DEV0000368MA - Verfahren zur Herstellung von künstlichen Fäden und Fasern aus Viscose - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von künstlichen Fäden und Fasern aus ViscoseInfo
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Description
Schon seit längerer Zeit geht das Bestreben der Technik für die Herstellung von künstlichen Fäden und Fasern aus Viscose dahin, Viscosen von möglichst niedrigem Alkaligehalt zur Anwendung zu bringen. Man hat durch geeignete Massnahmen mit recht gutem Erfolg schon Viscosen benutzen können, die statt des früher üblichen Gehaltes von beispielsweise 6,7 und mehr Prozent Alkali nur etwa 5% oder gar 4,5% Alkali aufweisen. Unter etwa 4,5% Alkali ergab sich jedoch die bisher unüberwindliche Schwierigkeit, dass sich eine derartige Viscose nicht mehr in der unbedingt erforderlichen Weise in eine wirkliche Lösung bringen lässt. Man hat daher vom derzeitigen Standpunkt der Technik auf Grund der bisher gesammelten praktischen Erfahrungen mit Recht angenommen, dass bei der Grössenordnung von etwa 4,5% Alkali in der Viscose die unterste Grenze des Möglichen erreicht sei.
Nun hat sich jedoch überraschenderweise gezeigt, dass man den Alkaligehalt in der Viscose noch viel weiter senken kann, ohne Gefahr zu laufen, mit einer für den Betrieb ganz ungeeigneten Viscose arbeiten zu müssen. Die Lösung des Problems ist darin gefunden worden, dass man eine an sich in üblicher Weise hergestellte Viscose gegen Lauge der Dialyse unterwirft und so zu Spinnlösungen gelangt, die beispielsweise bei einem Gehalt von etwa 7,5% Cellulose nur rund 2,5% und darunter Alkali aufweisen. Bei den Versuchen ergab sich ferner, dass zumindest der grösste Teil, meistens jedoch der gesamte Bestand gewisser Verunreinigungen der Viscose, wie Trithiocarbonat usw., aus der Viscose entfernt werden. Als Folge hiervon zeigte sich ein erstaunliches Heraufschnellen der Biegewerte der fertigen Produkte. Es konnte auch die Beobachtung gemacht werden, dass die Fasern bzw. Fäden nach Einbettung in Kanadabalsam beim Betrachten im Dunkelfeld nicht so aussehen, als wenn sie im Innern von Rauchschwaden durchzogen
wären, sondern ein vollkommen einheitliches, glattes Bild aufweisen. Dies ist umso auffallender, als gerade bei Fasern mit hohen Biegewerten das "rauchige" Aussehen der Fasern bei der genannten Prüfmethode ein Charakteristikum zu sein schien. Da die Mengen von Alkali in der Viscose sehr gering sind, benötigt man für die Spinnbäder naturgemäss auch nur schwache Säurekonzentrationen und hat dadurch den sehr grossen Vorteil einer ausserordentlichen Ersparnis an Chemikalien, die z.B. im Vergleich sogar mit der bekannten Sparviscose für Alkali nahezu 50% beträgt. Allein diese Tatsache bedeutet schon einen technischen Fortschritt, den man bisher für völlig ausgeschlossen halten musste.
Damit man zu wirklich guten Biegewerten des fertigen Produktes gelangt, muss man darauf Bedacht nehmen, eine Viscose mit hohem (Gamma)-Wert zur Anwendung zu bringen, wobei der (Gamma)-Wert zweckmässig nicht unter 35 gehalten wird.
Viscosen nach vorliegendem Verfahren lassen sich ganz ausgezeichnet stark verstrecken und führen so zu Fäden mit guten textilen Eigenschaften, wobei insbesondere die hohen Dehnungswerte als sehr beachtlich anzusprechen sind.
Aus nachstehenden Beispielen dürfte sich erweisen, unter welchen massgebenden Versuchsbedingungen es gelingt, Fäden oder Fasern herzustellen, die in jeder Weise den an sie zu stellenden Anforderungen genügen.
Beispiel 1).
Eine in bekannter Weise hergestellte Viscose mit einem Gehalt von 8,5% Cellulose und 7% NaOH, einem (Gamma)-Wert von ca. 55 und einer Kugelfall-Viscosität von ca. 35 wird in einem Dialysierapparat unter Verwendung von Tüchern oder Membranen, wie z.B. Polyvinylalkohol-Folien, gegen Wasser oder verdünnte Lauge bei Raumtemperatur für mehrere Stunden stationär oder kontinuierlich unter Anwendung des Gegenstromverfahrens dialysiert. Die Dialysierviscose hat eine Zusammensetzung von 7,5% Cellulo-
se und 2,0% NaOH. Sie wird bei einem (Gamma)-Wert von 37 in einem Bad der Zusammensetzung 40 g pro l Schwefelsäure, 250 g pro l Natriumsulfat und 13 g pro l Zinksulfat bei einer Temperatur von 53° in einer Zentrifuge versponnen, wobei zwischen zwei Galetten eine Verstreckung von ca. 40% erfolgt. Die Spinngeschwindigkeit beträgt 60 m pro Minute. Für einen Titer 120 Den. mit 60 Einzelfäden wurde eine Faser mit folgenden textilen Daten erhalten:
Trockenfestigkeit 180 g pro 100 den
Nassfestigkeit 90 g pro 100 den
Trockendehnung 24%
Nassdehnung 38%
Dauerbiegewert ca. 3 000.
Beispiel 2).
Wird in sonst gleicher Weise wie im Beispiel 1 gearbeitet, jedoch bei einem (Gamma)-Wert von ca. 300 gesponnen, so werden folgende textile Daten erhalten:
Trockenfestigkeit 170 g pro 100 den
Nassfestigkeit 60 g pro 100 den
Trockendehnung 18%
Nassdehnung 20%
Dauerbiegewert ca. 100
Claims (2)
1) Verfahren zur Herstellung von künstlichen Fäden oder Fasern aus Viscose unter Verwendung von bekannten schwefelsäure- und salzhaltigen Bädern, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Viscose mit einem hohen (Gamma)-Wert verwendet, die vor ihrem Verspinnen einer Dialyse gegen Lauge unterworfen wird und die dann einen Alkaligehalt von unter 4% NaOH aufweist.
2) Verfahren nach Anspruch 1), dadurch gekennzeichnet, dass man zum Verspinnen schwefelsäure- und salzhaltige Bäder von niedriger Säurekonzentration benutzt.
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