DEV0006396MA - - Google Patents

Info

Publication number
DEV0006396MA
DEV0006396MA DEV0006396MA DE V0006396M A DEV0006396M A DE V0006396MA DE V0006396M A DEV0006396M A DE V0006396MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
protein
fatty acid
ethylene oxide
fatty acids
protein fatty
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
Other languages
English (en)

Links

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 21. Oktober 1953 Bekanntgeinacht am 18. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Nach dem Verfahren der Patentanmeldung V 6043 IVb/i2p werden waschaktive Eiweißfettsäurekondensationsprodukte durch Umsetzung von Eiweißabbauprodukten mit höhermolekularen ungesättigten Fettsäurechloriden nach dem Verfahren der deutschen Patentschrift 691411 und saurer Ausfällung der entstandenen Eiweißfettsäuren dadurch hergestellt, daß man an je 1 Mol dieser freien ungesättigten Eiweißfettsäuren, vorzugsweise bei einem pH-Wert von 4 bis 5, gegebenenfalls unter Schutz reaktionsfähiger Gruppen im Eiweißanteil, höchstens 3 Mol Äthylenoxyd anlagert.
Es wurde nun gefunden, daß man zu waschaktiven Verbindungen ähnlicher Wirkung gelangt, wenn man die betreffenden freien Eiweißfettsäuren nach Schutz reaktionsfähiger Gruppen im Eiweißanteil nach dem Verfahren des Hauptpatents an Stelle von Äthylenoxyd mit Äthylenchlorhydrin bei erhöhter Temperatur umsetzt. Die erhaltenen Produkte sind in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften sowie in ihrer anwendungstechnischen Wirkung den nach dem Verfahren der Hauptpatentanmeldung erhältlichen Produkten sehr ähnlich. Es ist deshalb anzunehmen, daß aus dem Äthylenchlorhydrin unter den Bedingungen des erfindungsgemäßen Verfahrens Äthylenoxyd entsteht, das im" Entstehungszustand mit der freien ungesättigten Eiweißfettsäure in der im Hauptpatent vermuteten Weise reagiert. .
ΐθ'9 853/457
V 6396 IVb/12p
Die erfindungsgemäßen Produkte entsprechen also keinesfalls den in der deutschen Patentschrift 763 625 beschriebenen Estern, da diese nur bei der Durchführung der Umsetzung unter. Wasserausschluß erhalten werden und außerdem im Gegensatz zu den erfindungsgemäßen Produkten in Wasser und Alkalien unlöslich sind.
Ebensowenig entspricht das erfindungsgemäße Verfahren dem der deutschen Patentschrift 728 224.
Nach diesem Verfahren wird nämlich die Behandlung mit Äthylenchlorhydrin (oder Äthylenoxyd) von Eiweißfettsäurekondensationsprodukten, wie sie durch Umsetzung von Eiweißabbauprodukten mit Fettsäurechloriden erhalten werden, und nicht mit den ausgefällten freien Eiw.eißfettsäuren durchgeführt; auch ist bei den Produkten nach diesem bekannten Verfahren keine merkliche Steigerung der Waschwirkung zu beobachten.
Ebenfalls nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Umsetzung von ct-chlorsübstituierten aliphatischen Alkoholen nach dem Verfahren der deutschen Patentschrift 750 401, da bei diesem Verfahren die Umsetzung im Gegensatz zu der der vorliegenden Erfindung ohne vorherige . Acylierung reaktionsfähiger Gruppen im Eiweißanteil und außerdem in · Gegenwart -.- säurebindender Mittel durchgeführt wird, also nicht mit den freien Eiweißfettsäuren. Auch verleiht das Verfahren der genannten Patentschrift den Ausgangsprodukten lediglich eine gesteigerte Beständigkeit gegenüber Salzen und Säuren.
Der besondere Vorteil der weiteren Ausbildung des
Verfahrens der. Hauptpatentanmeldung liegt vor allem darin, daß an Stelle des technisch gewisse Ansprüche stellenden Äthylenoxydes mit dem verhältr.
nismäßig einfach zu handhabenden Äthylenchlorhydrin gearbeitet wird. So erfordert die Umsetzung mit Äthylenoxyd nach dem Verfahren des Hauptpatents eine völlig geschlossene und einigermaßen druckfeste Vorrichtung, da Äthylenoxyd bekanntlich leicht flüchtig, sehr giftig; brennbar und mit Luft gemischt explosionsfähig ist.· Dagegen kann die Umsetzung mit Äthylenchlorhydrin nach dem Verfahren der Erfindung in ,einer einfachen Vorrichtung mit Rückflußkühler durchgeführt werden. Auch ist das Abmessen der Äthylenoxydmenge im technischen Maßstab schwieriger als das der Äthylenchlorhydrinmenge. Diesen Vorteilen gegenüber ist es unbedeutend, daß etwas mehr Äthylenchlorhydrin, als der theoretischen Menge entspricht, eingesetzt werden muß, da unter.den erfindungsgemäßen Reaktionsbedingungen sich anscheinend nur ein bestimmter Teil des Äthylenchlorhydrins in Äthylenoxyd umwandelt und mit der ungesättigten freien Eiweißfettsäure unter Bildung von Eiweißglykolätherf ettsäuren reagiert.
,. Die nachstehend beschriebenen Versuche: zeigen die wertvollen und überlegenen textilchemischen Eigenschaften der Eiweißglykolätherf ettsäurekondensationsprodukte, die nach vorliegendem Verfahren erhalten werden. :. .. . '. , ~.
Es wurde die Wasch-, Dispergier-, Emulgier-, Netz- und Faserschutzwirkung geprüft, und zwar im Vergleich zu den bekannten Eiweißfettsäurekondensationsprodukten, den nach den Verfahren der deutschen Patentschrift 694 178 herstellbaren Fettsäureäthylenoxydanlagerungsverbindungen und den 6g nach dem Verfahren der Patentschrift 440 des Amtes für Erfindungs- und Patentwesen.sin :der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands:-herstellbaren Eiweißsulfonsäurekondensationsprodükteii:.!
Das geprüfte Eiweißfettsäurekondensationsprodukt ist das handelsübliche, unter dem Warenzeichen »Lamepon bekannte Produkt; bei der Fettsäureäthylenoxydanlagerungsverbindung handelt es sich um das unter dem Namen »Seral S« bekannte Textilhilfsmittel; das Eiweißsulfonsäurekondensationsprodukt ist das unter der Handelsbezeichnung bekannte »Lamepon 4 B 44«. Das geprüfte erfindungsgemäße Eiweißglykolätherf.ettsäurekondensationsprodukt ist ein Durchschnittsprodukt aus mehreren Laboratoriumsversuchen. ·■·-■■
i. Vergleichsprüfung der Waschwirkung
Da erfahrungsgemäß vergleichende Waschversuche unter Präxisbedingungen mitunter wehig eindrucksvoll sind, wurden die angegebenen Versuche unter verschärften Bedingungen durchgeführt. Es wurden mit Mineralöl und Sudanblau auf einen Fettgehalt von etwa 7 bis 8 °/0 präparierte Wolltuchstreifen von 40 g Trockengewicht 20 Minuten bei 45° Anfangstemperatur auf der Quetschwalzenmaschine mit 200 cm3 einer go Lösung mit 200 g Hilfsmitteln,, je Liter bei einem PH-Wert von 7,2 gewaschen; Die Waschflotte wurde hierbei nicht erwärmt, so daß die Wäsche bei sinkender Temperatur, also praktisch kalt, durchgeführt wurde. Anschließend wurden die Streifen 20 Minuten gespült. In den gewaschenen und getrockneten Versuchsstreifen wurde analytisch der Restfettgehalt ermittelt und auf diese Weise ein Maß für die Waschwirkung erhalten. Es wurde folgendes Ergebnis ermittelt:
mit Eiweißfettsäurekondensationsprodukt
gewaschen = 3,64 °/0 Restfett,
mit Fettsäureäthylenoxydanlagerungsverbindung
gewaschen = 1,95 °/0 Restfett,
mit Eiweißsulfonsäurekondensationsprodukt
.:...; gewaschen = 2,82% Restfett,
mit Eiweißglykolätherfettsäurekondensationsprodukt gewaschen = 1,20% Restfett.
Die wesentlich bessere Waschwirkung des erfindungsgemäßen Produktes ist klar erkennbar.
2. Vergleichsprüfung der Dispergierwirkung
Die Dispergierwirkung wurde nach der bekannten F.ilterprobenmethode geprüft. Die Durchführung einer sogenannten Filterprobe. zeigt die Dispergierwirkung des zu prüfenden Hilfsmittels auf einen Farbstoff, und zwar im vorliegenden Falle auf das schwer dispergierbare Columbiaechtrot F. Die Filterprobe wurde folgendermaßen durchgeführt: .
'20 cm3 einer Lösung 1: 10 des zu prüfenden Hilfsmittels, wurden mit 25 cm? einer Lösung 1: 100 von Columbiaechtrot F mit 960 crri3 Leitungswasser .5 Minuten gekocht. Darauf wurde die Lösung durch ein Nutschenfilter gegeben. Die Dispergierwirkung ist aus der fehlenden bzw. der mehr oder weniger auftretenden Schmierenbildung ersichtlich. Die Musterkarte zeigt,
658/457
V 6396 IVb/12p
daß die erfindungsgemäßen Eiweißglykolätherfettsäurekondensationsprodukte praktisch die gleiche vorzügliche Dispergierwirkung wie die bekannten Eiweißfettsäurekondensationsprodukte besitzen.
3. Vergleichsprüfung der Emulgierwirkung
25 g der jeweiligen Produkte wurden bei 6o° mit 50 g Spindelöl verrührt. Die Anwendung von Lösungsvermittlern wurde hierbei absichtlich vermieden. 10 g des erhaltenen Produktes wurden in 250 cm3 Leitungswasser gelöst. Hierbei mußte die Auflösung des mit der Fettsäureäthylenoxydanlagerungsverbindung hergestellten Produktes mit warmem Wasser erfolgen.
Die Emulsion mit Eiweißfettsäurekondensationsprodukt zeigte nach 1Z2 Stunde deutliche Aufrahmung, die mit dem Eiweißsulfonsäurekondensationsprodukt bereits nach 10 Minuten, während die Emulsionen mit Eiweißglykolätherfettsäurekondensationsprodukt und mit der Fettsäureäthylenoxydanlagerungsverbindung erst nach 5 Stunden schwache Aufrahmungen zeigten, wobei die Aufrahmungserscheinungen beim erfindungsgemäßen Produkt deutlich schwächer waren.
4. Vergleichsprüfung der Netzwirkung
Als Netzwirkung wurde die Einsinkzeit von runden Zellwollg'ewebestücken mit 19 mm Durchmesser in einer Lösung von 2 g Hilfsmitteln je Liter bei 20, 40 und 6o° bestimmt. Das Ergebnis ist aus nachstehender Kurvenzeichriung ersichtlich. Im Gegensatz zu den anderen Verbindungen ist das Eiweißsulfonsäurekondensationsprodukt ein sogenannter »Kaltnetzer«.
A = Eiweißfettsäurekondensationsprodukt, B = Eiweißglykolätherfettsäurekondensationsprodukt,
C = Fettsäureäthylenoxydanlagerungsverbindung, D = Eiweißsulf onsäurekondensationsprodukt.
100 C -κ I
5- A -·Ο\ 40 6
4- B +-^-^
3- D + —
2-
I - ι
20
5. Vergleichsprüfung der Faserschutzwirkung
Die Prüfung auf Faserschutzwirkung wurde auf Wolle unter stark verschärften Bedingungen durchgeführt, um rasch zu eindrucksvollen Ergebnissen zu gelangen. Als Maß der Schutzwirkung wurde das sogenannte Einlaufen oder Schrumpfen eines Wollgarnstranges gewertet, wobei das unbehandelte Garn den Wert ioo°/0 erhielt. Je größer das »Einlaufen« ist, um so stärker ist die Faserschädigung.
Je ein 5-g-Strang Zephirgarn wurde 1 Stunde bei 90 ° in 500 cm3 einer i°/oigen Natriumcarbonatlösung mit Zusatz von 5 g Hilfsmitteln behandelt. Nach dem Spülen, Abquetschen und Trocknen wurde die jeweilige Länge des behandelten Garnstranges gemessen und der erhaltene Wert mit der Länge eines gleichartigen unbehandelten Stranges verglichen, wodurch folgendes Ergebnis erhalten wird:
unbehandelt 100 °/0
ohne Hilfsmittel 770Io
mit Eiweißfettsäurekondensationsprodukt 88 °/0 mit Eiweißsulfonsäurekondensations-
produkt 90 %
mit Eiweißglykolätherfettsäure-
kondensationsprodukt 92 °/0
mit Fettsäureäthylenoxydanlagerungs-
verbindung 83 °/0
Beispiel
100 g in bekannter Weise durch Kondensation eines Eiweißabbauproduktes mit dem Chlorid einer Rübölfettsäure (Jodzahl 98) und anschließender Säurefällung hergestellte freie Eiweißfettsäure mit etwa 6o°/0 Trockensubstanz (Molekulargewicht der trockenen Eiweißfettsäure etwa 600) werden in Form einer wäßrigen Paste mit 5 g Essigsäureanhydrid versetzt und ι bis I1Z2 Stunden bei 45° gerührt. Darauf wird die Mischung mit 20°/Oiger Natronlauge auf den pn-Wert 4 bis 5 eingestellt, und es werden 30 g Äthylenchlorhydrin (entspricht unter Bezugnahme auf die Eiweißfettsäure etwa 3 Mol) zugegeben. Das Gemisch wird 3 bis 5 Stunden am Rückflußkühler auf etwa 1200 erhitzt. Das Reaktionsprodukt wird nach dem Abkühlen mit 20°/Oiger Natronlauge neutralisiert. Es ist in Wasser leicht löslich und besitzt die in der Beschreibung erwähnten wertvollen Eigenschaften.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Verfahren zur Herstellung von waschaktiven Eiweißfettsäurekondensationsprodukten durch Umsetzung von Eiweißabbauprodukten mit höhermolekularen ungesättigten Fettsäurechloriden, saurer Ausfällung der entstandenen Eiweißfettsäuren und Anlagerung von höchstens 3 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol dieser freien ungesättigten Eiweißfettsäuren nach vorheriger Acylierung reaktionsfähiger Gruppen mit niedermolekularen Carbonsäureanhydriden nach ' Patentanmeldung V 6043 IVb / 12p, dadurch gekennzeichnet, daß man die freien Eiweißfettsäuren mit Äthylenchlorhydrin bei erhöhter Temperatur an Stelle von Äthylenoxyd umsetzt.
    In Betracht gezogene Druckschriften:
    Deutsche Patentschriften Nr. 763625, 694178; Patentschrift Nr. 440 des Amtes für Erfmdungs-
    und Patentwesen in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands.
    1 609 688/457 10.56

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE659277C (de) Dispergier-, Netz-, Reinigungs- und Durchdringungsmittel
DE1946956B2 (de) Fluorhaltige Polyglykol Derivate und deren Herstellung und Verwendung
DE1768524A1 (de) Zellulosetriacetat mit neuen Charakteristiken und Verfahren zu seiner Herstellung
DEV0006396MA (de)
DE970958C (de) Verfahren zur Herstellung von waschaktiven Eiweissfettsaeurekondensationsprodukten
CH532160A (de) Verfahren zur Herstellung von konzentrierten, für die Textilbehandlung gebrauchsfertigen Farbstofflösungen von Azofarbstoffen
DE1469285C3 (de) Verfahren zur wasser-, öl-,fleck- und staubabweisenden Ausrüstung von Fasermaterialien. nm: Colgate-Palmolive Co., New York, N.Y. (V.St.A.)
DE964949C (de) Verfahren zur Herstellung lagerbestaendiger Loesungen zum Flammfestmachen von Fasermaterial auf Cellulosebasis
DE2248905A1 (de) Gemisch von quartaeren ammoniumverbindungen und ihre verwendung als weichmacher fuer textilien
DE595173C (de) Verfahren zur Herstellung von Behandlungsflotten fuer die Textil-, Leder-, Papier- und Fettindustrie
DE544921C (de) Netz-, Reinigungs- und Dispergiermittel
DE728224C (de) Verfahren zur Herstellung von Derivaten der Kondensationsprodukte aus hochmolekularen Eiweissspaltprodukten und hoehermolekularen gesaettigten oder ungesaettigten Fettsaeuren
DEV0006043MA (de)
DE744609C (de) Wasch-, Netz-, Dispergier- und Emulgiermittel
DE574945C (de) Verfahren zur Herstellung stickstoffhaltiger Produkte
DE675479C (de) Verfahren zur Herstellung aromatischer stickstoffhaltiger Kondensationsprodukte
DE1155593B (de) Verfahren zum Stabilisieren von konzentrierten waessrigen, Zirkonsalze enthaltenden Methylpolysiloxanemulsionen
DE765123C (de) Verfahren zum Wasserdicht- und Wasserabstossendmachen von Textilstoffen unter Erhaltung der Luftdurchlaessigkeit
DE2313687C3 (de) In Wasser lösliche oder dispergierbare Konzentrate von Triphenylzinnverbindungen und ihre Verwendung zur Verhinderung des Insektenbefalls und der Verrottung von Fasermaterialien oder Pelzen
DE644131C (de) Verfahren zur Herstellung sulfonierter Kondensationsproduke aus hoehermolekularen Fettsaeureestern und aromatischen Kohlenwasserstoffen
DE733689C (de) Verfahren zum Wasserabstossendmachen von Textilstoffen
DE662092C (de) Behandlungsbaeder
DE87275C (de)
AT222100B (de) Verfahren zur Herstellung neuer saurer Ester
AT136197B (de) Behandlungsbäder für Materialien aller Art.