DE971267C - Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheiten oder Schaedlingen sowie zur Beeinflussung des Wachstums - Google Patents

Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheiten oder Schaedlingen sowie zur Beeinflussung des Wachstums

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DE971267C
DE971267C DEN6138A DEN0006138A DE971267C DE 971267 C DE971267 C DE 971267C DE N6138 A DEN6138 A DE N6138A DE N0006138 A DEN0006138 A DE N0006138A DE 971267 C DE971267 C DE 971267C
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DE
Germany
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plants
salts
treatment
pests
optionally substituted
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Expired
Application number
DEN6138A
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English (en)
Inventor
Gerarda Francisca Elis Dierick
Johannes Thomas Hackmann
Pieter Ten Haken
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bataafsche Petroleum Maatschappij NV
Original Assignee
Bataafsche Petroleum Maatschappij NV
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
AUSGEGEBEN AM 31. DEZEMBER 1958
DEUTSCHES PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 451 GRUPPE 9i2 INTERNAT. KLASSE AOIn
N 6138 IVa/451
Gerarda Francisca Elisa Maria Dierick, Johannes Thomas Hackmann und Pieter ten Haken, Amsterdam (Niederlande)
sind als Erfinder genannt worden
N. V. De Bataafsche Petroleum Maatschappij, Den Haag
Behandlung von Pflanzen zwecks Bekämpfung von Krankheiten oder Schädlingen sowie zur Beeinflussung des Wachstums
Zusatz zum Patent 940554 Patentiert im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom 27. September 1952 an
Das Hauptpatent hat angefangen am 9. Januar 1952 Patentanmeldung bekanntgemacht am 25. Oktober 1956 Patenterteilung bekanotgemacht am 18. Dezember 1958
Nach dem Hauptpatent 940 554 lassen sich gewisse Verbindungen des Thioharnstoffes zur Behandlung von Pflanzen zwecks Bekämpfung von Krankheitserregern verwenden, wobei insbesondere an eine innere chemotherapeutische Wirkung gedacht ist. Es handelt sich dabei um acylierte Thioharnstoffderivate der folgenden Konfiguration:
C = S oder C-SX oder C-SX
/Y I I
N_Y N-R2
worin X eine gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogeniert«, insbesondere chlorierte Acylgruppe, Y ein Wasserstoffatom, eine gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlorierte Acylgruppe oder ein gegebenenfalls substituiertes, vorzugsweise endständig halogeniertes, insbesondere chloriertes Kohlenwasserstoffradikal und R1 und R2 Wasserstoffatome oder gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlorierte Kohlenwasserstoffradikale darstellen.
Auch an eine Verwendung der salzsauren Salze dieser Verbindungen zum gleichen Zweck ist laut Hauptpatent bereits gedacht, da diese sich durch bessere Wasserlöslichkeit und gute Stabilität auszeichnen.
809 694/18
In Weiterentwicklung des dem Hauptpatent zugrunde liegenden Erfindungsgedankens wurde nun festgestellt, daß es gewisse Vorteile bietet, die oben näher bezeichneten Verbindungen in Form ihrer Salze mit Sauerstoffsäuren der Elemente der Gruppe V des Periodischen Systems mit Atomgewichten unter 40, insbesondere in Form ihrer salpetersauren und orthophosphorsauren Salze anzuwenden. Diese Salze erwiesen sich ganz allgemein geeignet als biologisch wirksame Mittel, insbesondere zur Behandlung von Pflanzen, z. B. zwecks Bekämpfung von Krankheitserregern und Schädlingen pflanzlicher oder tierischer Art, oder auch zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums, insbesondere zu dessen Förderung, wobei jedoch nicht an eine Düngewirkung, sondern an eine das Wachstum anregende Wirkung gedacht ist.
Ähnlich wie die Mittel nach dem Hauptpatent entfalten die beschriebenen Salze ihre Wirkung bei innerlicher Anwendung, d. h. bei Aufnahme ihrer Lösungen durch das Wurzelsystem der Pflanzen. Sie werden jedoch vorzugsweise als Spritz-, Streu- oder Verstäubungsmittel angewendet und entfalten im übrigen ihre hohe biologisch aktive Wirkung auch gegenüber Krankheitserregern bzw. Schädlingsorganismen, die sich z. B. auf Tieren oder leblosen Stoffen angesiedelt haben.
Gegenüber den bereits im Hauptpatent erwähnten salz- oder schwefelsauren Salzen der obigen Thioharnstoffderivate weisen die Salze nach der Erfindung vor allem den Vorteil einer weit geringeren Phytotoxizität auf.
Während sich z. B. zeigte, daß der S-Carboäthoxyisothioharnstoff in den meisten Fällen in Form seines HCl-Salzes seiner Phytotoxizität wegen zur inneren chemotherapeutischen Behandlung von Pflanzen in Konzentrationen über 0,05% ungeeignet ist, ergab seine Verwendung als HNO3- oder als H3PO4-SaIz selbst in Konzentrationen über 0,3 Gewichtsprozent so gut wie gar keine Schädigung der behandelten Pflanzen.
Es ergibt sich hieraus, daß die erfindungsgemäße Verwendung der substituierten Thioharnstoffe in Form ihrer Salze mit Sauerstoffsäuren von Elementen der V. Gruppe, insbesondere ihrer salpeter- oder orthophosphorsauren Salze, die Möglichkeit bietet, die Mittel in weit größeren Konzentrationen anzuwenden als nach dem Hauptpatent, wodurch ihre Wirkung erhöht und ihr Anwendungsbereich verbreitert wird. Es sei noch erwähnt, daß es sich bei den Salzen nach der Erfindung vielfach um neue Verbindungen handelt, deren Darstellung bisher nicht beschrieben ist. Insbesondere trifft dies für die erfindungsgemäß bevorzugten Salze zu, in denen r Molekül Thioharnstoff mit 1 Molekül Säure ·—· ohne Rücksicht auf deren Basizität — verbunden ist.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Salze können mittels der folgenden, hier nicht als schutzfähig beanspruchten Verfahren hergestellt werden:
i. Durch Zusammenbringen des betreffenden Thioharnstoffderivates in Form einer vorzugsweise alkoholischen Lösung mit der betreffenden Säure;
2. durch Zusammenbringen eines beliebigen Salzes des betreffenden Thioharnstoffderivates in Form einer vorzugsweise alkoholischen Lösung mit der gewünschten Säure, wobei das erfindungsgemäße Salz entsteht und die andere Säure frei wird;
3. durch Zusammenbringen eines beliebigen Salzes des betreffenden Thioharnstoffderivates in Form einer vorzugsweise alkoholischen Lösung mit einem beliebigen Salz der gewünschten Säure, d. h. durch doppelte Umsetzung.
Bei allen drei Herstellungsverfahren wird, wie bemerkt, vorzugsweise 1 Mol des betreffenden Harnstoffderivates mit 1 Molekül der Sauerstoffsäure umgesetzt.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Salze können entweder einzeln oder in Kombination miteinander oder mit anderen Pflanzenschutzmitteln angewendet werden, wobei Netzmittel und gegebenenfalls auch Haftmittel hinzugefügt werden können. Auch Kombinationen mit Pflanzennährmitteln sind möglich. Sie werden vorzugsweise in der Form wäßriger Lösungen verabreicht.
Zur Behandlung von Pflanzen wird das Spritzverfahren bevorzugt, wobei allerdings in Fällen, 9" in denen die erfindungsgemäß zur Verwendung kommenden Stoffe Systemwirkung haben (d.h. daß sie ihre Wirkung nach dem Eindringen in die behandelte Pflanze über deren Wurzelsystem oder die oberirdischen Teile ausüben), die beiden folgenden Verabreichungsmethoden ebenfalls vorteilhaft sein können:
1. Einbringen der Stoffe in den Boden in der Nähe der Wurzeln oder Eintauchen des Wurzelwerks in eine wäßrige Lösung.
2. Unmittelbares Einführen der Stoffe in die Pflanzen, z. B. durch Bohrlöcher oder durch Einschnitte in Pflanzenteile.
Die Konzentrationen, in welchen die erfindungsgemäß zu verwendenden Salze verabreicht werden, hängen hauptsächlich ab von der gewünschten biologischen Wirkung, der Art der zu behandelnden Pflanzen bzw. Tiere oder leblosen Stoffe und dem Verabreichungsverfahren. Auf Grund ihrer relativen Unschädlichkeit gegenüber lebenden Pflanzen ermöglicht die Verwendung der Salze nach der Erfindung die Anwendung von Konzentrationen, die in einem ganz anderen Größenbereich liegen als beim Arbeiten nach dem Hauptpatent, ohne daß unerwünschte Nebenwirkungen eintreten. Die Anwendung der Salze der Thioharnstoffderivate mit den gemäß der Erfindung zu verwendenden Säuren erweitert daher den Anwendungsumfang derartiger Mittel nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ gegenüber den durch das Hauptpatent gegebenen Anwendungsmöglichkeiten.
Die Erfindung wird in dem folgenden Beispiel, dem keine einschränkende Wirkung zukommt, näher erläutert.
S-Carboäthoxyisothioharnstoff ist in der Form seines salzsauren Salzes stark phytotoxisch. Das-
selbe gilt für das Sulfat, obgleich dieses etwas weniger schädigend wirkt.
Untersuchungen zum Vergleich der HCl-, H2SO4-, HNO3- und H3PO4-SaIzC des obengenannten substituierten Thioharnstoffes hinsichtlich ihrer pflanzenschädigenden Wirkung wurden wie folgt durchgeführt:
Gurkenpflanzen von ungefähr io cm Höhe wurden 4 Stunden lang mit der Wurzel in verschiedene Konzentrationen von Lösungen der H Cl-, H2 S O4-, HNO3- und H3PO4-Salze und der Acetate von S - Carboäthoxyisothioharnstoff eingestellt und daraufhin wieder eingepflanzt. Nach einigen Tagen wurde die pflanzenschädigende Wirkung der zu untersuchenden Salze festgestellt.
Es zeigte sich dabei, daß die H Cl- und H2 S O4-Salze schon bei Konzentrationen von 0,05 % bei den behandelten Pflanzen Schädigungen verursachten und daß die Pflanzen bei Behandlung mit 0,1-prozentigen Konzentrationen gänzlich abstarben.
Die mit dem HNO3- bzw. H3PO4-SaIz behandelten Pflanzen zeigten dagegen sogar bei Anwendung von Konzentrationen von 0,3% und höher,
z. B. 0,5 %, keinerlei Schädigung.
Bei Verwendung der obengenannten Salze tritt eine Antifusariumwirkung auf, aber nur in Konzentrationen über 0,3%, so daß zu diesem Zweck nur die H3PO4-Salze Verwendung finden können.
Bei den oben beschriebenen Untersuchungen wurde auch eine starke wachstumfördernde Wirkung des S-Carboäthoxyisothioharnstoffes in Gestalt seiner H3PO4-Salze festgestellt; dies war erst durch die Anwendung der H3PO4-Salze möglieh, da sonst die Phytotoxizität, wie gering sie auch bei dem HNO3-SaIz ist, die wachstumsfördernde Wirkung verhindert.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verwendung von Harnstoffderivaten der Strukturformeln
    R1
    C=S oder C-SX oder C-SX
    N-Y
    N-R2
    R2
    worin X eine gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlorierte Acylgruppe, Y ein Wasserstoffatom, eine gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlorierte Acylgruppe oder ein gegebenenfalls substituiertes, vorzugsweise endständig halogeniertes, insbesondere chloriertes Kohlenwasserstoffradikal und R1 und R2 Wasserstoffatome oder gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlorierte Kohlenwasserstoffradikale darstellen, gemäß Patent 940 554 in Form ihrer Salze mit Sauerstoffsäuren der Elemente der Gruppe V des Periodischen Systems mit Atomgewichten unter 40, insbesondere der Salpetersäure und der Orthophosphorsäure, als biologisch wirksame Mittel, insbesondere zur Behandlung von Pflanzen, z. B. zwecks Bekämpfung von Krankheitserregern und Schädlingen pflanzlicher oder tierischer Art oder zur Beeinflussung, insbesondere zur Förderung des Wachstums.
    (809 694/18 12.58) © 6Oi 659/473 10.56
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