DEC0010760MA - - Google Patents

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DEC0010760MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 16. Februar 1955 Bekanntgemacht am 25. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es wurde gefunden, daß die Imprägnierung von Leder mit wässerigen Dispersionen von Mischpolymerisaten aus 70 bis 85 Teilen as-Dichloräthylen und 30 bis 15 Teilen polymerisierbarer aliphatischer Ester (beispielsweise Acrylsäure- bzw. Methacrylsäureester oder Vinylacetat oder -formiat oder Gemischen dieser Ester) zu einer beachtlichen Verbesserung des Gebrauchswertes führt, wenn diese wässerigen Dispersionen im Gemisch mit kondensierbaren Methylolverbindungen des Melamins, Harnstoffs oder ähnlicher Verbindungen oder deren Verätherungsprodukten zur Anwendung gelangen.
Es hat sich nämlich in überraschender Weise gezeigt, daß durch die Mitverwendung dieser Methylorverbindungen nicht nur das Eindringungsvermögen des Mischpolymerisats, sondern vor allem auch die Fülle der Leder ganz wesentlich verbessert werden, ohne daß dabei der Charakter des Leders beeinträchtigt wird.
Im Gegensatz dazu liefert die alleinige Anwendung der kondensierbaren Methylolverbindungen nur Leder, deren Fülle bei mengenmäßig gleichem Einsatz gegenüber derjenigen, die durch ihre Anwendung in Kombination mit den obengenannten Mischpolymerisaten zu erreichen ist, ganz wesent-
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Hch zurückbleibt. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, daß die Methylolverbindungen mit den Mischpolymerisaten bei Anwendung eines 'Mischungsverhältnisses von ι bis 2 Teilen Methylolverbindung etwa zu 3 Teilen Mischpolymeri-
■:. sat (bezogen auf Festsubstanz) im schwach sauren ■ PH-Bereich bei längerem Stehen quantitativ eine einheitliche, sehr voluminöse, homogene Masse bilden, während sich die Methylolverbindung des Melamins ohne Zusatz des Mischpolymerisats unter den gleichen Bedingungen" mehr oder weniger quantitativ zu einem sich pulverförmig abscheidenden Harz kondensiert, das hart und.spröde auftrocknet. Man wird überall dort erfmdungsgemäß die Gemische zum Imprägnieren und Füllen von Leder mit Vorteil anwenden, wo es darauf ankommt, losnarbige, leere und schwammige Leder, wie vor allem die abfälligen Flankenstücke der Haut, zu füllen und mit einem festsitzenden Narben zu versehen, jedoch können auch schwere Leder, wie Sohdleder, zur Verbesserung der Haltbarkeit und der Wasserbeständigkeit mit diesen Gemischen imprägniert werden.
In »Brit. Plastics« (1949), S. 642 bis 645, sowie in »J. Am. Leath. Chem. Ass.« (1949), S. 151 bis 157, wird die Behandlung von Leder mit polymerisierbaren Substanzen und deren anschließende Polymerisation im Leder, ferner die Verwendung von Lösungen von Polymerisation in organischen Lösungsmitteln zur Lederimprägnierung vorgeschlagen. ■
Diese Vorschläge haben jedoch bisher keinen Eingang in die Praxis gefunden, da der technische Erfolg zu gering und die Arbeitsweise schwer kon,-trollierbar, umständlich und teuer ist, insbesondere, wenn bei erhöhter Temperatur und. wegen der Flüchtigkeit bzw. Giftigkeit der Monomeren und Lösungsmittel in geschlossenen Gefäßen gearbeitet werden muß. Als weitere Nachteile ergaben sich bei der Verwendung von. Lösungen polymerer Stoffe: die geringe Eindringungsgeschwindigkeit der schon bei mäßiger Konzentration hochviskosen Lösungen, die Notwendigkeit, die Lösungsmittel wiedergewinnen zu müssen sowie die ungleichmäßige Verteilung der Polymerisate im Leder, bedingt durch das Wandern beim Verdampfen der Lösungsmittel.
Weiterhin werden im »J. Am. Leath. Chem. Ass.« (1949), S. 282 bis 287, Angaben über die A^erwendung von Polymerisatemulsionen bei der Ledernachbehandlung gemacht. Die üblichen Emulsionen sind dabei unbrauchbar, weil sie nur ein geringes Eindringungsvermögen besitzen und die Polymerisate demzufolge auf der Oberfläche des Leders abgelagert werden. Als geeignete Polymerisatemulsionen sind lediglich synthetische Kautschuklatices und Emulsionen vorpolymerisierter Produkte erwähnt, die im Leder einer Auspolymerisation unterworfen werden müssen, Da hier im Stadium der Vorpolymerisation ebenfalls organische Lösungsmittel verwendet werden,· haften auch dieser Arbeitsweise zum Teil die obenerwähnten Nachteile an. . ■ · . .
In der USA.-Patentschrift 2 481 933 ist die Verwendung von Dispersionen von Mischpolymerisaten der Acrylreihe zur Imprägnierung von Velourleder (Weiß leder und chromgegerbtes) beschrieben.
Demgegenüber weist das erfindungsgemäße Imprägnieren und Füllen von Leder den Vorteil auf, daß es auch bei pflanzlich gegerbtem Leder verwendet werden kann, da die hier verwendeten Dispersionen im Gegensatz zu denen der genannten USA.-Patentschrift nicht durch Gerbstoff gefällt werden.
Beispiel 1
30 Teile einer 33%igen wässerigen Dispersion eines Mischpolymerisats aus 80 Teilen as-Dichloräthylen und 20 Teilen Acrylsäurebutylester (auf Pu 5 eingestellt) werden mit 6 Teilen eines mit Methylalkohol partiell verätherten (Verätherungsgrad 10 bis 20%) Tri- oder Tetramethylolmelamins und 64 Teilen Wasser gemischt.
Durch ein- oder zweiseitiges Aufbürsten dieser Mischung werden trockene, losnarbige und doppelhäutige, vegetabilisch gegerbte Leder, insbesondere Flankenstücke, imprägniert.
Die imprägnierten Leder werden bei milder Temperatur, zweckmäßig im gespannten Zustand, getrocknet und in üblicher Weise zugerichtet. Es werden gut gefüllte,.narbenfeste Leder erhalten.
: Die oben angegebene Mischung kann auch in verdümiterer Form angewendet werden, was besonders dann von, Vorteil ist, wenn es sich um die Imprägnierung weicherer Ledersorten, wie B.ekleidungsleder, handelt. Zweckmäßig werden der Mischung noch 0,5 bis 1% eines anionischen Fettlickers zugesetzt.
Beispiel 2
Trockene, losnarbige, chromgare oder kombiniert gegerbte Rindflankeni werden in warmem Wasser aufgewalkt, durch Spülen von Salzen und nicht gebundenem Gerbstoff befreit, ausgereckt und mit 25 %■ Wasser von 25 ° und 50 °/o der Mischung (% bezogen auf Ausreckgewicht), bestehend aus 30 Teilen, einer 33°/oigen, auf pH 5 eingestellten Dispersion eines Mischpolymerisats, aus 80 Teilen as-Dichloräthylen, 10 Teilen. Vinylacetat und 101 Teilen Acrylsäure^ butylester, 6 Teilen eines mit Methylalkohol partiell verätherten (Verätherungsgrad 10 bis 20%) Tri- oder Tetra.methylolmela.mins, 64 Teilen Wasser, im Faß gewalkt, bis die Mischung restlos aufgenommen ist, was meist nach 1 Stunde der Fall ist. Die Leder werden dann ausgestoßen und zweckmäßig im genagelten Zustand getrocknet. Nach dem Trocknen werden, sie in feuchte Sägespäne eingelegt, leicht aufgestellt und in üblicher Weise fertiggestellt,
Beispiel 3
Chromgare, loenarbige Rindflanken werden nach dem Falzen, Neutralisieren und Färben gut gespült und dann mit den üblichen. Fettungsmitteln und 50% Wasser von 40 bis 500 und 50% der im Beispiel ι angegebenen Mischung gewalkt, bis die
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Emulsion vollkommen aufgenommen ist. Die Leder werden dann ausgestoßen, getrocknet und in üblicher Weise fertiggestellt. Gegebenenfalls kann das Färben und Fetten auch nach der Imprägnierung vorgenommen werden.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    i. Imprägnieren und Füllen von Leder, dadurch gekennzeichnet, daß man Leder mit der Dispersion eines Mischpolymerisats, welches aus 70 bis 85 Teilen as-Dichloräthylen und 30 bis 15 Teilen eines polymerisierbaren aliphatischen Esters bzw. eines Gemisches mehrerer derartiger Ester hergestellt ist, im Gemisch mit kondensierbaren Methylolverbindungen des Melamins, Harnstoffs oder ~ ähnlicher Verbindungen bzw. deren Verätherungsprodukten behandelt, wobei ein Mengenverhältnis von etwa 3 Teilen Mischpolymerisat zu etwa 1 bis 2 Teilen Methylolverbindung, jeweils bezogen auf Festsubstanz, eingehalten wird.
  2. 2. Imprägnieren und Füllen von Leder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß gleichzeitig übliche Fettungsmittel eingeführt werden.
  3. 3. Imprägnieren und Füllen von Leder nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als polymerisierbare Ester Acrylsäureester oder ihre Gemische mit Vinylacetat eine Komponente des verwendeten Mischpolymerisats bilden.
    In, Betracht gezogene Druckschriften,:
    USA.-Patentschrift Nr. 2481 933;
    British Plastics (1949), S. 642 bis 645;
    Journal American Leather Chemical Association (1949), S. 151 bis 157, 282 bis 287.
    © 605 659/450 10'. 56

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