DEP0044777DA - Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen

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DEP0044777DA
DEP0044777DA DEP0044777DA DE P0044777D A DEP0044777D A DE P0044777DA DE P0044777D A DEP0044777D A DE P0044777DA
Authority
DE
Germany
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wool
treated
improving
properties
substances containing
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Ludwig Dr. Nüssler
Paul Dr. Rabe
Richard Dr. Wegler
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
Publication date

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Description

Professor Dr* Otto Bayer und Dr0 Ernst Gauer (beide Leverkusen)
Bk/Bl Leverkusens ö-en 6„ Februar 1950
Verfahien
^X-ilf-lk^'lse^ung der Eigenschaften von._Iiöl_le
und 3jade_re/i lier^tir^.jn/j tigeji.,jnbstangjru
„as OQ11L er at in foe? laut bekanntlich aus rostartig
nebeneinander!legenden PolypeptLdkettan. weJ elie aus Aminosäuren durch WasserAbsf.a L topg, eutstai'iden sind.» Me Querverbindungen dieserKetten werden durch c.-js ^inbrüceen gebildete Ausserdem nimmt :rtan Bn9 dass freie Grupper«, s-Bo üQOH- und MK0-Ciruppen,
in den oeitenketten der Polypeptide zwischenmolelculare Salzbindungen eingeh en j v-^duroh ebenfalls Querverbindungen zustande kormrerio Durch Kiii^irkun-. von Alkali en werden insbesondere die Querverbindungen geluvt, -,voaurch fcine mehr oder weniger starke Schädigung aer "»Volle eintritt* 'Jäureeinwirkung fühi't verschiedentlich, ebenfalls infolge hydrclytiooben Abbaus des Keratin« zu Vt'ollschädigvjngen»
Ba wurde mm gefunden, dass man Alkali-, Säure- und
B.ochbeständigkejt von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen wesentlich verbessern kann, wenn man sie mit solchen Acrylaruiden behandelt;, die mehrere Acrylamidreste im Molekül enthaltea. Geeignete "/erbindungen dieser Art sind JDiacryldiamide und
Triacryltriamide; als Beispiele seien genannt das Macrylamid
aes Hexajnethylendiairi.ns, das Tri acryl amid des Diä thy I entri amins υηά Trl&orylperuyirotriaßin (vergleiche Chemische Berichte,
Band 8.1 £l9^Bj, 3eite 527 ff.)6 Lie ^irkur^g des neuen Verfahrens
zp>:gt λ ich iMBfeeHfndefe darin, dass ro behandelte Wolle auch in hei ssen alkalischen Bädern weniger leidet, als uribehandelte; sie löst sicü vie3 weniger und "bleibt im G-rxff weicher und gesehmeiaigevo Das Keratin der behandelten Wolle neigt weniger zur Hydrolyse, deshalb wird die Wolle auch durch Säui'en und saures Kochen weniger angegriffen., Die genannten Verbindungen bewirken al» polyfunktionelle Verbindungen mit mehreren leicht an=- lagerungsiahigen Pop teil) indungen eine zusätzliche Vernetzung aes Eeratins, wodurch eine widerstandsfähigere Wollqualität erzielt wird ο Dies wirkt t3i«h auch, Torteilhaft beim Schrumpfeehtmaohen der 7/olle durch Chloren aus ο
Bei δ er Durchführung des Verfahrens kann man die genannten Acrylamide auch in Verbindung mit Reduktionsmitteln zur Anwendung bringen«, Hierbei kann die V/olle vorreduziert sein, M0B0 mi^ Thioglykolsäure,- oder das Reduktionsmittels Z0Eo 3?ormaldehycl~ nairiameul!foxylatv kann im ^J eichen Bade verwendet werden«, Pas Vorreduaieren der Volle hat sich besonders bei der Verwendung der Diacryldiamide als zweekraässig erwiesene
Es J st bekannt j dass Wolle durch eine Behandlung mit ■Formaldehyd alkali - und kochbeständig gemacht werden karm0 Die hierdurch erzielte Wirkung iΉ aber weniger uberfärbebeständig als bei Behandlung mit den genannten Acrylamiden« Des weiteren ist bekannt, dass die Alkalibeständigkeit der Wolle dadurch verbessert werden JEaJm9 dans man mit Hilfe τοη Reduktionsmitteln die Cystinbrücken zu Cysteingruppen aufspaltet, welche ihrerseits mit organischen OiJialogeriden umgesetzt werden« Durch dieses Verfaiirer wird aber das natürliche Si eh ν ermöge η der 7/olle stark verändert, was nach clem beanspruchten Verfahren nicht der"1 Pail 3 st«, "Ein weiteres bekanntes Verfahren verwendet Bis-CbJ orrcetüyläther vor.
aliphatischen Dialkoholeno wobei aber der Umstand als Nachteil zu werten ist9 dass in organischen lösungsmitteln gearbeitet wer·=? den muss ο Auch Diäthylenharnstoffe werden zur Verbesserung der Alkalibeständigkeit herangezogene Diese sind aber schwieriger her= zustellen als die genannten Acrylamide*4 zudem sind sie weniger ■kochbeständig und neigen zu Appretureffekten»
Beispiel Is
Wollgarn wird im Flotterrverhältnis 1 % 50 mit einer wässrigen Lösung von 3 g Triaerylperhydrotriazin je 1 behandelt» Hierbei wird die Wolle bei gewöhnlicher Temperatur in das Bad eingebracht, welches auf ein pH yon etwa 5 - 6 eingestellt ist» Dann wird innerhalb 30 Minuten auf 80° erwärmt und 2 Stunden bei dieser Temperatur belassen» Anschilessend wird mit warmem Wasser gut gespült und getrocknete
aο Alkalilöslichkeit;
Die Alkalilöslicblceit der behandelten Wolle beträgt nur 59& °/o gegenüber unbehandelter mit 1494 $<= Die AHralilöslich= keit wird so bestimmt, dass 1 g Wolle 1 Stunde bei 65° mit n/10 Natronlauge behandelt wirdo Sie drückt sich im Gewichtsverlust aus, den die Wolle hierbei erfährto Die Werte der Alkalilöslichkeit hängen ab von der Art der verwendeten Wollene 3s wurden Alkalilösliehkeitsveratinderungen bis auf 2„5 $ erhalten0
Die Behandlung mit Triacrylperhydrotriazin kann auch bei gewöhnlicher Temperatur vorgenommen werden^ wobei der erreich== te Effekt etwas geringer ist ο
bo Beissfestigkeit:
Die behandelte Wolle wird einmal 1/2 Stunde und zum
anderen iCai 1 'J tu ade cn it 1 g Soda je 1 7/adr, eingekocht» Lie Bestimmung der Beissfestigkeit nach Abgehen mit Soda!'ösung ergab gegenüber unbehandelter Wolle folgende
Heissfeatigkelt der Kochdauerί unbehandelten Wollei behandelten WoIIes
1/2 Stunde 982 1100
1 Stande 970 1081
e, Die mit Triacrylperhydrotriasin behandalte Wolle wit ο mit 2 rß> des Chromkomplexes des Azofarbstoffes aus l-Amino-2-oxyna£bfchalin~4=*sulfonsäiure und. l=0xynaphthalin=8-=sulfoB.sIure in Gegenwart von 10 $ konzentrierter Schwefelsäure (bezogen auf das WoJl gewieht) 1 1/2 Stunden kochend gefärbt» Die präparierte Wolle Reift eine wesentlich geringere Alkalilöslichkeit als unbehandelte Wolle, welche unter den gleichen Bedingungen gefärbt wurde»
Alkalilöslichkeit der ^efäybten
Wolle %
2794 $> 11,3 fo
do Ό3 e mit Triacrylperhydrotriaz-in behandelte Wolle wircl mit 6 %iger und 18 $iger Schwefelsäure nach Art des Carbonj β Ic -ι , behandelt, Die Werte der Alkalilöslichkeit im Vergleich aur unbe= handelten Wolle aeigen die überlegene Beständigkeit der präparier·"!'·) Wolle gegenüber hohen Säurekonzentrationeiio
Alkalilöslichkeit der \mbehandelten Wolle; beharjJelten T/olles
6 ffeige Schwefelsäure 14s 4 $ 694 fo
18 ^ige Schwefelsäure 2I99 $ 8,9 #
e» Die mit Triacrylperhydrotriazin behandelte Wolle wird mit Natriumhypoohlorit (1 g aktives Chlor je 1) in Gegenwart von 3 ecm konzentrierter Schwefelsäure im 1 schrumpfecht gemacht ο Hierbei erfährt die folie einen Gewichtsverlust vor nur 1,3 fo9 während unbehandelte Wolle 3*7 an Gewicht verliertDie behandelte. Wolle .zeigt auch einen etwas geringeren Sebmmpfver·= lust und vergilbt weniger» Z0B0 beim Walken»
Beispiel 2s
Man bringt Wolle in die kalte wässrige Lösung von 3g Triacrylperhydrotriazin und 1 g Borax je 1 bei einem Flottenverhältnis von 1 t 3O0 Dann wird innerhalb 20 - 30 Hi ma. ten auf 80° erhitzt, anschiiessend 15 g Formaldehydnatriumsulfoxylat je 1 zugegeben und 2 Stunden bei 80 J behandelt» Zum Schluss wire. gut gespült-'und. getrocknete Die Wolle zeigt nach dieser Behandlung eine Alkaliloslic.hke.it von nur 3?7 gegenüber unbehandelter -mit 13,-5 $*
Beispiel 3*
Wolle, welche mit einer lösung von 45 g Thioglykolsäure je .1 Wasser bei pH----5 und 45° reduziert wurde, behandelt man mit einer was si gen Xiö sung you 4,5 g Di aorylhexamethyl endi amid im Hierbei bringt man die Faser bei 30l ein, erwärmt langsam, auf 80° und behandelt 2 Stunden bei dieser Temperaturo Die Alkaliloslich·= keit dieser Wolle beträgt 6,4 /^9 während reduzierte Wolle au 53 /£ und normale Wolle au 13»4 $> löslich sind·

Claims (1)

  1. Patentansprüche ;
    Ι» Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen, dadurch gekennzeichnet,
    dass man diese Substanzen mit Acryl ami den, die den Acrylamid rest mehrmals im Molekül enthalten, behandelt«
    2, Verfahren gemäss -Patentanspruch 1, dadurch zeichnet, dass man die Behandlung in Verbindung mit Heduktions= mitteln für Wolle und andere keratiiahaltige Substanzen durchführt,

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