Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine mit Streckwerken und
mit Spindeln sowie mit am Faserlaufweg zwischen den Streckwerken
und den Spindeln angeordneten, am Umfang mit einer Perforation
versehenen, im Innern unter Saugzug stehenden, angetrieben sich
drehenden Saugrotoren, durch die in einer auf einen Teil des Umfangs
der Saugrotoren begrenzten Verdichtungszone Faserlunten
angesaugt und verdichtet werden.
Eine derartige Spinnmaschine ist aus der EP 0 162 787 B1 bekannt.
Den Streckwerken dieser Spinnmaschine ist jeweils ein
scheibenförmiger Saugrotor nachgeordnet, über den die von den
Streckwerken abgelieferten Faserlunten laufen und auf dem diese
Faserlunten verdichtet werden. Dieses Verdichten erfolgt durch
Ansaugen der die Faserlunte bildenden Fasern an eine schmale
Spur einer den Mantel des Saugrotors durchdringenden Perforation,
insbesondere einer um den Umfang des Saugrotors verlaufenden
Linie von Ansaugöffnungen. In der Ausführungsform der Figuren
10, 11 und 12 dieser Druckschrift ist die Drehachse des
Saugrotors waagrecht und die Ebene seiner Perforation parallel
zu den Streckwalzen der Streckwerke angeordnet. Auf diesem Saugrotor
werden jeweils zwei, von zwei nebeneinander liegenden
Streckwerken abgelieferte Faserlunten zu einem Kern/Mantel-Garn
vereinigt, dem dann mittels einer Falschdrallspindel falsche
Drehung erteilt und das schließlich auf eine Spule aufgewunden
wird.
Durch die Lage der Saugrotoren ist zumindest eine der Faserlunten
gezwungen, in nicht durch Drehung verfestigtem Zustand
über eine gewisse Strecke zu laufen. In diesem Bereich unterliegt
die Faserlunte der Gefahr der Beschädigung. So kann sie
oder zumindest ihre Fasern bspw. durch den Luftstrom eines Wanderbläsers
verwirbelt werden. Dadurch würde zumindest die Haarigkeit
des erzeugten Garnes unerwünscht erhöht oder gar dessen
Gleichmäßigkeit nachteilig beeinträchtigt werden. Ferner übt die
Ringspinnvorrichtung auf die auf dem Saugrotor liegende Faserlunte
Zug aus, der ein optimales Verdichten der Faserlunte beeinträchtigt.
Der Erfindung war demgemäß die Aufgabe gestellt, die Distanz,
über die eine Faserlunte ohne Führung zu einem solchen Saugrotor
läuft, zu vermindern und den Fadenzug einer nachgeordneten Drehungs- und Aufwindevorrichtung von der Verdichtungszone fernzuhalten.
Sie löst diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des
Hauptanspruches genannten Merkmale.
Das Faserband tritt als Bändchen aus dem Ausgangswalzenpaar aus,
dessen Breite ein Mehrfaches seiner Dicke beträgt. Dadurch, daß
sich die Perforation auf dem Saugrotor in der Richtung der
Breitenerstreckung des Faserbandes bewegt und das Faserband auf
seinem Umfang aufnimmt, ist hierdurch vorteilhafterweise bereits
eine Verdichtungswirkung gegeben, zu der die Saugwirkung in der
Verdichtungszone noch hinzukommt. Die Lage der Ebene der Perforation
in der die Ausgangswalzen in ihrer Klemmlinie tangierenden
Ebene erlaubt es vorteilhafterweise auch, das Faserband wie
üblich zu changieren.
Wenn in einer ersten Verwirklichung der Erfindung der Saugrotor
sehr schmal ausgeführt wird, wird der Vorteil erreicht, daß ein
Umfangsbereich des Saugrotors in den Zwickel zwischen der Unterwalze
und der Oberwalze des Ausgangswalzenpaares gerückt werden
kann, wodurch er näher an der Klemmlinie des Ausgangswalzenpaares
liegt. Damit wird die Distanz zwischen Klemmlinie des
Ausgangswalzenpaares, an der die Faserlunte die Führung durch
das Streckwerk verläßt, und dem Umfang des Saugrotors, an dem
die Faserlunte wieder einer Führung unterliegt, wesentlich vermindert.
Überraschend hat sich ergeben, daß in einer zweiten Verwirklichung
der Erfindung, bei der das Abziehen des durch das Einspringen
der erteilten Drehung entstehenden Garnes vom Umfang
des Saugrotors oder vom Umfang einer ihm zugeordneten Andrückrolle
in einer zur Drehachse des Saugrotors seitlich versetzten
und schiefen Richtung erfolgt, das Garn über die Umfangsfläche
des Saugrotors oder der Andrückrolle abrollt. Hierdurch wird dem
Garn Drehung erteilt, die zwar falsche Drehung ist, jedoch das
Einspringen der erteilten echten Drehung dann vorteilhaft unterstützt,
wenn der Drehsinn der vorgesehenen Drehung und der Drehsinn
der falschen Drehung auf deren ablaufender Seite übereinstimmt.
Die Drehrichtung der erteilten falschen Drehung kann
durch Wahl der Drehrichtung des Saugrotors oder der Andrückrolle,
von dem bzw. der das Garn abläuft, und dessen Umschlingung
durch das Garn auf den Sinn der erteilten echten
Drehung abgestimmt werden. Durch dieses Unterstützen des Einspringens
der erteilten echten Drehung in das Garn werden Fadenbrüche
vermindert und das Einbinden abstehender Fasern verbessert,
was die Haarigkeit des erzeugten Garnes vermindert.
Hierfür ist es von Vorteil, wenn der Saugrotor bzw. die Andrückrolle,
von dem bzw. der das Garn abläuft, nicht so schmal wie
möglich ausgebildet ist, sondern zumindest in Richtung des Abrollens
des Garnes zylindrisch verlängert ist. Wenn es der Saugrotor
ist, der verlängert wird, muß hierbei allerdings auf den
Vorteil verzichtet werden, den Saugrotor in den Zwickel zwischen
den beiden Walzen des Ausgangswalzenpaares rücken zu können. Es
ist aber ohne weiteres möglich, die Andrückrolle in axialer
Richtung zu verlängern, so daß in diesem Falle sowohl der Vorteil
dichten Anstellens des Saugrotors an die Klemmlinie des
Ausgangswalzenpaares des Streckwerkes als auch der Vorteil des
Unterstützens der Drehungserteilung durch Falschdrall gegeben
ist.
Um ein besonders wirksames Abrollen des Garnes auf dem Saugrotor
oder auf seiner Andrückrolle zu erreichen, ist der Saugrotor
bzw. die betreffende Andrückrolle jedenfalls in dem Bereich, in
dem das Abrollen des Garnes stattfindet, mit einem Belag hohen
Reibungsbeiwertes ausgestattet, bspw. mit Gummi oder mit einem
gummiähnlichen Material belegt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann neben dem Herstellen von
einfachem Garn vorteilhaft auch beim Herstellen von Coregarn
eingesetzt werden. Entsprechend kann die Spinnmaschine zusätzlich
zu der erfindungsgemäßen Verdichtungsvorrichtung auch mit
Einrichtungen zum Herstellen von Coregarn ausgestattet werden.
In einem Coregarn soll der Kernfaden möglichst vollständig in
die das äußere Erscheinungsbild des Garnes bestimmenden Mantelfasern
eingebettet werden. Im normalen Coregarn-Spinnen erfolgt
dies dadurch, daß der Kernfaden der im letzten, in aller Regel
also im Hauptverzugsfeld breit auseinandergelaufenen Faserlunte
zugeführt wird, während das Herumlegen der Mantelfasern um den
Kernfaden durch das Drehen des Faserverbandes zwischen dem Ausgangswalzenpaar
und dem die Drehung erteilenden Organ, in aller
Regel also einer Ringspinnspindel erfolgt. Dieses Einbetten erfolgt
an manchen Stellen entlang des Garnes häufig unvollständig,
was eine Qualitätseinbuße des erzeugten Coregarnes darstellt.
Durch das erfindungsgemäße Verdichten wird das Einbetten des
Kernfadens in die Mantelfasern zusätzlich zum Eindrehen unterstützt
und bewirkt so ein wirksameres, weniger Lücken aufweisendes
und über die Länge des Garnes gleichmäßigeres Abdecken des
Kernfadens durch die Mantelfasern.
In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt. Die Darstellung ist weitestgehend schematisiert.
Es zeigen
- Fig. 1
- den Querschnitt durch Streckwerk und Spindelreihe
einer ersten Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2
- die ausschnittsweise Draufsicht auf den Gegenstand der
Fig. 1, teils geschnitten;
- Fig. 3
- eine Ausgestaltung des Gegenstandes der Fig. 1 zum
Herstellen von Coregarn und zum Spinnen mit Spinnfinger;
- Fig. 4
- einen Längsschnitt durch den Saugrotor der Fig. 1 bis
3;
- Fig. 5
- eine zweite Ausführungsform der Erfindung in Darstellung
wie in Fig. 1;
- Fig. 6
- die ausschnittsweise Draufsicht auf den Gegenstand der
Fig. 5 in Darstellung wie in Fig. 2, teilweise geschnitten.
Die erfindungsgemäße Spinnmaschine weist ein Streckwerk 1 geläufiger
Bauart mit einem Eingangswalzenpaar 2, einem Mittelwalzenpaar
3 und einem Ausgangswalzenpaar 4 auf. Die Unterwalzen 2',
3' und 4' dieser Walzenpaare sind als Stahlwalzen ausgebildet,
die sich über die Länge des Streckwerksbereiches der Spinnmaschine
erstrecken und weisen im Bereich der Arbeitsstellen
Riffelung auf. Die Oberwalzen 2'', 3'' und 4'' sind als Zwillingsoberwalzen
ausgebildet, die mit elastischem Belag 5 versehen und
mittels nicht dargestellter Lenker an einem in Fig. 6 angedeuteten
Trag- und Belastungsarm 6 gelagert und federbelastet sind.
Die Walzen 2' und 2'' des Mittelwalzenpaares 2 sind mit Riemchen
7 ausgestattet, die jeweils in nicht dargestellten, ebenfalls am
Trag- und Belastungsarm 6 bzw. an der Stanze des Streckwerkes 1
gelagerten Riemchenkäfigen geführt sind. Dieses Streckwerk 1
liefert eine zur Endfeinheit verzogene, unverfestigte Faserlunte
8 ab. Es versteht sich, daß die Erfindung auch in Verbindung mit
Streckwerken anderen Aufbaues einsetzbar ist.
Die Unterwalzen 2', 3' und 4' stehen über ein geläufiges und daher
hier nicht dargestelltes Getriebe oder über Einzelantriebe
miteinander in Antriebsverbindung, was in Fig. 3 durch Wirklinien
9 angedeutet ist.
Diesem Streckwerk 1 ist eine Verdichtungsvorrichtung 10 nachgeordnet,
die in der Ausführungsform der Fig. 1 bis 4 als angetrieben
rotierender, scheibenförmiger Saugrotor 11 ausgebildet
ist, der nur geringe Höhe H aufweist. An die schmale zylindrische
Umfangsfläche 12 dieses Saugrotors 11 schließen sich
beidseits Abfasungen 13 an. Auf diese Weise kann der Saugrotor
11 so angeordnet werden, daß er in den ausgangsseitigen Zwickel
zwischen den Walzen 4', 4'' des Ausgangswalzenpaares 4 ragt und
der Weg, den die aus dem Ausgangswalzenpaar austretende, unverfestigte
Faserlunte 8 frei zurücklegen muß, so kurz wie möglich
ist.
In der Umfangsfläche 12 dieses Saugrotors 11 ist eine Perforation
14 in Form einer Reihe kleiner Ansaugöffnungen 15 angeordnet.
In der Darstellung der Fig. 2 ist der Saugrotor 11 in Ebene
der Perforation 14 geschnitten, um die Ansaugöffnungen 15 erkennbar
zu machen. Im Saugrotor 11 ist mittels eines Schirmes 16
eine in Fig. 2 erkennbare Saugkammer 17 gebildet. Die Saugkammer
17 steht mit einer in Fig. 1 angedeuteten Saugquelle 18 in Form
einer durch einen Motor 19 angetriebenen Saugpumpe 20 über eine
durch das Lagergehäuse 21 des Saugrotors 11 verlaufende Rohrleitung
22 in Verbindung. Die Saugkammer 17 schirmt mittels
ihres Schirmes 16 die Ansaugöffnungen 15 der Perforation 14 bis
auf eine Verdichtungszone 23 (Fig. 6), die sich über einen
Bruchteil des Umfangs des Saugrotors 11 erstreckt, gegen den
Saugzug ab. Der Saugzug wirkt demgemäß nur in dieser Verdichtungszone
23 auf die Außenseite des Saugrotors 11.
Diese durch die ortsfeste Saugkammer 17 begrenzte Verdichtungszone
23 ist so angeordnet, daß sie an dem dem Ausgangswalzenpaar
4 am nahestliegenden Umfangspunkt des Saugrotors 11 beginnt. Am
Ende der Verdichtungszone 23 ist eine Andrückrolle 24 angeordnet,
die über einen Haltearm 25 am Lagergehäuse 21 des Saugrotors
11 gelagert ist. Sie wird mittels einer am Lagergehäuse
21 und am Haltearm 25 angreifenden Zugfeder 26 an die Umfangsfläche
12 des Saugrotors 11 angedrückt und von diesem angetrieben.
Die Andrückrolle 24 weist elastischen Belag auf. Der Saugrotor
11 mit der in ihm angeordneten Saugkammer 17 und die Andrückrolle
24 bilden die Verdichtungsvorrichtung 10.
Wie aus Fig. 4 erkennbar, ist auch die Welle 27 des Saugrotors
11 hohl ausgebildet. Diese Welle 27 ist mittels Kugellagern 28
im Lagergehäuse 21 drehbar, an ihrem unteren Ende liegt ein den
Saugrotor 11 antreibender Tangentialriemen 29 an ihr an. Eine
Andrückrolle 29 sorgt für sichere Anlage des Tangentialriemens
an die Welle 27. Durch die hohle Welle 27 erstreckt sich die
stillstehende Rohrleitung 22, die sich im Saugrotor 11 zur Saugkammer
17 erweitert. Der Saugrotor 11 weist einen Durchmesser
von bspw. 50 mm auf und ist mit einem abnehmbaren Deckel 31 verschlossen.
Die Umfangsgeschwindigkeit des Saugrotors 11 entspricht
der Liefergeschwindigkeit des Ausgangswalzenpaares 4 des
Streckwerkes oder ist geringfügig höher. Die Drehzahl des Saugrotors
11 ist demgemäß gering.
Der Verdichtungsvorrichtung 10 ist in der Ausführungsform der
Fig. 1 bis 3 zum Drehen und Aufwinden des abgelieferten Garnes
32 eine geläufige und daher hier nicht im einzelnen beschriebene
Ringspinnvorrichtung 33 nachgeordnet. Sie umfaßt eine Spinnspindel
34, die in einer ihren Antrieb und ihre Lagerung enthaltenden
Spindelbank 35 sitzt und eine Ringbank 36, in der ein Spinnring
37 angeordnet ist, auf dem ein Ringläufer 38 umläuft. Das
Garn 32 läuft der Ringspinnvorrichtung 33 über einen Fadenführer
39 zu.
Im Betrieb liefert das Streckwerk 1 aus dem Ausgangswalzenpaar 4
eine Faserlunte 8 ab, die infolge des Durchmessers des zulaufenden
Vorgarnes und der Verzugsarbeit eine gewisse Breite aufweist.
Diese Faserlunte 8 wird durch den im Saugrotor 11 wirkenden
Saugzug in der Verdichtungszone 23 an die Perforation 14 am
Umfang des Saugrotors 11 angesaugt und auf die schmale Linie der
Ansaugöffnungen 15 dieser Perforation zusammengefaßt und verdichtet.
In diesem verdichteten Zustand wird sie zur Klemmlinie
zwischen der Saugrotor 11 und der Andrückrolle 24 gefördert.
Dort endet der Saugbereich und die Verdichtungszone 23. Nach
Verlassen der Klemmlinie zwischen der Saugrotor 11 und der Andrückrolle
24 wird die Faserlunte 8 durch den von der Ringspinnvorrichtung
33 ausgeübten Fadenzug nach unten abgezogen und
durch Drehungserteilung verfestigt und aufgewunden.
In der Ausführungsform der Fig. 5 und 6 ist der Saugrotor 11'
zylindrisch und wesentlich höher ausgeführt als der Saugrotor
der Fig. 1 bis 3, so daß er nicht in den Zwickel des Ausgangswalzenpaares
4 eingreifen kann. Es ist ihm ebenfalls eine Andrückrolle
24 zugeordnet. In der dargestellten Ausführungsvariante
ist ihm eine Topfspinnvorrichtung 40 nachgeordnet, die
einen in einer Topfbank 41 gelagerten Spinntopf 42 und in dem
mittels eines an einem Arm 43 befestigten und auf und ab bewegten
Fadenführerrohres 44 der Spinnkuchen 45 gebildet wird.
Saugrotor 11' und Andrückwalze 24 sind in Bezug auf den Fadenführer
39 einer nachgeordneten Ringspinnvorrichtung 33 bzw. der
Einlauföffnung des Fadenführerrohres 44 einer Topfspinnvorrichtung
40 so angeordnet, daß das Garn 32 beim Abziehen aus der
Klemmlinie zwischen dem Saugrotor und der Andrückwalze über den
Umfang des Saugrotors gezogen wird. Wie aus Fig. 6 erkennbar,
rollt bei diesem Abziehen das Garn 32 über die Mantelfläche des
Saugrotors 11' ab und wird dabei - insbesondere beim Abrollen
über dessen untere Kante - gedreht. Diese Drehung ist Falschdrehung.
Der Drehsinn dieser Falschdrehung kann aber durch Wahl
der Drehungsrichtung des Saugrotors 11' so gewählt werden, daß
sie das Einspringen der durch die Ringspinnvorrichtung 33 bzw.
durch die Topfspinnvorrichtung 40 erteilten echten Drehung in
das Garn 32 unterstützt. Um das Erteilen von Falschdrehung zu
unterstützen, kann der Umfang des Saugrotors 11' zumindest in
seinem unteren Bereich, auf dem das Garn 32 abrollt, mit einem
Belag 46 mit hohem Reibungsbeiwert versehen sein.
Es sei angenommen, daß dem erzeugten Garn S-Drehung erteilt werden
soll, wofür der Spinntopf 42 in der in Fig. 6 mit dem Pfeil
A angegebenen Drehsinn anzutreiben ist. Damit dem auf dem Saugrotor
11' abrollenden Garn ebenfalls S-Drehung erteilt wird, muß
der Saugrotor 11' mit dem durch den Pfeil B angedeuteten entgegengesetzten
Drehsinn umlaufen. Es ist erkennbar, daß zum Herstellen
von Garn mit Z-Drehung nicht nur die Drehrichtungen der
Arbeitsaggregate umzukehren wären, sondern auch die Verdichtungszone
23 in dem Saugrotor 11' und die Andrückrolle 24
auf die linke Seite zu verlagern wären. Der Schirm 16 der Saugkammer
17 kann hierzu verdreht werden, für die Andrückrolle 24
kann auf der gegenüberliegenden Seite des Lagergehäuses 21 des
Saugrotors 11' eine weitere Lagerung vorgesehen sein, so daß sie
leicht umgesetzt werden kann.
Dieser vorteilhafte Effekt des Unterstützens des Drehens des
Garnes durch Erteilen von Falschdrehung kann auch in Verbindung
mit dem Saugrotor 11 der Ausführungsform der Fig. 1 bis 3 verwirklicht
werden. Da die Umfangsfläche 12 dieses Saugrotors 11
zu niedrig ist, um einen wirksamen Abrolleffekt mit Falschdrallerteilung
zu gewährleisten, ist hierbei vorgesehen, das
Garn 32 auf der Andrückrolle 24 abrollen zu lassen. Die Andrückrolle
24 ist zu diesem Zweck - wie in Fig. 3 dargestellt - über
ihren Anlagebereich an die schmale Umfangsfläche 12 des Saugrotors
11 hinaus nach unten verlängert. Elastischen Belag mit
höherem Reibungsbeiwert als etwa Stahl, der das Abrollen unterstützt,
weist die Andrückrolle 24 ohnehin auf. Saugrotor 11 und
Andrückrolle 24 sind in Bezug auf den nachgeordneten Fadenführer
39 einer Ringspinnvorrichtung 33 so angeordnet, daß das ablaufende
Garn 32 über die Abrollwalze gezogen wird, auf ihr abrollt
und hierbei falsche Drehung erhält. In diesem Fall muß die
Drehrichtung (Pfeil C) der Andrückrolle 24 dem Drehsinn der
Spinnspindel 34 (Pfeil A) entgegengesetzt sein, der Saugrotor 11
daher in gleichem Drehsinn umlaufen (Pfeil B) wie die Spindel
34. Wie erkennbar, ist die Andrückrolle 24 in Fig. 2 auf entgegengesetzten
Seite eingezeichnet wie in Fig. 1.
In Fig. 3 ist auch dargestellt, daß die Spinnspindel 34 zum ballonlosen
oder ballonreduzierten Spinnen mit einem Spinnfinger 47
ausgerüstet sein kann. Dieser Spinnfinger 47 fängt das zulaufende
Garn 56 direkt unterhalb des Fadenführers 39, schlingt
ihn um die Hülse 48 und führt ihn ohne Ballon dem Ringläufer 38
zu.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch mit einer Coregarneinrichtung
49 zum Herstellen von Coregarn verbunden werden.
Unter Coregarn versteht man ein Garn, bei dem ein vorzugsweise
aus einem endlosen, synthetischen Faden bestehender Kernfaden
durch Mantelfasern endlicher Länge, in der Regel Baumwoll- oder/und
Wollfasern, ummantelt wird.
Wie ebenfalls aus Figur 3 erkennbar, werden dem Streckwerk 1 zu
diesem Zweck zwei Abrollwalzen 50 zugeordnet, auf denen eine den
Kernfaden 51 enthaltende Kernfadenspule 52 aufliegt. Von einer
der Abrollwalzen 50 ist der Kernfaden 51 auf die Einlaufseite
der Oberwalze 4'' des Ausgangswalzenpaares 4 des Streckwerkes geführt.
Die Abrollwalzen 50 sind mit einer der Umfangsgeschwindigkeit
des Ausgangswalzenpaares 4 entsprechenden Umfangsgeschwindigkeit
angetrieben.
Dadurch wird erreicht, daß der Kernfaden 51 der Faserlunte 8 mit
deren Abzugsgeschwindigkeit aus dem Hauptverzugsfeld zwischen
den Walzenpaaren 3 und 4 entsprechender Geschwindigkeit zuläuft.
Der Kernfaden 51 wird durch einen zum Vorgarn-Einlauftrichter 53
des Streckwerkes 1 justierten und - durch eine dicke, strichpunktierte
Wirklinie 54 angedeutet - gemeinsam mit diesem changierenden
Kernfaden-Fadenführer 55 geleitet. Dadurch wird
sichergestellt, daß der Kernfaden 51 der Faserlunte 8 stets mittig
zugeführt wird. Er läuft daher in die an dieser Stelle noch
breit laufende Faserlunte 8 ein und wird dann in der anschließenden
Verdichtungszone 23 durch die unter Wirkung des
Saugzuges eng zusammenrückenden Mantelfasern der Faserlunte
dicht und deckend ummantelt und zum Coregarn 56.
Es versteht sich, daß die beschriebenen und dargestellten Varianten
der Komponenten der erfindungsgemäßen Spinnmaschine wie
die unabdingbaren - Streckwerk 1, Verdichtungsvorrichtung 10,
Drehungs- und Aufwindevorrichtung 33 oder 40 - und die fakultativen
- wie ballonlos mit Spinnfinger 47 und Coregarneinrichtung
49 - auch in anderen als den beschriebenen und dargestellten
Kombinationen verwirklicht werden können.
Bezugszahlenliste
- 1
- Streckwerk
- 2
- Eingangswalzenpaar
- 3
- Mittelwalzenpaar
- 4
- Ausgangswalzenpaar
- 2', 3', 4'
- Unterwalzen
- 2'', 3'', 4''
- Oberwalzen
- 5
- Elastischer Belag
- 6
- Trag- und Belastungsarm
- 7
- Riemchen
- 8
- Faserband
- 9
- Wirklinien
- 10
- Verdichtungsvorrichtung
- 11, 11'
- Saugrotor
- 12
- Umfangsfläche des Saugrotors
- 13
- Abfasungen
- 14
- Perforation
- 15
- Ansaugöffnungen
- 16
- Schirm
- 17
- Saugkammer
- 18
- Saugquelle
- 19
- Motor
- 20
- Saugpumpe
- 21
- Lagergehäuse des Saugrotors
- 22
- Rohrleitung
- 23
- Verdichtungszone
- 24
- Andrückrolle
- 25
- Haltearm
- 26
- Zugfeder
- 27
- Welle des Saugrotors
- 28
- Kugellager
- 29
- Tangentialriemen
- 30
- Andrückrollen
- 31
- Deckel des Saugrotors
- 32
- Garn
- 33
- Ringspinnvorrichtung
- 34
- Spinnspindel
- 35
- Spindelbank
- 36
- Ringbank
- 37
- Spinnring
- 38
- Ringläufer
- 39
- Fadenführer
- 40
- Topfspinnvorrichtung
- 41
- Topfbank
- 42
- Spinntopf
- 43
- Arm
- 44
- Fadenführerrohr
- 45
- Spinnkuchen
- 46
- Belag hohen Reibungsbeiwertes
- 47
- Spinnfinger
- 48
- Hülse
- 49
- Coregarneinrichtung
- 50
- Abrollwalzen
- 51
- Kernfaden
- 52
- Kernfadenspule
- 53
- Vorgarn-Einlauftrichter
- 54
- Wirklinie
- 55
- Kernfaden-Fadenführer
- 56
- Coregarn
- A, B, C
- Drehrichtungen
- H
- Höhe