeugtisch bekannt. Das System umfasst einen vor einem Passagier angeordneten Tisch und ein Airbagkissen, das im Inneren des Tisches vorgesehen ist. Das Airbagkissen dehnt sich aus, während es in einem Zustand ausgelöst wird, in dem ein erster Endabschnitt des Airbagkissens an einem inneren Abschnitt einer Tischkante befestigt ist, damit ein zweiter Endabschnitt über den Tisch hinausragen und eine obere Oberfläche des Tischs abdecken kann. Das Airbagkissen enthält auch einen Bodenbereich, der dem Tisch zugewandt ist und in einem Abstand von der Oberseite des Tisches positioniert ist, während das Airbagkissen ausgelöst wird. Ein Gasgenerator versorgt das Airbagkissen mit Gas, um das Airbagkissen auszulösen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Insassenschutzvorrichtung für ein Fahrzeug, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Fahrzeug und ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zum Betrieb einer Insassenschutzvorrichtung anzugeben.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Insassenschutzvorrichtung für ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 10 und ein Verfahren zum Betrieb der Insassenschutzvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 11.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Eine Insassenschutzvorrichtung für ein Fahrzeug umfasst mindestens einen einem Fahrzeugsitz zugeordneten Tisch. Insbesondere ist dieser Tisch, manuell und/oder elektrisch, insbesondere elektromotorisch, beispielsweise aus einer Verstauposition in eine Tischnutzungsposition bewegbar, in welcher er für einen auf dem Fahrzeugsitz sitzenden Insassen des Fahrzeugs verwendbar ist, und wieder zurück bewegbar. Der Tisch ist somit insbesondere im Bereich des Fahrzeugsitzes angeordnet, in der Verstauposition beispielsweise am oder im Fahrzeugsitz oder vor dem Fahrzeugsitz oder hinter dem Fahrzeugsitz oder seitlich neben dem Fahrzeugsitz oder unter dem Fahrzeugsitz oder über dem Fahrzeugsitz, und in der Tischnutzungsposition beispielsweise vor und/oder seitlich neben und/oder über dem Fahrzeugsitz, insbesondere vor und/oder seitlich neben dem Insassen im Fahrzeugsitz. Der Tisch ist beispielsweise als ein Klapptisch ausgebildet.
Erfindungsgemäß ist dieser mindestens eine Tisch, insbesondere aus der Tischnutzungsposition und/oder aus der Verstauposition, bei einer erkannten Kollision und/oder Kollisionsgefahr des Fahrzeugs, insbesondere aktiv, d. h. insbesondere elektrisch, insbesondere elektromotorisch, und/oder pneumatisch und/oder hydraulisch und/oder pyrotechnisch angetrieben, insbesondere automatisch, in mindestens eine Insassenschutzposition bewegbar, in der er zumindest einen Körperabschnitt, insbesondere einen Oberkörper, eines Insassen gegen eine kollisionsbedingte Verlagerung abstützt und/oder eine Abstützfläche für mindestens einen sich aus einem anderen Fahrzeugteil, d. h. nicht aus dem Tisch, entfaltenden Airbag bildet. Diese Abstützfläche ist insbesondere zum Lenken, Führen und/oder Stützen des Airbags während dessen Entfaltung und/oder insbesondere zum Abstützen des entfalteten Airbags vorgesehen.
Ein erfindungsgemäßes Fahrzeug umfasst eine solche Insassenschutzvorrichtung. Beispielsweise kann die Insassenschutzvorrichtung mehrere solche Tische aufweisen, beispielsweise ist mehreren oder allen Fahrzeugsitzen des Fahrzeugs jeweils ein solcher Tisch zugeordnet, beispielsweise zumindest Rücksitzen und/oder einem Beifahrersitz.
In einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betrieb der Insassenschutzvorrichtung wird der mindestens eine Tisch, insbesondere aus der Tischnutzungsposition und/oder aus der Verstauposition, bei einer erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr des Fahrzeugs aktiv, d. h. insbesondere elektrisch, insbesondere elektromotorisch, und/oder pneumatisch und/oder hydraulisch und/oder pyrotechnisch angetrieben, insbesondere automatisch, in
eine Insassenschutzposition bewegt, in der er zumindest einen Körperabschnitt, insbesondere einen Oberkörper, eines Insassen gegen eine kollisionsbedingte Verlagerung abstützt und/oder eine Abstützfläche für mindestens einen sich aus einem anderen Fahrzeugteil, d. h. nicht aus dem Tisch, entfaltenden Airbag bildet. Diese Abstützfläche ist insbesondere zum Lenken, Führen und/oder Stützen des Airbags während dessen Entfaltung und/oder insbesondere zum Abstützen des entfalteten Airbags vorgesehen.
Der elektrische, insbesondere elektromotorische, und/oder pneumatische und/oder hydraulische Antrieb ermöglicht insbesondere eine reversible Bewegung des Tischs. Dies ist insbesondere vorteilhaft bei einer erkannten Kollisionsgefahr, wobei noch die Möglichkeit besteht, die Kollision zu verhindern. Die pyrotechnische Bewegung ist besonders schnell und dadurch insbesondere für eine erkannte bereits erfolgende Kollision des Fahrzeugs geeignet.
Der Tisch umfasst beispielsweise mindestens eine Eingabeeinheit und/oder mindestens eine Anzeigeeinheit und/oder mindestens eine akustische Ausgabeeinheit. Die Eingabeeinheit ist beispielsweise eine Tastatur, ein taktiles Display oder eine Projektion mit Gestikerkennung.
Durch die beschriebene Lösung wird ein Tisch, welcher vom Insassen beispielsweise als Arbeitstisch und/oder Ablagefläche und/oder Eingabe- und/oder Ausgabeeinheit, beispielweise als Tastatur und/oder Bedieneinheit, genutzt werden kann, bei einer erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr optimiert positioniert, um den Insassen zu schützen. Die Insassenschutzposition, in der der Tisch zumindest einen Körperabschnitt, insbesondere den Oberkörper, des Insassen gegen die kollisionsbedingte Verlagerung abstützt, ist beispielsweise eine Position an einer Vorderseite des Insassen, insbesondere an einer Vorderseite des Oberkörpers des Insassen, insbesondere an dessen Brust, d. h. der Tisch wird entsprechend an den Insassen, insbesondere an dessen Oberkörper, insbesondere an dessen Brust, heranbewegt, insbesondere an diesem anliegend positioniert. Dadurch ist der Insasse, insbesondere dessen Oberkörper, vorteilhafterweise vorderseitig durch den Tisch und rückseitig durch eine Sitzlehne des Fahrzeugsitzes abgestützt und wird entsprechend gehalten. Durch dieses Positionieren des Tischs vor dem Oberkörper, insbesondere vor der Brust, wird eine flächige Rückhaltung des Insassen ermöglicht, wodurch eine Last auf dem Brustkorb des Insassen reduziert wird.
Durch die beschriebene Lösung werden somit Tätigkeiten, insbesondere Nebentätigkeiten, insbesondere solche, die eine Eingabeeinheit erfordern, ohne eine Reduzierung der Insassensicherheit und Fahrsicherheit ermöglicht.
Insbesondere umfasst die Insassenschutzvorrichtung auch den mindestens einen Airbag. Dadurch wird eine aufeinander optimierte Funktion des Tischs und des Airbags ermöglicht. Der mindestens eine Airbag kann beispielsweise in einer Instrumententafel, einem Armaturenbrett und/oder einem Cockpit des Fahrzeugs angeordnet sein und sich daraus entfalten, oder in einem Sicherheitsgurt angeordnet sein und sich daraus entfalten, oder im Fahrzeugsitz, beispielsweise seitlich in einem Sitzkissen oder in einer Sitzlehne oder in einer Armstütze, angeordnet sein und sich daraus entfalten, oder in einer Mittelkonsole des Fahrzeugs angeordnet sein und sich daraus entfalten, oder in einer Innenraumverkleidung, beispielsweise Seitenverkleidung oder Dachverkleidung, des Fahrzeugs angeordnet sein und sich daraus entfalten. Es können auch mehrere in verschiedenen dieser Fahrzeugteile und somit an verschiedenen Positionen im Fahrzeug angeordnete Airbags vorgesehen sein, welche, insbesondere je nach vorliegenden Gegebenheiten bei der erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr, entfaltet werden und vom Tisch in seiner entsprechenden Insassenschutzposition abgestützt werden.
Die Insassenschutzposition, in welche der Tisch bei einer erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr bewegbar ist bzw. bewegt wird, ist beispielsweise abhängig von einer Art der erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr, zum Beispiel Front-, Seiten- oder Heckkollision oder Gefahr hierfür, und/oder von einer Sitzposition des Insassen, und/oder von einer Sitzeinstellung des Fahrzeugsitzes, und/oder von einem Anlegezustand eines dem Fahrzeugsitz zugeordneten Sicherheitsgurtes, d. h. ob dieser vom Insassen ordnungsgemäß angelegt ist oder nicht, insbesondere ob ein Gurtschloss geschlossen ist oder nicht, und/oder von einer Ausrichtung des Insassen und/oder des Fahrzeugsitzes relativ zu dem mindestens einen abzustützenden Airbag. Dadurch wird eine auf diese jeweils vorliegenden Gegebenheiten optimierte Insassenschutzposition für den Tisch ermöglicht, in welche der Tisch dann bewegbar ist bzw. bewegt wird.
Der Tisch ist zur aktiven Bewegung in die Insassenschutzposition insbesondere um mindestens eine Drehachse, beispielsweise um mehrere Drehachsen, drehbar und/oder um mindestens eine Achse, beispielsweise um mehrere Achsen, schwenkbar und/oder entlang mindestens einer Achse, beispielsweise entlang mehrerer Achsen, verschiebbar. Vorteilhafterweise ist eine Kombination mehrerer dieser Bewegungsmöglichkeiten oder aller genannten Bewegungsmöglichkeiten vorgesehen, um den Tisch in eine Vielzahl
möglicher Insassenschutzpositionen bewegen zu können. Dadurch wird eine auf die bei erkannter Kollision oder Kollisionsgefahr jeweils vorliegenden Gegebenheiten optimierte Insassenschutzposition und die Bewegung des Tisches in diese Insassenschutzposition ermöglicht.
In einer möglichen Ausführungsform ist der Tisch mit der Mittelkonsole des Fahrzeugs gekoppelt. Dadurch wird eine sichere Verankerung des Tischs im Fahrzeug sichergestellt, es wird eine Verstauung des Tischs in der Verstauposition auf einfache Weise ermöglicht, es wird eine optimierte Tischnutzungsposition für den Tisch ermöglicht und es werden insbesondere eine Vielzahl möglicher Insassenschutzpositionen für den Tisch ermöglicht, in welche der Tisch dann je nach bei erkannter Kollision oder Kollisionsgefahr jeweils vorliegenden Gegebenheiten bewegt werden kann.
In einer möglichen Ausführungsform weist der Tisch mindestens ein aufblasbares Schutzsystem auf, welches insbesondere als ein Tischairbag ausgebildet ist und daher im Folgenden als Tischairbag bezeichnet wird. Der Tischairbag ist bei der erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr des Fahrzeugs, insbesondere durch Aktivieren, insbesondere Zünden, mindestens eines Gasgenerators entfaltbar. Beispielsweise kann der Tisch auch mehrere solche Tischairbags aufweisen, zum Beispiel einen Tischairbag, welcher sich an einer Oberseite des Tischs entfaltet, und einen weiteren Tischairbag, welcher sich an einer Unterseite des Tischs entfaltet und dann beispielsweise als Knieairbag zum Schutz von Becken und/oder Beinen, insbesondere Oberschenkeln und/oder Knien, des Insassen dient. Durch das Bewegen des Tischs in die Insassenschutzposition wird eine optimierte Ausrichtung dieses mindestens einen oder jeweiligen Tischairbags ermöglicht. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der Tisch, insbesondere die mindestens eine Eingabeeinheit, Ausgabeeinheit und/oder Anzeigeeinheit, mit einer Öffnung, beispielsweise einer Reißklappe wie bei Airbags oder mechanisch und/oder elektrisch freischaltbar, versehen ist, durch die sich der Tischairbag entfalten kann, insbesondere in Richtung des Insassen, nach oben oder nach unten, nach unten insbesondere bei entsprechend positioniertem Tisch.
Beispielsweise kann auch nur ein Tischairbag vorgesehen sein, welcher dann durch das Bewegen des Tischs in die an die jeweils vorliegenden Gegebenheiten angepasste Insassenschutzposition entsprechend ausgerichtet wird. Beispielsweise kann dann, je nach vorliegenden Gegebenheiten bei erkannter Kollision oder Kollisionsgefahr, vorgesehen sein, dass sich dieser Tischairbag an einer eine Oberseite des Tischs bildenden Fläche entfaltet, zum Beispiel nach oben und/oder in Richtung des Insassen,
um einen Oberkörper und/oder Kopf des Insassen zu schützen, oder durch ein entsprechendes Bewegen, insbesondere Drehen, des Tischs, an einer dann eine Unterseite des Tischs bildenden Fläche entfaltet, um das Becken und/oder die Beine, insbesondere Oberschenkel und/oder Knie, des Insassen zu schützen. Auf diese Weise kann der Tisch, wenn bei der erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr eine erhöhte Kniebelastung erwartet wird, insbesondere ohne den Oberkörper besonders zusätzlich schützen zu müssen, der Tisch in eine derartige Insassenschutzposition bewegt werden, insbesondere gedreht werden, dass der Tischairbag dann als Knieairbag, auch als „Knee-Bag“ bezeichnet, dient. Beispielsweise kann dabei gleichzeitig eine dann freie Oberseite des Tischs die Abstützfläche für den mindestens einen sich aus dem anderen Fahrzeugteil entfaltenden Airbag bilden, wodurch gleichzeitig der Kopf und/oder Oberkörper des Insassen geschützt ist, falls dieser Schutz erforderlich ist.
Die Insassenschutzvorrichtung umfasst beispielsweise eine Kollisionssensorik zur Erkennung einer Kollision und/oder Kollisionsgefahr, insbesondere auch zur Erkennung der Art der Kollision oder Kollisionsgefahr, zum Beispiel Front-, Seiten- oder Heckkollision oder Gefahr hierfür, und/oder eine Insassenpositionssensorik zur Erkennung einer Sitzposition des Insassen, und/oder eine Sitzeinstellungssensorik zur Erkennung einer Sitzeinstellung des Fahrzeugsitzes und/oder eine Ausrichtungssensorik zur Erkennung einer Ausrichtung des Insassen und/oder des Fahrzeugsitzes relativ zu dem mindestens einen abzustützenden Airbag.
Die Kollisionssensorik kann beispielsweise mindestens einen Kamerasensor, Lidarsensor, Ultraschallsensor, Radarsensor, Kraftsensor, Verformungssensor, Bewegungssensor und/oder Beschleunigungssensor aufweisen. Es können auch vom jeweiligen Sensortyp mehrere Sensoren vorgesehen sein. Kamerasensor, Lidarsensor, Ultraschallsensor und/oder Radarsensor sind dabei insbesondere Bestandteil einer Umfelderfassungssensorik zur Erfassung eines äußeren Umfeldes des Fahrzeugs.
Die Insassenpositionssensorik kann beispielsweise mindestens einen Kamerasensor, Lidarsensor, Ultraschallsensor, Radarsensor, Kraftsensor, Verformungssensor, Bewegungssensor, Beschleunigungssensor, Gewichtssensor, Kontaktsensor, insbesondere Körperkontaktsensor, und/oder Sicherheitsgurtsensor aufweisen. Diese Sensoren sind insbesondere Bestandteil einer Innenraumüberwachung des Fahrzeugs.
Es können auch vom jeweiligen Sensortyp mehrere Sensoren vorgesehen sein. Der jeweilige mindestens eine Kraftsensor, Verformungssensor, Bewegungssensor, Beschleunigungssensor, Gewichtssensor und/oder Kontaktsensor, insbesondere
Körperkontaktsensor, kann beispielsweise am oder im Fahrzeugsitz angeordnet sein, zum Beispiel als Bestandteil einer Sitzbelegungserkennung. Der mindestens eine Sicherheitsgurtsensor dient insbesondere der Erfassung des Anlegezustands des dem Fahrzeugsitz zugeordneten Sicherheitsgurtes, d. h. ob der Insasse diesen ordnungsgemäß angelegt hat oder nicht, insbesondere ob ein Gurtschloss geschlossen ist oder nicht. Beispielsweise ist dieser Sicherheitsgurtsensor im Gurtschloss angeordnet. Der mindestens eine Kontaktsensor kann beispielsweise in einem Lenkrad oder am oder im Tisch angeordnet sein. Der jeweilige mindestens eine Kamerasensor, Lidarsensor, Ultraschallsensor und/oder Radarsensor ist insbesondere derart im Fahrzeug angeordnet, dass sein Erfassungsbereich den Fahrzeugsitz und den Insassen, wenn ein solcher darin sitzt, umfasst, insbesondere in jeder möglichen Sitzposition, Sitzeinstellung und Ausrichtung.
Die Sitzeinstellungssensorik kann beispielsweise mindestens einen Sensor oder mehrere Sensoren im Fahrzeugsitz, insbesondere in dessen Verstellmechanismus, umfassen, wobei diese Sitzeinstellungssensorik auch durch den Verstellmechanismus selbst gebildet sein kann.
Die Ausrichtungssensorik kann teilweise oder vollständig identisch sein mit der Insassenpositionssensorik und/oder der Sitzeinstellungssensorik, d. h. einen oder mehrere oder alle der dort genannten Sensoren nutzen oder die gleichen Sensoren aufweisen. Auf diese Weise wird eine entsprechend der jeweils vorliegenden Gegebenheiten optimierte Insassenschutzposition für den Tisch ermöglicht.
Durch die beschriebene Lösung wird es beispielsweise ermöglicht, je nach vorliegenden Gegebenheiten bei einer erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr beispielsweise den Tischairbag zu entfalten, wobei der Tisch in die entsprechend optimierte Insassenschutzposition bewegt wird, um den Tischairbag optimal zu positionieren. Beispielsweise wird der Tisch bei einer erwarteten erhöhten Kniebelastung, insbesondere ohne den Oberkörper besonders zusätzlich schützen zu müssen, derart bewegt, insbesondere gedreht, dass der Tischairbag als Knieairbag dient.
Alternativ kann beispielsweise je nach vorliegenden Gegebenheiten, zum Beispiel wenn der Insasse sich aufgrund einer entsprechenden Sitzeinstellung in einer so genannten Relaxed-Position, d. h. in einer entspannten Sitzposition, befindet, d. h. beispielsweise mit stark nach hinten geneigtem und beispielsweise zusätzlich nach hinten verschobenem Fahrzeugsitz erkannt werden, dass Airbags in anderen Fahrzeugteilen den Insassen nicht
erreichen können, so dass der Tisch in eine derartige Insassenschutzposition bewegt wird, dass er zumindest einen Körperabschnitt, insbesondere den Oberkörper, des Insassen gegen eine kollisionsbedingte Verlagerung abstützt. Auch hier kann beispielsweise zusätzlich der Tischairbag entfaltet werden, insbesondere in Richtung des Insassen, um einen harten Aufprall auf den Tisch zu vermeiden und geringere Verzögerungswerte für den Insassen zu erreichen.
Alternativ kann beispielsweise je nach vorliegenden Gegebenheiten, insbesondere wenn erkannt wird, dass die Sitzposition des Insassen bereits optimal für mindestens einen in einem anderen Fahrzeugteil angeordneten Airbag ist, der Tisch in eine derartige Insassenschutzposition bewegt werden, dass er eine Abstützfläche für diesen Airbag bildet und diesen somit während seiner Entfaltung optimal lenkt, führt und/oder stützt und/oder insbesondere im entfalteten Zustand abstützt.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
Dabei zeigen:
Fig. 1 schematisch ein Fahrzeug mit einem Insassen in einer aufrechten Sitzposition,
Fig. 2 schematisch das Fahrzeug mit dem Insassen in einer entspannten Sitzposition,
Fig. 3 schematisch das Fahrzeug mit dem Insassen in der aufrechten Sitzposition und einem nach oben entfalteten Tischairbag,
Fig. 4 schematisch das Fahrzeug mit dem Insassen in der entspannten Sitzposition und dem nach oben entfalteten Tischairbag,
Fig. 5 schematisch einen Tisch des Fahrzeugs in zwei Drehpositionen um eine Drehachse,
Fig. 6 schematisch das Fahrzeug mit dem Insassen in der aufrechten Sitzposition und einem nach unten entfalteten Tischairbag,
Fig. 7 schematisch das Fahrzeug mit dem Insassen in der aufrechten Sitzposition und dem in eine Insassenschutzposition zum Abstützen zumindest eines Körperabschnitts des Insassen gegen eine kollisionsbedingte Verlagerung bewegten Tisch,
Fig. 8 schematisch das Fahrzeug mit dem Insassen in der entspannten Sitzposition und dem in eine Insassenschutzposition zum Abstützen zumindest eines Körperabschnitts des Insassen gegen eine kollisionsbedingte Verlagerung bewegten Tisch,
Fig. 9 schematisch das Fahrzeug mit dem Insassen in der entspannten Sitzposition und dem in eine Insassenschutzposition zum Abstützen eines sich aus einem anderen Fahrzeugteil entfaltenden Airbags bewegten Tisch,
Fig. 10 schematisch das Fahrzeug mit dem Insassen in der entspannten Sitzposition und dem in eine Insassenschutzposition zum Abstützen eines weiteren sich aus einem anderen Fahrzeugteil entfaltenden Airbags bewegten Tisch, und
Fig. 11 schematisch das Fahrzeug mit einer Insassenschutzvorrichtung.
Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
Anhand der Figuren 1 bis 11 werden im Folgenden eine Insassenschutzvorrichtung 1 für ein Fahrzeug 2, ein Fahrzeug 2 mit mindestens einer solchen Insassenschutzvorrichtung 1 und ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Insassenschutzvorrichtung 1 beschrieben. Die Insassenschutzvorrichtung 1 umfasst mindestens einen einem Fahrzeugsitz 3 des Fahrzeugs 2 zugeordneten Tisch 4. Beispielsweise kann die Insassenschutzvorrichtung 1 mehrere solche Tische 4 aufweisen, beispielsweise ist mehreren oder allen Fahrzeugsitzen 3 des Fahrzeugs 2 jeweils ein solcher Tisch 4 zugeordnet, beispielsweise zumindest Rücksitzen und/oder einem Beifahrersitz.
Der Tisch 4 ist beispielsweise aus einer Verstauposition in eine in den Figuren 1 und 2 dargestellte jeweilige Tischnutzungsposition und wieder zurück bewegbar, beispielsweise manuell und/oder elektrisch, insbesondere elektromotorisch. Die Tischnutzungsposition ist dabei beispielsweise abhängig von einer Sitzposition eines im Fahrzeugsitz 3 sitzenden
Insassen I, wie in den Figuren 1 und 2 gezeigt. In Figur 1 befindet sich der Insasse I in einer aufrechten Sitzposition, auch als Standardsitzposition bezeichnet, und somit relativ nah an einem Cockpit 5, auch als Instrumententafel bezeichnet, des Fahrzeugs 2 und in Figur 2 in einer so genannten Relaxed-Position, d. h. in einer entspannten Sitzposition, in welcher beispielsweise der Fahrzeugsitz 3 nach hinten verschoben ist und/oder der Fahrzeugsitz 3 oder zumindest eine Sitzlehne des Fahrzeugsitzes 3 nach hinten geneigt ist und der Insasse I somit weiter entfernt ist vom Cockpit 5. In den Figuren 7 und 8 ist die Tischnutzungsposition jeweils gestrichelt dargestellt.
Der Tisch 4 ist beispielsweise, insbesondere über einen Tischhalter 6, mit einer Mittelkonsole 7 des Fahrzeugs 2 gekoppelt. Die Verstauposition befindet sich beispielsweise an oder in dieser Mittelkonsole 7. Die Mittelkonsole 7 ist aus Gründen der Übersichtlichkeit nur in Figur 1, und hier nur beispielhaft und schematisch stark vereinfacht, dargestellt.
Der Tisch 4 ist beispielsweise als ein Klapptisch ausgebildet.
Durch das Vorsehen eines solchen Tischs 4 für den Fahrzeugsitz 3 wird insbesondere dem Umstand Rechnung getragen, dass ein zunehmender Bedarf besteht, während der Fahrt des Fahrzeugs 2 zu arbeiten. Dies betrifft beispielsweise einen Beifahrer oder einen Mitfahrer auf einem Rücksitz des Fahrzeugs 2, bei automatisierter, insbesondere hochautomatisierter oder autonomer, Fahrt des Fahrzeugs 2 auch einen Fahrzeugführer des Fahrzeugs 2.
Beispielsweise hierfür kann der Insasse I den, insbesondere ausklappbaren, Tisch 4 nutzen. Beispielsweise weist der Tisch 4 hierfür mindestens eine Eingabeeinheit und/oder mindestens eine Anzeigeeinheit und/oder mindestens eine akustische Ausgabeeinheit auf. Die Eingabeeinheit ist beispielsweise eine Tastatur, ein taktiles Display oder eine Projektion mit Gestikerkennung.
Problematisch bei einem solchen Tisch 4 ist, dass er in einer Unfallsituation, d. h bei einer Kollision des Fahrzeugs 2, eine mögliche Gefahr für die Insassensicherheit darstellt. Zudem reduziert sich in der entspannten, d. h. zurückgelagerten, Sitzposition zunehmend eine Schutzwirkung herkömmlicher Rückhaltesysteme, insbesondere eines Frontalairbags.
Um diese Probleme bezüglich des Insassenschutzes zu lösen, ist vorgesehen, dass der mindestens eine Tisch 4, insbesondere aus der Tischnutzungsposition und/oder aus der Verstauposition, bei einer erkannten Kollision und/oder Kollisionsgefahr des Fahrzeugs 2, insbesondere aktiv, d. h. insbesondere elektrisch, insbesondere elektromotorisch, und/oder pneumatisch und/oder hydraulisch und/oder pyrotechnisch angetrieben, insbesondere automatisch, in mindestens eine Insassenschutzposition bewegbar ist, in der er zumindest einen Körperabschnitt, insbesondere einen Oberkörper, des Insassen I gegen eine kollisionsbedingte Verlagerung abstützt und/oder eine Abstützfläche für mindestens einen sich aus einem anderen Fahrzeugteil entfaltenden Airbag 8 bildet.
Diese Abstützfläche ist insbesondere zum Lenken, Führen und/oder Stützen des Airbags 8 während dessen Entfaltung und/oder insbesondere zum Abstützen des entfalteten Airbags 8 vorgesehen. Insbesondere umfasst die Insassenschutzvorrichtung 1 auch den mindestens einen Airbag 8 oder mehrere solche Airbags 8.
Der elektrische, insbesondere elektromotorische, und/oder pneumatische und/oder hydraulische Antrieb ermöglicht insbesondere eine reversible Bewegung des Tischs 4. Dies ist insbesondere vorteilhaft bei einer erkannten Kollisionsgefahr, wobei noch die Möglichkeit besteht, die Kollision zu verhindern. Die pyrotechnische Bewegung ist besonders schnell und dadurch insbesondere für eine erkannte bereits erfolgende Kollision des Fahrzeugs 2 geeignet.
Alternativ oder zusätzlich zu diesem Bewegen in die Insassenschutzposition kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der Tisch 4 mindestens ein aufblasbares Schutzsystem aufweist, im Folgenden als Tischairbag 9 bezeichnet. Der Tischairbag 9 ist bei der erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr des Fahrzeugs 2, insbesondere durch Aktivieren, insbesondere Zünden, mindestens eines Gasgenerators entfaltbar, wie in Figur 3 für die aufrechte Sitzposition und in Figur 4 für die entspannte Sitzposition gezeigt. Der Tischairbag 9 ist dabei vorteilhafterweise derart im Tisch 4 integriert, dass er zusammen mit dem Tisch 4 bewegt wird. Dadurch wird es ermöglicht, sowohl den Insassen I vor einem harten Kontakt mit dem Tisch 4 zu schützen als auch den in die entspannte Position zurückverlagerten Insassen I frühzeitig abzufangen.
Der Tisch 4, insbesondere die mindestens eine Eingabeeinheit, Ausgabeeinheit und/oder Anzeigeeinheit, ist zum Freigeben der Entfaltung des Tischairbags 9 mit einer Öffnung, beispielsweise einer Reißklappe wie bei Airbagssystemen oder mechanisch und/oder elektrisch freischaltbar, versehen, durch die sich der Tischairbag 9 entfalten kann, insbesondere in Richtung des Insassen I und/oder nach oben. In den Figuren 3 und 4 ist
eine dabei geöffnete Airbagklappe 10 dargestellt, welche im geschlossenen Zustand bei nicht entfaltetem Tischairbag 9 die Öffnung verschließt.
Wie oben bereits erwähnt, ist der mindestens eine Tisch 4, insbesondere aus der Tischnutzungsposition und/oder aus der Verstauposition, bei einer erkannten Kollision und/oder Kollisionsgefahr des Fahrzeugs 2, insbesondere aktiv, d. h. insbesondere elektrisch, insbesondere elektromotorisch, und/oder pneumatisch und/oder hydraulisch und/oder pyrotechnisch angetrieben, insbesondere automatisch, in mindestens eine Insassenschutzposition bewegbar. Hierzu ist er beispielsweise, insbesondere relativ zu seinem Tischhalter 6, um mindestens eine Drehachse DA drehbar, wie in Figur 5 gezeigt, wobei der Tisch 4 hier in einer gedrehten Position und zusätzlich gestrichelt in einer Position vor dem Drehen dargestellt ist.
Alternativ oder zusätzlich ist der Tisch 4 beispielsweise, insbesondere relativ zu seinem Tischhalter 6 oder zusammen mit seinem Tischhalter 6, um mindestens eine Achse schwenkbar und/oder, wie durch Verschiebepfeile P dargestellt, entlang mindestens einer Achse, insbesondere relativ zu seinem Tischhalter 6, verschiebbar, d. h. translatorisch verschiebbar. Vorteilhafterweise ist eine Kombination mehrerer dieser Bewegungsmöglichkeiten oder aller genannten Bewegungsmöglichkeiten vorgesehen. Es kann beispielsweise, alternativ oder zusätzlich, auch vorgesehen sein, dass der Tisch 4 mittels seines Tischhalters 6 auf die beschriebene Weise drehbar, schwenkbar und/oder verschiebbar ist, verschiebbar beispielsweise durch Verlängern oder Verkürzen des Tischhalters 6, schwenkbar beispielsweise durch Schwenken des Tischhalters 6. Es wird dadurch insbesondere ermöglicht, dass sich der mindestens eine Tischairbag 9 und/oder der mindestens eine im anderen Fahrzeugteil angeordnete Airbag 8 optimiert am Tisch 4 abstützen kann und/oder dass der Tisch 4 zumindest einen Körperabschnitt, insbesondere den Oberkörper, des Insassen I gegen eine kollisionsbedingte Verlagerung abstützen kann.
Alternativ oder zusätzlich kann beispielsweise vorgesehen sein, dass sich der Tischairbag 9 an einer Unterseite des Tischs 4 entfaltet und dann beispielsweise als Knieairbag zum Schutz von Becken und/oder Beinen, insbesondere Oberschenkeln und/oder Knien, des Insassen I dient, wie in Figur 6 gezeigt, insbesondere um Becken und Oberschenkel besser zu fixieren und/oder die Knie vor einem harten Aufprall auf das Cockpit 5 zu schützen. Beispielsweise kann der Tisch 4 mehrere solche Tischairbags 9 aufweisen, wobei sich beispielsweise einer nach oben und einer nach unten entfalten kann, oder in einer besonders vorteilhaften Ausführungsform weist der Tisch 4 nur einen
Tischairbag 9 auf, welcher dann durch das beschriebene Bewegen des Tischs 4 in die an die jeweils vorliegenden Gegebenheiten angepasste Insassenschutzposition entsprechend ausgerichtet wird.
Beispielsweise kann dann, je nach vorliegenden Gegebenheiten bei erkannter Kollision oder Kollisionsgefahr, vorgesehen sein, dass sich dieser Tischairbag 9 an einer eine Oberseite des Tischs 4 bildenden Fläche entfaltet, zum Beispiel nach oben und/oder in Richtung des Insassen I, um den Oberkörper und/oder Kopf des Insassen I zu schützen, wie in den Figuren 3 und 4 gezeigt, oder durch ein entsprechendes Bewegen, insbesondere Drehen, des Tischs 4 an einer dann eine Unterseite des Tischs 4 bildenden Fläche entfaltet, um das Becken und/oder die Beine, insbesondere die Oberschenkel und/oder Knie, des Insassen I zu schützen, wie in Figur 6 gezeigt, insbesondere um Becken und Oberschenkel besser zu fixieren und/oder die Knie vor einem harten Aufprall auf das Cockpit 5 zu schützen.
Wie bereits beschrieben, ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass der mindestens eine Tisch 4, insbesondere aus der Tischnutzungsposition und/oder aus der Verstauposition, bei einer erkannten Kollision und/oder Kollisionsgefahr des Fahrzeugs 2, insbesondere aktiv, d. h. insbesondere elektrisch, insbesondere elektromotorisch, und/oder pneumatisch und/oder hydraulisch und/oder pyrotechnisch angetrieben, insbesondere automatisch, in mindestens eine Insassenschutzposition bewegbar ist, in der er zumindest einen Körperabschnitt, insbesondere den Oberkörper, des Insassen I gegen eine kollisionsbedingte Verlagerung abstützt. Dies ist in Figur 7 für die aufrechte Sitzposition und in Figur 8 für die entspannte Sitzposition des Insassen I beispielhaft dargestellt. Dies ist insbesondere vorteilhaft bei einer erkannten Kollisionsgefahr, wobei der Tisch 4 kurz vor der Kollision präventiv, auch als „pre safe“ bezeichnet, in diese Insassenschutzposition bewegt wird. Durch dieses Positionieren des Tischs 4 vor dem Oberkörper, insbesondere vor der Brust, wird eine flächige Rückhaltung des Insassen I ermöglicht, wodurch eine Last auf dem Brustkorb des Insassen I reduziert wird. Beispielsweise kann zusätzlich vorgesehen sein, dass sich der Tischairbag 9 in Richtung des Insassen I entfaltet.
Wie bereits beschrieben, ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass der mindestens eine Tisch 4, insbesondere aus der Tischnutzungsposition und/oder aus der Verstauposition, bei einer erkannten Kollision und/oder Kollisionsgefahr des Fahrzeugs 2, insbesondere aktiv, d. h. insbesondere elektrisch, insbesondere elektromotorisch, und/oder pneumatisch und/oder hydraulisch und/oder pyrotechnisch angetrieben, insbesondere
automatisch, in mindestens eine Insassenschutzposition bewegbar ist, in der er eine Abstützfläche für den mindestens einen sich aus einem anderen Fahrzeugteil entfaltenden Airbag 8 bildet. Diese Abstützfläche ist insbesondere zum Lenken, Führen und/oder Stützen des Airbags 8 während dessen Entfaltung und/oder insbesondere zum Abstützen des entfalteten Airbags 8 vorgesehen. Insbesondere umfasst die Insassenschutzvorrichtung 1 auch den mindestens einen Airbag 8. Beispiele für diese Ausführungsform sind in den Figuren 9 und 10 dargestellt. Dabei zeigt Figur 9 einen sich aus dem als Cockpit 5 ausgebildeten weiteren Fahrzeugteil entfaltenden Airbag 8, welcher auch als Frontalairbag bezeichnet wird, und Figur 10 zeigt einen sich aus einem Fahrzeugteil entfaltenden Airbag 8, welches als ein dem Fahrzeugsitz 3 zugeordneter Sicherheitsgurt 11 ausgebildet ist. Ein solcher Airbag 8 wird auch als Beltbag bezeichnet.
Alternativ oder zusätzlich kann der Tisch 4 auf die beschriebene Weise beispielsweise auch, insbesondere präventiv, d. h. bereits bei einer erkannten Kollisionsgefahr, in eine Sicherheitsposition bewegt werden, in der der Tisch 4 eine Schutzwirkung einer oder mehrerer anderer vorhandener Sicherheitskomponenten des Fahrzeugs 2 erhöht.
Die Insassenschutzposition, in welche der Tisch 4 bei einer erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr bewegbar ist bzw. bewegt wird, ist beispielsweise abhängig von einer Art der erkannten Kollision oder Kollisionsgefahr, zum Beispiel Front-, Seiten- oder Heckkollision oder Gefahr hierfür, und/oder von einer Sitzposition des Insassen I, und/oder von einer Sitzeinstellung des Fahrzeugsitzes 3, und/oder von einem Anlegezustand des dem Fahrzeugsitz 3 zugeordneten Sicherheitsgurtes 11, d. h. ob dieser vom Insassen I ordnungsgemäß angelegt ist oder nicht, insbesondere ob ein Gurtschloss geschlossen ist oder nicht, und/oder von einer Ausrichtung des Insassen I und/oder des Fahrzeugsitzes 3 relativ zu dem mindestens einen abzustützenden Airbag 8.
Figur 11 zeigt eine schematisch stark vereinfachte Darstellung des Fahrzeugs 2 mit der Insassenschutzvorrichtung 1. Die Insassenschutzvorrichtung 1 umfasst im dargestellten Beispiel den Tisch 4, beispielsweise mit seinem Tischhalter 6 und beispielsweise mit seinem Tischairbag 9, beispielsweise den mindestens einen sich aus einem anderen Fahrzeugteil entfaltenden Airbag 8, sowie beispielsweise eine Kollisionssensorik 12 zur Erkennung einer Kollision und/oder Kollisionsgefahr, insbesondere auch zur Erkennung der Art der Kollision oder Kollisionsgefahr, zum Beispiel Front-, Seiten- oder Heckkollision oder Gefahr hierfür, und/oder eine Insassenpositionssensorik 13 zur Erkennung einer Sitzposition des Insassen I, und/oder eine Sitzeinstellungssensorik 14 zur Erkennung
einer Sitzeinstellung des Fahrzeugsitzes 3 und/oder eine Ausrichtungssensorik 15 zur Erkennung einer Ausrichtung des Insassen I und/oder des Fahrzeugsitzes 3 relativ zu dem mindestens einen abzustützenden Airbag 8.
Die Kollisionssensorik 12 kann beispielsweise mindestens einen Kamerasensor, Lidarsensor, Ultraschallsensor, Radarsensor, Kraftsensor, Verformungssensor, Bewegungssensor und/oder Beschleunigungssensor aufweisen. Es können auch vom jeweiligen Sensortyp mehrere Sensoren vorgesehen sein. Kamerasensor, Lidarsensor, Ultraschallsensor und/oder Radarsensor sind dabei insbesondere Bestandteil einer Umfelderfassungssensorik zur Erfassung eines äußeren Umfeldes des Fahrzeugs 2.
Die Insassenpositionssensorik 13 kann beispielsweise mindestens einen Kamerasensor, Lidarsensor, Ultraschallsensor, Radarsensor, Kraftsensor, Verformungssensor, Bewegungssensor, Beschleunigungssensor, Gewichtssensor, Kontaktsensor, insbesondere Körperkontaktsensor, und/oder Sicherheitsgurtsensor aufweisen. Diese Sensoren sind insbesondere Bestandteil einer Innenraumüberwachung des Fahrzeugs 2. Es können auch vom jeweiligen Sensortyp mehrere Sensoren vorgesehen sein. Der jeweilige mindestens eine Kraftsensor, Verformungssensor, Bewegungssensor, Beschleunigungssensor, Gewichtssensor und/oder Kontaktsensor, insbesondere Körperkontaktsensor, kann beispielsweise am oder im Fahrzeugsitz 3 angeordnet sein, zum Beispiel als Bestandteil einer Sitzbelegungserkennung. Der mindestens eine Sicherheitsgurtsensor dient insbesondere der Erfassung des Anlegezustands des dem Fahrzeugsitz 3 zugeordneten Sicherheitsgurtes 11, d. h. ob der Insasse I diesen ordnungsgemäß angelegt hat oder nicht, insbesondere ob ein Gurtschloss geschlossen ist oder nicht. Beispielsweise ist dieser Sicherheitsgurtsensor im Gurtschloss angeordnet. Der mindestens eine Kontaktsensor kann beispielsweise in einem Lenkrad oder am oder im Tisch 4 angeordnet sein. Der jeweilige mindestens eine Kamerasensor, Lidarsensor, Ultraschallsensor und/oder Radarsensor ist insbesondere derart im Fahrzeug 2 angeordnet, dass sein Erfassungsbereich den Fahrzeugsitz 3 und den Insassen I, wenn ein solcher darin sitzt, umfasst, insbesondere in jeder möglichen Sitzposition, Sitzeinstellung und Ausrichtung.
Die Sitzeinstellungssensorik 14 kann beispielsweise mindestens einen Sensor oder mehrere Sensoren im Fahrzeugsitz 3, insbesondere in dessen Verstellmechanismus, umfassen, wobei diese Sitzeinstellungssensorik 14 auch durch den Verstellmechanismus selbst gebildet sein kann.
Die Ausrichtungssensorik 15 kann teilweise oder vollständig identisch sein mit der Insassenpositionssensorik 13 und/oder der Sitzeinstellungssensorik 14, d. h. einen oder mehrere oder alle der dort genannten Sensoren nutzen oder die gleichen Sensoren aufweisen.
Bezugszeichenliste
1 Insassenschutzvorrichtung
2 Fahrzeug
3 Fahrzeugsitz
4 Tisch
5 Cockpit
6 Tischhalter
7 Mittelkonsole
8 Airbag
9 Tischairbag
10 Airbagklappe
11 Sicherheitsgurt
12 Kollisionssensorik
13 Insassenpositionssensorik
14 Sitzeinstellungssensorik
15 Ausrichtungssensorik
DA Drehachse
I Insasse
P Verschiebepfeil