DEC0009447MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 3. Juni 1954 Bekanntgemacht am 26. Juli 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
PATENTANMELD UNG
KLASSE 22a GRUPPE 6 INTERNAT. KLASSE C09b
C 9447 IVb/22a
Dr. Henri Riat, Arleshe'im (Schweiz)
ist als Erfinder genannt worden
CIBA Aktiengesellschaft, Basel (Schweiz)
Vertreter: Dipl.-Ing. E. Splanemann, Patentanwalt, Hamburg 36
Verfahren zur Herstellung kupferhaltiger Disazofarbstoffe
Die Priorität der Anmeldungen in der Schweiz vom 12. Juni 1953 und 7. Mai 1964
ist in Anspruch genommen
Die Erfindung betrifft neue kupferhaltige Disazofarbstoffe, welche, wie z. B. der Farbstoff der Formel ■
HX9-HN 0 Cu
HOoS
der allgemeinen Formel
10 Y O- -Cu
10 Y O- -Cu
HOoS
O Cu
O NH-C2H5
SOoH
I 20
0 Cu 0 Y
(2)
SOoH
«09576/464
C 9447 IVb/22a
entsprechen, worin Y eine vorzugsweise niedrigmolekulare, gegebenenfalls weitersubstituierte Alkylaminogruppe
bedeutet.
Y OH
HO3S-!
worin X eine Oxygruppe oder einen' in eine solche überführbaren Substituenten und Y eine vorzugsweise
niedrigmolekulare, gegebenenfalls weitersubstituierte Alkylaminogruppe bedeutet, in der Weise mit kupferabgebenden
Mitteln behandelt, daß — gegebenenfalls unter Umwandlung der Substituenten X in Oxygruppen
— die Bis-(o, o'-dioxyazo)-kupferkomplexverbindüngen
entstehen.
Die beim vorliegenden Verfahren als Ausgangsstoffe dienenden Disazofarbstoffe der Formel (3) können
hergestellt werden, indem man ein tetrazotiertes Diamin der Formel
■ Zu diesen neuen Farbstoffen gelangt man, wenn man Disazofarbstoffe der Formel .
(3)
!— SO,H
-NH,
beidseitig mit [ Azokomponenten der Zusammensetzung
HO Y ·
HOoS
SOoH
kuppelt [in den Formeln (4) und (5) haben X und Y die eingangs angegebene Bedeutung].
Als Diamine der Formel (4) verwendet man 4, 4'-Diaminodiphenylverbindungen,
welche in 3- und 3'-Stellung entweder die erwähnte Oxygruppe oder einen irt
eine solche überführbaren Substituenten, wie ein Halogenatom, z. B. Chlor, oder eine niedrigmolekulare
Alkoxygruppe, vorzugsweise eine Methoxygruppe, aufweisen. Demgemäß sind als Diamine ζ. B. 3, 3'-Dioxy-4,
4'-diaminodiphenyl, 3, 3'-Dichlor-4, 4'-diaminodiphenyl, 3, 3'-Diäthoxy-4, 4'-diaminodiphenyl und insbesondere
3, 3'-Dimethoxy-4, 4'-diaminodiphenyl zu erwähnen.
Die Alkylaminogruppe Y in den Azokomponenten der Formel (5) kann eine Dialkylaminogruppe oder
insbesondere eine Monoalkylaminogruppe sein. Es kommen Alkylaminogruppen mit gesättigten oder ungesättigten
aliphatischen Kohlenwasserstoff resten in Betracht, und diese können auch noch Substituenten,
z.B. Cyano-, Oxy- oder Alkoxygruppen, öder auch Arylreste enthalten, Im allgemeinen erweist es sich
als zweckmäßig, Azokomponenten der Formel (5) mit solchen Alkylaminogruppen zu verwenden, deren
Alkylreste nur wenige, beispielsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatome enthalten. Wertvolle Ergebnisse werden
z. B. mit Azokomponenten der angegebenen Art erzielt, deren Alkylaminogruppen in den Alkylresten
durch ι bis 2 Oxygruppen substituiert sind. Solche Alkylreste können vorteilhaft die Zusammensetzung
-CH9
C —
OH /
aufweisen, wobei η entweder 1 oder 2 bedeutet.
Als Beispiele geeigneter Azokomponenten seien die folgenden Verbindungen erwähnt:
i-Methylamino- oder i-Äthylamino-8-oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure,
i-Dimethylamino-8-oxynaphtha-Hn-3,
6-disulfonsäure, 1 - (j3 - Oxyäthylamino) - 8 - oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure, i-Isopropylamino- oder
Isöbutylamino - 8 - oxynaphthalin - 3, 6 - disulfonsäure,
x-{ß, y~Dioxypropylammo)-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure,
i-(ß- oder y-Oxypropyl)-amino-8-oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure,.i-n-Propylamino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure, 1-Allylamino-8-oxynaphthalin
- 3, 6 - disulfonsäure, 1 - (ß - Methoxyäthylamino)-8-oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure, i-Benzylamino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure.
Die Azokomponenten der Formel (5) können nach an sich bekannten Methoden z. B. durch Alkylierung
der i-Amino-8-oxynaphthalin-3,6-disulfonsäure erhalten
werden. Die i-Oxy- bzw. i-Di-(oxyalkylamino)- .■
8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäuren lassen sich z. B. vorteilhaft herstellen durch Umsetzung der entsprechenden
Aminosulfonsäuren mit Oxyalkylhalogeniden, zweckmäßig in wäßrigem Medium und in Anwesenheit
säurebindender Mittel. Je nach Reaktionsbedingungen, Wahl der säurebindenden Mittel und Menge der Oxyalkylhalogenide
können gegebenenfalls i-Mono- oder Di-(oxyalkylamino)-8-oxynaphthalindisulfonsäuren erhalten
werden. Auch Gemische von 1-Mono- und Di-(oxyalkylamino) -8-oxynaphthalindisulf onsäuren lassen
sich auf diese Art herstellen, und diese Gemische können ebenfalls als Azokomponenten bei der Herstellung
der Ausgangsfarbstoffe des vorliegenden Verfahrens dienen.
Die Kupplung der teträzotierten Amine der Formel (4) mit den Azokomponenten der Formel (5)
kann ebenfalls nach an sich bekannten Methoden durchgeführt werden. Tetrazotierte 3, 3'-Dihalogen-
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oder 3, 3'-Dialkoxy-4, 4'-diaminodiphenylverbindungen
werden vorteilhaft in alkalischem, beispielsweise alkalicarbonatalkalischem Medium gekuppelt, während
für die Kupplung des tetrazotierten 3,3'-Dioxy-4,4'-diaminodiphenyls
ein stärker alkalisches, beispielsweise ein alkali- oder erdalkalihydroxyd-alkalisches
Medium angezeigt ist und/oder diese Kupplungen zweckmäßig durch geeignete Zusätze, wie Alkohol
oder Pyridin, erleichtert werden.
Auch die Behandlung mit den kupferabgebenden Mitteln kann in an sich bekannter Weise erfolgen. Sie
ist auf alle Fälle so durchzuführen, daß dieBis-(o, o'-dioxyazo)-kupferkomplexverbindungen
entstehen, und es ist bekannt, daß die Reaktionsbedingungen in der Regel hierzu energischer gewählt werden müssen, wenn
eine o-Alkoxy-o'-oxyazogruppierung oder gar eine o-Halogen-o'-oxyazogruppierung vorliegt, als wenn
bereits eine o, o'-Dioxyazogruppierung vorhanden ist. Während auch eine Metallisierung in schwäch saurem
Medium, z. B. mit Kupfersulfat unter Zusatz von Natriumacetat, bei den o, o'-Dioxyazogruppen im allgemeinen
gute Dienste leistet, empfiehlt es sich in den übrigen Fällen, die Metallisierung mit komplexen
Kupferammin verbin düngen, ζ. B. Kupferteträmminverbindungen
aus Ammoniak, Pyridin, Alkylaminen oder Oxyäthylaminen, durchzuführen.
Die so erhältlichen kupferhaltigen Farbstoffe entsprechen
der bereits erläuterten Formel (2). . Diese Formel sowie die Formel (1) geben zweifellos die
richtige stöchiometrische Menge Kupfer und die richtige Stellung des Kupferatoms im Komplex wieder,
dagegen steht die Verteilung von Haupt- und Nebenvalenzen in der komplexen Bindung des Kupfers an
den Farbstoff heute noch nicht eindeutig fest.
Die neuen kupferhaltigen Farbstoffe der Formel (2) eignen sich zum Färben und Bedrucken der verschiedensten
Materialien, insbesondere cellulosehaltiger Fasern, wie Baumwolle, Leinen, Kunstseide oder Zellwolle
aus regenerierter Cellulose. Die Färbungen zeichnen sich durch gute Lichtechtheit und im allgemeinen
auch durch gute übrige Echtheitseigenschaften, wie z. B. eine verhältnismäßig gute Säure- und Schweißechtheit,
aus. Die neuen Farbstoffe erweisen sich insbesondere auch deshalb als wertvoll, weil in der Regel
außerordentlich grünstichigblaue Farbtöne erhalten werden, deren Erzeugung mit den bisherigen bekannten
Farbstoffen vom gleichen Typus nicht möglich war. Die Farbtöne bleiben auch am künstlichen Licht gut
. erhalten. Streifig färbende Viskosekunstseide wird mit den neuen Farbstoffen gleichmäßig gefärbt.
In der USA.-Patentschrift 1 861 917 ist eine komplexe
Kupferverbindüng des durch beidseitige Kupplung von 4,4'-Diaminodiphenyl-3,3'-dicarbonsäure mit
i-Äthylamino-8-oxynaphthalin-3,6-disulfonsäüre erhältlichen
Farbstoffes beschrieben. Gegenüber diesem bekannten Farbstoff zeichnet sich die nach dem vorliegenden
Verfahren erhältliche komplexe Kupferverbindung, die an Stelle der Bis-(o-oxy-o'-carboxyazo)-kupferkomplexgruppierung
die Bis-(o, o'-dioxyazo)-
kupferkomplexgruppierung enthält, durch ein besseres Ziehvermögen gegenüber Cellulosefasern sowie dadurch
aus, daß sie auf diesen Fasern reinere und gleichmäßigere Farbtöne ergibt.
In den nachfolgenden Beispielen bedeuten die Teile, sofern nichts anderes angegeben wird, Gewichtsteile
und die Prozente Gewichtsprozente.
24,4 Teile 3,3'-Dimethoxy-4,4'-diaminodiphenyl werden wie üblich tetrazotiert, und die Tetrazoverbindung
wird unter Eiskühlung in eine natriumcarbonatalkalische Lösung von 74 Teilen i-(ß-Oxyäthyl)-amino-8-oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure eingetragen. Nach beendeter Kupplung wird die Lösung auf 700
erwärmt und der Disazofarbstoff durch Zugabe von Natriumchlorid abgeschieden und filtriert. Er löst sich
in Wasser mit blauer Farbe und färbt Baumwolle in blauen Tönen.
Zur Überführung in die Kupferkomplexverbindung wird die Farbstoffpaste in 1500 Teilen Wasser gelöst
und mit 50 Teilen Monoäthanolamin versetzt. Dann gibt man eine Lösung aus 55 Teilen kristallisiertem
Kupfersulfat, 80 Teilen 25°/0igem Ammoniak und 100
Teilen Wasser zu und erwärmt 14 Stunden unter Rühren und Rückflußkühlung auf dem siedenden Wasserbad.
Hierauf wird die gebildete Kupferkomplexverbindung durch Zugabe von Natriumchlorid ausgesalzen,
abfiltriert und getrocknet. Der Farbstoff stellt ein dunkles Pulver dar, welches sich in Wasser mit grünstichigblauer
Farbe löst und Baumwolle in klaren grünblauen Tönen färbt.
Die im Beispiel verwendete i-(/3-Oxyäthyl)-amino-.
8-oxynaphthalin-ß, 6-disulfonsäure erhält man durch Einwirkung von Äthylenchlorhydrin (etwa 1,5 Mol) auf
i-Amino-8-oxynaphthalin-3, 6-disülfonsäure (1 Mol) in
wäßriger Lösung und in Gegenwart von Calciumcarbonat bei Siedetemperatur.
Ähnliche, Baumwolle ebenfalls in grünblauen Tönen färbende Farbstoffe erhält man, wenn man nach den
obigen,Angaben verfährt, jedoch an Stelle der i-(ß- i°o
Oxyäthyl) - amino - 8 - oxynaphthalin -3,6- disulf onsäure die entsprechnede Menge einer der folgenden Azokomponenten
verwendet:
1. i-Äthylamino-S-oxynaphthalin^, 6-disulfonsäure,
2. i-Isopropylamino-S-oxynaphthalin-s, 6-disulfonsäure,
3. i-Isobutylamino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure,
4. i-Allylamino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure,
5. i-Benzylamino-S-oxynaphthalin^, 6-disulfonsäure,
6. i-(/3-Oxypropyl)-amino-8-oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure,
7. i-(y-0xypropyl)-amino-8-oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure,
8. i-(/3, y-Dioxypropyl)-amino-8-oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure,
9. i-(/?-Cyanoäthyl)-amino-8-oxynaphthalin-
3,6-disulfonsäure, ^
10. i-(/?-Methoxyäthyl)-amino-8-oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure.
Diese Azokomponenten können alle, analog wie für i-(jS-Oxyäthyl)-amino-S-oxynaphthalin-s, 6-disulfonsäure
angegeben, aus i-Amino-8-oxynaphthalin-3, 6-disulfonsäure und den entsprechenden Alkyl- bzw.
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Oxyalkylhalogeniden bzw. aus Acrylsäurenitril (Nr. 9) hergestellt werden.
21,6 Teile 3, 3'-Dioxy-4, 4'-diaminodiphenyl werden tetrazotiert. Die mit Natriumcarbonat neutralisierte
und abfiltrierte Tetrazoverbindung wird in ein Gemisch aus 84 Teilen i-Benzylamino-8-oxynaphthalin-3,
6-disulfonsäure, 100 Teilen Wasser, 100 Teilen einer
25°/0igen wäßrigen Calciumhydroxydsuspension und Teilen Pyridin oder Picolin eingetragen. Man rührt
Stunden bei 10 bis 150. Der gebildete Disazofarbstoff
wird durch Ansäuern und Filtrieren isoliert und durch einstündiges Erwärmen auf 700 mit einer ammoniakalischen
Kupfersulfatlösung (entsprechend 50 Teilen CuSO4 ■ 5H2O) in die Kupferkomplexverbindung
übergeführt. Diese wird in üblicher Weise aufgearbeitet und getrocknet. Sie bildet ein schwärzliches Pulver,
welches sich in Wasser mit blauer Farbe löst und Baumwolle in grünstichigblauen Tönen färbt.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Herstellung kupferhaltiger Disazofarbstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß man Disazofarbstoffe der FormelY OHHOHOoSworin X eine Oxygruppe oder einen in eine solche überführbaren Substituenten und Y eine vorzugsweise niedrigmolekulare, gegebenenfalls weitersubstituierte Alkylaminogruppe bedeutet, in der Weise mit kupferabgebenden Mitteln behandelt, daß — gegebenenfalls unter Umwandlung der Substituenten X in Oxygruppen — die Bis-(o, 0'- dioxyazo) - kupferkomplexverbindungen entstehen.
- 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ausgangsstoffe solche Farbstoffe der angegebenen Formel verwendet, = N —
HOoS-SO3Hworin die beiden X Methoxygruppen bedeuten. - 3. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man solche Farbstoffe der angegebenen Formel verwendet, worin die beiden Y durch niedrigmolekulare Oxyalkylgruppen substituierte Aminogruppen bedeuten, wobei die Oxyalkylgruppen höchstens zwei Oxygruppen enthalten.In Betracht gezogene Druckschriften: USA.-Patentschrift Nr. 1 861 917.1 609 5Τ6/Φ6Φ 7.56
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