DEP0010408DA - Verfahren zur Erzeugung dünner, reflexionsvermindernder Oberflächenschichten auf optischem Glas o. dgl. - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung dünner, reflexionsvermindernder Oberflächenschichten auf optischem Glas o. dgl.Info
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Description
Die Verminderung der Oberflächenreflexion von Glas ist bekanntlich u.a. dadurch zu erreichen, daß man eine niedrigbrechende Schicht von der optischen Dicke einer Viertel-Wellenlänge auf die zu behandelnde Glasfläche aufbringt. Hierzu hat sich neben dem apparativ kostpieligen Vakuum-Aufdampf-Verfahren besonders ein einfaches Verfahren eingeführt, bei dem man aus die Glasoberfläche Lösungen aufträgt, welche nach dem Abdampfen des Lösungsmittels eine Schicht geeigneter Dicke hinterlassen.
Vorteilhaft ist es dabei, gemäß der Erfindung von Lösungen auszugehen, von denen nach Beseitigung des Lösungsmittels nicht die ursprünglich gelösten Stoffe zurückbleiben, sondern infolge Wechselwirkungen zwischen Lösungsmittel und gelösten Stoffen bzw. letzterer unter sich entstandene neue Stoffe, von denen mindestens einer im verwendeten Lösungsmittel, insbesondere in Wasser, gar nicht oder nur schwer löslich ist.
Die Wirksamkeit der erzielten Reflexionsverminderung hängt nun in erster Linie vom Brechungsindex n(sub)s der niedergeschlagenen Schicht ab. Da man in den meisten Fällen der Einfachheit wegen mit nur einer Schicht arbeiten will, kommt es darauf an, daß das Quadrat dieser Brechzahl <Formel>, möglichst mit der Brechzahl n(sub)g des behandelten Glases übereinstimmt, um niedrigste Reflexionswerte zu erreichen. Da die fertigen Schichten überdies häufig die Eigenschaft besitzen, durch Adsorption von Feuchtigkeit, Fett- und Staubteilchen aus der Luft ihre Brechzahl zu erhöhen, ist es sogar wünschenswert, daß <Formel> ist, damit nach der Alterung der Zustand <Formel> möglichst gut erreicht wird. Die Brechzahlen der in Betracht kommenden Stoffe liegen jedoch sämtlich beträchtlich höher, sodaß damit die optimale Reflexionsverminderung nicht erzielt werden kann.
Gemäß der Erfindung werden nun die für dieses Beschichtungsverfahren geeigneten Stoffe so aufgelockert, daß sie aufgrund der verminderten Dichte den bekannten Refraktionsgesetzen zufolge in der aufgebrachten fertigen Schicht eine Brechzahl
annehmen, die den obigen Bedingungen genügt. Dies erreicht man erfindungsgemäß dadurch, daß man den angewandten Lösungen leicht lösliche Stoffe zusetzt, die nach dem Aufbringen und Eintrocknen der Schicht durch ein geeignetes Lösungsmittel wieder entfernt werden können und auf diese Weise ein entsprechend aufgelockertes Schichtgefüge erniedrigter Brechzahl ergeben, das aus dem eigentlich schichtbildenden Grundstoff besteht. Das Maß der Brechzahlerniedrigung kann durch die Konzentration der Zusatzstoffe bestimmt werden.
Für die Ausführung des Verfahrens gibt es verschiedene Möglichkeiten. Als besonders geeignet erweisen sich z.B. Harnstoff, Derivate desselben, Ammonsalze und Aminoverbindungen als Zusatzstoffe. Auch Lösungen von Wasserstoffperoxyd sind in diesem Sinne verwendbar, sie werden aber auch zur Beeinflussung der Umsetzungen innerhalb der Lösungen ebenso wie Chlor und andere Gase angewandt. Zweckmäßig ist dabei ein Zusatz von 2% konzentrierter Harnstofflösung und 2% Wasserstoffperoxyd-Lösung.
Es hat sich weiter gezeigt, daß ein gleichmäßiges Auftragen der Schichten durch Zusatz von Benetzungsmitteln (z.B. Fettsäurekondensationsprodukte, Fettalkoholsulfonate usw.) etwa in Höhe von 0,1 bis 5% zur angewandten Lösung wesentlich erleichtert wird. Als ein hierzu gut verwendbarer Stoff sie z.B. 10%-ige Nekallösung genannt.
Eine zur Herstellung reflexvermindernder Schichten höchster Wirksamkeit geeignete Lösung enthält einen Kieselsäureester oder ein Alkalisilikat, die mit einer anorganischen (z.B. H(sub)2SO(sub)4 oder HCl) oder organischen (z.B. Ameisensäure) Säure bis zur beginnenden kolloidalen Ausfällung von Kieselsäure versetzt werden, unter Zusatz von Harnstoff und Nekal in der oben erwähnten Konzentration.
Claims (6)
1. Verfahren zur Erzeugung dünner, reflexionsvermindernder Oberflächenschichten auf optischem Glas oder anderen durchsichtigen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß, unter Zusatz von leicht löslichen Stoffen, die nach dem Aufbringen der Schicht durch ein geeignetes Lösungsmittel beseitigt werden können und dadurch ein aufgelockertes Schichtgefüge ergeben, Lösungen
Verwendung finden, von denen nach Beseitigung des Lösungsmittels nicht die ursprünglich gelösten Stoffe auf dem Glas zurückbleiben, sondern infolge Wechselwirkung zwischen Lösungsmittel und gelösten Stoffen bzw. zwischen letzteren unter sich entstandene neue Stoffe.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Lösungen von Harnstoff oder Derivaten desselben, Ammonsalzen, quaternären Ammoniumbasen und Aminoverbindungen als Zusatz.
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Zugabe von Lösungen von H(sub)2O(sub)2, Chlor und anderen Gasen.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, gekennzeichnet durch einen Zusatz von 2% konzentrierter Harnstofflösung und 2% Wasserstoffperoxyd-Lösung.
5. Verfahren nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4, gekennzeichnet durch einen Zusatz von etwa 0,1 bis 5% Benetzungsmittel, beispielsweise Nekallösung.
6. Verfahren nach Anspruch 1, 2, 3, 4 oder 5, gekennzeichnet durch die Verwendung von Kieselsäuremethyl- und äthylester Natrium- oder Kaliumsilikat, Salzsäure, Harnstoff und Nekal.
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