DE971997C - Verfahren zur Abtrennung von Schwefelsaeuredaempfen aus Gasen der Schwefelwasserstoffverbrennung - Google Patents

Verfahren zur Abtrennung von Schwefelsaeuredaempfen aus Gasen der Schwefelwasserstoffverbrennung

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DE971997C
DE971997C DEZ1756A DEZ0001756A DE971997C DE 971997 C DE971997 C DE 971997C DE Z1756 A DEZ1756 A DE Z1756A DE Z0001756 A DEZ0001756 A DE Z0001756A DE 971997 C DE971997 C DE 971997C
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DEZ1756A
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Herbert Dr Drechsel
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Chemiebau Dr A Zieren GmbH and KG
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Chemiebau Dr A Zieren GmbH and KG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/69Sulfur trioxide; Sulfuric acid
    • C01B17/74Preparation
    • C01B17/76Preparation by contact processes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zur Abtrennung von Schwefelsäuredämpfen aus Gasen der Schwefelwasserstoffverbrennung Bei der Verbrennung von Schwefelwasserstoff zu Schwefeldioxyd werden besonders bei Gegenwart von Cyanwasserstoff und Naphthalin beträchtliche Mengen des Schwefelwasserstoffes in Schwefeltrioxyd übergeführt.
  • In einer großtechnisch betriebenen Schwefelwasserstoffverbrennungsanlage, in welcher Schwefelwasserstoff aus einer Pottasche-Druckwäsche mit etwa 7o bis 75 Volumprozent HZS, 7 bis ro Volumprozent HCN und z g Naphthalin/Nm3 verbrannt wurde, enthielt das Verbrennungsgas nach Abkühlung in einem Abbitzekessel auf 30o bis 450°C neben 6 bis zo Volumprozent Schwefeldioxyd o,8 bis 1,3 Volumprozent Schwefeltrioxyd. Bei der nachfolgenden Kühlung und Kondensation des Verbrennungswassers in mit Wasser oder dünner Schwefelsäure berieselten Kühl- und Waschtürmen geht der größte Anteil des Schwefeltrioxyds in das Waschwasser über, während der Rest des Schwefeltrioxyds zur Bildung schwer kondensierbarer Nebel neigt. Da die heißen Verbrennungsgase bis zu 12 Volumprozent Wasserdampf enthalten, kann das bei der Verbrennung entstehende Schwefeltrioxyd bei einer Kühlung und Waschung der Gase mit Wasser nur in Form schwer verwertbarer dünner Schwefelsäure gewonnen werden. Außerdem sind die dabei auftretenden schwer kondensierbaren feuchten Schwefelsäurenebel meistens nur auf elektrostatischem Wege zur Abscheidung zu bringen. Die Bildung von Schwefeltrioxyd bei der Verbrennung stellt daher in diesen Fällen einen wirtschaftlichen Verlust dar.
  • Bei der Kühlung und Waschung von Röstgasen, die gegenüber den Schwefelwasserstoffverbrennungsgasen nur wenig Wasser enthalten, ist es bekannt, die Gase mit Schwefelsäure von 62,5 bis 78 °% in einem ersten Turm und mit Säure von 16,4 bis 22,4 °f ° (15 bis 2o0 B6) in einem zweiten Turm zu berieseln. Die von den Türmen ablaufenden Säuren haben beim ersten Turm eine Temperatur von go bis iio°C, beim zweiten Turm 35 bis 45°C.
  • Nach Kühlung gehen die Säuren auf den Turm zurück. Im ersten Turm verdampft im wesentlichen Wasser aus der Säure, im zweiten Turm wird das Wasser zum großen Teil wieder kondensiert. Es muß ständig verdünnte Säure vom zweiten Turm zum ersten Turm übergeben werden und aus dem ersten Kreislauf ständig Säure abgestoßen werden, damit konstante Betriebsbedingungen aufrechterhalten bleiben.
  • Dieses Verfahren ist mit den sehr wasserhaltigen Schwefelwasserstoffverbrennungsgasen ohne weiteres nicht durchführbar, da schon im ersten Turm verdünnte Schwefelsäure, anstatt zu verdampfen, kondensieren kann.
  • Auch die bekannte Kondensation von Schwefelsäure hinter einem Kontaktapparat führte zu keiner brauchbaren Anweisung für die Abscheidüng von HZS04 Dämpfen aus HZS-Verbrennungsgasen. Die hierfür nötige langsame Abkühlung erfordert verhältnismäßig große Apparate aus einem Material, das über 140°C gegen hochkonzentrierte Säuren beständig ist. Außerdem ist das Verfahren nur bis herab zu i Volumprozent S03 erprobt. Sofern die Kühlung durch Berieselung mit Schwefelsäure in einmaligem Durchgang unterstützt wird, muß diese Schwefelsäure mindestens 8o°/°ig sein, um ein Abschrecken der Gase zu vermeiden. Außerdem wird nur mit der ein- bis dreifachen Menge des Kondensats berieselt. Der Temperatur der Säure wird keine Bedeutung beigemessen. Bei der verhältnismäßig kleinen Säuremenge bekommt man Temperaturen der ablaufenden Säure von weit über 140°C, was erhebliche Materialschwierigkeiten bereitet. Eine solche Berieselung ist nur bei Gasen mit 4 und mehr Volumprozent 112 SO, beschrieben worden. Es besteht deshalb kein Anreiz, das Verfahren auf H,S-Verbrennungsgase mit weniger als i Volumprozent 112S04 zu übertragen.
  • Es wurde nun gefunden, daß es nicht nur darauf ankommt, innerhalb gewisser Temperatur- und Konzentrationsbereiche zu arbeiten, sondern daß eine Kühlung von HZS-Verbrennungsgasen und Auswaschung des darin enthaltenen 112 S 04 Gehaltes durch Berieseln mit im Kreislauf geführter Schwefelsäure möglich ist, ohne die Hauptmenge des Wassers zu kondensieren.
  • Um die Konzentration der Berieselungssäure immer auf gleicher Höhe zu halten, macht man den Wasserdampfteildruck der Säure durch Regulierung der Temperatur und der Konzentration gleich dem Wasserdampfpartialdruck des zu kühlenden Gases, nachdem die nötige Menge Verdünnungswasser zur Bildung von Schwefelsäure der Kreislaufkonzentration auskondensiert wurde. Dadurch erspart man einen besonderen Wasserzusatz. Wählt man die Temperatur der Kreislaufsäure höher als etwa 85°C und die Konzentration zwischen 62,5 und 78 °/°, so ist die Abscheidung des Schwefeltrioxyds aus dem Gas fast vollständig. Im folgenden wird das Verfahren an Hand zweier Beispiele erläutert.
  • Beispiel i Das H,S-Verbrennungsgas enthält 6,o6 Volumprozent S02, o,67 Volumprozent 112 S04 und 7,37 VOlUmprozent H20. Berieselt man dieses Gas mit 78°/°iger Schwefelsäure, so kondensiert man zweckmäßig aus ioo Volumteileri dieses Gases o,67 Volumteile HIS04 und Volumteile 11z0 zu 78°/°iger Säure. Das Gas enthält dann noch in ioo -1,o3 - o,67 = 98,3 Teilen 7,37 - 1,03 = 6,34 Volumteile H20. Dies sind 6,45 Volumprozent, entsprechend einem Partialdruck von 49 Torr. Dieser wird von 78°/°iger Schwefelsäure bei 118,7°C erreicht.
  • Das 400°C heiße Gas wird unten in einen Turm geleitet und tritt aus diesem Turm mit etwa iig°C aus. Der Turm wird mit Schwefelsäure von 78 °/° berieselt, die Temperatur der auf den Turm gegebenen Säure beträgt, wie oben errechnet, 118,7°C. Das oben abziehende Gas enthält entsprechend dem Wasserdampfpartialdruck der aufgegebenen Säure 6,45 Volumprozent H20. Entsprechend der im vorigen Absatz durchgeführten Berechnung muß die vom Turm ablaufende Säure aus Gründen der Mengenbilanz die gleiche Konzentration haben wie die aufgegebene. Ihre Menge ist jedoch um den Betrag der abgeschiedenen 78°/°igen Säure größer. Dieser Betrag wird kontinuierlich abgestoßen, so daß die aufgegebene Menge der Säure immer gleich groß ist.
  • Die Säure nimmt den Wärmeinhalt des Gases zwischen 400 und i2o°C und die Kondensationswärme der abgeschiedenen 78°/°igen Schwefelsäure auf. Die Säure läuft deshalb heißer als 118,7°C vom Turm ab. Die umgepumpte Säuremenge wird so gewählt, daß diese Temperaturdifferenz etwa io°C beträgt, damit die Säuretemperatur nicht zu hoch wird. In einem Kühler wird die Säure dann wieder auf ii8,7° C gekühlt.
  • Innerhalb der Türme liegen die Verhältnisse so, daß im unteren Teil des Turmes ständig Wasser aus der Säure verdampft und im oberen Teil ständig Wasser kondensiert. Dadurch wird der Wärmeaustausch zwischen Gas und Säure sehr begünstigt. Die Temperatur der Säure nimmt von oben nach unten ständig zu. Die Konzentration nimmt von oben nach unten zunächst infolge der Kondensation des im unteren Turmteil verdampften Wassers ab. Die Temperaturzunahme erfolgt schnell. Bald kommt die Kondensation zum Stillstand und geht in eine Verdampfung über, die Säure wird wieder konzentriert, die Temperatur steigt nur noch wenig. Diese Temperatur- und Konzentrationsverteilung stellt sich so ein, daß entsprechend der Mengen- und Wärmebilanz eine Säure von 78()/, mit einer Temperatur von etwa i--9'C abfließt. Die abfließende Säure ist also nicht im Gleichgewicht mit dem eintretenden Gas.
  • Beispiel 2 Das Schwefelwasserstoffverbrennungsgas hat folgende Zusammensetzung: g,go Volumprozent S02, 0,70 Volumprozent 112S04 und 11,31 Volumprozent 11z0. Es wird mit 630%iger .Säure berieselt. Das den Turm verlassende Gas hat demnach einen Wassergehalt
    von 11,31 - 37 - 98 - 0'7 = 11,31 -2,24 = 9,07 Volum-
    63. 18
    teile in 100 - 2,24 - 0,7 = 97,o6 Volumteilen oder
    9,35 °%. Dies entspricht einem Partialdruck von 71,o Torr.
  • Die zugehörige Säuretemperatur ist 83°C. Die umgepumpte Säuremenge kann in diesem Fall kleiner als im Beispiel i sein, da eine Erwärmung um 40°C ohne weiteres zugelassen werden kann. Der Säurekühler ist so bemessen, daß eine Kühlung der aufzugebenden Säure auf 83°C gewährleistet ist. Die übrigen Verhältnisse entsprechen denen des Beispiels 1.
  • Die weitere Aufarbeitung dieses Gases auf Kontaktschwefelsäure kann ohne Zwischenschaltung eines elektrostatischen Naßfilters erfolgen, ohne daß nebelnde Endgase auftreten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Abtrennung von Schwefelsäuredämpfen aus Gasen der Schwefelwasserstoffverbrennung, die mit im Kreislauf geführter Schwefelsäure in Rieseltürmen vor der weiteren Behandlung, insbesondere der katalytischen Oxydation, gewaschen werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration und Temperatur der aufgegebenen Säure so gewählt wird, daß sie einen Wasserdampfdruck bekommt, der dem Wasserdampfgehalt des Gases nach Bildung von Schwefelsäure mit Kreislaufkonzentration aus dem Schwefelsäuredampf des Gases entspricht, wobei die Säurekonzentration zwischen 62,5 und 78 °% gewählt wird und die Temperatur der aufgegebenen Säure 85°C nicht wesentlich unterschreiten soll. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 688 726, 514 318, 706 737, 6o6 235, 607 216, 610 449, 641258; Waeser, Handbuch der Schwefelsäurefabrikation, 193o, Bd. II, S. 1308, 1321, 1556; Winnacker-Weingärtner, Chemische Technologie, 1I, 1950, S. 56,57-
DEZ1756A 1951-03-04 1951-03-04 Verfahren zur Abtrennung von Schwefelsaeuredaempfen aus Gasen der Schwefelwasserstoffverbrennung Expired DE971997C (de)

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