DEP0021656DA - Verfahren und Vorrichtung zum Karbonisieren und zum Abfüllen von Flüssigkeiten - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Karbonisieren und zum Abfüllen von FlüssigkeitenInfo
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Description
Abschri'ft 1
Verfahren und Vorrichtung zum Karbonisieren von Flüssigkeiten nach dem Einfüllen in die
YersandgefäBe.
Um hochkarbonisierte Flüssigkeiten wie Bier, Mineralwasser und Limonaden mit möglichst wenig Kohlensäureverlust abzufüllen,
sind verschiedene Verfahren gebräuchlich» Dazu gehörent
Das sogenannte G-egendruckverfahren, darin bestehend*
daß die Flüssigkeit während des Füllens ständig unter einem mehr oder weniger hohen Gegendruck gehalten wird.
das Tiefkühlen der Flüssigkeit,
Der möglichst ruhige Einlauf der Flüssigkeit in das zu füllende G-efä?, Flasche oder FaS,
Die Vermeidung jeder Erschütterung beim Abziehen des gefüllten Gefäßes vom Füllelement des Füllapparates
und eine vorsichtige, stufenweise Druckentlastung.
Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Bier b-is etwa 4 g Kohlensäure im Liter und Mineralwasser und Limonaden bis etwa 10 g.
im Liter befriedigend abfüllen.
Geht man über die Sättigung hinaus, wird der Kohlensäureverlust sehr groß, auch entsteht leicht eine Schaumbildung, welche besonders
Bier und Limonaden zum Aufbrausen und überschäumen nach erfolgter Füllung bringen, bevor die Flasche oder dergl. geschlossen
ist.
Bei diesen Arbeitsverfahren ist vorausgesetzt, daß der hohe Kohlensäuregehalt
der Flüssigkeit vor dem Abfüllen, sei es durch natür liehe Gärung oder künstliche Imprägnierung, entstand. Wohl gibt
es Kittel, die Kohlensäurebindung durch eine längere Lagerung der Flüssigkeit zusammen mit der Kohlensäure zu verbessern, doch
sind in dieser Hinsicht die Grenzen eng gezogen.
Erfindungsgemäß sollen diese Schwierigkeiten dadurch beseitigt werden, daR die Kohlensäure ganz oder teilweise erst nach erfolgter
füllung der Flaschen oder Fässer der Flüssigkeit zugesetzt wird.
Dies kann beispielsweise in der Weise geschehen, daß sofort nac h dem Einfüllen der Flüssigkeit die gewünschte Kohlensäuremenge
in fester Form als Tabletten, Würfel, Zylinder oder Kugeln in die Flaschen oder Fässer eingeführt wird, worauf dann unmittelbar
das Verschließen erfolgt.
Hierdurch wird erreicht, daß beim Abfüllen mit einem mäßigen Gegendruck gearbeitet werden kann, ohne daß eine Übersehäumungsgefahr
und ein Kohlensäureverlust entsteht. Die nachträgliche Imprägnierung mit Kohlensäure kann man trotzdem beliebig hochtreiben.
Der Füllvorgang wird weniger empfindlich und die Füllapparate erreichen eine hohe Leistung. Sie werden in der Anschaffung billig,
da sie weniger Füllelemente benötigen, und die ganze Bauart leichter gehalten werden kann.
Die Zuführung der festen Kohlensäure kann bei Apparaten kleiner Leistung durch die Hand des bedienenden Arbeiters geschehen, bei
großen, automatisch arbeitenden Anlagen ist dagegen die maschinelle Arbeitsweise während des Fließganges zwischen Füllapparat
und Verschließmaschine zu empfehlen.
Da die feste Kohlensäure infolge ihrer tiefen Temperatur leicht verdampft, so ist es nicht gut möglich, die Tabletten, Würfel,
Kugeln oder dergl. auf Vorrat zu halten, sondern diese sollten sofort nach ihrer Herstellung in die gefüllten Gefäße eingeführt
werden. Zweckmäßig wird daher bei automatischen Anlagen der Füllapparat mit einer Kohlenpresse und Aufgabevorrichtung zv^ecks Beförderung
in die abzufüllenden Gefäße ausgerüstet "bzw. kombiniert.
Mit dem Erhöhen des Fohlensäuregehaltes ist gleichzeitig eine $ Steigerung des Innendruckes nach dem Verschließen der Versandgefäße
verbunden. Dies ist beispielsweise für Bier von besonderem Vorteil, wenn die gefüllten Versandgefäße nachträglich in der
üblichen Weise pasteurisiert werden. Eine Entbindung von Kohlensäure während des Pasteurisierens wird dadurch verhindert, so daß
nachteilige Veränderungen in bezug auf Geschmack , Geruch und Trübungen nicht mehr auftreten oder stark gemildert werden.
Dortmund,den 9.11.1948
Claims (3)
1.) Verfahren zum Abfüllen von Flüssigkeiten wie Bier, Mineralwasser, Limonaden oder dergl., dadurch gekennzeichnet, daß die
Flüssigkeit bei geringem Gehalt an Kohlensäure unter mäßigem Gegendruck abgefüllt und die Kohlensäure nach dem Abfüllen,
beispielsweise in fester Form, der Flüssigkeit zugesetzt wird, worauf unmittelbar das Verschließen der Behälter erfolgt.
2.) Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung zur maschinellen Zuführung
der Kohlensäure, eingebaut in die automatische Anlage zwischen Füllmaschine und Verschließmaschine«
3.) Anlage nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch die Anordnung einer an sich bekannten Vorrichtung zum Pressen der Kohlensäure-Tabletten,
welche die Tabletten herstellt und der Zuführungsvorrichtung zuleitet.
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