DEST007835MA - - Google Patents

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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 26. Februar 1954 Bekanntgemacht am 2. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft das Süßen von sauren Erdöldestillaten und insbesondere die Verringerung des Schwefelgehalts saurer Naphthas, die phenolische Verbindungen und H2S enthalten.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum: Süßen eines sauren Erdöldestillats umfaßt folgende Stufen: a) Zusammenbringen eines Mercaptane und phenolische Verbindungen enthaltenden Erdöldestillats mit einer wäßrigen Ätzalkalilösung unter Bedingungen, unter denen ein erheblicher Teil der Mercaptane und der phenolischen Verbindungen entfernt wird, b) Abtrennen des Erdöldestillats von einer,wäßrigen, Ätzalkali, Mercaptide und Phenolate enthaltenden Lösung, c) Zusammenbringen der wäßrigen Lösung mit freiem Sauerstoff unter Bedingungen, unter denen der Hauptteil der Mercaptide in Disulfide übergeführt wird, d) Entfernen der Disulfide aus der regenerierten Lösung der Stufe c), e) Zusammenbringen des Erdöldestillats aus Stufe b) mit der regenerierten Lösung aus Stufe d) und freiem Sauerstoff unter Bedingungen, unter denen das Erdöldestillat praktisch gesüßt wird, und f) Abtrennen des praktisch süßen Erdöldestillats von der wäßrigen Ätzalkalilö'sung.
Es sind zahlreiche Verfahren zur Behandlung saurer.Erdöldestillate bekannt, um die Mercaptane
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in Disulfide überzuführen und dadurch den Geruch des Destillats zu verbessern. Im allgemeinen setzen diese Verfahren den -Schwefelgehalt des Erdöldestillats nicht herab, sie erhöhen ihn sogar oft. Die zunehmende Verwendung"'1 hochschwefelhaltiger Rohöle zwingt die Raffineure, die Schwefelverbindungen zu entfernen, um zu den vom Käufer gewünschten Destillaten mit niedrigem Schwefelgehalt zu gelangen.
to Praktisch enthalten alle Erdöldestillate gelösten Schwefelwasserstoff, der gewöhnlich durch Waschen des Destillats mit einer wäßrigen Ätzalkalilösung entfernt wird. Diese Lösung wird dann in die Waschstufe zurückgeleitet, bis sie erschöpft ist,
i'5 und dann verworfen. Bei einem dieser Süßungsverfahren wird die Ätzalkalilösung aus der H2S-Waschstufe als wäßriges ätzalkalihaltiges 'Medium für die mit freiem Wasserstoff bewirkte Umwandlung der Mercaptane in Disulfide benutzt. Bei diesem Verfahren wird der Mercaptanschwefel in Form von Disulfiden, der durch die Ätzalkalilösung in der Waschstufe ausgezogen wurde, wieder in das Destillat eingeführt.
Bei einem bekannten Verfahren zur Erniedrigung des Mercaptangehaltes von Erdöldestillat wird das saure Destillat mit einer wäßrigen Ätzalkalilösung zusammengebracht; die aus der zu behandelnden Destillatfraktion stammende Phenolverbindungen enthält. Nach diesem Verfahren wird kein süßes Erdöldestillat erzeugt; das Destillat ist gewöhnlich immer noch schwach sauer, d. h. seine Mercaptanzahl liegt bei etwa 2; zuweilen liegt diese Mercaptan-' zahl bei den abfließenden Destillatprodukten des Verfahrens sogar bei 10. Die fette Lösung, die wäßriges Ätzalkali,. Phenolate und Mercaptide enthält, wird regeneriert, indem man die Mercaptide mit freiem Sauerstoff, gewöhnlich in Gegenwart eines zugegebenen Öxydationskatalysätors, zu Disulfiden oxydiert. Das leicht saure Destillat wird dann nach einem der bekannten Verfahren, z. B. dem Doctor-Verfahren, gesüßt.
Ein Ziel dieser Erfindung ist das Süßen saurer Erdöldestillate unter Bedingungen, unter denen der Schwefelgehalt der in dam Destillat enthaltenen Mercaptane auf physikalischen! Wege entfernt wird. Ein weiteres Ziel ist ein Verfahren zur wirtschaftlichen Verwendung einer wäßrigen Ätzalkalilösung bei dem Süßen saurer Destillate, bei dem· die wäßrige Ätzalkalilösung aus der H2S-Vo'rwäsche in einer anschließenden, durch Luftoxydation bewirkten Süßungsstufe benutzt wird, .in der die Ätzalkalilösung zwecks Entfernung des größten Teiles der in dieser Vorwäschstufe absorbierten Mercaptide behandelt worden ist. Ein besonderes Ziel der Erfindung' ist ein Kombihationsverfahren zum Süßen eitles sauren, thermisch gespaltenen H2S-hältigen Erdöldestillats, bei dem eine wäßrige Ätzalkalivorwäsche, eine Lösungsvermittlerbehandlung des gewaschenen Destillats, die Regeneration der fetten Ätzalkalilösung der Vorwäsche und der fetten Lösungsvermittlerlösung in einem gemeinsamen •Regenerator durchgeführt wird, um den Mercaptidgehalt zu verringern, und bei dem das ausgezogene Destillat unter Benutzung der regenerierten Ätzalkalilösung gesüßt wird. Weitere Ziele des Verfahrens gehen aus der folgenden Beschreibung der Erfindung hervor.
Es wurde gefunden, daß ein saures, durch thermische Spaltung entstandenes Erdöldestillat nach einem Kombinationsverfahren so weit gesüßt werden kann, daß praktisch der gesamte ursprünglich vorhandene Mercaptanschwefel entfernt wird, indem man 1. dieses Destillat mit einer wäßrigen Ätzalkalilösung unter Bedingungen zusammenbringt, unter denen erhebliche Mengen der Mercaptane und phenolischen Verbindungen entfernt werden, 2. das Destillat von einer wäßrigen Lösung, die Ätzalkali, Mercaptide und Phenolate enthält, abtrennt, 3. das Destillat aus der Stufe 2 mit einer wäßrigen Lösung, die Ätzalkali und ■ Phenolate enthalt, unter Bedingungen zusammenbringt, unter denen ein schwach saures Destillat entsteht, 4. eine »fette« Lösung, die Ätzalkali, Mercaptide und Phenolate enthält, von dem schwach sauren Destillat abtrennt, 5. die wäßrige Lösung aus den Stufen 2 und 4 vereinigt und diese vereinigte Lösung mit freiem Sauerstoff unter Bedingungen zusammenbringt, unter denen der Hauptteil der Mercaptide''in Disulfide umgewandelt wird, 6. die Disulfide aus der regenerierten Lösung der Stufe 5 zwecks Erzeugung einer »mageren« Losung entfernt, 7. einen Teil dieser »mageren« Lösung in die Kontaktzone der Stufe 3 zurückführt, 8. das leicht saure Destillat aus Stufe 4 mit einem Teil der »mageren« Lösung in Gegenwart von freiem Sauerstoff unter Bedingungen zusammenbringt, unter denen praktisch alle Mercaptane in Disulfide umgewandelt werden, und 9. ein praktisch süßes Destillat von der wäßrigen Ätzalkalilösung abtrennt.
Die Erfindung wird an Hand einer bevorzugten Ausführungsform beschrieben, die in der Zeichnung erläutert ist und einen Teil der Beschreibung bildet. Dieses in der Zeichnung erläuterte Verfahren stellt ein Schema dar; es sind Einzelheiten weggelassen worden, die allen Fachleuten geläufig sind.
Tn dem Verfahren kann jedes beliebige saure Erdöldestillat behandelt werden. Bevorzugt werden jedoch Destillate verarbeitet, die erhebliche Mengen phenolischer Verbindungen, z. B. Phenole, Kresole und Xylenole, enthalten. Besonders geeignet sind durch thermische Spaltung von Gasölen erhaltene Destillate.
In der erwähnten Ausführungsform besteht die Beschickung aus einem durch thermische Spaltung gewonnenen Schwerdestillat mit einer Mercaptanzahl von etwa 25, das H2S und phenolische Verbindungen enthält. Das Rohdestillat aus dem Speicher Ii wird durch Leitung 12 in Bodennähe in ein Vorwäschgefäß 13 eingeführt. Dieses Vorwaschgefäß 13 ist ein senkrecht stehender zylindrischer Kessel, der mit geeigneten Vorrichtungen versehen ist, um die innige Vermischung der beiden nichtmischbaren Flüssigkeiten zu bewirken.
Aus dem Speicher 16 wird über die Leitung 17 wäßrige Ätzalkalilösung in den oberen Teil des Vorwaschkessels 13 geleitet. Diese wäßrige Ätz-
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alkalilösung enthält Natriumhydroxyd oder Ka-: liümhydroxyd. Matt kann Lösungen anwenden, die nur 5 Gewichtsprozent Ätzalkali enthalten, bevorzugt aber Lösungen so hoher Konzentration, daß sie eine wesentliche ,Menge der in dem Rohdestillat enthaltenen Mercaptane und phenolischen Verbindungen ausziehen. Es sollen deshalb im allgemeinen in dieser Ätzalkalilösung etwa io bis 35 Gewichtsprozent Alkalihydroxyd vorhanden sein. Man kann aber auch höhere Konzentrationen anwenden. Die Verwendung einer Ätzalkalilösung mit etwa 20 bis 30 Gewichtsprozent NaOH hat sich besonders bewährt. Im vorliegenden Fall wurde eine Lösung mit 25 Gewichtsprozent NaOH angewandt.
Die Menge der wäßrigen Ätzalkalilösung, die in dem Vorwaschkessel 13 benutzt wird, hängt von der Art des Destillats' und dem Ausmaß des Inberührungbringens. in diesem Kessel ab. Im allgemeinen liegt das Volumenverhältnis von wäßriger Lösung zu Rohdestillat zwischen etwa 1 : 5 und 1:1; mit anderen Worten, es werden etwa 20 bis 100 Volumprozent wäßriger Ätzalkalilösung bei der Behandlung des Robdestillats angewandt. Vorzugsweise werden 25 bis 50 Volumprozent benutzt, d. h. man geht von einem Volumerwerhältnis der Ätzalkalilösung zum Rohdestillat aus, das zwischen etwa ι : 4 und 1 : 2 liegt. Im vorliegenden Falle beträgt das Volumenverhältnis von wäßriger Ätzalkalilösung zu Rohdestillat 1:3.
Die Temperatur der Vorwaschung liegt normalerweise etwas über der Außentemperatur.
Vom Boden des Kessels 13 wird eine wäßrige, NaOH, Natriummercaptide und Natrium-»phenolate« enthaltende Lösung abgezogen und über Leitung 18 in die Leitung 19 geführt. Aus dem oberen Teil des Kessels 13 wird H2S-freies Destillat abgenommen und über Leitung 21 und die Ventilleitung 22 in den Mercaptanextraktor 23 geleitet. Der Mercapanextraktor 23 ist ebenfalls ein senkrecht stehender zylindrischer Kessel, der mit geeigneten Vorrichtungen versehen ist, um die beiden unmischbaren Flüssigkeiten innig miteinander zu vermischen. Im Extraktor 23 wird das saure Destillat mit einer wäßrigen Ätzalkalilösung zusammengebracht, die »Phenolate« enthält, die als Lösungsvermittler für die Mercaptane wirken. In der hier beschriebenen Ausführungsform sind diese »Phenolate« aus der Destillatbeschickung des Verfahrens ausgezogen worden. Über die Ventilleitung 24 wird wäßrige, Ätzalkali und Phenolat enthaltende Lösung in den oberen Teil des Extraktors 23 eingeführt.
Diese zuletzt genannte Lösung kann zwischen etwa 5 und 15 Gewichtsprozent ungebundenen, d. h. freien Alkalihydroxyds enthalten. Diese Menge kann jedoch auch größer sein. Die Lösung kann ferner phenolische Verbindungen in Form von Alkaliphenolaten in solcher Menge enthalten, daß die Löslichkeit der Mercaptane in der Ätzalkalilösung verbessert wird. Im allgemeinen enthält die Lösung zwischen etwa 10 und. 30 Volumprozent phenolische Verbindungen in Form von Phenolaten; meist enthält sie zwischen etwa 15 und 25 Volumprozent /phenolischer Verbindungen, die aus dem durch thermische Spaltung erzeugten, hier behandelten Destillat stammen. Aus diesen Substanzen enthält die in den Kessel 23 aufgegebene Lösung noch gewisse1 Mengen Alkaliimercaptide. In dieser Ausführungsform enthält die »magere« wäßrige Ätzalkalilösung etwa 7 Gewichtsprozent freie NaOH und etwa 20 Volumprozent aus dem thermisch gespaltenen Destillat stammende Phenolverbindungen. Bei diesen letzteren handelt es sich um die gemeinhin als Erdölkresole bezeichneten Verbindungen,
Die Menge der im Extraktor 23 angewandten mageren Lösung hängt wiederum von der Art des aufgegebenen Destillats ab. Das Volumenverhältnis von magerer Lösung zu Destillat Hegt gewöhnlich zwischen etwa 1 : 10 und 1 : 1, meist zwischen etwa ι : 4 und 1 : 2. Im vorliegenden Beispiel betrug das Volumenverhältnis 1 : 2,7.
Im Extraktor 23 wird bei leicht erhöhter Temperatur gearbeitet. Im allgemeinen wird die Extraktion zwischen etwa 15,5 und 45° ausgeführt.
Aus dem Extraktor 23 wird das ausgezogene Destillat über die Leitungen 26 und 27 abgezogen. Die Mercaptanzahl dieses abgezogenen Destillats schwankt etwas in Abhängigkeit von der Qualität des Destillats und von Art und Menge der benutzten mageren Lösung. Im allgemeinen ist das durch Leitung 26 abfließende Destillat noch leicht sauer, d. h. also, seine Mercaptanizahl liegt bei etwa 2. Es kann aber auch eine Mercaptanzahl bis zu 10 aufweisen.
Vom Boden des Extraktors 23 wird eine «fette» Lösung, die aus Wasser, freiem NaOH, Phenolaten und Mercaptiden besteht, über die Ventilleitung 28 abgezogen und von Zeit zu Zeit über die Ventilleitung 29 verworfen. Die fette Lösung aus Leitung 28 und die Vorwaschlösung aus Leitung 18 fließen gemeinsam durch Leitung 19 in den Regenerator 31, der mit einem inneren Wärmeaustauscher 32 versehen ist.
Die mercaptidhaltige wäßrige Ätzalkalilösung wird durch Oxydation der Mercaptide zu den entsprechenden Disülfiden regeneriert. Diese Disulfide sind in der wäßrigen Ätzalkalilösung nur schwach löslich und können aus ihr durch Dekantation entfernt werden; die wäßrige Phase enthielt normalerweise eine erhebliche Menge mitgerissener Disulfide. Die Oxydation der Mercaptide zu Disülfiden wird bewirkt, indem man die wäßrige Lösung im Regenerator 31 mit Luftsauerstoff behandelt. Zu diesem Zweck wird Luft aus dem Vorrat 33 durch Leitung 34 in den unteren Teil des Regenerators 31 geleitet.
Die Oxydationsgeschwindigkeit wird durch Anwesenheit eines Oxydationskatalysators in der wäßrigen. Lösung stark beschleunigt. Für diesen Zweck geeignete Katalysatoren sind bekannt; meist benutzt man Di- oder Trioxybenzole. Im vorliegenden Fall wurde Hydrochinon aus dem Vorrat 36 über die Leitungen 37 und 19 in den Regenerator 31 eingeleitet.
Die Oxydationsgeschwindigkeit wird ferner erhöht, wenn man die Regeneration bei erhöhten
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Temperaturen zwischen etwa 38 und 700 durchführt. Die Mercaptide können nicht völlig in Disulfide umgewandelt 'werden, ohne den Hydrochinonkatalysator zu zerstören. Um die Oxydation, des Hydrochinons zu verhindern, beläßt man eine kleine Aienge Mercaptide in der regenerierten Lösung.
Im vorliegenden Verfahren wird der Regenerator 31 bei etwa 6o° betrieben, wobei Luft in einer Menge von etwa 3,7 cbm/Minüte eingeführt. Aus dem Regenerator 31 werden Luft und Dämpfe durch die Abgasleitung 38 abgeführt.
Aus dem Regenerator 31 wird ein Gemisch von wäßriger, Ätzalkali und Phenolat enthaltender Lösung und Disulfiden abgezogen und über Leitung 39 in den oberen Teil des Disulfidextraktors 41 eingeleitet. Dieser Extraktor ist ebenso gebaut, wie der Extraktor 23. Ein flüssiger Kohlenwasserstoff, der ein ausgezeichnetes Lösungsmittel für Disulfide ist, wird in den unteren Teil des Extraktors 41 eingeführt. Zu diesem Zweck kann man praktisch alle flüssigen Kohlenwasserstoffe verwenden. Man bevorzugt aber Öle, die billig sind, um' die anDi'Sulfiden reichen Öle der Verbrennung zuführen zu können. In diesem Fall wurde ein durch katalytische Spalrung erhaltenes Umlauf leichtöl, das im Gasölbereich ' siedete,_ aus dem Vorrat 42 über Leitung 43 in den Extraktor 41 eingeführt. Dieser flüssige Kohlenwasserstoff muß als Lösungsmittel in so ausreichender Menge zugegeben werden, daß praktisch alle Disulfide, die in dem aus dem Regenerator 31 abfließenden Produkt enthalten sind, entfernt werden. Die Menge schwankt mit den Arbeitsbedingungen. Im allgemeinen liegt das Vorumenverhältnis von flüssigem Kohlenwasserstofflösungsmittel .zu regenerierter Lösung zwischen etwa 1:4 und 1:1. Im vorliegenden Fall war es 1 : 2.
Das disulfidhaltige Leichtöl wird vom oberen Teil des Extraktors 41 abgezogen und als Raffineriebrennstoff durch Leitung 44 abgeleitet.
Eine magere, Wasser, NaOH, Mercaptide und Phenolate enthaltende Lösung wird aus dem Extraktor 41 abgezogen. Ein Teil dieser Lösung wird durch die Ventilleitung 46 in die Leitung 27 geführt, in der sie mit dem schwach sauren Destillat aus Extraktor 23 zusammentrifft. Ein gewisser Verlust an Ätzalkalilösung ist unvermeidbar. Neue wäßrige Ätzalkalilö-sung aus dem Speicher 47 wird über die Ventilleitung 48 und Leitung 46 zugegeben.
Das Gemisch aus Destillat und magerer Lösung in Leitung 27 wird in einen Entschwefelungskeseel 51 geleitet, der mit einem inneren Wärmeaustauscher 52 ausgerüstet ist. Der Kessel 51 ist wie der Regenerator 31 gebaut. In dem Kessel 51 wird das Destillat durch Oxydation der in ihm enthaltenen Mercaptane mittels Luft gesüßt. Zu diesem Zweck wird freien Sauerstoff enthaltendes Gas über die Leitung 54 in den Kessel 51 eingeführt.
Im Kessel 51 wird eine erhöhte Temperatur aufrechterhalten, um die Oxydation zu beschleunigen.
Man arbeitet gewöhnlich zwischen 38 und 71 °. Im vorliegenden Fall wurde der Kessel 51 bei 6o° betrieben. Die magere Lösung, die im Kessel 51 angewandt wird, muß wenigstens in katalytischer Menge vorliegen. Das Volumenverhältnis von. magerer Lösung zu schwach saurem Destillat liegt zwischen etwa 1 : 50 und 1 : 10.
Vom Boden des Kessels 51 wird wäßrige Ätzalkali' und Phenolat enthaltende. Lösung durch Leitung 57 abgezogen und über Ventilleitung 58 und Leitung 46 in den Kreislauf zurückgegeben. Diese Alkalilösung kann auch über Ventilleitung 59 verworfen werden. Frische Ätzalkalilösung kann anstatt über Leitung 46 unmittelbarr durch Leitung 58 zugeführt werden.
Aus dem Kessel 51 wird durch Leitung 61 ein praktisch süßes Erdöldestillat abgezogen.
Der Hauptteil der mageren Lösung in Leitung 46 wird durch die Ventilleitung 24 in den oberen Teil des Mercaptanextraktiors 23 geleitet, um im der MercaptanextraktioniS'Stufe wiederverwendet zu werden.
Einige Ausgangsdestillate weisen einen derart niedrigen Mercaptangehalt auf, daß ein praktisch von Mercaptanschwefel1 freies Produkt erhalten werden kann, ohne den Mercaptanextraktor 23 in dem Verfahren einsetzen zu müssen. In einem solchen Fall \vird das Destillat aus dem Kessel 13 über die Leitung 21, die Umweg leitung 66 und die Leitung 27 in den Kessel 51 gegeben. Dabei wird der Mercaptanextraktor 23 durch Schließen der Ventile in den Leitungen 22, 24, 28 und 29 ausgeschaltet. In diesem Fall wird die wäßrige Lösung aus Kessel 13 in Kessel 31 regeneriert und im Kessel 41 gewaschen und die magere Lösung dann in den Kessel 51 geleitet.
Nach dem beschriebenen Verfahren kann man praktisch alle Mercaptane und allen H2S aus H2S-haltigen, durch thermische Spaltung erhaltenen sauren Destillaten bei höchster wirtschaftlicher Verwendung der wäßrigen Ätzalkaliilösung entfernen.

Claims (6)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zum Süßen eines sauren Erdöldestillats, bei dem a) dieses Destillat, das Mercaptane und phenolische Verbindungen enthält, mit einer wäßrigen Ätzalkalilösung unter Bedingungen zusammengebracht wird, unter denen erhebliche Mengen der Mercaptane und phenolischen Verbindungen entfernt werden, b) das schwach saure Destillat von einer wäßrigen, Ätzalkali, Mercaptide und Phenolate enthaltenden Lösung abgetrennt wird, c) die wäßrige Lösung mit freiem Sauerstoff unter Bedingungen zusammengebracht wird, unter denen der Hauptteil der Mercaptide in Disulfide übergeführt wird, und d) die Disulfide aus der regenerierten Lösung der Stufe, c) entfernt werden, dadurch gekennzeichnet, daß das Erdöldestillat (Naphtha) aus Stufe b) mit der regenerierten Lösung aus Stufe d) und freier Sauerstoff unter Bedingungen zusammengebracht wird, unter denen das Destillat praktisch gesüßt wird, und daß ein praktisch süßes Destillat von der wäßrigen Ätzalkalilösung abgetrennt wird.
2. Kombi nationsverfahren nach Anspruch 1, (bei1 dem 1. das von der wäßrigen, Ätzalkali, Mer-
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captide und Phenolate enthaltenden Lösung abgetrennte Erdöldestillat (Naphtha) mit einer wäßrigen, Ätzalkali und Phenolate enthaltenden Lösung unter Bedingungen' zusammengebracht wird, unter denen ein schwach saures Destillat entsteht, und 2. eine »fette«, Ätzalkali, Mercaptide und Phenolate enthaltende Lösung von dem schwach sauren Destillat abgetrennt wird, dadurch gekennzeichnet, daß 3. die wäßrigen Lösungen aus Stufe 1 und 2 vereinigt werden und diese vereinigte Lösung mit freiem Sauerstoff unter Bedingungen zusammengebracht wird, unter denen der Hauptteil der Mercaptide in Disulfide übergeführt wird, daß 4. die Disulfide aus der regenerierten Lösung der Stufe 3 zwecks Erzeugung einer »mageren« Lösung entfernt werden, daß 5. ein Teil der »mageren« Lösung zur Kontaktzone der Stufe 1 zurückgeführt wird, daß 6. das schwach saure Destillat
ao aus Stufe 2 mit einem Teil der »mageren« Lösung in Gegenwart von freiem Sauerstoff unter Bedingungen zusammengebracht wird, unter denen praktisch alle Mercaptane in Disulfide übergeführt werden, und daß 7. ein praktisch süßes Destillat von der wäßrigen Ätzalkalilösung abgetrennt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß a) die wäßrige Lösung der Stufe ι zwischen 5 und 15 Gewichtsprozent freies Alkalihydroxyd und zwischen 10 und 30 Volumprozent phenolische Verbindungen enthält und daß b) das Volumenverhältnis von Lösung zu Destillat in Stufe 1 zwischen 1 : 10 und 1:1 liegt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschickung aus einem durch thermische Spaltung erhaltenen, H2S-haltigen Erdöldestillat (Naphtha) besteht.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Ätzalkalilösung aus Stufe a) oder 1 zwischen 10 und 35 Gewichtsprozent Alkalihydroxyd enthält und das Volumenverhältnis von Lösung zur Beschickung zwischen 1 : 5 und ι : ι liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Ätzalkalilösung aus Stufe a) oder 1 zwischen 20 und 30 Gewichtsprozent NaOH enthält, daß das VoIumenverhältnis von Lösung zu Destillat zwischen ι : 4 und 1 : 2 liegt, daß ein saures Destillat von einer wäßrigen, NaOH, Mercaptide und Phenolate enthaltenden Lösung abgetrennt wird, daß das saure Destillat mit einer mageren wäßrigen, zwischen 5 und 15 Gewichtsprozent NaOH und zwischen 15 und 25 Volumprozent phenolische Verbindungen (aus dem thermisch gespaltenen Erdöldestillat) enthaltenden Lösung in einem Volumenverhältnis von Lösung zu Destillat zwischen 1 :4 und 1 :2 bei einer Temperatur zwischen 15,5 und 430 so lange Zeit zusammengebracht wird, bis der Hauptteil der in dem Destillat enthaltenen Mercaptane entfernt ist, daß eine fette, NaOH, Mercaptide und Phenolate enthaltende Lösung von einem schwach sauren Destillat abgetrennt wird, daß die wäßrige Lösung, die von dem sauren Destillat abgetrennt wird, mit der fetten Lösung vereinigt wird, daß die vereinigte Lösung durch Behandlung mit freiem Sauerstoff bei einer Temperatur zwischen 38 und 71 ° in Gegenwart eines zugesetzten Mercaptanoxydationskatalysators regeneriert wird, wodurch der Hauptteil der Mercaptide in Disulfide umgewandelt wird, daß die regenerierte Lösung mit einem Erdöldestillat zusammengebracht wird, um eine, magere, Na O H, Phenolate und kleinere Mengen Mercaptide und Disulfide enthaltende Lösung zu erzeugen, in der das Volumenverhältnis von Destillat zu regenerierter Lösung zwischen 1 : 4 und ι : 1 liegt, daß der Hauptteil dieser mageren Lösung in den Kreislauf zurückgeführt wird, um sie mit dem sauren Destillat zusammenzubringen, und daß das schwach saure Destillat, das von der fetten Lösung abgetrennt wird, mit einem Teil der mageren Lösung in Gegenwart von freiem Sauerstoff bei einer Temperatur zwischen 38 und 71 ° so lange Zeit zusammengebracht wird, bis das Destillat praktisch gesüßt ist, und daß ein praktisch süßes Destillat von der wäßrigen, Ätzalkali und Phenolat enthaltenden Lösung abgetrennt wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschrift Nr. 2 605 212.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
© 609 577/427 7.56

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