DEP0055123DA - Verfahren zum farbigen Adern von Kunststoffen polyplastischer Art, insbesondere für die Herstellung von Zahnprothesen, und nach diesem Verfahren hergestellte Zahnprothese - Google Patents
Verfahren zum farbigen Adern von Kunststoffen polyplastischer Art, insbesondere für die Herstellung von Zahnprothesen, und nach diesem Verfahren hergestellte ZahnprotheseInfo
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Description
Kunststoffe polyplastischer Art allgemein zu färben oder zu marmorieren bereitet keine Schwierigkeit. Man kann dies erreichen, indem man den Grundstoffbestandteil des Kunststoffes in entsprechender Farbe wählt, wobei hierzu auch verschiedene Farben gemischt werden können. Unter Grundstoffbestandteil ist dabei hier und auch im Folgenden im allgemeinen jener Zustand des Kunststoffes zu verstehen, in dem dieser sich vor dem Polymerisieren in pulverförmiger, körniger, griessiger oder auch pastenartiger Form befindet.
Will man indessen aber eine bestimmte Aderungswirkung erzielen, so ist dies lediglich durch reine Mischung von verschieden gefärbtem Grundstoff nicht erreichbar, weil dabei keine einigermassen scharf abgezeichnete feinlinienartige Ausbildung mehr erlangbar ist. In manchen Fällen ist dies aber sehr erwünscht.
Handelt es sich z.B. um die Herstellung von Zahnprothesen, so ist zunächst notwendig, diese aus einem Kunststoff zu fertigen, der möglichst klare Eigenschaften hat. Dies trifft in der Hauptsache zu für die Acrylate und die Polyacrylate. Diese Kunststoffe werden bisher für den angegebenen Zweck fleischfarben gefärbt, um den daraus hergestellten Prothesenkörper möglichst naturgetreu zu erlangen und ihn im Munde nicht als Fremdkörper erscheinen zu lassen. Den natürlichen Verhältnissen entspricht dieses Verfahren jedoch streng genommen noch nicht, weil das Mundfleisch auch von feinsten Äderchen durchzogen ist, die kein ganz gleichmäßig einheitlich gefärbtes Farbbild mehr ergeben, sondern eine ganz charakteristische, etwas dunklere
Adernfaserung eingebettet erscheinen lassen, wie sie bisher nachbildbar nicht zu erlangen war. Diese aber möglichst naturgetreu auch bei Prothesen wiedergeben zu können, ist die Aufgabe des neuen Verfahrens. Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass dem Kunststoffgrundstoff ein Fremdstoffbestandteil mit einem Farbton, der von demjenigen des Grundstoffes graduell abweicht, beigemischt wird, und zwar in solcher Beschaffenheit und Menge, dass sich dieser Fremdstoff bei der chemischen Formierung (Polymerisation) des Grundstoffes diesem aderungsförmig in unterschiedlichem Farbton durchscheinend einlagert.
Eingehende Versucher haben ergeben, dass sich hierzu ganz besonders ein Fremstoffkörper eignet, der sich z.B. in feinen einzelnen Fasern darstellt. Als Einlagerungsfremdkörper dieser Wirkung kommen bevorzugt in Betracht Textilfasern jeder Art auf natürlicher oder auch synthetischer Basis und zwar hat es sich gezeigt, dass dabei optimale Wirkungen erlangbar sind, wenn die Fasern in einer Länge gewählt werden, die die Dimension von nur wenigen Millimetern hat und wobei es sehr wertvoll ist, wenn diese Fasern mindestens teilweise möglichst dünn bzw. feinstrukturell gewählt sind. Zu nennen sind also hierfür besonders Wolle, Seide oder andere Fasern tierischer oder pflanzlicher Herkunft.
Wird die Aderungsnachbildung jedoch durch Beimischung von Kunststoffasern vorgenommen, die z.B. durch Polykondensation gewonnen sind, so bietet dies den weiteren Vorzug, dass es sich hierbei um miteinander zu kombinierende Stoffe handelt, die gewisse verwandte Eigenschaften haben und die sich daher besonders gut und homogen miteinander verbinden. Von Bedeutung ist dies auch für die evtl. notwendige nachträgliche Bearbeitung der Prothese. Als ganz besonders geeignete Beimischungsfaser kommt z.B. Kunststoffaser auf der Basis der Poly- und der Superpolyamide in Betracht, die sich in handelsüblicher Form ganz hervorragend durch Feinheit und Eigenfestigkeit auszeichnen.
Wird im Sinne der Erfindung die Prothese in der bisher üblichen rosafleischfarbigen Farbtönung angefertigt und ist der Masse vor der Polymerisation dabei im Sinne der Erfindung ein
hinreichend kurz- und dünnfaseriger Zusatz beigegeben in einer etwas tiefer roten Farbtönung, wie sie etwa dem Arterienblut entspricht und zwar in einer Menge, wie sie einer fein verteilten faserig aufgelösten Schicht gleichkommt, so entsteht dadurch ein Prothesenkörper, der in seinem fertigen Zustand dann natürlich geadert erscheint und dem rein äusserlich seine Kunststoffeigenschaft praktisch kaum mehr anzusehen ist. Insbesondere für die vorderen Zahnpartien ist dies auf dem Gebiet der Zahnprothetik gegenüber der bisherigen Technik, die mit ungeadertem Ersatz arbeiten musste, ein ganz erheblicher Fortschritt.
Claims (4)
1.) Verfahren zum farbigen Adern von Kunststoffen polyplastischer Art, insbesondere von Acrylat- oder Polyacrylatkunststoffen für die Herstellung von Zahnprothesen, dadurch gekennzeichnet, dass dem Kunststoffgrundstoff ein sich z.B. in feinen einzelnen Fasern darstellender Fremdstoffbestandteil beigemischt wird mit einem von demjenigen des Grundstoffes graduell abweichenden Farbton, und zwar bevorzugt in solcher Beschaffenheit und Menge, dass sich dieser Fremdstoffbestandteil bei der chemischen Formierung (Polymerisation) des Grundstoffes diesem aderungsförmig in unterschiedlichem Farbstoff durchscheinend miteinlagert.
2.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Kunststoffgrundstoff zur Aderungseinlagerung entsprechend gefärbte dünne Textilfasern beigemischt werden, bevorzugt in einer Länge mit der Dimension von Millimetern.
3.) Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aderungsnachbildung durch Beimischung von z.B. durch Polykondensation bevorzugt auf der Basis der Poly- oder der Superpolyamide gewonnenen Kunststoffasern erzielt wird.
4.) Zahnprothese, hergestellt nach dem Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden.
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