DEP0011113DA - Photographische Kleinbildkammer - Google Patents
Photographische KleinbildkammerInfo
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Description
Bekannte Kleinbildkammern für stehendes, liegendes oder quadratisches Bildformat weisen ihre kleinste Gehäuseabmessung entweder in der Richtung ihrer Objektivachse auf, so daß das Objektiv gerade in der Richtung der kleinsten Gehäusedimension in äußerst sperriger Weise über das Gehäuse hinausragt, oder die kleinste Gehäuseabmessung liegt, beispielsweise bei bekanntgewordenen Spiegelreflexkammern, in einer zur Objektivachse senkrechten Richtung, überschreitet aber in dieser Richtung den Objektivdurchmesser beträchtlich, so daß diese Kammern ungriffig sind. Es sind auch Kammern mit teilweise versenkbarem Objektiv bekanntgeworden; bei diesen besteht der Nachteil, daß leicht vergessen werden kann, das Objektiv vor der Aufnahme in seine Gebrauchsstellung herauszuziehen. Man hat auch schon kurzbrennweitige Objektive (beispielsweise Telesysteme) verwendet, die zwar nicht sperrig wirken, aber optische Nachteile bedingen. Vielen bekannten Kammern (einschließlich der Kinokammer) gemeinsam ist der Nachteil, daß ihre Einstell- und Bedienungsorgane sowie ihre Skalen auf mehreren Seiten des Kammergehäuses angeordnet sind, so daß bei der Benutzung nicht nur die Finger in verschiedenen Ebenen arbeiten, sondern die Kammern, insbesondere zwecks Ablesen verschiedener Skalen, in der Hand auch gedreht werden müssen. Es ist ersichtlich, daß gute "gezielte" Aufnahmen mittels der bekannten Kammern nur bei Einhaltung schwieriger Bedienungsregeln erreichbar sind. Um so mehr, als allgemein beim Kammernbau nicht beachtet wurde, daß die Handstellung beim Halten des aufrechtstehenden Kammergehäuses nicht der natürlichen, etwa beim Halten eines Feldstechers gegebenen, wenig ermüdenden Stellung der in Augenhöhe gehobenen Hände entspricht. Ebenso wie beim Halten
ungriffiger, beispielsweise kantiger oder breiter Kammergehäuseteile wird aber durch vorzeitige Ermüdung ein "Verwackeln" der Aufnahme gefördert.
Bei der neuen Kammer, die in einem Ausführungsbeispiel in der Abbildung 1 in der Vorderansicht, in der Abbildung 2 in der Draufsicht und in der Abbildung 5 in Seitenansicht dargestellt ist, sind alle im vorstehenden angeführten Nachteile beseitigt und darüber hinaus wesentliche Vorteile erzielt.
Gemäß der Erfindung ist die Kammer derart ausgebildet, daß sie, samt Hilfseinrichtungen - Sucher mit Einstellokular 1, dioptrischer Skala 2, Schwenkspiegel 3 sowie Mattscheibe 4, Filmmagazin 5 mit Schauöffnung für Vermerke 6 und Filmzähler 7 im Magazindeckel 8; Entfernungseinstellvorrichtung 9 nebst Skala (Band) 10; Blendeneinstellvorrichtung 11 nebst Skala (Band) 12; Schärfentiefeanzeiger 13; Belichtungszeiteinstellvorrichtung 14 nebst Skala (Band) 15; Magazin- und Magazindeckelverschlußvorrichtung 16; Auslöser 17; Verriegelungsvorrichtung 18 für den Spannhebel 19 des Objektivs 20; Aufzughaken 21; Spannhebel 22; Anschlußbuchse 23 für die Vakublitzvorrichtung und Drahtauslöser; Anschlußbuchse 24 für die Vakublitzvorrichtung und Stecker und dergleichen - , im aufnahmebereiten Zustand ungefähr die Form eines liegenden, länglichen und flachen Laibes 25 aufweist, wobei die Objektivachse 26 senkrecht auf der waagerecht verlaufenden Längsachse 27 der Kammer steht. Vorausgesetzt ist dabei natürlich die Verwendung eines Standardobjektives normaler Brennweite.
Zwecks Anpassung der Kammerform 28 (Abbildung 4) an die beim feldstecherartigen Halten sich (zwischen Daumen 29 und den anderen Fingern 30 jeder Hand) ergebende Handöffnung 31 laufen gemäß Erfindung die lotrechten Kammerlängsschnitte 32 seitlich (bei 33) schlank aus und sind außerdem in vorteilhafter Weise, beispielsweise an den Stellen 33, 34, entsprechend verrundet. Der Wert des Verhältnisses
(größte) Kammerdicke (senkrecht zur Objektivachse)
(größte) Kammerlänge (senkrecht zur Objektivachse)
liegt ungefähr zwischen 2/3 (1 : 1,5) und 0,25 (1 : 4); er ist vorzugsweise 0,4.
Der Wert des Verhältnisses
(größte) Kammerdicke (senkrecht zur Objektivachse)
(größte) Kammerbreite (parallel zur Objektivachse)
liegt ungefähr zwischen 2/3 (1 : 1,5) und 0,4 (1 : 2,5) und beträgt vorzugsweise 0,5.
Die neue, bequem zu fassende und gleichwohl in hohem Maß taschenschlüpfrige Kammerform ermöglicht es, auch die Hilfsvorrichtungen so unterzubringen, daß sich Bedienungsorgane, wie der Auslöser 17, und Einstellorgane, Skalen usw. oben auf der Kammer befinden oder wenigstens derart, daß der Stand dieser Organe von oben erkennbar ist. Zu erwähnen ist noch, daß der Auslöser durch eine Bewegung mit waagerechter Komponente, beispielsweise mittels des Zeige- oder Mittelfingers, (aus der natürlichen Handstellung heraus) erschütterungsfrei bedient werden kann. Ferner ist beim Übergang von einer Aufnahme zur nächsten kein "Um-"Greifen erforderlich. Außerdem können bei der neuen Kammerform die Bedienungs- und Einstellorgane sowie das gegebenenfalls auswechselbare Objektiv mindestens zum Teil in Versenkungen 35 beziehungsweise versenkbar (Aufzugshaken 21, Spannhebel 22) angeordnet werden. Es ist ersichtlich, daß gerade auf Grund der neuartigen Kammerform das Filmmagazin 5 besonders leicht austauschbar gemacht und damit innerhalb weniger Sekunden, ohne Bild- und Filmverlust, von Schwarz-Weiß-Film zu Kunstlichtfilm oder Farbfilm übergegangen werden kann. Schließlich läßt sich der ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild erzeugende, parallaxenfreie Sucher mit Mattscheibe und Schwenkspiegel in verhältnismäßig einfacher Weise und räumlich günstig unterbringen. Die neue Bauform ermöglicht es, daß durch einfaches Abnehmen des Gehäusedeckels die gesamte innere Mechanik frei zugänglich wird. Trotzdem erscheint die neue Kammer gedrängt im Aufbau und ermöglicht ohne weiteres die Benutzung des an sich bekannten quadratischen Bildformates, etwa 32 mm mal 36 mm, das in der Abbildung 3 dargestellt ist. Wenn die Bildhöhe ungefähr 10% kleiner als die Bildbreite ist, erscheint nämlich erfahrungsgemäß das Bild besser quadratisch als es bei genau gleich langen Bildseiten der Fall sein würde.
Claims (9)
1) Photographische Kleinbildkammer, insbesondere Spiegelreflexkammer, mit Hilfseinrichtungen (Sucher, Filmmagazin, Entfernungseinstellvorrichtung, Schärfentiefeanzeiger und dergleichen), dadurch gekennzeichnet, daß sie im aufnahmebereiten Zustand angenähert oder vollkommen die Form eines liegenden, länglichen und flachen Laibes aufweist, wobei die Objektivachse auf der waagerecht verlaufenden Längsachse der Kammer senkrecht steht.
2) Kammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ihre lotrechten Längsschnitte schlank auslaufen und vorteilhafter Weise verrundet sind zwecks Anpassung an die beim feldstecherartigen Halten zwischen Daumen und den anderen Fingern sich ergebende Handöffnung.
3) Kammer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wert des Verhältnisses
Kammerdicke (senkrecht zur Objektivachse)
Kammerlänge (senkrecht zur Objektivachse)
ungefähr zwischen 2/3 und 0,25 liegt, vorzugsweise 0,4 ist.
4) Kammer nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Wert des Verhältnisses
Kammerdicke (senkrecht zur Objektivachse)
Kammerbreite (parallel zur Objektivachse)
ungefähr zwischen 2/3 und 0,4 liegt, vorzugsweise 0,5 ist.
5) Kammer nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ihre wesentlichen Bedienungs- und Einstellorgane sowie ihre Skalen oben auf der Kammer oder wenigstens derart angeordnet sind, daß deren Einstellung von oben erkennbar ist.
6) Kammer nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslöser durch eine Bewegung mit waagerechter Komponente, beispielsweise mittels des Zeige- oder Mittelfingers (aus der natürlichen Handstellung heraus) erschütterungsfrei bedienbar ist.
7) Kammer nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehäusedeckel leicht abnehmbar und nach dem Abnehmen des Deckels die innere Mechanik der Kammer frei zugänglich gemacht ist.
8) Kammer nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ihre Bedienungs- und Einstellorgane sowie ihr gegebenenfalls auswechselbar gemachtes Objektiv zum Teil versenkt bzw. versenkbar angeordnet sind.
9) Kammer nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Bildformat annähernd quadratisch ist, wobei die Bildhöhe etwa (ungefähr 10%) kleiner als die Bildbreite ist.
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