Beschreibung
Kältegerät, Verfahren sowie Vorrichtung zu dessen Herstellung
Die Erfindung betrifft ein Kältegerät mit mindestens einem Gehäuseteil, das mindestens einen Abdeckbereich aufweist.
Bei der Herstellung des Gehäuses eines Kältegeräts, insbesondere Haushalts-Kältegeräts wie zum Beispiel eines Kühlschranks, Gefriergeräts oder einer Kühl-/Gefrierkombination werden üblicherweise diverse Einbauteile und/oder Anbauteile in einem aus Kunststoff tiefgezogenen Innenbehälter als Gehäuseteil vormontiert. Dieser vormontierte Innenbehälter wird mit ein oder mehreren Verschalungsteilen wie zum Beispiel Seitenwandteilen, Kartonplatten, Plastikplatten, Ausstopfteilen, usw. ... zu einem Hohlkörper bzw. Hohlkorpus zusammengefügt. Neben diesem ersten Hohlkörper für den Innenbehälter des Kältegeräts weist üblicherweise auch dessen Tür als weiteres Gehäuseteil eines Kühlgeräts einen Hohlkörper auf. Der Hohlkörper des jeweiligen Gehäuseteils wird in der Praxis mit einem thermischen Isolationsmaterial ausgefüllt, indem ein Polymermaterial, insbesondere Polyurethan oder ein Kunstharzmaterial mit Druckluft und/oder einem sonstigen Treibgas beaufschlagt in den Hohlraum des Hohlkörpers eingespritzt wird und darin getrieben vom Druck des Treibgases expandiert. Ggf. wird das Treibgas auch aufgrund chemischer Reaktionen von ein oder mehreren Substanzen erzeugt, die dem flüssigen Vorläufer des Isolationsmaterials beigemischt sind. Der Antrieb durch das expandierende Treibgas sorgt dafür, dass das Polymermaterial oder Kunstharzmaterial einen wärmeisolierenden Schaum ausbildet, der sich in den gesamten Hohlraum des jeweiligen Hohlkörpers hinein bis hin in entlegene Winkel ausbreitet und ihn schließlich ausfüllt. Nach dem Abbinden und Aushärten des wärmeisolierenden Schaums ist eine geschlossene Isolierschaumschicht im gesamten Hohlraum des jeweiligen Hohlkörpers ausgebildet.
Zwar kann auf diese Weise ein Isolationsmaterialkörper für ein Kühlgeräte- Gehäuseteil, wie z.B. für eine Türschale oder einen Kühlgeräte-Innenbehälter, mit komplizierten For- men und gutem Wärmedämmvermögen hergestellt werden. Jedoch kann dessen Herstellung in der Praxis durch eine Vielzahl von zu beachtenden Randbedingungen erschwert oder beeinträchtigt sein. So verlangt z.B. das Verfüllen des jeweiligen Hohlkörpers mit
einem in seiner Vorstufe flüssigen Isolationsmaterial, das durch Treibgas expandiert, dass der Hohlkörper vor dem Einspritzen des flüssigen Vorläufers des Isolationsmaterials möglichst vollständig, d.h. hermetisch abgedichtet wird. Denn sonst könnte noch flüssiger Schaum aus Durchgangsöffnungen, Durchbrüche, Ritze, Spalte oder dergleichen im jeweiligen Hohlkörper ins Freie, insbesondere ins Innere des Innenbehälters des Kühlgeräts gelangen. Dadurch könnte ggf. zum einen eine gewünschte Geometrieform und/oder Materialkonsistenz für den Isolationsmaterialkörper nicht an jeder Stelle eingehalten werden. Zum anderen könnte durch solche Auslässe, Risse, Durchbrüche, Austrittsöffnungen, usw. ... etwaig ausgetretener, abgebundener Isolationsmaterialschaum zu Verunreinigungen von Sichtflächen des jeweiligen Gehäuseteils des Kühlgeräts führen. Insbesondere kann ein Innenbehälter, dessen Innenraum mit abgebundenem Schaummaterial verunreinigt worden ist, durch derartige Verunreinigungen schlimmstenfalls sogar unbrauchbar oder für die Gerätefertigung nicht mehr unmittelbar weiterverwendet werden. Wenn überhaupt, so können solche Verunreinigungen nur mit hohem Aufwand spurlos wieder beseitigt werden, was die Gerätefertigung für Kältegeräte zu sehr beeinträchtigt und ineffizient macht. Auf der anderen Seite wird in der Praxis mindestens ein definierter Auslass in mindestens einer Begrenzungswand des Hohlkörpers, insbesondere in mindestens einem Wandteil des Innenbehälters sogar absichtlich offen gelassen, um beim Schäumprozess bzw. Expandieren des Isolationsmaterials verdrängte Luft und/oder Treibgas aus dem Hohlraum des Hohlkörpers gezielt ablassen zu können. Wäre nämlich Luft und/oder Treibgas im Hohlkörper hermetisch abgeschlossen, so könnte dies zur Ausbildung von sogenannten Lunkern oder sonstigen Materialfehlern bezüglich gewünschter Konsistenz und Materialeigenschaft im ausgehärteten Isolationsmaterial des fertigen Isolationsmaterialkörpers kommen.
Um den jeweiligen Hohlkörper abzudichten, werden bisher Klebebandstücke bzw. - abschnitte auf Durchgangsöffnungen, Durchbrüche sowie sonstige Leckstellen des Hohlkörpers manuell, d.h. von Hand aufgeklebt, was arbeitsintensiv ist und eine automatisierte Fertigung einschränkt oder unmöglich machen. Es wird ggf. auch eine Hohlkammer oder Kavität am Gehäuseteil, wie z.B. der Zwischenraum zwischen dem Kühl- und dem Ge- frierfach einer Kühl-/Gefrierkombination, am jeweiligen Anbauteil, oder an der Anbringstelle zwischen dem Gehäuseteil und dem jeweiligen Anbauteil mit Klebebandstücken abgedeckt, um zu verhindern, dass zu viel Isolationsmaterial in eine solche Hohlkammer ge-
langt und dann an einer anderen Stelle fehlt, was dort zu einem unzulässigen Materialschwund des gewünschten Isolationsmaterialkörpers führen würde.
Daneben werden Klebebänder im Fertigungsprozess auch dazu verwendet, Anbau- und/oder Einbauteile am jeweiligen Geräteteil, insbesondere am Innenbehälter oder an der Außenverschalung dessen Hohlkörpers zu fixieren, um zum Beispiel zu verhindern, dass sie sich während der weiteren Montage, insbesondere während des Einspritzens und Expandierens des Isolationsmaterials wieder lösen, bevor die Verfestigung des Isolationsmaterials eingesetzt hat und sich ein ausgehärteter Isolationsmaterialkörper ausgebildet hat. Diese provisorische Fixierung von Anbau- und/oder Einbauteilen mittels Klebe- bänder ist in der Praxis unbefriedigend, da die Klebebänder in der Fertigung üblicherweise nur von Hand angebracht werden können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kältegerät mit mindestens einem Gehäuseteil bereitzustellen, das mindestens einen Abdeckbereich aufweist, der auf einfacherer und verbesserter Weise abdeckbar ist. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe bei einem Kältegerät der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass auf dem Abdeckbereich ein Abdeckmittel mit einer gasdurchlässigen Struktur aufgebracht ist, die aus einer Vielzahl von zusammenhängenden, fadenförmigen Einzelelementen eines Klebemittels gebildet ist.
Das jeweilige Abdeckmittel mit seiner gasdurchlässigen Struktur aus einer Vielzahl von zusammenhängenden Klebemittelfäden ermöglicht eine verbesserte Fertigung von Kältegeräten. Es lässt sich in vorteilhafter Weise einfach und schnell, insbesondere materialsparend, am jeweiligen Abdeckbereich eines Gehäuseteils des Kältegeräts, insbesondere unmittelbar dort, wo es gewünscht ist, erzeugen. Aufgrund seiner spezifischen Struktur und der damit einhergehenden Materialeigenschaften lässt es sich auf vielfältige Weise bei der Fertigung von Gehäuseteilen für Kühlgeräte verwenden.
So kann beispielsweise eine Öffnung bzw. Durchbruch im jeweiligen Gehäuseteil, insbe- sondere in mindestens einer Wand des Innenbehälters oder einer Tür eines zu fertigenden Kältegeräts und/oder in mindestens einem Verschalungsteil des äußeren Hohlkörpers des Innenbehälters oder der Tür, durch ein solch strukturiertes Abdeckmittel in vorteilhafter Weise derart abgedeckt werden, dass beim Ausfüllen des Hohlkörpers mit mittels
Treibgas aufschäumenden Isolationsmaterial zum einen verdrängte Luft und/oder Treibgas durch die gasdurchlässige Struktur des Abdeckmittels in das Innere des Innenbehälters und/oder ins Freie weitgehend ungehindert entweichen kann, jedoch zum anderen gleichzeitig das Isolationsmaterial am Eintritt in und/oder Durchtritt durch die jeweilige Öffnung weitgehend gehindert ist. Durch die Gasdurchlässigkeit der Struktur ist eine aus- reichende Entlüftung bzw. Ventilation des Hohlkörpers des jeweiligen Gehäuseteils, in den Isolationsmaterial im flüssigen Zustand eingefüllt und unter Treibgas aufgeschäumt wird, ermöglicht, so dass eine unerwünschte Ausbildung von Lunkern im abgebundenen Isolationsmaterial weitgehend vermieden ist. Dadurch ist eine einwandfreie Isolationswirkung des fertigen Isolationsmaterialkörpers des jeweiligen Gehäuseteils des Kühlgeräts, insbesondere dessen Innenbehälters oder Tür, weitgehend sichergestellt. Gleichzeitig ist in vorteilhafter Weise das Abdeckmittel insbesondere auch stabil und dicht genug ausgebildet, das Isolationsmaterial beim Verfüllen und/oder Aufschäumen bis zum Aushärten festzuhalten und eine Art Barriere bzw. Sperre gegen Austritt des Isolationsmaterials aus dem Hohlkörper des jeweiligen Gehäuseteils, wie z.B. des Innenbehälters oder der Tür, bereitzustellen. Dadurch sind unerwünschte Verunreinigungen von sichtbaren Flächen des jeweiligen Gehäuseteils mit Isolationsmaterial weitgehend vermieden.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung setzt sich das jeweilige Abdeckmittel in vorteilhafter Weise aus einzelnen, vorzugsweise ungerichteten, langgestreckten Klebemittelfäden zusammen, die aneinanderhängen und vorzugsweise eine dreidimensionale Struktur bilden, die für einen Isolationsmaterialdurchtritt zu feinporig, jedoch für gasförmige Medien durchgängig ist. Insbesondere dadurch ist ihm eine derartige Mehrfachfunktion zu eigen.
Mit Hilfe des erfindungsgemäß ausgebildeten Abdeckmittels ist es in vorteilhafter Weise auch möglich, Anbau- und/oder Einbauteile an mindestens einem Gehäuseteil des Kältegeräts für weitere Montageschritte zumindest provisorisch zu fixieren, d.h. lagezusichern. Es kann also zusätzlich zu seiner Funktion als Abdichtmittel gegen Isolationsmaterial- Durchtritt bei gleichzeitigem Erhalt der Gasdurchlässigkeit auch als Fixier- bzw. Befesti- gungsmittel fungieren.
Kursorisch aufgelistet können insbesondere folgende, vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung einzeln oder in Kombination in der Praxis zweckmäßig sein:
Gemäß einer ersten vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist das Gehäuseteil beispielsweise durch eine Türschale eines Kältegeräts gebildet.
Gemäß einer zweiten vorteilhaften Weiterbildung ist das Gehäuseteil insbesondere durch mindestens eine Außenwand eines einen Kühl- und/oder Gefrierraum aufweisenden Innenbehälters eines Kältegeräts gebildet, der zur Aufnahme von zu kühlendem und/oder zu gefrierendem Gut dient.
Gemäß einer zweckmäßigen Ausführungsvariante der Erfindung weist das Gehäuseteil vorzugsweise einen Hohlkörper auf, in den ein Isolationsmaterial eingebracht ist. Dabei ist als Isolationsmaterial vorzugsweise ein dämmender Dichtschaum, insbesondere PU- Schaum, oder ein aushärtender Dämmstoff gewählt. Insbesondere wird dazu das Isolationsmaterial in einer Vorstufe im flüssigen Zustand in den Hohlkörper verfüllt, bevor es dort durch Aufschäumen in einen expandierten Zustand gebracht und ausgehärtet wird. Dieser Hohlkörper ist insbesondere zwischen mindestens einer Außenwand des Gehäuseteils und mindestens einem das Gehäuseteil teilweise oder ganz umgebenden Verschalungsteil gebildet.
Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann der Abdeckbereich am jeweili- gen Gehäuseteil des Kältegeräts insbesondere durch eine Öffnung in mindestens einer Wand des Hohlkörpers des Gehäuseteils gebildet sein. Das erfindungsgemäß strukturierte Abdeckmittel überspannt mit seiner gasdurchlässigen Struktur diese Öffnung zweckmäßigerweise derart, dass für das Isolationsmaterial eine Barriere gegen Austritt aus dem Hohlkörper bewirkt ist. Gleichzeitig ist die Lückenweite zwischen den fadenförmigen KIe- bemittel- Einzelelementen des jeweiligen Abdeckmittels vorzugsweise derart gewählt, dass lediglich für im Hohlkörper eingeschlossene Luft und/oder Treibgas aus dem Isolationsmaterial bei dessen Expansion ein Auslass durch die Öffnung zur Entlüftung des Hohlkörpers bereitgestellt ist.
Nach einer alternativen Ausführungsvariante der Erfindung kann der Abdeckbereich des jeweiligen Abdeckmittels insbesondere auch durch eine Kontaktzone, einen Abdichtzone, und/oder Fixierzone mindestens eines Anbauteils des Gehäuseteils des Kältegeräts ge-
bildet sein. Dabei kann das jeweilige Anbauteil zweckmäßigerweise in das Isolationsmaterial des Gehäuseteils teilweise oder ganz eingebettet sein oder an dieses angrenzen. Insbesondere kann das jeweilige Anbauteil beispielsweise durch ein Hinterlegteil gebildet sein, das eine Öffnung in mindestens einer Wand des Gehäuseteils isolationsmaterialsei- tig und/oder isolationsmaterialabgewandtseitig überdeckt und rings um die Öffnung eine Abdichtzone aufweist, die vom erfindungsgemäß strukturiertem Abdeckmittel überspannt wird. Alternativ kann das Anbauteil insbesondere z.B. auch durch ein Rohr, eine Leitung, einen Kabelbaum, einen Verdampfer, ein Profilelement, eine Halterung für ein im Gehäuseteil unterzubringendes Innenbauteil oder eine sonstige Anbau- und/oder Einbaukomponente des Kältegeräts gebildet sein.
Zur Erzeugung der erfindungsgemäßen Struktur des jeweiligen Abdeckmittels kann nach einer zweckmäßigen Weiterbildung der Erfindung die Fadendicke der fadenförmigen Klebemittel- Einzelelemente zweckmäßigerweise zwischen 1/1000 mm und 5/100 mm gewählt sein.
Als Klebemittel kann vorzugsweise ein Heißkleber oder ein sonstiger aushärtender Klebstoff vorgesehen sein.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen eines Kältegeräts mit mindestens einem Gehäuseteil, das mindestens einen Abdeckbereich aufweist, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass auf den Abdeckbereich ein Abdeckmittel mit einer gasdurchlässigen Struktur aufgebracht wird, die aus einer Vielzahl von zusammenhängenden, fadenförmigen Einzelelementen eines Klebemittels gebildet wird.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die fadenförmigen Klebemittel-Einzelelemente insbesondere im heißklebrigen Zustand von mindestens einer Aussprühvorrichtung, insbesondere Düsenvorrichtung verwirbelt ausgesprüht, diese verwirbelten fadenförmigen Einzelelemente bereits auf ihrer Flugbahn zum jeweiligen Abdeckbereich teilweise oder ganz ausgehärtet, und diese teilweise oder ganz ausgehärteten, fadenförmigen Einzelelemente über dem jeweiligen Abdeckbereich als gasdurchlässige Struktur zusammenhängend angeordnet.
Weiterhin betrifft die Erfindung auch eine Vorrichtung zur Herstellung eines Kältegeräts mit mindestens einem Gehäuseteil, das mindestens einen Abdeckbereich aufweist, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass mindestens eine Aussprühvorrichtung zum Aufbringen einer gasdurchlässigen Struktur eines Abdeckmittels aus einer Vielzahl von zusammenhängenden, fadenförmigen Einzelelementen eines Klebemittels auf den Abdeckbe- reich vorgesehen ist.
Die spezifische Struktur des Abdeckmittels lässt sich in vorteilhafter Weise unmittelbar am Ort des jeweilig gewünschten Abdeckbereichs mit Hilde mindestens einer Aussprühvorrichtung erzeugen. Diese Aussprühvorrichtung erlaubt eine verbesserte Integration eines Abdeckmontageschrittes zum Abdecken von ein oder mehreren Abdeckbereichen eines Gehäuseteils und/oder eines Befestigungs- bzw. Fixiermontageschrittes zum Befestigen bzw. Fixieren von ein oder mehreren Anbauteilen am jeweiligen Gehäuseteil in eine automatisierte Fertigungslinie für die Fertigung von Kühlgeräten als dies bisher wie z.B. beim manuellen Aufkleben von Klebebändern möglich war.
Sie ist nach einer vorteilhaften Weiterbildung vorzugsweise derart ausgebildet und angeordnet, dass einzelne langgestreckte Klebemittelfäden im heißklebrigen Zustand insbesondere verwirbelt ausgesprüht werden, diese verwirbelten Klebemittelfäden bereits auf ihrer Flugbahn durch die Luft teilweise oder ganz ausgehärtet werden, bevor sie am Ort des jeweiligen Abdeckbereichs eintreffen, und diese teilweise oder ganz ausgehärteten Klebemittelfäden über dem jeweiligen Abdeckbereich als gasdurchlässige Struktur zusammenhängend angeordnet werden.
Durch das Aussprühen von einzelnen langgestreckten Klebemittelfäden aus der Aus- Sprühvorrichtung lassen sich diese montageeinfacher sowie schneller, insbesondere vorteilhaft auch präziser, als Klebebänder oder geschlossene Klebemittelfilme auf den jeweiligen Abdeckbereich aufbringen. Die Abdichtwirkung und/oder Fixierwirkung des erfindungsgemäßen Abdeckmittels lässt sich dabei unter geringerem Materialeinsatz als bei Klebebändern oder beim Auftragen geschlossener Klebemittelfilme oder Klebemittel- schichten, insbesondere geschlossener „hot-melt-Aufträge" erreichen. Dies führt zu einer verbesserten Effizienz des Herstellungsprozesses. Insbesondere lässt sich das erfindungsgemäße Abdeckmittel auf den jeweiligen Abdeckbereich wesentlich schneller als
Klebstoffbänder oder geschlossene Klebemittelfilme aufbringen, was einen beschleunigten automatisierten Fertigungsablauf begünstigt.
Die Eignung des Abdeckmittels zur Mehrfachnutzung erlaubt ggf. eine noch weitergehende, verbesserte Automatisierung der Gehäusefertigung von Kältegeräten. Denn es kann insbesondere genügen, in einer Fixiermontagestation zum Anbringen von Anbauteilen und/oder Einbauteilen und in einer nachgeordneten Abdichtstation jeweils dieselbe Art von Aussprühvorrichtung, insbesondere Düsenvorrichtung, zum Aufbringen des jeweilig erfindungsgemäß ausgebildeten Abdeckmittels vorzusehen. Alternativ können in der Fertigungslinie für das jeweilige Kältegerät ggf. sogar vorzugsweise mit Hilfe einer einzigen Aussprühvorrichtung, insbesondere Düsenvorrichtung, in einer kombinierten Fixiermontage-/ Abdichtstation in ein- und demselben Arbeitsgang erfindungsgemäß ausgebildete Abdeckmittel in vorteilhafter Weise für Abdichtmaßnahmen sowie für Fixiermaßnahmen herangezogen werden.
Gemäß einer weiteren zweckmäßigen Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Aussprühvorrichtung vorzugsweise derart aufgehängt ist, dass ihr eine Pendelbewegung ermöglicht ist. Dadurch lassen sich in vorteilhafter Weise alle Bereiche bzw. Teilflächen eines gewünschten Abdeckbereichs erfassen und mit einem erfindungsgemäß strukturierten Abdeckmittel überdecken.
Gemäß einer weiteren zweckmäßigen Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die jeweilige Aussprühvorrichtung mit einem derartigen Abstand vom jeweiligen Abdeckbereich positioniert ist, dass die im heißklebrigen Zustand von der Aussprühvorrichtung vorzugsweise verwirbelt ausgesprühten, fadenförmigen Einzelelemente bereits auf ihrer Flugbahn zum Abdeckbereich teilweise oder ganz aushärten, bevor sie auf den jeweilig zu überdeckenden Abdeckbereich auftreffen.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsvariante kann es zweckmäßig sein, mindestens eine Aussprühvorrichtung an einem Montageroboter vorzusehen. Dies führt in vorteilhafter Weise zu einem hohen Automatisierungsgrad bei der Produktion von Kältegeräten.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann es ggf. auch ausreichen, die Aussprühvorrichtung als Handspritzpistole auszubilden.
Sonstige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen wiedergegeben.
Die Erfindung und ihre Weiterbildungen werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 schematisch in perspektivischer Darstellung eine erste Ausführungsform eines Innenbehälters für ein Kältegerät, der zum nachfolgenden Aufbringen von Isolationsmaterial an einer Vielzahl von Abdeckbereichen mit Abdeckmitteln nach einer vorteilhaften Ausführungsvariante des erfindungsgemä- ßen Verfahrens versehen wird,
Figur 2 in schematischer Längsschnittdarstellung zwischen dem Innenbehälter von
Figur 1 und ein oder mehreren außen angeordneten Verschalungsteilen einen Hohlkörper, in den aufschäumendes Isolationsmaterial zur Bildung ei- nes Isolationsmaterialmantels eingebracht wird,
Figur 3A in schematischer Längsschnittdarstellung eine Seitenwand einer zweiten Ausführungsform eines Innenbehälters für ein Kältegerät im Bereich einer Durchgangsöffnung, die von einem erfindungsgemäß strukturiertem Ab- deckmittel beim Aufschäumen von Isolationsmaterial im Hohlkörper überspannt wird,
Figur 3B eine schematische Frontalansicht der Durchgangsöffnung von Figur 3B, die von dem erfindungsgemäß strukturiertem Abdeckmittel abgedeckt wird,
Figur 4 in perspektivischer Ansicht die zweite Ausführungsform des Innenbehälters der Figuren 3A, 3B, an dem diverse Teile nach einer vorteilhaften Variante
des erfindungsgemäßen Verfahrens mittels erfindungsgemäß strukturierter
Abdeckmittel montiert werden,
Figur 5 eine stark vergrößerte, schematische Aufnahme der Mikrostruktur des Abdeckmittels der Figuren 1 , 3A, 3B,
Figur 6 in schematischer sowie stark vergrößerter, dreidimensionaler Darstellung die gasdurchlässige Struktur des Abdeckmittels der Figuren 1 , 3A,3B,
Figur 7 in schematischer Darstellung die Montage für ein Anbauteil des Innenbe- hälters von Figur 4 mittels ein oder mehrerer erfindungsgemäß erzeugter
Abdeckmittel,
Figur 8 in schematischer Darstellung die Montage eines Hinterlegteils in einer Öffnung einer Seitenwand des Innenbehälters von Figur 4 mithilfe eines erfin- dungsgemäß erzeugten Abdeckmittels,
Figur 9 in schematischer Querschnittsdarstellung ein weiteres Ausführungsbeispiel für die Vorbereitung eines Innenbehälters eines Kältegeräts nach einer weiteren vorteilhaften Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens, um auf- schäumbares Isolationsmaterial an den Außenwänden des Innenbehälters anzubringen,
Figur 10 in schematischer Draufsichtsdarstellung Öffnungen in einer Seitenwand des Innenbehälters von Figur 1 , die durch Abdeckmittel mit erfindungsge- maß ausgebildeter Struktur abgedichtet worden sind,
Figur 1 1 in schematischer Darstellung einen Schnitt durch einen Randbereich des
Innenbehälters von Figur 4 und ein daran befestigtes Profilelement, das mittels eines erfindungsgemäß erzeugten Abdeckmittels in einem Abdeck- bereich abgedichtet und hilfsweise lagefixiert ist,
Figur 12 in schematischer Darstellung die Montage eines Verdampfers an der
Rückwand des Innenbehälters von Figur 4 mittels erfindungsgemäß struk-
turierter Abdeckmittel nach einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens, und
Figur 13 in schematischer Darstellung eine beispielhafte Fertigungslinie, mit der der
Innenbehälter eines Kältegeräts nach einer vorteilhaften Variante des erfin- dungsgemäßen Verfahrens mit einem äußeren Hohlkörper und einer Vielzahl von Anbauteilen vorbereitet und ein Isolationsmaterialmantel auf die Außenwände des Innenbehälters aufgebracht wird.
Elemente und Komponenten mit gleicher Funktion und Wirkungsweise sind in den Figuren 1 mit 13 jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.
Figur 1 zeigt schematisch in perspektivischer Darstellung von der Rückseite her betrachtet ein erstes Ausführungsbeispiel eines Innenbehälters GT1 für ein Kältegerät KG, insbesondere einen Kühlschrank, ein Gefriergerät oder eine Kühl-/Gefrierkombination. Er ist hier im Ausführungsbeispiel zur Montage bezüglich seiner Längserstreckung horizontal ausgerichtet. Der Innenbehälter GT1 weist als separate Innenfächer ein Kühlfach KF und ein Gefrierfach GF nebeneinander angeordnet auf. Um die Außenwände, also Rückwand, Seitenwände, Boden- und Deckelteil des Innenbehälters GT1 mit einer Wärmeisolations- materialschicht zu ummanteln, werden ein oder mehrere Verschalungsteile in einem vor- gegebenen Spaltabstand zur Rückwand und/oder zu den weiteren Seitenwänden des Innenbehälters GT1 angebracht. Dadurch wird ein Hohlkörper HK1 zwischen den Außenwänden des Innenbehälters GT1 und ein oder mehreren Verschalungsteilen gebildet.
Figur 2 zeigt in einer Längsschnittdarstellung den Innenbehälter von Figur 1 mit einem derart montierten Verschalungsteil VT1. Bevor dieses Verschalungsteil VT1 ringsum die Außenwände des Innenbehälters GT1 angebracht wird, werden Öffnungen oder Durchbrüche im Innenbehälter, die dem späteren Einbau von Komponenten des Kühlgeräts dienen, mit Hilfe von Abdeckmitteln abgedichtet. In der Figur 1 sind schlitzartige Öffnungen OF101-OF103 in den beiden Seitenwänden des Kühlfachs KF vorgesehen. Sie die- nen der späteren Halterung von Tragplatten im Kühlfach KF. Weitere Öffnungen und Durchbrüche sind für eine Vielzahl weiterer Anbau- und/oder Einbauteile in den Wänden des Gefrierfachs GF und des Kühlfachs KF vorgesehen. In diese Öffnungen bzw. Durchbrüche können die Anbauteile bzw. Einbauteile vorzugsweise auch schon vor dem Auf-
bringen des Verschalungsteils VT1 teilweise oder ganz eingebracht sein. Stellvertretend für derartige Ein- und Anbauteile in Durchgangsöffnungen ist an der Rückwand des Kühlfachs KF ein Anbauteil AT13 in eine strichpunktiert angedeutete Öffnung OF13 eingefügt. Die Öffnung OF13 sowie ein Umgebungsbereich um sie herum legen dabei einen gewünschten Abdeckbereich AB13 fest, der in der Figur 1 strickpunktiert umrahmt angedeu- tet ist. Diese Ein- und/oder Anbauteile können dabei rückseitig teilweise aus ihrer jeweiligen Einstecköffnung hervorstehen oder in dieser weitgehend bündig bezogen auf die jeweilige Außenwand des Innenbehälters eingesteckt sein. Ggf. können auch ein oder mehrere Einbau- und/oder Anbauteile außen an einem oder mehreren geschlossenen Wandbereichen der Außenwände des Innenbehälters angebracht sein, ohne dass die Einbau- und/oder Anbauteile in Durchgangsöffnungen zum Innenraum des Innenbehälters hineingesteckt sind. Stellvertretend für derartige Einbau- und/oder Anbauteile sind in der Figur 1 zwei Gerätekomponenten AT11 , AT12 an einer Seitenwandwand sowie Rückwand des Gefrierfachs GF angebracht. Um nun zu erreichen, dass offene Durchbrüche, Durchgangsöffnungen, Randspalte sowie Einfügespalte zwischen jeweilig eingefügtem, insbe- sondere eingepasstem Einbau- und/oder Anbauteil und zugehöriger Aufnahmeöffnung beim Füllen des zwischen den Außenwänden des Innenbehälters GT1 und dem Verschalungsteil VT1 gebildeten Hohlkörpers HK1 mit einem flüssigen Vorläufer des Isolationsmaterials und dessen anschließendem Aufschäumen gegen Eindringen von Wärmeisolationsmaterial in den Innenraum des Gefrierfachs GF und des Kühlfachs KF weitgehend abgedichtet sind, werden diese Öffnungen bzw. Durchbrüche jeweils mithilfe eines Abdeckmittels mit einer gasdurchlässigen Struktur abgedeckt, die aus einer Vielzahl von zusammenhängenden, fadenförmigen Einzelelementen eines Klebemittels gebildet ist. Zur Erzeugung eines derart strukturierten Abdeckmittels am jeweilig gewünschten Abdeckbereich ist mindestens eine Düsenvorrichtung DV als Aussprühvorrichtung vorgese- hen. Mit Hilfe der Düsenvorrichtung DV wird Klebemittel KM durch Beaufschlagung mit Druckluft LU und mittels einer entsprechend angepassten Düsenquerschnittsgeometrie einer turbulenten Strömung VW derart unterworfen, dass am Düsenkopf der Düsenvorrichtung DV langgestreckte Klebemittelfäden KF1 mit KFn verwirbelt ausgesprüht oder ausgeflockt werden. Für das Klebemittel KM wird vorzugsweise ein Heißkleber („hot- melt") oder ein sonstiger, unter Wärme aufschmelzbarer und beim Abkühlen aushärtbarer Klebstoff gewählt. Die Düsenparameter wie z.B. Höhe des Sprühdrucks, Aufschmelztemperatur für das Klebemittel, Düsenkanalquerschnitt, usw. ... der Düsenvorrichtung DV und/oder insbesondere deren Abstand Dl zum jeweiligen Abdeckbereich wie z.B. AB13 in
Figur 1 sind zweckmäßigerweise derart eingestellt, dass die im heißklebrigen Zustand von der Düsenvorrichtung DV verwirbelt ausgesprühten, fadenförmigen Einzelelemente KF1 mit KFn des Klebemittels KM bereits auf ihrer Flugbahn zum jeweilig gewünschten Abdeckbereich, wie z.B. AB13, d.h. bevor sie auf den jeweilig gewünschten Abdeckbereich treffen, teilweise oder ganz aushärten. Insbesondere wurden Distanzen zwischen Aus- Sprühvorrichtung und jeweiligen Auftreffort für die Klebemittefäden zwischen 30 mm und der 100 mm, insbesondere um etwa 70 mm, erfolgreich getestet. Figur 1 umfasst der Abdeckbereich AB13 für das Anbauteil AT13 sowohl die Außenkontur des Anbauteils AT13 als auch mindestens eine Randzone um diese Außenkontur, die durch einen verbleibenden Randspalt zwischen dem Anbauteil AT13 und seiner ihm zugeordneten Durchgangs- Öffnung OF13 in der Rückwand des Kühlfachs KF und eine Sicherheitszone um diesen Randspalt gebildet ist. Die teilweise oder ganz ausgehärteten langgeestreckten Klebemittelfäden KF1 mit KFn lagern sich im jeweilig gewünschten Abdeckbereich wie z.B. AB13 aufeinander und nebeneinander ab und bilden ein dünnes, dreidimensionales Gerüst. Diese Makroeinzelfäden bilden insbesondere ein dreidimensionales ungerichtetes Makro- gespinst, das sich dadurch auszeichnet, dass seine spezifische Struktur für einen Isolati- onsmitteldurchtritt zu klein, jedoch für eingeschlossene gasförmige Medien durchlässig ist. Dabei hängen die teil- oder ganz ausgehärteten, langgestreckten fadenförmigen Klebemittelfäden innerhalb der Struktur des gebildeten Abdeckmittels wie z.B. AM13 aneinander. Innerhalb der Struktur sind die einzelnen Makro-Klebemittelfäden aufgrund ihrer zeitlich vorausgehenden Verwirbelung beim Aussprühen aus der Düsenvorrichtung DV insbesondere im Wesentlichen ungeordnet bzw. ungerichtet, vorzugsweise statistisch verteilt. Das Zusammenhängen der einzelnen Klebemittelfäden geht insbesondere darauf zurück, dass die einzelnen Klebemittelfäden an ihren gemeinsamen Auflagestellen miteinander teilweise oder ganz verschmelzen, da ihr Klebemittelmaterial am jeweiligen Auftreff-Ort noch nicht vollständig bzw. ausreichend abgekühlt und verfestigt ist. Zum anderen kann eine Anhaftung der einzelnen Klebemittelfäden durch Adhäsions- und Klebemittelkräfte bewirkt sein, da das Klebemittelmaterial der Klebemittelfäden am Ablagerungsort des jeweiligen Abdeckbereichs noch nicht vollständig ausgehärtet ist. Darüber hinaus kann es an den Berührungsstellen der verwirbelt am gewünschten Abdeckbereich auftreffenden, einzel- nen langgestreckten Klebemittelfäden aufgrund schwacher Diffusionsverbindungen auf atomarer Ebene zu Aneinanderbindungen kommen. Zusätzlich oder unabhängig hiervon können sich die einzelnen Klebemittelfäden aufgrund ihrer Oberflächenstruktur und/oder Formgebung auch miteinander verhaken. Auf diese Weise hängen die einzelnen Makro-
Klebemittelfäden, die verwirbelt aus der Düsenvorrichtung DV ausgesprüht worden sind und auf ihrer Flugbahn zum jeweiligen Abdeckbereich teilweise oder ganz ausgehärtet worden sind, als lockere, annäherungsweise vliesartige Struktur aufgrund diverser Anhangskräfte und Diffusionsverbindungen aneinander. Sie bilden dadurch ein vereinfacht betrachtet netzartiges Traggerüst, das ausreichend stabil ist, um sowohl flüssiges Isolati- onsmaterial IM, das in den Hohlkörper HK des Innenbehälters GT1 (siehe Figur 2) eingefüllt wird, als auch das expandierende Wärme-Isolationsmaterial beim Aufschäumen mittels Treibgas festzuhalten, so dass ein Eintritt oder ein Durchtritt des Wärme- Isolationsmaterials IM in oder durch die Durchgangsöffnung unter dem jeweiligen abzudichtenden Abdeckbereich, wie z.B. AB13, in das Innere des Innenbehälters GT1 hinein weitgehend vermieden wird.
Als Isolationsmaterial wird vorzugsweise ein Polymermaterial, insbesondere Polyurethan, ein aushärtbares Kunstharzmaterial oder ein sonstiger aufschäumbarer Isolationswerkstoff bzw. Dämmwerkstoff verwendet.
Die Figur 5 zeigt eine stark vergrößerte Rasterelektronenmikroskopaufnahme eines Ausschnitts des derart aus einzelnen, langgestreckten Makro-Klebemittelfäden gebildeten Abdeckmittels wie z.B. AM13. Da die einzelnen Klebemittelfäden beim Austritt aus der Düsenvorrichtung DV verwirbelt werden, lagern sie sich am jeweiligen Abdeckbereich weitgehend unregelmäßig verteilt, d.h. ungeordnet bzw. unregelmäßig nebeneinander und übereinander ab. Es bildet sich insbesondere eine gasporöse Struktur bzw. ein Gebilde aus einem Gewirr von Klebemittelfäden aus. Deren Fadenlänge FL ist insbesondere jeweils mindestens der maximal auftretenden Weite der jeweilig abzudeckenden Öffnung gewählt. Bei einer im Querschnitt betrachtet etwa kreisförmigen Öffnung ist die Fadenlän- ge FL mindestens gleich dem Durchmesser dieser kreisförmigen Querschnittsöffnung gewählt. Insbesondere kann es zweckmäßig sein, eine 10%-50% größere Fadenlänge als die größte zu verschließende Durchbruchsweite einzustellen, um eine ausreichende Sicherheit für eine Abdeckung des jeweiligen Durchbruchs durch die einzelnen Klebemittelfäden zu erreichen und ein Hindurchfallen der Klebemittelfäden durch die Durchbruchs- Öffnung weitgehend zu vermeiden. Die axiale Länge FL der Klebemittelfäden ist vorzugsweise zwischen 5 mm und 80 mm, insbesondere 8 mm und 40 mm gewählt. Die Fadendicke der fadenförmigen Einzelelemente KF1 mit KFN ist zweckmäßigerweise zwischen 1/1000 mm und 5/100 mm gewählt. Die Gerüststruktur des Abdeckmittels weist zwischen
den einzelnen Klebemittelfäden Lücken mit einer „Maschenweite" LU zwischen 1/1000 mm und 1/100 mm auf. Die Faserdichte einer derartig erzeugten Struktur ist vorzugsweise derart gewählt, dass solche Lücken zwischen den einzelnen, langgestreckten Makro- Klebemittelfäden verbleiben, dass das derart hergestellte Abdeckmittel gasdurchlässig ist.
Wird nun der Hohlkörper wie z.B. HK1 von Figur 2, der zwischen den Außenwänden des Innenbehälters GT1 und dem Verschalungsteil VT1 gebildet ist, mit flüssigem Isolationsmaterial IM unter Pressluft gefüllt und setzt der Aufschäumungsprozess des Isolationsmaterials unter dieser Druckluft und/oder zusätzlich oder unabhängig hiervon unter Treibgasbeaufschlagung ein, so wird Luft im Inneren des Hohlkörpers HK1 verdrängt, die nun durch die gasdurchlässige Struktur des jeweiligen Abdeckmittels wie hier z.B. AB13 in das Innere der darunterliegenden Öffnung wie z.B. OF13 und damit in den Innenbehälter GT1 entweichen kann. In entsprechender Weise kann auch das Treibgas für den Aufschäumvorgang des Isolationsmaterials IM aufgrund der gasdurchlässigen Struktur des jeweiligen Abdeckmittels aus dem Hohlkörper HK1 herausgeführt bzw. entlüftet werden.
Die Figur 6 zeigt die räumliche Struktur eines Abdeckmittels in einer stark vergrößerten räumlichen Darstellung. Der Abdeckbereich AB13 liegt dabei in einer planen Ebene X, Y. In dieser Ebene und in verschiedenen parallelen Höhenlagen darüber in einer zur X, Y- Ebene senkrechten Z-Richtung sind die einzelnen Klebemittelfäden KF1 mit KFN sowohl nebeneinander als auch übereinander, d.h. vereinfacht ausgedrückt insbesondere wirr bzw. „kreuz und quer", zu einem dreidimensionalen Gebilde des Abdeckmittels AM13 angehäuft. Die Schichtdicke HOE des gasdurchlässigen Gebildes liegt vorzugsweise zwischen 0,1 und 0,5 mm. Diese Makroeinzelfäden aus Klebemittel bilden vereinfacht betrachtet vorzugsweise eine Art dreidimensionales, ungerichtetes „Makrogespinst", dessen Struktur bzw. Gewirr aus Klebemittelfäden für einen Isolationsmitteldurchtritt zu klein, jedoch für eingeschlossene gasförmige Medien durchlässig ist.
Funktion und Wirkungsweise eines mit der Düsenvorrichtung DV von Figur 1 erzeugten Abdeckmittels AM3 werden anhand der Figur 3A, 3B näher erläutert. In Figur 3A ist in einer Längsschnittdarstellung eine Seitenwand SW3 eines einteiligen Innenbehälters GT2 (siehe auch zugehörige Figur 4) als Gehäuseteil eines Kältegeräts KG schematisch sowie vergrößert dargestellt. Dieser Seitenwand SW3 st ein äußeres Verschalungsteil VT2 entsprechend dem Verschalungsteil VT1 beim zweiteiligen Innenbehälter GT1 von Figuri
bzw. Figur 2 zugeordnet. In ihr ist eine Durchgangsöffnung OF3 vom Hohlraum des Hohlkörpers HK2 in den Innenraum des Innenbehälter GT2 vorgesehen. Sie weist räumlich betrachtet vorzugsweise eine etwa kreiszylinderförmige Geometrieform auf. Vom Hohlkörper HK2 aus in Richtung des Innenraums des Innenbehälter GT2 betrachtet hat sie eine im Wesentlichen kreisförmige Eintrittsquerschnittsfläche. Diese ist in Figur 3B strich- punktiert angedeutet, die eine Frontalansicht der Durchgangsöffnung von Figur 3A mit dem aufgebrachten Abdeckmittel AM3 bei Blickrichtung in die Durchgangsöffnung hinein von der Isolationsschaumseite her betrachtet zeigt. Auf der dem Hohlkörper HK2 zugewandten Seite, d.h. der Isolationsschaumseite, der Seitenwand SW3 ist über dem Eingang der Durchgangsöffnung OF3 sowie in einer annularen bzw. kranzförmigen, d.h. all- gemein ausgedrückt ringförmigen Randzone bzw. Umgebungszone AF um die kreisförmige Eingangsquerschnittsfläche der Durchgangsöffnung OF3 herum mittels der Düsenvorrichtung DV von Figur 1 ein Abdeckmittel AM3 mit einer gasdurchlässigen Struktur aufgebracht, die aus einer Vielzahl von zusammenhängenden, langgestreckten Klebemittelfäden, d.h. fadenförmigen Einzelelementen KF1 mit KFN des Klebemittels KM analog zum Gebilde der Figuren 5, 6 gebildet ist. Der Abdeckbereich AB3 des Abdeckmittels umfasst dabei sowohl die eingangsseitige Öffnungsquerschnittsfläche des Durchgangs OF3 als auch zu beiden Seiten des Durchgangs eine ringförmige Sicherheits-Überlappungszone um die Durchgangsöffnung OF3. Das Abdeckmittel AM3 überspannt den Eingangsbereich der Durchgangsöffnung OF3 und in einer annularen bzw. kranzförmigen Randzone um diese Eingangsöffnung herum auch die Außenwand AW3 des Innenbehälters GT2. In der Auflagezone um das Loch bzw. die Durchgangsöffnung OF3 haftet dabei das Abdeckmittel AM3 auf der Außenwand AW3 aufgrund von Anhangskräften wie z.B. Adhäsionskräften des Klebemittelmaterials der einzelnen Klebemittelfäden, Mikroverzahnungen zwischen den Klebemittelfäden und dem Material der Seitenwand SW3, Verschmelzverbin- düngen noch heißer Klebemittelfäden mit dem Material der Seitenwand SW3 und/oder sonstigen makromolekularen Verbindungen und Diffusionsverbindungen auf atomarer Ebene zwischen den einzelnen langgestreckten Klebemittelfäden und dem Material der Seitenwand SW3. Die Düsenvorrichtung wie z.B. DV von Figur 1 wird zweckmäßigerweise derart eingestellt, dass die Fadenlänge der ausgesprühten, einzelnen Klebemittelfäden insbesondere jeweils mindestens der maximal auftretenden Weite der abzudeckenden Öffnung gewählt ist. Bei der im Querschnitt betrachtet etwa kreisförmigen Öffnung OF3 ist die Fadenlänge also vorzugsweise mindestens gleich dem Durchmesser dieser kreisförmigen Querschnittsöffnung gewählt. Insbesondere kann es zweckmäßig sein, eine 10%-
50% größere Fadenlänge als die größte zu verschließende Durchbruchsweite einzustellen, um eine ausreichende Sicherheit für eine Abdeckung des jeweiligen Durchbruchs durch die einzelnen Klebemittelfäden zu erreichen und ein Hindurchfallen der Klebemittelfäden durch die Durchbruchsöffnung weitgehend zu vermeiden. Die Fadendicke der fadenförmigen Einzelelemente KF1 mit KFN ist zweckmäßigerweise zwischen 1/1000 mm und 5/100 mm gewählt. Die Gerüststruktur des Abdeckmittels weist zwischen den einzelnen Klebemittelfäden Lücken mit einer „Maschenweite" LU zwischen 1/1000 mm und 1/100 mm auf. Die Faserdichte einer derartig erzeugten Struktur ist vorzugsweise derart gewählt, dass solche Lücken zwischen den einzelnen, langgestreckten Makro- Klebemittelfäden verbleiben, dass das derart hergestellte Abdeckmittel gasdurchlässig ist. Für die Wände des Innenbehälters GT2 wird vorzugsweise ein Kunststoffmaterial verwendet, das eine ausreichende Anhaftung des Abdeckmittels AM3 ermöglicht. Auf diese Weise überspannt das Abdeckmittel AM3 mit seiner gasdurchlässigen Struktur den Eingangsbereich der Durchgangsöffnung OF3 in der Art eines vliesartigen Traggerüsts.
Wird nun ein flüssiger Vorläufer des Isolationsmaterials IM in den Hohlkörper HK2 des Innenbehälters GT2 eingefüllt und dieses flüssige Vorläufermaterial unter Druckluft- und/oder Treibgasbeaufschlagung zum Aufschäumen gebracht, so wird Luft aus dem Hohlkörper HK2 verdrängt. Aufgrund der Gasdurchlässigkeit des Gebildes des Abdeckmittels AM3 kann diese verdrängte Luft nun durch die Durchgangsöffnung OF3 in den Innenraum des Innenbehälters GT2 entweichen. In entsprechender Weise kann die eingebrachte Druckluft und/oder aufgrund chemischer Umwandlungsprozesse erzeugtes Treibgas des Isolationsmaterials IM durch die gasdurchlässige Struktur des Abdeckmittels AM3 in die Durchgangsöffnung OF3 der Wand SW3 des Innenbehälters GT2 und damit aus dem Hohlkörper HK2 abgeführt werden. Die gasdurchlässige Struktur des Abdeckmit- tels AM3 ermöglicht also eine Entlüftung des Hohlkörpers beim Einbringen eines flüssigen Vorläufers des Isolationsmaterials IM und bei dessen Aufschäumvorgang. In der Figur 3A sind Luftbläschen und Treibgasbläschen GB im aufschäumenden Isolationsmaterial IM schematisch durch kleine Kreise angedeutet. Die Ausströmrichtung für die verdrängte Luft und/oder das Treibgas ist durch Pfeile LS symbolisiert, die vom Inneren des Hohlkörpers HK2 durch das Abdeckmittel AM3 hindurch in die Durchgangsöffnung OF3 und damit ins Innere des Innenbehälters GT2 führen.
Zusätzlich zu dieser Entlüftungs- bzw. Ventilationsfunktion des Abdeckmittels AM3 fungiert dessen gasdurchlässige Struktur als eine Art Traggerüst für das Isolationsmaterial IM bei dessen Aufschäum- und Expansionsvorgang. Es hält dabei das Isolationsmaterial sowohl im flüssigen Vorläuferzustand als auch im Aufschäumzustand bis zur endgültigen Abbindung bzw. Aushärtung derart fest, dass das Isolationsmaterial am Eintritt in die Durchgangsöffnung OF3 und/oder Durchtritt in den Innenraum des Innenbehälters GT2 hinein gehindert ist. Das Abdeckmittel AM3 überspannt mit seiner gasdurchlässigen Struktur die Öffnung OF3 derart, dass für das Isolationsmaterial IM eine Barriere bzw. Sperre gegen dessen Austritt aus dem Hohlkörper HK2 bewirkt ist. Das Traggerüst der verwirbelt angeordneten einzelnen, langgestreckten Klebemittelfäden ist in vorteilhafter Weise derart stabil, dass die Druckkräfte, die durch das expandierende Isolationsmaterial beim Aufschäumprozess senkrecht zum Abdeckbereich AB3 des Abdeckmittels AM3 wirksam werden, weitgehend abgefangen werden können. Wirkt also eine Druckkraft F1 des Isolationsmaterials IM senkrecht auf die etwa planflächige Gerüststruktur des Abdeckmittels AM3, so setzt dieses aufgrund seiner Materialsteifigkeit eine etwa gleich gro- ße Gegenkraft F2 entgegen. Das Abdeckmittel AM3 überspannt dabei im Längsschnittbild von Figur 3A die Öffnung OF isolationsmaterialseitig weitgehend als geradlinig verlaufendes Streifenelement. Es weist senkrecht zur Eingangsöffnung des Durchbruchs OF3 betrachtet eine im Wesentlichen kreisförmige Kontur auf (siehe Figur 3B), die auch beim Andrücken bzw. Anpressen des aufquellenden Isolationsmaterials im Wesentlichen plan- flächig bleibt. Es wird also ein Hineindrücken bzw. Hineinhängen des Abdeckmittels AM3 in das Innere des Durchbruchs OF3 hinein und damit Hineinfließen des Isolationsmaterials IM in die Durchgangsöffnung OF3 aufgrund des weitgehend steifen, insbesondere stabilen, vlies- oder netzartigen Tragegerüsts des Abdeckmittels AM3 weitgehend vermieden. Auf diese Weise fungiert das Abdeckmittel AM3 als Abdichtelement in Bezug auf das Isolationsmaterial IM. Eine Verunreinigung der Innenwand IW3 des Innenbehälters GT2 durch Schaummaterial wird dadurch in zuverlässiger Weise weitgehend vermieden.
Zusammenfassend betrachtet erfüllt somit das erfindungsgemäß strukturierte Abdeckmittel aus einer Vielzahl von zusammenhängenden, langgestreckten Klebemittel-Einzelfäden sowohl eine Abdichtfunktion von verschiedenartigen Abdeckbereichen wie z.B. Öffnungen, insbesondere Durchbrüchen, Randspalten, Fügerändern, Rissen oder sonstigen Leckstellen in den Begrenzungswänden des Hohlkörpers des Innenbehälters gegen Austritt von Isolationsmaterial, als auch eine Entlüftungs- bzw. Ventilationsfunktion zum ge-
zielten Austreten, d.h. Ablassen von Luft und/oder Treibgas beim Aufschäumungsprozess bzw. Expansionsprozess des Isolationsmaterials. Da dieses Abdeckmittel insbesondere durch Aussprühen oder Ausflocken aus einer Düsenvorrichtung wie z.B. DV erzeugt werden kann, eignet sich diese Art der Herstellung des Abdeckmittels für eine automatisierte Fertigungslinie zur Herstellung von Kühlgeräten. Durch die Aussprühtechnik der Düsen- Vorrichtung lässt sich die gasdurchlässige Struktur für das jeweilige Abdeckmittel in vorteilhafter Weise sehr schnell und materialsparend erzeugen. Darüber hinaus lässt sich das Abdeckmittel mit der Sprühtechnik vorteilhaft auch an schwer zugänglichen Stellen des jeweiligen Innenbehälters zur Abdichtung von verschiedenen Arten von Öffnungen bzw. Durchbrüchen und/oder zur Fixierung von Anbau- und/oder Einbauteilen anbringen.
In entsprechender Weise wie Öffnungen im jeweiligen Innenbehälter wie z.B. GT1 , GT2, dessen Außenwände die innere Begrenzung für dessen äußeren Hohlkörper wie z.B. HK1 bzw. HK2 bilden, können auch sonstige Öffnungen wie z.B. Risse, Spalte, Löcher in den anderen Wänden des Hohlkörpers, insbesondere dessen ein oder mehreren Verscha- lungsteilen, mit Hilfe eines erfindungsgemäß erzeugten und ausgebildeten Abdeckmittels gegen Isolationsschaumaustritt bei gleichzeitigem Erhalt der Gasdurchlässigkeit abgedichtet werden. Insbesondere lassen sich etwaige Öffnungen oder Durchbruchstellen in den ein oder mehreren Verschalungsteilen wie z.B. VT1 bzw. VT2 des Hohlkörpers wie z.B. HK1 bzw. HK2 von außen jeweils mit einem derart strukturierten Abdeckmittel gegen Austritt von Isolationsmaterial IM abdichten. Dabei ermöglicht die gasdurchlässige Struktur des jeweiligen Abdeckmittels den Austritt von verdrängter Luft und/oder Treibgas, das zum Aufschäumen des Isolationsmaterials dient, aus dem Hohlraum des Hohlkörpers ins Freie.
Dadurch, dass die gasdurchlässige Struktur des jeweiligen Abdeckmittels eine gezielte Entlüftung während des Aufschäumprozesses des Isolationsmaterials erlaubt, ist die Ausbildung von Lunkern im abgebundenen Isolationsmaterial weitgehend vermieden. Durch die Gasdurchlässigkeit des Abdeckmittels können somit Zwangsentlüftungsmaßnahmen für den Hohlkörper entfallen, wie sie beim Auftragen von geschlossenen Klebemittelmate- rialschichten oder Klebebändern als Abdichtmittel für Öffnungen im Hohlkörper erforderlich wären.
Figur 4 zeigt in perspektivischer Darstellung einen weiteren, alternativ ausgeformten Korpus des Kältegeräts KG bei seiner Montage. Er wird aus dem aus einer Kunststoff platte wie z.B. Polystyrol einteilig tiefgezogenen Innenbehälter GT2 der Figuren 3A, 3B und einer aus nicht dargestellten Platten zusammengefügten Außenhaut bzw. Verschalung zusammengesetzt. Die Platten der Außenhaut sind an der Vorderseite des Innenbehälters durch zu einem Halterahmen zusammengefügte Profilelemente SL1 mit SL4 befestigt. Der Innenbehälter GT2 setzt sich aus zwei Längsseitenelementen SW3, SW4 und einer Deckenschale SW1 und einer Bodenschale SW2 zu einer quaderförmigen Geometrieform zusammen, so dass er einen einzigen, im Längs- sowie Querschnitt betrachtet rechteck- förmigen Innenraum aufweist. Beide Längsseitenwände SW3, SW4 des Innenbehälters GT2 sind jeweils mit einer Vielzahl von Durchbrüchen bzw. Öffnungen OF8 versehen. Diese dienen dazu, Hinterlegteile HT2 aufzunehmen. Diese Hinterlegteile HT2 dienen beispielsweise dazu, im Inneren des Innenbehälters GT2 nicht dargestellte Kühlgutträger oder Teleskopauszüge anzubringen.
Ein großformatiger Durchbruch DU an einer oberen, rückwärtigen Kante der Deckenschale SW1 des Innenbehälters GT2 und ein daran zu platzierendes Hinterlegteil HT1 dienen zur Verankerung eines Anbauteils wie z.B. einer Innenraumbeleuchtung oder einer Lüfter- Leuchte-Kombination im Innenbehälter GT2. Entlang der Anfügezonen, d.h. im Kontaktbereich zwischen dem Auflagerand des Hinterlegteils HT1 und der Außenseite der Decken- schale SW1 des Innenbehälters GT2 ergibt sich ein Abdeckbereich AB4, der die Außenkontur des Hinterlegteils HT1 entlang einer Randzone umläuft. Dort ist eine Abdichtung mithilfe eines Abdeckmittels zum Versiegeln eines Fügespalts zwischen Deckenschale SW1 und aufliegendem Hinterlegteil HT1 um die Außenkontur des Hinterlegteils HT1 herum gewünscht. Weiterhin sind zwei entlang einer gedachten Linie mit Abstand voneinan- der angeordnete Abdeckbereiche AB41 , AB42 auf der oberen Deckenschale SW1 vorgesehen, die Stellen zur Befestigung eines Steuer- bzw. Versorgungskabels LE vorgeben. Dieses Kabel LE verbindet im fertig montierten Kühlgerät bzw. Kältegerät KG das Hinterlegteil HT1 mit einer elektronischen Steuerbaugruppe, die hinter einer über dem obersten Profilelement SL1 montierten, hier nicht dargestellten Bedienblende angeordnet ist.
Analog zum Abdeckbereich AB4 sind ringsum die Durchbrüche bzw. Öffnungen OF8 in den Längsseitenwänden SW3, SW4 ringförmige Abdeckbereiche vorgesehen, um die Kontaktzonen zwischen Hinterlegteilen HT2 und dem Innenbehälter GT2 abzudichten.
Figur 8 zeigt einen derartigen Abdeckbereich ringsum eine Öffnung 0F8 anhand einer schematischen Längsschnittdarstellung durch die Seitenwand SW4 im Bereich der Öffnung 0F8. Das Hinterlegteil HT2 ist als im Wesentlichen kreiszylinderförmiges Buchsenteil von der Hohlkörperseite, d.h. von außen her in den etwa kreiszylinderförmigen Durch- bruch OF8 eingefasst. Es sitzt dabei um die etwa kreisförmige Querschnittsfläche der Öffnung OF8 mit einem kreisringförmig umlaufenden Flansch FLA auf der isolations- schaumseitigen Innenseite der Seitenwand SW4 des Innenbehälters GT2, d.h. also im Hohlraum dessen außen angeordneten Hohlkörpers. Auf der dem Hohlkörper abgewandten Seite der Seitenwand SW4 ist das Hinterlegteil HT2 mit einem radial überstehenden, ringförmigen Rasthaken RH an der Innenseite der Seitenwand SW4 verrastet. In einer etwa kreisringförmigen Anfügezone bzw. Kontaktzone DIL zwischen der äußeren Stirnkante des kreisringförmigen Flansches FLA und der Auflageseite der Seitenwand SW4 ist mithilfe der Düsenvorrichtung DV von Figur 1 ein Abdeckmittel AM81 aufgebracht. Es dichtet entlang einer annularen, d.h. kränz- bzw. ringförmigen Abdichtzone AB81 um die Öffnung OF8 einen etwaigen Spalt bzw. Schlitz zwischen der äußeren Stirnkante des Flansches FLA und der Seitenwand SW4 gegenüber Schaumeintritt des Isolationsmaterials IM ab, wenn dieses nach Fertigstellung der Abdichtung für das Hinterlegteil HT2 in den Hohlkörper HK2 (siehe Figur 3A) des Innenbehälters GT2 verfüllt wird.
Figur 7 zeigt einen Teilschnitt des Innenbehälters GT2 von Figur 4 und des daran vormontierten Hinterlegteils HT1. Das vom Hinterlegteil HT1 zur Steuerbaugruppe verlaufende Kabel LE ist im Ausführungsbeispiel an zwei voneinander vorgegebenen Fixierstellen AB41 , AB42 mittels eines erfindungsgemäß aufgebrachten Abdeckmittels AM41 , AM42 an der Außenwand des Innenbehälters GT2 befestigt. Das jeweilige Abdeckmittel AM41 , AM42 überdeckt das Kabel LE quer zu seiner Längserstreckung und fixiert es zu beiden Seiten seiner Längserstreckung an der isolationsschaumseitigen Außenwand des Innenbehälters GT2 auf einem Kontaktstreifen. Alternativ dazu kann es ggf. bereits ausreichend sein, dass das jeweilige Abdeckmittel mit einer streifenförmigen Auflagekontur zuerst auf die isolationsmaterialseitige Außenwand des Innenbehälters GT2 an den gewünschten Fixierstellen AB11 , AB12 angebracht wird, und dass dann erst das Kabel auf das noch aufgeheizte, klebrige Abdeckmittel aufgedrückt wird, so dass es dort jeweils haften bleibt. Auf diese Weise kann das Kabel LE bezüglich seiner örtlichen Lage für nachfolgende Arbeitsgänge bzw. Montageschritte ausreichend vorfixiert werden, insbesondere für einen
nachfolgenden Montageschritt, während dem der vom Innenbehälter GT2 und den Platten der Außenhaut bzw. Verschalung begrenzte Hohlkörper HK2 mit Isolationsmaterial ausgeschäumt wird. Im Bereich der Stoßkanten zwischen dem angefügten Hinterlegteil HT1 und dem Durchbruch DU an der oberen Seitenwand des Innenbehälters GT2 ist in der äußeren Randzone AB4 um die Außenkontur des Hinterlegteils HT1 das Abdeckmittel AM4 vorgesehen. Es dient der Abdichtung eines etwaigen Randspaltes zwischen der Außenwand des Innenbehälters GT2 und dem Hinterlegteil HT1. Dadurch kann in zuverlässiger Weise verhindert werden, dass Isolationsmaterial beim Verfüllen des Hohlkörpers HK2 in den Innenraum des Innenbehälters GT2 eindringen kann.
Zusätzlich oder unabhängig hiervon kann es ebenfalls zweckmäßig sein, zusätzlich einen Klebemittelfilm HKM an den sich gegenseitig überlappenden, innenliegenden Kontaktflächen des Halteteils HT1 und des Gehäuseteils GT2 vorzusehen.
Figur 12 zeigt eine schematische Querschnittsdarstellung der Rückwand RW des Innen- behälters GT2 von Figur 4 bei einem Schnitt senkrecht zur Längserstreckung der Rückwand RW. Auf der dem Hohlkörper HK2 zugewandten Außenseite der Rückwand RW ist ein Verdampferelement VED flächig aufgelegt. Zweckmäßiger weist das Verdampferelement VED eine an die Krümmung der Rückwand RW angepasste Innenkontur auf. Im Bereich der Randzonen des Verdampferelements VED ist durchgängig oder an verschie- denen, voneinander beabstandeten lokalen Stellen jeweils ein Abdeckmittel wie z.B. AM121 , AM122 mit der erfindungsgemäß ausgebildeten Gerüststruktur aufgebracht, um das flächige Verdampferelement VED an der Rückwand RW vorzufixieren, bis es in dem ausgehärteten Isolationsmaterial IM schließlich endgültig lagegesichtert ist.
Figur 10 veranschaulicht in schematischer Draufsichtsdarstellung die schlitzartige Öffnungen OF101 , OF102, OF103 in einer Seitenwand des Innenbehälters GT1 von Figur 1 , die mittels erfindungsgemäß hergestellter Abdeckmittel AM101 , AM102, AM103 abgedeckt worden sind. Zum einen bilden diese Abdeckmittel AM101 , AM102, AM103 eine Sperre für das Isolationsmaterial IM, wenn dieses im Hohlkörper HK1 (siehe Figur 2) eingefüllt und dort aufgeschäumt wird. Durch diese Barriere kann das Isolationsmaterial IM nicht durch die Öffnungen OF101 , OF102, OF103 in den Innenraum des Innenbehälters GT1 eindringen und dort dessen Innenwände verschmutzen. Zum Anderen ermöglicht die gasdurchlässige Struktur des jeweiligen Abdeckmittels, dass durch den Aufschäumvorgang
verdrängte Luft im Hohlkörper HK1 und/oder für den Aufschäumgang verwendetes Treibgas aus dem Hohlkörper HK1 durch die Öffnungen OF101 , OF102, OF103 hindurch in den Innenraum des Innenbehälters GT1 entweichen kann. Dadurch lässt sich ein Isolationsmantel weitgehend einwandfrei ringsum den Innenbehälter GT1 herstellen. Insbesondere ist die Ausbildung von unerwünschten Lunkern, d.h. Lufteinschlüssen, oder sonsti- gen Beeinträchtigungen in der Struktur des Isolationsmaterials weitgehend vermieden. Auf diese Weise ist weitgehend sichergestellt, dass das im Hohlkörper HK1 vorhandene Isolationsmaterial IM eine einwandfrei ausgebildete, thermische Dämmschicht bildet.
Figur 11 zeigt einen schematischen Schnitt durch einen Rand des Innenbehälters GT2 von Figur 4 und eines der daran befestigten Profilelemente SL1 mit SL4. Das Profilelement ist im Wesentlichen ein L-Profil mit zwei zueinander orthogonal verlaufenden Schenkeln SE1 , SE2, wobei der sich auf die Vorderseite des Korpus erstreckende Schenkel SE1 haarnadelförmig in sich zurückgebogen und durch eine elastische Feder FE verlängert ist. Der Schenkel SE1 und die Feder FE begrenzen eine Nut, in welcher der Rand des Innenbehälters GT2 geklemmt ist. Auch hier ist auf der den Isolationsmaterial IM zugewandten Seite im Aufkant- bzw. Anfügebereich zwischen dem Schenkel SE1 und der Außenwand des Innenbehälters GT2 ein Abdeckmittel AM1 1 mit der erfindungsgemäß ausgebildeten Struktur zur Abdichtung eines etwaigen Spalts aufgebracht. Dadurch wird eine Leckage von Isolationsmaterial IM in den Innenraum des Innenbehälters GT2 hinein in zuverlässiger Weise vermieden.
Das Abdeckmittel AM81 überdeckt dabei einen Teilbereich des haarnadelförmig gebogenen Schenkels SE1 und eine sich daran anschließende Kontaktzone auf der Außenwand des Innenbehälters GT2. Dann kann eine bisher verwendete Heißkleberschicht HKS, die in einem Randbereich der Feder FE und einem benachbarten Oberflächenstreifen der Innenwand des Innenbehälters bisher als schaumdichte Verbindung aufgetragen worden ist, oder eine dazwischengeklemmte Abdichtfolie ggf. entfallen. Diese bisher verwendete Heißkleberschicht oder Abdichtfolie ist in der Figur 1 1 strichpunktiert angedeutet.
Figur 9 zeigt schließlich für eine weitere Variante des Kältegeräts KG eine Querschnittsdarstellung des Innenbehälters GT2 von Figur 4 mit weiteren zweckmäßigen, abgewandelten Präparationsmaßnahmen, bevor dessen äußerer Hohlkörper HK2 mit Isolationsma-
terial IM verfüllt worden ist und dieses ausgehärtet ist. Im Einzelnen werden dazu folgende Montageschritte ausgeführt:
Zunächst werden freibleibende Öffnungen bzw. Durchbrüche des Innenbehälters GT2 jeweils mithilfe eines erfindungsgemäß erzeugten Abdeckmittels von außen her abgedeckt. In der Figur 9 wird beispielsweise die Öffnung OF91 in der Bodenschale SW2 des Innenbehälters GT2 mit dem Abdeckmittel AM91 abgedeckt und somit schaumdicht verschlossen. Daneben werden Einbau- und/oder Anbauteile in weitere Öffnungen einge- passt oder durch diese hindurchgeführt. Im Ausführungsbeispiel von Figur 9 wird beispielsweise durch eine Durchgangsöffnung OF92 in der rechten Seitenwand SW4 des Innenbehälters GT2 eine Leitung oder ein Kabelbaum LE9 von außen in den Innenraum des Innenbehälters GT2 eingeführt. Dort wird eine Licht-Reglereinheit LID vormontiert. In der Öffnung OF92 kann dabei zweckmäßigerweise ein Hinterlegteil oder eine Durchführhülse zur Erhöhung der Tragkraft eingepasst sein. Die Randzone zwischen der zugeführten Leitung LE9, einem etwaig eingeführten Hinterlegteil sowie eine ringförmige Umgebungszone auf der Seitenwand des Innenbehälters GT2 um diese Öffnung OF92 herum wird zweckmäßigerweise mithilfe eines Abdeckmittels AM92, das sich aus einzelnen langgestreckten Klebemittelfäden mit der erfindungsgemäßen Struktur zusammensetzt, überdeckt. Dadurch lässt sich eine zuverlässige schaumdichte Abdichtung zwischen zugeführter Leitung LE9 und dem Innenrand der Öffnung OF92 bereitstellen. Weiterhin lassen sich auch weitere Bereiche am Innenbehälter GT2 vor unerwünschtem Eintritt von Isolationsmaterial IM in dessen Innenraum schützen. So ist beispielsweise auch die Stromversorgungseinrichtung SVE, an die das Kabel bzw. die Leitung LE9 angeschlossen ist, mit einem erfindungsgemäßen strukturiertem Abdeckmittel AM97 an Isolationsmaterialschaum-kritischen Stellen mit einem Abdeckmittel AM97 überzogen. Die Stromversorgungseinrichtung SVE ist hier im Ausführungsbeispiel von Figur 9 am Unterboden des Innenbehälters GT2 vorgesehen. Bei der vorliegenden Ausführungsvariante ist weiterhin ein Verdampfer VED im Inneren des Innenbehälters GT2 im Deckenbereich vorgesehen. Dorthin wird sein Kühlmittelrohr RO durch eine Öffnung OF93 in der Deckenschale SW1 hingeführt. Diese Öffnung OF93 ist ebenfalls mithilfe eines erfindungsgemäß erzeugten Abdeckmittels AM93 verschlossen. Des Weiteren kann das erfindungsgemäße Abdeck- mittel auch dazu herangezogen werden, das Kühlmittelrohr RO außen am Verschalungsteil VT2 lagezusichern. Dazu ist z.B. an einer lokalen Stelle das Abdeckmittel AM96 entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren aufgebracht. Es dient hier ausschließlich der Fixierung des Kühlmittelrohrs RO zur provisorischen bzw. vorläufigen Lagesicherung,
bis das Isolationsmaterial IM in den Hohlkörper HK2 eingebracht ist und dort abgebunden hat. In analoger Weise können auch Öffnungen in der Außenwand des Verschalungsteils VT2 mithilfe des erfindungsgemäßen Abdeckmittels schaumdicht gemacht werden. Im Verschalungsteil VT2 von Figur 9 ist beispielsweise eine Leckstelle OF95 mit dem Abdeckmittel AM95 überdeckt und abgedichtet. Weiterhin können auch mikroskopisch kleine Spalte zwischen Anbauteilen und Innenrändern von Öffnungen, in die diese hineingefügt sind, mithilfe des erfindungsgemäßen Abdeckmittels gegen Schaumaustritt weitgehend hermetisch abgedichtet werden. Beispielsweise ist in das Verschalungsteil VT2 ein Anbauteil AT94 durch eine Öffnung OF94 in den Hohlkörper HK2 teilweise hineingefügt. Es ist mithilfe eines erfindungsgemäß erzeugten und strukturierten Abdeckmittels AM94 im Bereich einer Durchtrittszone zwischen dem Innenrand der Öffnung OF94 und der Au- ßenberandung des Anbauteils AT91 vorgesehen.
Zusammenfassend betrachtet dient also das erfindungsgemäß hergestellte und strukturierte Abdeckmittel zum einen dazu, insbesondere eine Abdichtung gegen Isolationsmate- rial-Austritt aus dem Hohlkörper eines Gehäuseteils wie. z.B. des Innenbehälters eines Kühlgeräts zu erreichen. Zum anderen übernimmt es die Funktion eines Entlüftungs- bzw. Ventilationsmittels aufgrund seiner gasdurchlässigen Struktur. Zusätzlich oder unabhängig hiervon kann es auch als Fixiermittel für Ein- und Anbauteile dienen, die an irgendeinem Gehäuseteil des Kältegeräts lagezusichern oder zu fixieren sind.
Insbesondere zeichnet sich das erfindungsgemäße Abdeckmittel dadurch aus, dass es eine Barriere bzw. Sperre für den flüssig eingebrachten Vorläufer des Isolationsmaterials und dessen Schaummaterial beim Aufschäumen bildet. Mit anderen Worten hält das erfindungsgemäß erzeugte und ausgebildete Abdeckmittel das Isolationsmaterial beim Ver- füllen und Aufschäumen fest, so dass es nicht durch Öffnungen oder Durchbrüche im Hohlkörper für den Innenbehälter oder der Tür austreten kann. Aufgrund seiner spezifischen Struktur bewirkt es einen ausreichenden Rückhalt für das Isolationsmaterial bei dessen Einfüllvorgang in flüssigem Zustand sowie dessen Verschäumung und bleibt gleichzeitig ausreichend gasdurchlässig. Die gasdurchlässige Struktur des erfindungsge- mäßen Abdeckmittels ermöglicht eine einwandfreie Ventilation oder Entlüftung von verdrängter Luft und/oder Treibgas, wie dies z.B. beim Verfüllen eines Hohlkörpers mit Isolationsmaterial gefordert ist. Darüber hinaus ist zusätzlich oder unabhängig hiervon durch die zusammenhängenden, fadenförmigen Klebemittel-Einzelelemente des jeweiligen Ab-
deckmittels eine Haftwirkung erzielbar, so dass Anbau- und/oder Einbauteile an einer Vielzahl von Gehäuseteilen des Kältegeräts befestigt werden können. Auf diese Weise kann das erfindungsgemäße Abdeckmittel bei vielfältigen Montageaufgaben im Herstel- lungsprozess von Kältegeräten eingesetzt werden.
Weiterhin lässt sich das erfindungsgemäß erzeugte und ausgebildete Abdeckmittel präziser auf den jeweiligen Abdeckbereich als ein Klebebandstück aufbringen. Die Abdichtwirkung und/oder Fixierwirkung des erfindungsgemäßen Abdeckmittels lässt sich dabei unter geringerem Materialeinsatz als bei Klebebändern oder bei der Anwendung geschlossener Klebemittelfilme oder Klebemittelschichten, insbesondere geschlossener „hot-melt- Aufträge" erreichen. Dies führt zu einer verbesserten Effizienz des Herstellungsprozesses. Insbesondere lässt sich das erfindungsgemäß ausgebildete Abdeckmittel auf den jeweiligen Abdeckbereichen wesentlich schneller als Klebstoffbänder oder ein geschlossener Klebemittelfilm aufbringen, was einen beschleunigten, automatisierten Fertigungsablauf begünstigt.
Figur 13 zeigt schließlich eine schematische Abfolge des automatisierten Fertigungsprozesses zur Herstellung des Korpus eines Kühlgeräts mit einem Innenbehälter GT2 entsprechend den Figuren 3A, 3B, 4. Zunächst werden an den Innenbehälter GT2 in einer Fixierstation FV mithilfe einer Heißkleber-Beschichtungsvorrichtung HKV verschiedene Anbau- und/oder Einbauteile AT durch Auftrag von geschlossenen Klebemittelschichten vorfixiert. Anschließend werden etwaige Öffnungen OF in den Wänden des Innenbehälters mithilfe erfindungsgemäß aufgebrachter Abdeckmittel AM in einer nachfolgenden Abdichtstation DIV isolationsmaterial-undurchlässig abgedichtet. Dazu ist in der Abdichtstation DIV die mindestens eine Düsenvorrichtung DV vorgesehen, die langgestreckte Klebemitteleinzelfäden KF1 mit KFn vorzugsweise verwirbelt ausstößt. Der Abstand der Düsenvorrichtung DV vom jeweilig gewünschten Abdeckbereich des Gehäuseteils sowie sonstige Düsenparameter der Düsenvorrichtung DV werden zweckmäßigerweise derart gewählt, dass die ausgesprühten Klebemittel-Einzelfäden auf ihrer Flugbahn zum jeweilig gewünschten Abdeckbereich vor dem dortigen Auftreffen teilweise oder ganz aushärten. Ggf. kann es zweckmäßig sein, die Düsenvorrichtung DV derart aufzuhängen, dass für sie eine Pendelbewegung möglich ist. Dies ist in der Figur 1 bzw. in Figur 13 durch einen Doppelpfeil PE angedeutet. Dadurch lässt sich der Fokussierbereich der Düsenvorrichtung DV erweitern. Insbesondere ist die Düsenvorrichtung DV an einem Roboterarm mon-
tiert, so dass beliebige Stellen ringsum den Innenbehälter GT2 automatisch bzw. selbstständig ohne manuelles Eingreifen angefahren werden können, um dort entsprechende Abdeckmittel an Ein- und/oder Anbauteilen und/oder Öffnungen aufzubringen. Ggf. kann es auch zweckmäßig sein, die Düsenvorrichtung als Spritzdüse auszubilden. Dann kann das jeweilige Abdeckmittel durch eine Bedienperson an einer gewünschten Stelle von Hand aufgesprüht werden. Auch dies geht schneller und materialsparender als das herkömmliche Aufkleben von Klebbändern oder das Auftragen geschlossener Klebemittelschichten.
Ggf. kann die Fixierstation FV auch entfallen. Dann wird in vorteilhafter Weise allein mit der Düsenvorrichtung DV bereits eine Fixierung von Ein- und/oder Anbauteilen AT durchgeführt.
Schließlich wird der Innenbehälter GT2 mit den angebrachten Abdeckmitteln AM über eine oder mehreren Öffnungen sowie den lagegesicherten Einbau- und/oder Anbauteilen AT außen mit einer Verschalung VT2 in einer nachfolgenden Station VSV umgeben. Bereits dort oder ggf. in einer nachgeordneten, eigens vorgesehenen Füllstation wird das Isolationsmaterial IM im flüssigen Zustand in den Hohlkörper HK2 des Innenbehälters GT2 eingefüllt, der zwischen den Außenwänden des Innenbehälters GT2 und den Innenwänden des Verschalungsteils VT2 gebildet ist. Das Isolationsmaterial IM wird dabei unter Druckluft und/oder unter Beaufschlagung mit Treibgas aufgeschäumt. Anschließend härtet das Isolationsmaterial IM aus und festigt sich. Der derart hergestellte Korpus KO des Kühlgeräts wird anschließend weiteren Montagestationen zur Herstellung des Kühlgeräts zugeführt. Diese sind in der Figur 13 weggelassen worden.
Das Aussprühen von einzelnen langgestreckten Klebemittelfäden auf einen gewünschten Abdeckbereich mittels mindestens einer Aussprühvorrichtung, insbesondere Düsenvorrichtung, derart, dass sich ein Abdeckmittel mit einer gasdurchlässigen Struktur ausbildet, die gleichzeitig für das Isolationsmaterial ausreichend dicht ist, zeichnet sich insbesondere durch einen sehr geringen Materialverbrauch gegenüber den bisherigen Arbeits- bzw. Montageverfahren aus, bei denen ein geschlossenen Film oder Klebeband als Dichtung aufgebracht wird. Darüber hinaus erlaubt die Aussprühtechnik mittels einer Aussprühvorrichtung, insbesondere Düsenvorrichtung, einen hohen Automationsgrad wie z.B. durch einen sechs- Achsen- Roboter. Mit ihm sind vorteilhaft hohe Fahrgeschwindigkeiten, ins-
besondere von ca. 0,1 m/s, zum Aussprühen der Klebemittelfäden und Erzeugen des jeweiligen Abdeckmittels am gewünschten Abdeckbereich möglich. Für Schwellenländer oder „Low- Cost" (Niedrigkosten)- Anwendungen sind die Abdeckmittel insbesondere auch mit einer Handvorrichtung, insbesondere einer Sprühpistole, herstellbar. Schließlich ist es nicht erforderlich, Umweltabsaugeinrichtungen vorzusehen, da eine Vernebelung des jeweiligen Abdeckmittels beim Aufbringen nicht stattfindet. Denn das jeweilige Abdeckmittel wird ja am gewünschten Abdeckort durch eine Vielzahl von bereits teil- oder vorausausgehärteten Klebemittelfäden gebildet.
Insbesondere ist die mindestens eine Aussprühvorrichtung, vorzugsweise Düsenvorrich- tung, in einem vorgegebenen Abstand bzw. in einer vorgegebenen Distanz zum jeweilig gewünschten Abdeckbereich des Gehäuseteils angeordnet. Dies bedeutet, dass die Düsenvorrichtung bzw. allgemein ausgedrückt das Aussprühwerkzeug nicht mit dem eigentlich zu besprühenden Werkstück kontaktiert wird, d.h. nicht mit diesem zusammenkommt, sondern es ist durch das Aussprühen einer Vielzahl von Klebemittelfäden aus dem Aus- sprühwerkzeug möglich, die Klebemittelfäden durch die Luft sozusagen berührungslos bzw. kontaktlos fliegen und auf einen gewünschten Abdeckbereich des Gehäuseteils fo- kussiert auftreffen zu lassen. Das Aussprühen der Klebemittelfäden erfolgt also „von der Ferne" aus auf den jeweilig gewünschten Auftreffort am Gehäuseteil. Durch Bewegen der Düsenvorrichtung bzw. allgemein ausgedrückt der Aussprühvorrichtung lassen sich ver- schiedenen Sektionen bzw. Abschnitte, d.h. Teilflächen des jeweilig gewünschten Abdeckbereichs mit der Struktur aus Klebemittelfäden so nacheinander bzw. schrittweise überdecken, dass schließlich auf der Gesamtfläche des jeweilig abzudeckenden Bereichs eine Vielzahl von Klebemittelfäden mit der spezifischen, gasdurchlässigen Struktur aufsitzt.
Zusammenfassend betrachtet wird also eine gasdurchlässige, aber isolationsmaterial- undurchlässige, d.h. -sperrende Abdeckstruktur erzeugt, indem der Sprühabstand und/oder mindestens ein weiterer Sprüh, insbesondere Düsenparameter wie z.B. Temperatur des verarbeiteten Klebemittels, insbesondere „hot-melts", der Aussprühvorrichtung, insbesondere Düsenvorrichtung in vorteilhafter Weise derart gewählt wird, dass aus der Aussprühvorrichtung, insbesondere dem Düsenkopf der Düsenvorrichtung, einzelne Makro-Klebemittelfäden ausgesprüht, insbesondere verwirbelt ausgestoßen werden, diese im Flug vor dem Auftreffen auf den jeweilig gewünschten Abdeckbereich zumindest teilweise
ausgehärtet werden und sich am Zielort als lockeres Gebilde anhand von Anhangskräften und Diffusionsverbindungen aneinander als zusammenhängendes Gebilde anordnen. Diese gasdurchlässige Struktur hat vereinfacht betrachtet vorzugsweise eine in erster Näherung gespinstartige oder spinnwebartige, insbesondere vliesartige oder netzartige Beschaffenheit. Vereinfacht ausgedrückt weist ihr Arrangement bzw. Gewirr von Makro- Klebemittelfäden eine Art mikroporösen Schwammaufbau oder Microvliesaufbau auf. Dieser hat die Eigenschaft, Luft und/oder Treibgas durchzulassen, aber aufgeschäumtes Isolationsmaterial, insbesondere Polyurethanschaum, eine Barriere entgegenzusetzen. Sie bildet also eine Sperre für das Isolationsmaterial beim Verfüllen eines flüssigen Vorläufermaterials und bei dessen Aufschäumvorgang. Sie weist insbesondere eine mikrolöchri- ge Traggerüstkomposition zwischen den einzelnen Klebemittelfäden auf, die die Makromoleküle des Isolationsmaterials nicht durchlässt, jedoch Luft- und/oder Gasmoleküle hindurch gelangen lässt.
Im Gegensatz zu Klebebändern oder Klebemittelschichten, die z.B. durch Auftragung ei- nes Schmelzkleberfilms (,,hot-melt"-Film) erzeugt werden, und die dann eine geschlossene Materialschicht über einer Öffnung oder einer sonstigen abzudeckenden Stelle bilden, ermöglicht das erfindungsgemäß erzeugte und strukturierte Abdeckmittel aufgrund seiner gasdurchlässigen Struktur das Entweichen von Luft und/oder Treibgas aus dem vom Isolationsmaterial eingenommenen Raum. Dadurch wird weitgehend vermieden, dass sich Lunker im Isolationsmaterial oder sonstige negative Auswirkungen der Materialbeschaffenheit des ausgehärteten Isolationsmaterials ausbilden können, die zu einer Beeinträchtigung der Isolationswirkung führen könnten.
In analoger Weise lässt sich selbstverständlich auch für sonstige Gehäuseteile eines Kühlgeräts wie z.B. für eine Tür dessen Isolationsmantel herstellen. Nach dem gleichen Prinzip wird jeweils ein Abdeckmittel mit einer gasdurchlässigen Struktur aus einer Vielzahl von zusammenhängenden, fadenförmigen Klebemittelfäden auf eine jeweilig abzudichtende Öffnung in mindestens einer Wand des Hohlkörpers der Tür aufgebracht.
Zusätzlich oder unabhängig hiervon können mittels derselben Aussprühtechnik auch Einbau- und/oder Anbauteile für weitere Montageschritte von einem derartig erfindungsgemäß strukturierten Abdeckmittel fixiert werden.