DEP0019807DA - Steuerungsanordnung für pneumatische Passagenförderung in Mühlenanlagen - Google Patents

Steuerungsanordnung für pneumatische Passagenförderung in Mühlenanlagen

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DEP0019807DA
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control arrangement
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English (en)
Inventor
Carl Dr.-Ing. Kühn
Karl Heinrich Wiegand
Original Assignee
Zündapp-Werke GmbH, Nürnberg
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Description

In Mühlenanlagen zur Verarbeitung von Getreide und dgl. wird das Mahlgut Vermahlungsmaschinen, vorzugsweise Walzenstühle, aufgegeben, von denen es dann mit Hilfe von Becherwerken in das Dachgeschoss der Mühle befördert wird, um den zugehörigen Plansichtern zugeführt zu werden. In neuerer Zeit verwendet man vielfach statt der Becherwerke eine Luftförderung. Dies geschiet in der Weise, dass das Mahlgut vom Walzenstuhl durch ein Stahlrohr zum Dachgeschoss der Mühle gesaugt wird und dort einen Abscheider durchläuft, der das Mahlgut von der Förderluft trennt. Von dem Abscheider läuft dann das Mahlgut mit eigenem Gefälle in den zugehörigen Plansichtereinlauf. Es ist bekannt, dass das Mahlgut in dieser Weise nacheinander mehrere Vermahlungsmaschinen mit zugehörigen Abscheidern durchlaufen muss. In den meisten Fällen sind mehrere Abscheider an einen Exhaustor angeschlossen.
Bei einer solchen pneumatischen Förderung treten jedoch vielfach Schwierigkeiten auf, insbesondere bei der Inbetriebsetzung der Mühlenanlage. Das Getreide läuft zunächst auf den ersten Schrotstuhl, wird durchgeschrotet, und das von den Walzen bearbeitete Gut muss nunmehr auf den ersten Plansichter gefördert werden.
Da jedoch die Förderluft den Weg des geringsten Widerstandes nimmt, tritt diese in verstärktem Maße durch die Förderleitungen der noch nicht arbeitenden Walzenstühle. Hierdurch wird die ordnungsgemäße Förderung des Mahlgutes des zunächst beschickten Walzenstuhles gestört. Man bemüht sich bisher, diesen Übelstand dadurch zu beseitigen, dass man die leersaugenden Förderstränge von Hand abschaltet und so die Förderluft auf den ersten Schrotstuhl konzentriert. Sodann schaltet man nach und nach die weiteren Walzenstühle an das pneumatische System an, bis die Mühle voll in Betrieb ist. Die gleichen Schwierigkeiten treten auf, wenn in einer Passage eine Verstopfung eintritt. Da in einer Mühle die Arbeit eines jeden Walzenpaares von der des vorhergehenden abhängig ist, werden bei Verstopfung einer Förderleitung die folgenden Förderleitungen leergesaugt. Es tritt also bezüglich der Sicherheit der Luftförderung der gleiche Übelstand ein, wie bei der Inbetriebsetzung der Mühle.
Diese Schwierigkeiten bei der bekannten pneumatischen Passagenförderung in Mühlenanlagen sollen nach der Erfindung behoben werden. Die Erfindung besteht demzufolge in erster Linie in einer Steuerungsanordnung, die dafür sorgt, dass mit dem Einrück- bzw. Ausrückvorgang jeder einzelnen Vermahlungsmaschine die Freigabe bzw. Absperrung der zu dieser Vermahlungsmaschine gehörenden Luftförderlei- tung gekoppelt ist. Die Anordnung kann vorzugsweise so getroffen werden, dass mit der Regelklappe, die das Einrücken oder Ausrücken der Vermahlungsmaschine, z.B. des Walzenstuhles, steuert, ein elektrisches Schaltgerät verbunden ist. Dieses Schaltgerät betätigt einen Absperrschieber, welcher in der Saugleitung zwischen dem Exhaustor und dem Abscheider eingebaut ist. Als elektrisches Schaltgerät kann z.B. ein Quecksilberschalter dienen, der mit einem Relais oder Schaltschützen zusammenarbeitet.
Die Vermahlungsmaschinen, in erster Linie die Walzenstühle, werden in bekannter Weise von Hand oder selbsttätig beim Einlaufen des Vermahlungsgutes in Betrieb gesetzt. Hierbei treten die Speisewalzen des Mahlgutes in Tätigkeit bzw. die Arbeitswalzen werden auf den in Betracht kommenden Walzenabstand eingestellt. Die Vermahlungsmaschinen können wieder selbsttätig außer Betrieb gesetzt werden, sobald der Zustrom des Vermahlungsgutes aufhört. Erfindungsgemäß wird nun das Ein- bzw. Ausrückorgan für die Vermahlungsmaschinen mit dem Absperrschieber gekoppelt, der sich in der Saugleitung zwischen dem Exhaustor und dem Abscheider befindet. Wird beispielsweise der Walzenstuhl eingerückt, so öffnet sich, elektrisch gesteuert, der Absperrschieber und setzt das pneumatische Förderrohr dieses Walzenstuhles in Betrieb. Schaltet sich dagegen der Walzenstuhl selbsttätig aus, so wird die Förderluft für diese Passage elektrisch abgesperrt. Die volle Saugwirkung des Exhaustors wirkt sich also stets auf das Stahlrohr aus, welches tatsächlich mit Mahlgut beschickt wird, und wenn mehrere Abscheider an einem Exhaustor angeschlossen sind, so wird durch die Steuerungsanordnung nach der Erfindung vermieden, dass sich die Saugluft auf die noch nicht mit Mahlgut beschickten Stahlrohre auswirken kann. Diese Kopplung der Ein- und Ausrückvorrichtung für die Vermahlungsmaschinen mit den Absperrschiebern in den Saugleitungen der pneumatischen Förderanlage zwischen Abscheider und Exhaustor ist in einfachster Weise auf elektrischem Wege herbeizuführen, und man kann sich hierbei der bereits vorstehend beispielsweise genannten, an sich bekannten Steuerungsglieder bedienen. Diese Kopplung der Regeleinrichtung für die Vermahlungsmaschinen einerseits und für die Luftabsaugung andererseits kann jedoch, ohne dass der Erfindungsgedanke verlassen wird, auch durch eine mechanische, pneumatische oder hydraulische Steuerung vorgenommen werden.
Die Steuerungsanordnung nach der Erfindung kann weiterhin in der Weise ausgestaltet werden, dass vorzugsweise an den Vermahlungsmaschinen zusammen mit dem Absperrschieber gesteuerte Einrichtungen vorgesehen sind, durch die der eingesaugten Förderluft Gase, Gasgemische, feuchte, trockene oder warme Luft sowie Chemikalien in feinster Verteilung beigegeben werden. Das Zu- und Abschalten von Gasen, Gasgemischen und dgl. in Abhängigkeit von der Arbeit des Walzenstuhles bzw. der Vermahlungsmaschine hat zur Folge, dass ein Verbrauch an Gasen und Gasgemischen dann nicht eintritt, wenn die zugehörigen Förderleitungen leerlaufen. Das Zuführen von Luft, Gasen oder Chemikalien kann aus verschiedenen Gründen erfolgen. So ist es z.B. möglich, der Förderluft Ozon beizumischen. Ozon wirkt bleichend auf das Mehl und ist andererseits für den menschlichen Organismus nicht schädlich. Feuchte Luft wird man in erster Linie der Luftförderung an den Schrotstühlen beigeben. Wird z.B. bei der ersten Schrotung die Schale des Getreidekornes angefeuchtet, so wird dadurch die Schale widerstandsfähiger und die Abtrennung der Schale vom Getreidekorn begünstigt. Andererseits kann aber auch eine trockene Wirkung der Förderluft bei gewissen Produkten wünschenswert sein.
Es ist bisher beschrieben worden, dass die Ein- und Abschaltung der Luftförderung bzw. der Zufuhr von Gas, Gasgemischen, feuchter Luft und dgl. erfindungsgemäß selbsttätig in Abhängigkeit von dem Ein- und Ausrücken der Vermahlungsmaschinen erfolgen soll. Es entspricht jedoch auch dem Sinne der Erfindung, wenn die Regelung der Luftabsaugung und der Zufuhr von Gas, Gasgemischen und dgl. mengenmäßig in Abhängigkeit von der Leistung der Vermahlungsmaschine gesteuert wird, so dass jeweils eine Anpassung zwischen Mahlgutmenge, Saugluftmenge und der Menge von Gasen, Gasgemischen, feuchter Luft und dgl. eingehalten wird.

Claims (3)

1) Steuerungsanordnung für pneumatische Passagenförderung in Mühlenanlagen, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Einrück- bzw. Ausrückvorrichtung jeder einzelnen Vermahlungsmaschine die Freigabe- bzw. Absperrvorrichtung der zu dieser Vermahlungsmaschine gehörenden Luftförderleitung gekoppelt ist.
2) Steuerungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Regelklappe,die das Einrücken oder Ausrücken der Vermahlungsmaschine, z.B. des Walzenstuhles, steuert, ein elektrisches Schaltgerät verbunden ist, das einen Absperrschieber betätigt, welcher in der Saugleitung zwischen dem Exhaustor und dem der Vermahlungsmaschine nachgeschalteten Abscheider eingebaut ist.
3) Steuerungsanordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass vorzugsweise an den Vermahlungsmaschinen zusammen mit dem Absperrschieber gesteuerte Einrichtungen vorgesehen sind, durch die der eingesaugten Förderluft Gase, Gasgemische, feuchte, trockene oder warme Luft sowie Chemikalien in feinster Verteilung beigegeben werden.

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