DEP0053771DA - Verfahren zum Herstellen von Kalksandsteinen - Google Patents

Verfahren zum Herstellen von Kalksandsteinen

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DEP0053771DA
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sand
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English (en)
Inventor
Karl Waldsee Kurz (Württ.)
Original Assignee
Südbau Süddeutsche Bautechnik GmbH Ludwigsburg Werk Waldsee, Waldsee
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Description

Unter den zur Errichtung von Bauwerken verwendeten Kunststeinen nehmen die Kalksandsteine eine bevorzugte Stellung ein, weil das zu ihrer Herstellung gebrauchte Ausgangsmaterial in der Hauptsache aus siliziumdioxydreichem Sand (Quarzsand) besteht, der vielerorts im Überfluß vorhanden und daher sehr billig ist. Bisher wurden Kalksandsteine aus einem nur wenig feuchten Gemisch von Kalk und Sand hergestellt, indem das Gemisch in einer Form durch Pressen verdichtet und der gepreßte Rohling dann in einem Dampfhärteverfahren gehärtet wird, wodurch der Stein die für die Verwendung im Bauwesen erforderliche Festigkeit (Druckfestigkeit) erhält.
Dieser bekannten Herstellung von Kalksandsteinen haftet aber der Nachteil an, daß für die dichte Aneinanderlagerung der einzelnen Teilchen des Rohgutes, die für die Druckfestigkeit maßgebend ist, verhältnismäßig hohe Preßdrücke angewendet werden müssen. Dies ist auch der Grund dafür, daß Kalksandsteine bisher nur im Kleinformat (25 x 12,5 x 6 oder 25 x 12,5 x 10 cm) angefertigt wurden. Die Herstellung von großformatigen Steinen (von etwa 38 x 25 x 25 cm Kantenlänge) würde so hohe Preßdrücke erfordern, daß die zu ihrer Erzeugung notwendigen Einrichtungen durch ihren hohen Anschaffungspreis eine solche Verteuerung des Fertigerzeugnisses zur Folge haben würde, daß dadurch die mit Großformatsteinen erzielten Ersparnisse an Arbeitslöhnen mindestens zum großen Teil aufgehoben würden.
Aufgrund dieser Tatsache war der Kalksandstein anderen im Großformat wirtschaftlich herstellbaren Kunststeinen (z.B. gebrannten Ziegeln oder Betonsteinen) gegenüber im Nachteil.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Herstellungsverfahren für Kalksandsteine anzugeben, welches mit verhältnismäßig einfachen Mitteln und ohne Anwendung großer und starker Pressen wirtschaftlich die Formgebung und Verdichtung des Ausgangsmaterials ermöglicht.
Bei der Herstellung von Betonsteinen ist ein Verfahren bekannt, bei welchem das Rohgut (Mörtel) verdichtet und in die Form des fertigen Steins übergeführt wird, indem man es einer Rüttel- (Vibrations-) Behandlung unterzieht. Dieses Verfahren hat sich bei der Herstellung von Betonsteinen gut bewährt, insbesondere wohl deshalb, weil die Betonmasse ziemlich feucht und dadurch die Reibung der mit einem Flüssigkeitsmantel umhüllten Elementarteilchen untereinander gering ist und ferner weil hier schon bei der Formgebung der chemische Verfestigungsprozess (Abbinden) einsetzt, so daß der aus der Form entnommene Rohling gut zusammenhält. Anders hingegen ist es beim Kalksandstein, dessen Rohgut weniger feucht ist und daher nicht so gut zusammenhält wie die Betonmasse. Aus diesen Gründen wohl hat die Fachwelt bisher außer dem Pressen keine Möglichkeit zur hinreichenden Verdichtung der Kalksandsteinmasse gesehen.
Ausgedehnte Versuche haben aber zu dem überraschenden Ergebnis geführt, daß das Ausgangsmaterial für Kalksandsteine in hinreichendem Maße verdichtet werden kann, indem es nach Einfüllen in eine Form einer geeigneten Schwingungsbehandlung unterzogen wird. Aufgrund dieser Erkenntnis wird gemäß der Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Kalksandsteinen vorgeschlagen, bei dem die zur Erzielung einer hinreichenden Druckfestigkeit des gehärteten Kalksandsteins erforderliche Verdichtung des Ausgangsmaterials durch eine Schwingungsbehandlung herbeigeführt wird. Die Schwingungsbehandlung kann ein Rüttelvorgang (Vibrieren) sein; ferner können auch Ultraschall- oder Hochfrequenzschwingungen angewendet werden. Dabei können die verschiedenen Schwingungsarten einzeln oder zu mehreren zur Anwendung kommen und zwar mit oder ohne Auflast, erforderlichenfalls auch unter gleichzeitigem, vorhergehendem oder nachfolgendem Stampfen oder Pressen.
Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung wird das in eine Form eingefüllte Ausgangsmaterial in allen Teilen unter der Wirkung der Schwingungen gleichmäßig oder mindestens nahezu gleichmäßig verdichtet, so daß der fertige Stein an allen Stellen seines Querschnitts ungefähr gleiche Festigkeitswerte aufweist. Das Verfahren läßt sich daher mit Vorteil zur Herstellung von Kalksandsteinen im Großformat anwenden und es gestattet gleichzeitig die Ausbildung der Steine als Hohlsteine, die für die Einhaltung eines angemessenen und der Forderung nach Handlichkeit gerechtwerdenden Gewichte wesentlich ist.
Das Verfahren gemäß der Erfindung eröffnet also den Weg zur wirtschaftlichen Herstellung von Kalksandsteinen überhaupt und insbesondere zur Herstellung von Kalksandsteinen, vorzugsweise Hohlsteinen, im Großformat.

Claims (8)

1.) Verfahren zur Herstellung von Kalksandsteinen aus einem wenig feuchten Gemisch von siliziumdioxydreichem Sand und Kalk, dadurch gekennzeichnet, daß die Verdichtung des in eine Form eingefüllten Rohgutes durch eine an sich bekannte Schwingungsbehandlung erfolgt.
2.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsbehandlung ein Rüttelvorgang ist (Vibrieren).
3.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsbehandlung unter Anwendung von Hochfrequenzschwingungen erfolgt.
4.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsbehandlung unter Anwendung von Ultraschallschwingungen durchgeführt wird.
5.) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehrere Schwingungsbehandlungen gleichzeitig oder nacheinander zur Anwendung kommen.
6.) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsbehandlung unter Auflast erfolgt.
7.) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohgut vor, während oder nach der Schwingungsbehandlung gestampft oder gepreßt wird.
8.) Die Herstellung von Kalksandsteinen, insbesondere großformatigen Hohlblocksteinen im Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 7.

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