DEP0046921DA - Verfahren zum Färben von Wolle - Google Patents

Verfahren zum Färben von Wolle

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DEP0046921DA
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DE
Germany
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wool
polyglycol ether
dye
color
dyeing
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Kurt Dr. DE Hansen
Ludwig Dr. Nüssler
Paul Dr. Rabe
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
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Description

Bei dem sogenannten "Metachrom"-Verfahren wird Wolle mit Farbstoffen, welche zur Chromkomplexsalzbildung befähigt sind, in Gegenwart von Alkalimono- oder -bichromat und Ammonsulfat gefärbt. Im Gegensatz zum Nachchromierungsverfahren erfolgt beim "Metachrom"-Verfahren der Chromatzusatz gleich zu Beginn des Färbens. Die Zahl der für dieses Färbeverfahrens geeigneten Farbstoffe ist jedoch beschränkt, da unter diesen Färbebedingungen sehr viele Farbstoffe, welche zwar für das Nachchromierungsverfahren geeignet sind, ungenügend aufziehen und zu leeren, unbrauchbaren Färbungen führen.
Es wurde nun gefunden, daß durch Zugabe von nicht-ionogenen, oberflächenaktiven Verbindungen vom Typ der Polyglykoläther und Magnesiumsalzen oder Erdalkalisalzen, soweit letztere mit den Bestandteilen des Färbebades keine Ausfällungen bilden, das Ziehvermögen der meisten zur Chromkomplexsalzbildung befähigten Farbstoffe beim Färben nach dem "Metachrom"-Verfahren verbessert wird. Als nicht-ionogene, oberflächenaktive Verbindungen vom Typ der Polyglykoläther seien die folgenden Gruppen beispielsweise angeführt: Alkylphenol-,
Alkylxylenol-, Alkyl- oder Dialkylnaphtholpolyglykoläther mit einem Alkylrest von C(sub)4 bis C(sub)20 und einer Polyglykolätherkette aus 6 bis 30 Molen Glykol; Polyglykoläther solcher aromatischer Oxyverbindungen, deren aromatischer Bestandteil mindestens 3 Benzolkerne enthält, welche direkt oder durch eine aliphatische Brücke miteinander verbunden sein können, wobei zwei Kerne auch miteinander anelliert sein können; Polyglykoläther von aromatischen Oxyverbindungen, die im Kern durch mindestens zwei hydroaromatische, aromatische oder araliphatische Reste substituiert sind, von denen jedoch mindestens einer hydroaromatisch ist; Halogen- oder Methyl-substituierte Aryl- oder Aralkylderivate von Phenolpolyglykoläthern, z.B. 3,4-Dichlorbenzylxylenolpolyglykoläther oder Dimethylbenzylxylenolpolyglykoläther; Polyglykolätherverbindungen, wie sie durch Einwirkung von Äthylenoxyd auf Alkohole, aliphatische Carbonsäuren und aliphatische Carbonsäureamide erhältlich sind.
Das Färbebad bleibt bei diesem Verfahren nahezu neutral, wodurch eine vorzeitige Chromierung des Farbstoffs im Färbebad verhindert und ein gutes und gleichmäßiges Aufziehen des Farbstoffs begünstigt wird.
Es ist bekannt, daß "Metachrom"-Färbungen im alkalischen Medium in Gegenwart von kationen-aktiven Verbindungen hergestellt werden können. Kationen-aktive Verbindungen haben aber den Nachteil, daß sie mit Farbstoffen, welche löslichmachende saure Gruppen, z.B. SO(sub)3H-Gruppen, enthalten, mehr oder weniger schwerlösliche Verbindungen bilden, wodurch die Farbstoffe in erhöhtem Maße zurückgehalten oder gar ausgefällt werden. Dieser Nachteil wird, da erfindungsgemäß nur nicht-ionogene Verbindungen zugegeben werden, vermieden.
Ferner ist bekannt, daß durch die Anwesenheit von Magnesiumsulfat oder anderen geeigneten Erdalkalisalzen das Ziehvermögen von "Metachrom"-Farbstoffen gesteigert wird. Durch die gemeinsame Anwendung dieser Salze mit den oben angeführten Polyglykolätherverbindungen wird aber eine wesentlich gesteigerte Wirkung erzielt; man erhält wesentlich tiefere Färbungen als mit einem der Zusätze allein.
Zwecks völliger Ausnützung des Farbstoffs, insbesondere bei dunkleren Tönen, kann man dem Färbebad während oder am Schluß des Färbeprozesses Säuren oder säureabspaltende Salze, wie z.B. Ammoniumsulfat, zusetzen.
Die nachfolgend aufgeführten Beispiele erläutern die Erfindung, ohne sie darauf zu beschränken:
Beispiel 1:
Wolle wird bei einem Flottenverhältnis von 1 : 40 in einem Bad gefärbt, das folgendermaßen zusammengesetzt ist:
5% wasserfreies Natriumsulfat
2,5% Alkylxylenylpolglykoläther (hergestellt z.B. aus chloriertem Benzin - Siedebereich 100-140°, Xylenol und 12 Molen Äthylenoxyd)
2,5% Magnesiumsulfat
1,5% Kaliummonochromat
2% Azofarbstoff aus 1-Amino-2-oxy-3,5,6-trichlor-benzol und 1-Amino-8-oxynaphthalin-2,4-disulfonsäure.
Die angegebenen Prozentzahlen beziehen sich auf das Gewicht der zu färbenden Wolle. Man geht mit der Ware bei 40-50° in das Färbebad ein, steigert die Temperatur innerhalb einer halben Stunde zum Kochen und färbt 1 bis 1 1/2 Stunden kochend. Man erhält eine einwandfreie, kräftige Blaufärbung im Gegensatz zum üblichen "Metachrom"-Verfahren, das mit dem genannten Farbstoff eine sehr leere und deshalb unbrauchbare Färbung liefert. Die erreichte Farbtiefe ist auch wesentlich größer als bei einer Färbung, welche in gleicher Weise, aber ohne Zusatz des Polyglykoläthers hergestellt wird.
Beispiel 2:
Wolle wird im Flottenverhältnis 1 : 40 in einem Bad gefärbt, das folgende Zusätze enthält:
5% wasserfreies Natriumsulfat
2,5% Alkylxylenylpolyglykoläther (hergestellt wie in Beispiel 1 beschrieben)
2,5% Magnesiumsulfat
1,3% Kaliummonochromat
2% Azofarbstoff aus 1-Amino-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäure und 2-Oxynaphthalin.
Im übrigen wird in gleicher Weise verfahren wie in Beispiel 1 angegeben. Man erhält eine tiefe Blaufärbung, während nach dem üblichen "Metachrom"-Verfahren eine unbrauchbare, schwache Färbung erhalten wird. Die Färbung ist tiefer und egaler als eine solche, welche nur mit Magnesiumsulfat hergestellt wird.
Beispiel 3:
Wolle wird im Flottenverhältnis 1 : 40 unter Verwendung folgender Badzusätze gefärbt:
5% wasserfreies Natriumsulfat
3% Oleylpolyglykoläther (hergestellt aus Oleylalkohol und 30 Molen Äthylenoxyd)
2,5% Magnesiumsulfat
1% Kaliummonochromat
2% Azofarbstoff aus 6-Chlor-1-amino-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäure und 1-Phenyl-3-methyl-5-pyrazolon.
Die Färbung wird sonst entsprechend Beispiel 1 durchgeführt. Man erhält eine kräftige, blaustichige Rotfärbung. Das übliche "Metachrom"-Verfahren liefert dagegen eine viel schwächere, unbrauchbare Färbung.
Beispiel 4:
Wolle wird unter sonst gleichen Bedingungen wie in den vorstehenden Beispielen in einem Färbebad von folgender Zusammensetzung gefärbt:
5% wasserfreies Natriumsulfat
3,5% Alkylxylenylpolglykoläther (hergestellt wie im Beispiel 1 angegeben)
2,5% Magnesiumsulfat
1,5% Kaliummonochromat
2% Azofarbstoff aus 1-Amino-2-oxy-3-chlor-5-nitro-benzol und einem Gemisch aus 1-Sulfophenyl-3-methyl-5-pyrazolon und 1-Oxynaphthalin-5-sulfonsäure.
Man erhält eine kräftige Braunfärbung. Die nach dem üblichen "Metachrom"-Verfahren hergestellte Färbung ist wesentlich schwächer. Eine nach gleicher Vorschrift, aber ohne Alkylxylenylpolyglykoläther hergestellte Färbung ist ebenfalls leerer.
Beispiel 5:
Wolle wird im Flottenverhältnis 1 : 40 in einem Bad folgender Zusammensetzung gefärbt:
5% wasserfreies Natriumsulfat
3% Ölsäureamidpolyglykoläther (hergestellt aus Ölsäureamid und 15 Molen Äthylenoxyd)
2,5% Magnesiumsulfat
1% Kaliummonochromat
2% Azofarbstoff aus 1-Amino-2-oxy-5-nitrobenzol-3-sulfonsäure und p-tert.-Butyl-phenol.
Dabei wird im übrigen in gleicher Weise wie bei den vorstehenden Beispielen verfahren. Es wird eine tiefere Braunfärbung erhalten als nach dem üblichen "Metachrom"-Verfahren.
Beispiel 6:
Wolle wird auf einem Färbebad mit:
5% wasserfreiem Natriumsulfat
3% Benzyl-p-oxydiphenyl-polyglykoläther (hergestellt aus Benzyl-p-oxydiphenyl und 10 Molen Äthylenoxyd)
2,5% Magnesiumsulfat
1% Kaliummonochromat
2% Azofarbstoff aus 1-Amino-2-oxynaphthalin-4-sulfonsäure und 2-Oxynaphthalin
gefärbt unter sonst gleichen Bedingungen wie vorher angegeben. Man erhält eine kräftige Dunkelblaufärbung.

Claims (1)

  1. Verfahren zum Färben von Wolle mit Wollfarbstoffen, die zur Chromkomplexbildung befähigt sind, in Gegenwart von Chromaten, dadurch gekennzeichnet, daß man den chromathaltigen Färbebädern nicht-ionogene oberflächenaktive Verbindungen vom Typ der Polyglykoläther sowie Magnesiumsalze oder Erdalkalisalze, soweit letztere mit den Bestandteilen der Färbebäder keine Ausfällungen bilden, zusetzt.

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