DEP0009617DA - Verfahren zur Herabsetzung des Quellvermögens von Kunstseidenfäden oder -fasern aus Hydratcellulose. - Google Patents
Verfahren zur Herabsetzung des Quellvermögens von Kunstseidenfäden oder -fasern aus Hydratcellulose.Info
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Description
Kunstseide und Zellwolle aus Hydratzellulose weist erfahrungsgemäss einen höheren Quellwert auf als natürlich gewachsene Cellulose, wie Baumwolle. Dieses höhere Quellvermögen wirkt sich in mehrfacher Beziehung beim praktischen Gebrauch von aus diesen künstlichen Faserstoffen hergestellten Textilwaren nachteilig aus. So zeigen derartige Waren beim Waschen nur eine geringe Formbeständigkeit, ferner führt die mechanische Beanspruchung bei Waschprozessen zu einem oberflächlichen Aufrauhen der Fasern, wodurch die Textilwaren schnell unansehnlich und in ihrer Gebrauchstüchtigkeit beeinträchtigt werden.
Es ist bekannt, diesen Erscheinungen durch solche Behandlungen der Hydratcellulosefasern zu begegnen, die eine Herabsetzung des Quellvermögens der Hydratcellulose bewirken. Dies kann dadurch erzielt werden, dass man einen Teil der Hydroxylgruppen der Kettenmoleküle durch chemische Umsetzung blockiert, beispielsweise durch Verätherung oder Veresterung. Praktische Bedeutung hat in erster Linie die unter dem Namen Formalisierung bekannte Behandlung mit Formaldehyd erlangt. Ferner ist es bekannt, dass Quellvermögen der Hydratcellulose durch Einlagerung von Kunstharzen herabzusetzen.
Derartige Verfahren sind aber in der Praxis nicht ganz einfach anzuwenden, sie führen auch leicht zu einer über ein erträgliches Mass herausgehenden Versprödung, die sich in einer Verminderung der Biegungselastizität und Scheuerfestigkeit zu erkennen gibt. Auch wird die Affinität derartig behandelter Fasern zu substantiven Farbstoffen erheblich herabgesetzt, und sie neigen zu ungleichmässiger Anfärbung, weshalb die angeführten Behandlungen erst im Anschluss an den Färbeprozess vorgenommen werden, was wieder die Anwendung besonders beständiger Farbstoffe voraussetzt.
Es wurde nun gefunden, dass das Quellvermögen der Fasern aus Hydratcellulose auch dadurch in einem für die Praxis ausreichenden Masse herabgesetzt werden kann, dass die Fasern kurze Zeit einer Temperatur von 150° ausgesetzt werden. Das Erhitzen kann sowohl in einer sauerstoffreien Gasatmosphäre als auch in chemisch indifferenten, die Hydratcellulose nicht angreifenden Flüssigkeiten erfolgen. Behandlungsdauer und - temperatur müssen je nach Behandlungsmedium verschieden gewählt werden. Bei der Behandlung in einer Gasatmosphäre kann die Temperatur im allgemeinen niedriger als bei der Hitzebehandlung in einer Flüssigkeit gehalten werden und beispielsweise bei 200° liegen. Auch bei Durchführung der Behandlung in Flüssigkeiten müssen Behandlungsdauer und-temperatur, die im allgemeinen 250° bis 270°C. beträgt, variiert werden, je nachdem ob es sich um polare oder nicht polare Verbindungen handelt.
Die Vorteile derartiger Verfahren liegen darin, dass die einmal als günstig erkannten Arbeitsbedingungen ohne Schwierigkeiten im praktischen Betrieb beibehalten werden können, dass das Verfahren als solches einfach durchzuführen ist und dass die Fasern hinsichtlich ihrer Festigkeitseigenschaften sowie ihres färberischen Verhaltens nicht ungünstig beeinflusst werden.
Es ist zwar bereits bekannt, dass Fasern aus Hydratcellulose durch wiederholtes scharfes Trocknen und Anfeuchten allmählich ein niedriges Quellvermögen annehmen. Abgesehen davon aber, dass eine derartige Behandlungsweise in der Technik unwirtschaftlich ist, werden auf diese Weise behandelte Fasern auch so spröde, dass ihnen kein praktischer Wert mehr zukommt.
Beispiel 1.
Ein Gewebe aus Viskosezellwolle wird in kontinuierlichem Arbeitsgang 5 Minuten durch einen elektrisch auf 210° erhitzen Kondensierofen geführt, der mit Stickstoff gefüllt ist. Der Quellwert der Ware beträgt vor der Behandlung 110%, nach der Behandlung 82%.
Beispiel 2.
Viskosekunstseide 120/24 den wird in Strangform mit Hilfe einer geeigneten Vorrichtung in auf 260° erhitztes Glycerin eingetaucht. Nach einer halben Minute werden die Stränge aus dem Glycerin herausgenommen, kurz mit Wasser gespült und getrocknet. Während die Fäden vor der Behandlung einen Quellwert von 104,6% aufweist,
besitzt sie nach der Behandlung einen Quellwert von nur 71,7%
Beispiel 3.
Stränge aus 120/24 den. Viscose<Nicht lesbar> wurden 20 Sekunden in siedendes Butylenglykol getaucht. Danach wurden die Stränge herausgenommen, kurz mit Wasser gespült und auf normale Weise getrocknet. Die Fäden zeigen nach dieser Behandlung einen Quellwert von 72,1% während sie vorher einen solchen von 104,6% aufweisen.
Beispiel 4.
Durch einen Spinnkuchen aus 120/24 den. Viscoseseide wurde auf 260° erhitztes Glycerin während einer Minute hindurchgedrückt. Anschliessend wurde ebenfalls im Druckverfahren das Glycerin durch Wasser verdrängt und der Sspinnkuchen auf normale Weise getrocknet. Der Quellwert der so behandelten Fäden betrug 68,7% gegenüber 104,6% vor der Behandlung.
Beispiel 5.
An der Trockenzone einer kontinuierlich arbeitenden Spinnmaschine wurde eine Passage durch ein auf 270° erhitztes Bad aus Paraffinöl angeschlossen. Der laufende Faden verblieb während 7,4 Sekunden in dem Bad. Anschliessend durchlief der Faden eine Zone, in der durch Abspritzen mit Benzin von dem mitgeführten Paraffinöl befreit wurde, und schliesslich die übliche Trockenzone. Der Quellwert des so behandelten Fadens betrug 72,0%, während er ohne die Behandlung 108% betrug.
Claims (1)
- Verfahren zur Herabsetzung des Quellvermögens von Kunstseidenfäden aus Hydratcellulose, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden- oder Fasern in einem indifferenten Gas oder in einer Flüssigkeit kurze Zeit einer Temperatur über 150° ausgesetzt werden.
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