DEP0028832DA - Verfahren zur Herstellung von Gummigegenständen aus Latex oder anderen Gummidispersionen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gummigegenständen aus Latex oder anderen Gummidispersionen.

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DEP0028832DA
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latex
rubber
zinc
complex
dispersion
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Latex Industries Ltd, London
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf die Anfertigung von Gummigegenständen aus Latex oder anderen Gummidispersionen, die gewöhnlich in der Weise hergestellt werden, dass eine wässrige Gummidispersion in geeigneter Weise geformt und alsdann die geformte Dispersion zum Koagulieren gebracht wird und bezieht sich insbesondere auf die Herstellung von Gummigegenständen durch Tauchen und Ausformen. Die gegenwärtig gebräuchlichen Tauchverfahren umfassen hauptsächlich das sogenannte "gestreckte" Tauchverfahren, das mit einem flüssigen Koagulierungsmittel arbeitende Tauchverfahren, ferner die Verwendung von hitzeempfindlichem Latex in Verbindung mit heissen Formen und schliesslich die elektrische Abscheidung.
Das erste Verfahren ist ungeeignet für die Anfertigung von dicken Gegenständen wegen der übermässigen Anzahl der erforderlichen Tauchvorgänge. Es führt ausserdem zu sehr ungleichmässiger Dicke, sofern es sich um andere als sehr einfache Raumformen handelt. Das zweite Verfahren ist umständlicher, da es zwei verschiedene Stoffe verwendet. Ferner ist die Gegenwart von Koagulierungsmitteln in dem fertigen Gummigegenstand unerwünscht, entweder wegen des unangenehmen Geruches im Falle von Säuren oder wegen der Neigung zur Wasseraufnahme im Falle von Salzen. Gegenstände, die nach diesem Verfahren unter Anwendung von mehr als einem Tauchvorgang hergestellt sind, neigen oft dazu, eine Schichtablösung erkennen zu lassen.
Das Eintauchen von heissen Formen bzw. Formkernen ist eine hitzeempfindliche Dispersion wirft eine Reihe von Problemen auf, von denen das wichtigste darin besteht, dass der ganze Tauchbehälter sich stufenweise zu erwärmen und zu koagulieren sucht. Wenn bei diesem Verfahren ein Formkern von verwickelter Raumform, beispielsweise für die Herstellung eines Handschuhes, verwendet wird, haben die Finger die Neigung, sich schneller abzukühlen als der übrige Kern und es wird eine ungleichmässige Ablagerung erhalten.
Die elektrische Abscheidung wird im allgemeinen nicht für die Herstellung von Gummigegenständen angewendet, sondern hauptsächlich für das Überziehen von Metallgegenständen mit Gummi. Das Verfahren ist schwierig zu überwachen, langsam in der Herstellung und erfordert kostspielige Metallformkerne.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren, das die Einfachheit des gesteckten Tauchverfahrens mit der Einigung zur Herstellung von dicken Gegenständen in mehreren Tauchvorgängen verbindet und Ablagerungen von ausgezeichneter Gleichmässigkeit ergibt. Bei diesem Verfahren kommt Latex oder eine andere Dispersion von gummiartigen Stoffen, jedoch keine andere Flüssigkeit für den Tauchvorgang zur Anwendung; es gestattet eine schnelle Trocknung bei erhöhten Temperaturen ohne Gefahr der Schichtablösung und ergibt im wesentlichen geruchlose Erzeugnisse, die frei von unerwünschten Stoffen sind. Darüber hinaus ermöglicht die Erfindung die Herstellung von Gegenständen durch Formen, Pressen oder Giessen unmittelbar aus Latex, oder dgl. Dispersionen von gummiähnlichen Stoffen. Der Erfindung liegt die Feststellung zugrunde, dass wenn eine Lösung von Zinkhydroxyd oder Zinkcarbonat in wässrigem Ammoniak dem Latex zugesetzt wird, die letztere eindickt und die Eigenschaft erhält, durch Luft oder durch Wärme zum Abbinden gebracht zu werden, vorausgesetzt, dass der Überschuss an Ammoniak nicht zu gross ist. Die tatsächliche Konstitution der Lösung, die erhalten wird, wenn Zinkhydroxyd oder Zinkcarbonat in wässrigem Ammoniak aufgelöst werden, liegt nicht genau fest, doch ist bekannt, dass ein komplexes Ion gebildet wird, das im allgemeinen als ein Aminokomplex angesehen wird. Aus Zweckmässigkeit wird daher diese Lösung nachstehend als Zinkamino-Komplex bezeichnet, ohne dass damit eine bestimmte Konstitution gemeint sein soll.
Es wurde bereits vorgeschlagen, Latex einzudicken, indem Zinkoxyd (in der Grössenordnung von etwa 1%) dem Amoniak enthaltenden Latex zugesetzt wird, ferner eine koagulierende und vulkanisierende Zubereitung für Latex dadurch zu erhalten, dass ein Zinksalz einer schwachen Säure, beispielsweise Zinkacetat, in wässrigem Ammoniak gelöst und der so erhaltenen Lösung kolloidaler Schwefel zugesetzt wird.
Es ist ferner vorgeschlagen worden, Formlinge aus wässrigen
Dispersionen von natürlichem oder künstlichem Gummi, die einen Zinkamino-Komplex enthalten, der durch Zusatz von Ammoniak zu einer Lösung von Zinkchlorid erhalten wird, herzustellen, indem die Dispersion etwa durch Tauchen geformt und die abgelagerte Dispersion zum Koagulieren gebracht wird durch Behandlung mit einer Flüssigkeit, die mit dem Amino oder dem Ammonium des erwähnten Metallamins in Reaktion zu treten vermag. Die bei diesem älteren Verfahren vorgeschlagene Menge an Zinkamino-Komplex beträgt elft Tausendteile der Dispersion und es liegt kein Hinweis darauf vor, dass durch Verwendung von Mengen bis zu 10% die Dicke des bei jedem Tauchvorgang erzielten Überzuges gesteigert werden kann.
Demgegenüber hat die vorliegende Erfindung ein Verfahren für die Herstellung von Gummigegenständen unmittelbar aus Latex oder einer anderen Gummidispersion zum Gegenstand, bei dem der Dispersion nach Stabilisierung ein Zinkamino-Komplex zugesetzt wird und bei dem das Stabilisierungsmittel, das im Augenblick des Zusetztens des Zinkamino-Komplexes gegenwärtig ist, der Menge nach so abgepasst wird, dass die Menge ausreicht, um ein leichtes Einbringen des Komplexes zu ermöglichen, ohne dass die Latex vor Beendigung des Formvorganges koaguliert, jedoch nicht ausreicht, um ein Eindicken der Latex zu verhindern, worauf die eingedickte Latex geformt und zum Koagulieren gebracht wird.
Zahlreiche Stabiliseirungsmittel für Latex und ihr Stabilisierungsvermögen sind der Fachwelt bekannt. So sind beispielsweise kaustische Soda, Ammoniak, Seifen, Gaseinlösungen, Leim, Methyl,<Nicht lesbar> Cellulose und sulfonierte Fettalkohole verwendet werden und ein in verschiedener Weise wirksam, um das Koagulieren des Latex zu verhindern. Die in jedem Einzelfall zu verwendende Menge unter Brücksichtigung der Zeit, die erforderlich ist, um die dem Koagulieren vorangehende Behandlung durchzuführen, sowie unter Berücksichtigung des Stabilisierungsvermögens und des gewünschten Eindickens des Latex kann von jedem Fachmann mit Hilfe von einem oder zwei Vorversuchen leicht bestimmt werden.
Die gewöhnlich vorrätig gehaltene und an die Hersteller von Kautschukgegenständen vertriebene Latex enthält eine beträchtliche Menge Ammoniak, um zu verhindern, dass durch Fermentieren eine Ansäuerung entsteht, die zum Koagulieren führen würde. Die Menge dieses Ammoniak- gehaltes kann sich mit der Zeit bis zum Eintreffen beim verarbeitenden Betrieb erheblich ändern und wenn der Zinkkomplex diesem mit Amoniak stabilisierten Erzeugnis unmittelbar zugesetzt wurde, kann es eintreten, dass entweder das gewünschte Eindicken oder die gewünschte Dauer beim Koagulieren nicht erreicht wird.
Wenn daher ein mit Amoniak stabilisiertes Erzeugnis gewünscht wird, ist es zweckmässig, zuerst das bereits vorhandene Ammoniak zu entfernen oder seine Menge zu bestimmen und dann die vorbestimmte Menge Ammoniak zuzusetzten, bevor der Zinkamino-Komplex zugesetzt wird.
Zweckmässig wird zwischen 1 und 10% Zinkamino-Komplex bezogen auf den Latex zugesetzt und zwar je nach der erwünschten Stärke des Eindickens, d.h. im Falle des Tauchverfahrens je nach der für jeden Tauchvorgang gewünschten Dicke des Überzuges.
Bei der Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung für die Herstellung von getauchten Gegenständen erfolgt das Eintauchen in den Latex und das Herausziehen mit grösserer Schnelligkeit als gewöhnlich. Dies ist dadurch möglich gemacht, dass der aufgenommene Latex nicht frei fliesst. Die Formkerne werden dann der Luft oder vorzugsweise einem Luftstrom für eine Dauer ausgesetzt, die von einer bis fünfzehn Minuten schwankt. Nach Ablauf dieser Zeit erweist sich die Ablagerung als abgebunden oder Koaguliert, worauf der nächste Tauchvorgang in derselben Weise erfolgen kann. Weitere Tauchvorgänge können folgen, bis die gewünschte Dicke der Dispersion erreicht ist. Die Gegenstände werden dann getrocknet und in der üblichen Weise vulkanisiert, doch werden diese beiden Behandlungen gewöhnlich nicht gleichzeitig ausgeführt.
Die folgenden Beispiele geben zwei Mischungen an, die sich für die Herstellung von zwei verschiedenen Arten von Gummihandschuhen gemäss der Erfindung eignen, wobei es sich bei den angegebenen Teilen um Gewichtsteile handelt:
Beispiel: Arzt-Handschuhe
Latex 60% frei von NH3 160 Teile
Schwefel 2 "
Zinkoxyd 0,5 "
Beschleuniger 1, "
Mineralöl 5 "
Oxydationsgegenmittel 1 "
Kaliumoleat 0,8 "
Zink-Amino-Komplex 12 "
(hergestellt durch Auflösen von 1 Teil Zinkcarbonat in 3 Teilen Ammoniaklösung (0,88)
Beispiel 2: Industrie-Handschuhe
Latex 60% frei von NH(sub)3 160 Teile
Schwefel 2 "
Zinkoxyd 0,5 "
Beschleuniger 1, "
Mineraloel 10 "
Oxydationsgegenmittel 1 "
Kaliumoleat 1 "
Kaolin 15 "
Paraffinwachs 1 "
Lampenschwarz 2 "
Zink-Amino-Komplex 10 "
(hergestellt durch Auflösen von 1 Teil Zinkcarbonat in 3 Teilen Ammoniaklösung (0,88)).
Die Eigenschaft des Abbindens in der Wärme kann ausgenutzt werden zur Herstellung von Latexformlingen zum Pressen mittels heisser Formteile, sowie für andere Formgebungsverfahren. Sie kann ferner für die Herstellung von anderen getauchten Gegenständen angewendet werden, wobei das Verfahren dem oben beschriebenen mit der Ausnahme entspricht, dass heisse Luft für das Abbinden der Ablagerung verwendet wird. Das in dieser Weise unterstützte Verfahren kann schnell durchgeführt werden. Der vorstehend und nachstehend gebrauchte Ausdruck "Latex oder andere Gummidispersionen" soll in keiner Weise solche Gummidispersionen ausschliessen, denen ein Anteil eines gummi-ähnlichen synthetischen Erzeugnisse einverleibt ist, welches der Gummidispersion zuträglich ist und dem Mengenverhältnis nach nicht ausreicht, die Eigenschaften der Dispersion von gummiartigen Stoffen anwendbar, die mit dem Zink-Amino-Komplex in Reaktion treten kann.

Claims (3)

1. Verfahren zur Herstellung von Gummigegenständen unmittelbar aus Latex oder anderer Gummidispersion, dadurch gekennzeichnet, dass der Dispersion nach Stabilisierung ein Zink-Amino-Komplex, erhalten durch Umsetzen von Zinkhydroxyd oder Zinkcarbonat in wässrigem Ammoniak, zugesetzt wird und das Gemisch dann geformt und dem Koagulieren überlassen wird und dass das im Augenblick des Zusetztens des Zink-Amino-Komplexes gegenwärtige Stabilisierungsmittel der Menge nach so geregelt wird, dass die endgültige Menge ausreicht, um ein leichtes Einbringen des Komplexes zu ermöglichen, ohne dass der Latex vor Beendigung des Formungsvorganges koaguliert, jedoch nicht ausreicht, um ein Eindicken des Latex zu verhindern.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Formgebung der den Latex oder andere Gummidispersionen enthaltenden Zusammensetzung durch Tauchen erfolgt und die Menge des Zink-Amino-Komplexes zwischen 1 und 10%, bezogen auf den Latex, im Einklang mit der erwünschten Eindickung geregelt wird, um die bei jedem Tauchvorgang gewünschte Dicke des Überzuges zu erhalten.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Formkerne nach jedem Tauchvorgang einem Luftstrom bis zum Abbinden oder Koagulieren ausgesetzt werden.

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