DE940554C - Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheitserregern - Google Patents

Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheitserregern

Info

Publication number
DE940554C
DE940554C DEN4949A DEN0004949A DE940554C DE 940554 C DE940554 C DE 940554C DE N4949 A DEN4949 A DE N4949A DE N0004949 A DEN0004949 A DE N0004949A DE 940554 C DE940554 C DE 940554C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
plants
substances
purposes
compounds
optionally substituted
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEN4949A
Other languages
English (en)
Inventor
Johannes Thomas Hackmann
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bataafsche Petroleum Maatschappij NV
Original Assignee
Bataafsche Petroleum Maatschappij NV
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bataafsche Petroleum Maatschappij NV filed Critical Bataafsche Petroleum Maatschappij NV
Priority to DEN4949A priority Critical patent/DE940554C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE940554C publication Critical patent/DE940554C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N47/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid
    • A01N47/40Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid the carbon atom having a double or triple bond to nitrogen, e.g. cyanates, cyanamides
    • A01N47/42Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid the carbon atom having a double or triple bond to nitrogen, e.g. cyanates, cyanamides containing —N=CX2 groups, e.g. isothiourea

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Agronomy & Crop Science (AREA)
  • Pest Control & Pesticides (AREA)
  • Plant Pathology (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Dentistry (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

  • Behandlung von Pflanzen zwecks Bekämpfung von Krankheitserregern Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Behandeln von Pflanzen zwecks Bekämpfung von Krankheitserregern mittels Stoffen, die eine innere chemotherapeutische Wirkung haben. Die Stoffe dringen in die Pflanzen ein, verbreiten sich darin und machen sie immun, zumindest weniger anfällig gegen den Angriff von Krankheitserregern. In vielen Fällen wirken die gleichen Mittel auch heilend, falls die Pflanzen schon angegriffen waren. Gewöhnlich bleibt die Immunität einige Wochen bestehen, z. B. etwa 3 Wochen, nachdem die Stoffe von den Pflanzen absorbiert wurden.
  • Es bestehen gewisse Anzeichen dafür, daß die Stoffe in den lebenden Pflanzen eine Umwandlung erfahren und daß die Immunität und/oder die Heilung erst durch bestimmte Umwandlungsprodukte hervorgerufen wird, während die ursprünglichen Stoffe an sich keine Wirkung zu haben brauchen. Es steht aber fest, daß in der Praxis ein besonders günstiger Effekt dadurch erzielt wird, daß die Stoffe in die Pflanzen selber eindringen.
  • Man hat schon Stoffe als innere chemotherapeutische Mittel vorgeschlagen, insbesondere zum Schutz von Pflanzen gegen Pilzkrankheiten. In der Literatur werden solche Stoffe meistens System-Fungizide genannt in Analogie zu den System-Insektiziden, die ebenfalls in die Pflanzen eindringen und sie für Insekten und verwandte tierische Parasiten, wie Milben, giftig machen.
  • Im Vergleich zu den üblichen Bekämpfungsmitteln, die nicht oder kaum in die Pflanze eindringen, haben die inneren chemotherapeutischen Mittel den großen Vorteil, daß auch solche Teile, die nach Verabreichung des Bekämpfungsmittels zur Entwicklung kommen, wie neue Schößlinge, Blätter, Blüten, Früchte usw., in vielen Fällen für .eine gewisse Zeit immun werden.
  • Die chemotherapeutischen Stoffe der Erfindung können entweder einzeln oder in Kombination miteinander oder mit anderen fungitoxischen, viritoxi, schen, insektiziden oder akariziden Stoffen verwendet werden, deren chemotherapeutische Wirkung eine innere- oder -eine äußere sein kann, wobei Netzmittel und gegebenenfalls auch Haftmittel hinzugefügt werden können. Auch Kombinationen mit System-Insektiziden und/oder Pflanzennahrungsmitteln und/ oder Pflanzenhormonen sind möglich.
  • Als Netzmittel eignen sich beispielsweise Alkylsulfate, Alkylarylsulfonate, Sulfosuccinate, Äther aus Polyäthylenglykolen und Alkylphenolen. Gute Resultate wurden erzielt bei Verwendung eines technischen Gemisches von Natrium-Alkylsulfaten in Mengen von o,oi bis 0,05 Gewichtsprozent. Soweit die Stoffe als Emulsion oder Suspension, z. B. in Wasser, verwendet werden, können auch Lösungsmittel, wie Öle, Emulgatoren, Emulsionstabilisierungsmittel u. dgl., zugesetzt werden. Ferner können auch Stoffe zugesetzt werden, die die Anwendung von ungewöhnlich hohen Dosierungen ermöglichen, ohne daß phytotoxische Symptome auftreten. Bekanntlich schützt z. B. Glukose Tomatenpflanzen gegen Schädigung durch gewisse in hohen Konzentrationen phytotoxisch wirkende Substanzen; wie z. B. Harnstoff.
  • Die chemotherapeutischen Stoffe gemäß der Erfindung können in verschiedener Weise verabreicht werden, wie z. B. i:. Aufbringen der Stoffe auf oberirdische oder unterirdische Teile der Pflanzen oder auf die Samen, a. Einbringen der Stoffe in den Boden in der Nähe der Wurzeln, 3. unmittelbares Einführen der Stoffein die Pflanzen, z. B.. durch Bohrlöcher oder durch Einschnitte in Pflanzenteilen.
  • In allen Fällen kommt es darauf . an, den Stoffen Gelegenheit zu geben, in die Pflanzen selbst einzudringen. Besonders bewährt hat sich das Aufbringen auf oberirdische Teile der Pflanzen, beispielsweise mittels Bespritzen. Bringt man die Stoffe in den Böden ein, so ist darauf zu achten, daß man die Lösung in möglichster Nähe der Wurzeln einbringt oder genügend hohe Konzentrationen wählt, da sonst ein Teil der aktiven Stoffe durch die Bodenbestandteile absorbiert werden kann oder die Stoffe, unter Umständen einer chemischen oder mikrobiologischen Umwandlung ausgesetzt sein könnten, ehe sie in die Pflanzen eindringen.
  • Das Bespritzen der zu behandelnden Pflanzen erfolgt vorzugsweise mit wässerigen Lösungen der aktiven Stoffe, die o,oi bis i Gewichtsprozent, vorzugsweise o,i bis 0,5 Gewichtsprozent dieser Stoffe enthalten können. Manchmal sind auch noch niedrigere Konzentrationen wirksam; unter Umständen können, falls keine Phytotoxizität auftritt, auch höhere Konzentrationen verwendet werden. In der Regel ist gerade im Hinblick auf die Phytotoxizität .das Arbeiten mit geringen Konzentrationen empfehlenswert. Der Beweis, daß die auf die. Pflanzen aufgebrachten Mittel ins Pflanzeninnere eingedrungen waren und ihre Wirkung von dort aus ausübten, wurde dadurch geführt, daß man einen Teil der behandelten Pflanzen künstlich beregnete, so daß jede Spur des noch vorhandenen Mittels abgewaschen wurde. Es zeigte sich, daß die beregneten Pflanzen sich ebenso verhielten wie die mit dem Mittel behandelten, aber nachher nicht beregneten Pflanzen.
  • Erfindungsgemäß werden als Stoffe für die Bekämpfung von Krankheitserregern Verbindungen verwendet, .welche von Verbindungen mit der Formel C HA S, in deren Molekülen das Kohlenstoffatom sowohl mit den beiden Stickstoffatomen wie mit dem Scliwefelatom, aber finit keinem der vier Wasserstoffatome verbunden ist, herzuleiten sind, indem man eines oder mehrere der Wasserstoffatome substituiert, wobei mindestens einer der Substituenten eine Acylgruppe sein soll.
  • Die erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen sind also beliebig substituierte AcyIthioharnstoff-Verbindungen oder Acylisothioharnstoff-Verbindungen.
  • Man hat bereits vorgeschlagen, Thicharnstoff Verbindungen als solche für fungicide Zwecke zu benutzen, abernicht insbesondere acylierteThioharnstoffderivate. Der Erfindung lag die Erkenntnis. zugrunde, daß gerade Verbindungen dieser Art und deren Isomere besonders geeignet für die Bekämpfung von Krankheitserregern der Pflanzen sind und daLl sie eine innere chemotherapeutische Wirkung haben.
  • Vorzugsweise werden erfindungsgemäß Verbindungen verwendet, welche einer der folgenden allgemeinen Formeln genügen: in welchen X = eine gegebenenfalls substituierte, z. B. halogenierte Acylgruppe, Y = .ein Wasserstoffatom oder ein gegebenenfalls substituiertes, z. B. halogeniertes Kohlenwasserstoffradikal, welches z. B. eine Alkyl- oder Arylgruppe sein kann, oder aber eine gegebenenfalls substituierte, z. B. halogenierte Acylgruppe. R,, und R2 = Wasserstoffatome oder gegebenenfalls substituierte, z. B. halogenierte Kohlenwasserstoffradikale, welche z. B. Alkyl- oder Arylgruppen sein können.
  • Als Substituenten in den Gruppen X, Y, R1 und R2 können außer Halogenen, die besonders in Betracht kommen, auch z. B. NO., S 0$H, OH und N H, anwesend sein.
  • Gute Resultate wurden insbesondere erzielt mit solchen Verbindungen, in denen Rl und R2 beide Wasserstoffatome waren. Aus praktischen Erwägungen kommen in erster Linie wasserlösliche Verbindungen der genannten Art in Frage. Unter Wasserlöslichkeit wird eine Wasserlöslichkeit von mindestens o,oi °/o verstanden, wobei jedoch diese untere Grenze nicht scharf gezogen ist. Die Wasserlöslichkeit nimmt bekanntlich allgemein mit der Zahl der im Molekül vorhandenen C-Atome ab. In der Regel werden daher im Rahmen der vorliegenden Erfindung Stoffe um so geeigneter sein, die weniger C-Atome im Molekül besitzen. Stoffe mit mehr als g C-Atomen werden in der Regel hinsichtlich der Wasserlöslichkeit nicht genügen, es sei denn, daß man die Wasserlöslichkeit fördert durch Einführung hydrophiler Gruppen, beispielsweise der S 03 H-Gruppe.
  • Im allgemeinen werden vorzugsweise Verbindungen benutzt, in denen die Acylgruppe X und gegebenenfalls auch Y, abgesehen von Halogenatomen und anderen Substituenten, von der Formel sind, wobei Alk eine Alkylgruppe darstellt. Insbesondere kommen für diese Alkylgruppe Methyl-, Äthyl-, Propyl- und Isopropylgruppen in Betracht. Die Alkylgruppe kann substituiert, insbesondere halogeniert sein, wie aus dem oben Gesagten hervorgeht. Dabei bevorzugt man chlorierte Alkylgruppen, die keine anderen Substituenten enthalten, und zwar besonders solche, bei denen das endständige Kohlenstoffatom oder bei verzweigten Alkylgruppen, wie zum Beispiel der Isopropylgruppe, ein oder mehrere der endständigen Kohlenstoffatome i, 2 oder vorzugsweise 3 Chloratome tragen. Gute Erfolge wurden aber auch erzielt, wenn in Verbindungen, in welchen sowohl X wie Y Acylgruppen waren, nur eine von diesen beiden Gruppen endständig chloriert war und schließlich auch mit Verbindungen, in denen die beiden in den Acylgruppen X und Y enthaltenenAlkylgruppen gar keine Substituenten, also auch keine Chloratome, enthielten.
  • Wenn nur eine Acylgruppe vorhanden ist, d. h. also, daß nur X eine solche Gruppe darstellt, erzielt man ebenfalls gute Resultate sowohl wenn die Gruppe endständig chloriert ist als auch wenn sie gar keine Substituenten enthält.
  • Verbindungen mit der Acylgruppe einer aromatischen Säure, z. B. der Benzoesäure, am Schwefelatom zeigten dabei interessante Nebenwirkungen, auf die im Beispie18 näher eingegangen wird.
  • Es sei in diesem Zusammenhang bemerkt, daß einige von den halogenierten Verbindungen, die man erfindungsgemäß verwenden könnte, nicht stabil sind, weil sie schon bald nach oder bereits während der Herstellung zyklisieren. Dies ist beispielsweise der Fall bei Monochloracetylthioharnstoff. Gut beständig sind im allgemeinen die Verbindungen, die am endständigen C-Atom vollständig halogeniert sind, wie z. B. Trichloracetylthioharnstoff.
  • Falls Y eine Arylgruppe darstellt, kommt insbesondere die Phenylgruppe in Betracht, gewünschtenfalls mit die Löslichkeit fördernden Substituenten, wie -S03H. Falls Y eine Alkylgruppe darstellt, werden dieselben endständig chlorierten oder gar nicht substituierten Alkylgruppen bevorzugt, wie im Falle der Teilgruppe Alk, wenn Y eine Acylgruppe ist. Man bevorzugt also endständig chlorierte oder nicht substituierte Methyl-, Äthyl-, Propyl- und Isopropylgruppen.
  • Wie aus dem oben Gesagten hervorgeht, werden vorzugsweise immer solche Kombinationen von den Gruppen X und Y gewählt, bei denen die Gesamtzahl der Kohlenstoffatome im Molekül nicht größer ist als neun. Sehr gute Ergebnisse wurden erzielt mit solchen Verbindungen, in denen nicht nur R1 und R2, sondern auch Y ein Wasserstoffatom war, insbesondere mit chlorierten Acetylthioharnstoffen, wie Trichloracetylthioharnstoff, sowie chlorierten oder nicht substituierten Acetylisothioharnstoffen, in denen die Acetylgruppe an das Schwefelatom gebunden ist, wie Acetylisothioharnstoff.
  • Gut bewährt haben sich auch Verbindungen, in denen die Acylgruppen nicht von einer niedrigen Fettsäure, sondern von Monoallzylestern der Kohlensäure hergeleitet werden, d. h. also, Verbindungen mit Acylgruppen von der Formel wobei Alk dieselbe Bedeutung hat wie vorher. In diesem Zusammenhang soll besonders S-Carboäthoxythioharnstoff erwähnt werden.
  • Selbstverständlich brauchen die erfindungsgemäßen aktiven Verbindungen nicht in reiner Form zuF Anwendung zu kommen. Es können inaktive Beimischungen anwesend sein, die bei der technischen Herstellung entstanden sind. Auch kann man Gemische von aktiven Verbindungen benutzen, wie sie leicht aus technischen Produkten herzustellen sind.
  • Die aktiven Verbindungen können auch in der Form von Salzen angewendet werden. Bei den Isothioharnstoffderivaten haben sich im allgemeinen die salzsauren Salze gut bewährt.
  • Die Wirksamkeit der neuen Pflanzenschutzmittel bezieht sich auf sehr verschiedenartige Krankheitserreger, von denen einige, die von großer praktischer Bedeutung sind, in der folgenden Liste- genannt werden
    Lateinischer Name Deutscher Name wichtigste Pflanzen,
    des der bei denen die Krank-
    Krankheitserregers Krankheit heit vorkommen
    kann
    Cladosporium Braunflecken- Tomatenpflanzen
    fulvum krankheit
    Septoria apii Selleriepflanzen
    graveolentis
    Phytophthora Kraut- und Kartoffelpflanzen,
    infestans Knollenfäule Tomaten-
    (Kartoffel- pflanzen
    krankheit)
    Verwendete Verbindung Konzentration der Unterdrückung
    Name gespritzten Lösung
    Name (Gewichtsprozente) ad
    H Acetylthioharnstoff - 50
    I ° o,= 72
    N-- C #/ . 0,2 86
    I \ CH, 0,3 WO
    C- g 0,4 96
    I
    NHZ
    Verwendete Verbindung Konzentration der
    Formel Name - g gespritzten Lösung @nterdrä kungs-
    (Gewichtsprozente)
    H H Triacetylthioharnstoff 0,x go
    O I / O (Additionsprodukt von 0,2 6o
    N- C N-C Mono- und Diacetylthio- 0,3 =oo
    \ CH 1 \ C H3 h#stoff) 0,4 98
    C=S 3 C=S
    O
    1 11
    NH2 N-C CH3
    H
    H N-Chloracetyl N'phenyl- 0,05 80
    //0 thioharnstoff
    N-C
    \ CH2C1
    C=S
    N-<::>
    H
    H N-Valeroylthiohaxnstoff 0,05 8o
    O
    N-C /
    \ (C"2)3-CH3.
    C=S
    NH2 -
    Beispiel 2 Braune Bohnenpflanzen (Phaseolus vulgaris L), etwa 3 Wochen alt, wurden mit einer o,5 0%igen Lösung von Trichloracetylthioharnstoff, die mit o,r °/0 eines Gemisches von Natriumalkylsulfaten versetzt war, bespritzt. 2 Tage später wurden die Pflanzen mit Colletotrichum Lindemathianum geimpft.
  • Nach 3 Wochen fand die Beurteilung statt. Alle »Blindversuch«-Pflanzen zeigten ein starkes Angreifen der Brennfleckenkrankheit, im Gegensatz zu den behandelten Pflanzen, die völlig gesund geblieben waren. Der Unterdrückungsgrad war roo °/0.
  • Der Trichloracetylthioharnstoff der bisher in der Literatur nicht beschrieben ist, wurde, ohne daß hierfür ein Schutzanspruch erhoben wird, hergestellt durch Erwärmung von Trichloressigsäureanhydrid und Thioharnstoff in einer benzohschen Lösung in molaren Mengen. Der bei Abkühlung sich ausscheidende Trichloracetylthioharnstoff wurde aus Alkohol umkristallisiert (Schmelzpunkt 145 bis x46°). Beispiel 3 Pseudomonas tumefaciens ist ein Bakterium, das auf holzartigen sowohl wie auf kräuterartigen Gewächsen Tumoren verursacht. Es stellte sich heraus, daß diese Tumoren bekämpft werden können mittels äußerlicher Behandlung mit wäßrigen Lösungen der aktiven Stoffe gemäß der Erfindung. Nach 3 Wochen war eine xoo°%ge Genesung erzielt, wenn Tomatenpflanzen mit Acetylthioharnstoff und Triacetylthioharnstoff behandelt wurden, beide in o,3°/2iger Konzentration. Es wurden keine phytotoxischen Symptome wahrgenommen.
  • Ein ebensoguter Erfolg wurde beobachtet nach einer Behandlung mit einer o,5°/°igen Lösung von S-Acetylisothioharnstoff (als salzsaures Salz) Beispiel 4 Eine o.-i°/.ijze Lösunz von S-Acetvlisothioharnstoff
    / N H2
    (Salzsaures Salz, C - N H # H Cl
    \SCOCH3 ..'
    wurde auf etwa 2o cm hohe Selleriepflanzen gespritYt. 2 Tage später wurden die Pflanzen in ein feuchtes Gewächshaus hinübergebracht, zusammen mit einer Reihe nicht bespritzter Selleriepflanzen. Anschließend wurden die Pflanzen mit Sporen von Septoria apii graveolentis geimpft, 3 Wochen später wurde. die Wirkung beurteilt. Unterdrückungsgrad 8o °/o. Beispiel 5 Das Wurzelwerk von Gurkenpflanzen (i Monat alt) wurde q. bis 5 Stunden getränkt in einer Lösung von 0,03 °/a S-Carboäthoxyisothioharnstoff
    /NH2
    salzsaures Salz, C - N H ° H Cl
    \SCO - OCZH6
    Bäume ebenfalls geimpft. Die unbehandelten Bäume zeigten 3 und besonders 6 Wochen nach der Impfung deutliche Symptome der Uhuenkrankheit, während alle behandelten Bäume sich völlig gesund zeigten. Beispiel 8 Mit ähnlichen Ergebnissen wie in den vorangehenden Beispielen wurden verschiedene Pflanzen zwecks Bekämpfung verschiedener Krankheitserreger mit Acylthiohamstoffen bzw. deren Salzen, beispielsweise mit S-Benzoylisothioharnstoff und anschließend ¢ bis 7 Tage in Töpfe mit -sterilisiertem Sand mit einem Zusatz von Nährsalzen gestellt. Anschließend wurden die Pflanzen aus den Töpfen genommen, und das Wurzelwerk wurde q. bis 5 Stunden in eine Sporensuspension von Fusarium (verschiedene Arten) getaucht, wonach sie aufs neue in sterilisierten Sand gestellt wurden. Viele der in dieser Weise behandelten Pflanzen zeigten nach 3 Wochen noch kein Welken, während die nBlindversüch«-Pflanzen nahezu alle abgestorben waren oder eine starke Vergilbung zeigten und schlaff geworden waren. Beispiel 6 Eine Reihe Apfelsämlinge (2o cm hoch) in Töpfen wurde mit einer wäßrigen Lösung von o,i °/o Triacetylthioharnstoff mit einem Zusatz von o,i Gewichtsprozent eines Gemisches von Natriumalkylsulfaten als Netzmittel bespritzt. Es wurden 8o ccm Flüssigkeit pro qm verwendet. 3 Tage später wurden die Pflanzen in ein Gewächshaus gestellt und mit Sporen von A2fehnehltau geimpft. Nach 3 Wochen wurde der Befall der inzwischen entfalteten Blätter an der Spitze bestimmt. Ein Unterdrückungsgrad von 8o °/o wurde erzielt. Beispiel 7 Von sechs dreijährigen Ulmenbäumen (etwa 2 m hoch, Varietät hollandica), welche in Betontrögen mitz m3 Boden gepflanzt waren, wurden zwei Bäume im Stamm bis in den Kern angebohrt. In die entstandene kleine Öffnung (Durchmesser 3 mm) wurde eine Gummikanüle gesteckt, welche mittels eines Gummischlauchs mit einem kleinen Vorratsgefäß, in welchem sich eine o,o2°%ge wäßrige Lösung von S-Carboäthoxyisothioharnstoff (salzsaures Salz) befand, verbunden war. Die Lösung. wurde im Verlauf von 2 Tagen vollständig von der Pflanze aufgenommen. 2 Tage nach Beendigung der Aufnahme wurden diese Bäume am Stamm mit einer Suspension von Sporen einiger Rassen von Ceratostomella ühni geimpft.
  • Bei zwei anderen Bäumen wurden 21 einer o,i°/@gen Lösung von derselben aktiven Verbindung auf 50 cm Tiefe zwischen den Wurzeln injiziert, während 231 derselben Lösung-oben auf dem Boden ausgegossen wurden. q. Tage später wurden die so behandelten Bäume sowie die zwei unbehandelt gebliebenen behandelt. Als Nebenwirkungzeigte sich dabei (übrigens auch auf den gesunden Vergleichspflanzen) eine deutlich insectizide Eigenschaft des verwendeten Mittels, die, soweit beobachtet wurde, insbesondere solchen Acylthioharnstoffderivaten zukommt, bei denen das am Schwefel sitzende Wasserstoffatom durch eine direkt an einen aromatischen Kern, insbesondere einen Benzolkern, gebundene Acylgruppe ersetzt ist (s. obige Formel). .
  • Da pflanzenschädigende Insekten, wie Läuse usw., mittelbar zur Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten beitragen, indem sie die Widerstandskraft der Pflanzen schwächen und gegebenenfalls die Krankheitserreger an noch nicht befallene Teile verschleppen, bedeuten die festgestellten insectiziden Eigenschaften gewisser in den Rahmen der Erfindung fallender Mittel eine willkommene Verstärkung ihrer Wirkung bei der Bekämpfung von Krankheitserregern.
  • Ergänzend sei noch bemerkt, daß die erfindungsgemäß 'vorgeschlagenen Stoffe bei versuchsweiser direkter Anwendung zur fungiciden Bekämpfung beispielsweise von Pilzen und Mikroben höchstens nur eine schwache Wirkung zeigen. Bei Benutzung der Verbindungen nach der Erfindung unter Herbeiführung einer inneren chemotherapeutischen Wirkung wurde dagegen die in obigen Beispielen besonders gute Wirkung erzielt.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verwendung von vorzugsweise in wasserlöslicher Form vorliegenden Verbindungen, die den allgemeinen Formeln entsprechen, wobei X eine gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlorierte Acylgmppe, Y ein Wasserstoffatom, eine gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlotierte Acylgruppe oder ein gegebenenfalls substituiertes, vorzugsweise endständig halogeniertes, insbesondere chloriertes Kohlenwasserstoffradikal und R1 und R2 Wasserstoffatome oder gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlorierte Kohlenwasserstoffradikale darstellen, zur Behandlung von Pflanzen zwecks Bekämpfung von Krankheitserregern.
  2. 2. Verwendung von S-Acylisothioharnstoff-Verbindungen für die Zwecke des Anspruchs i, insbesondere in der Form ihrer salzsauren Salze.
  3. 3. Verwendung von durch Anwesenheit von zwei gegebenenfalls substituierten Acylgruppen im Molekül gekennzeichneten Stoffen für die Zwecke nach Anspruch i. q..
  4. Verwendung von durch Anwesenheit von nicht mehr als 9 Kohlenstoffatomen im Molekül gekennzeichneten Stoffen für die Zwecke nach Anspruch i.
  5. 5. Verwendung von Acetylthioharnstoff oder dessen in der Acetylgruppe chlorierten Derivaten für die Zwecke nach Anspruch i.
  6. 6. Verwendung von Triacetylthioharnstoff für die Zwecke nach Anspruch i.
  7. 7. Verwendung von S-Acetylisothioharnstoff, insbesondere in der Form eines seiner Salze, für die Zwecke nach Anspruch i. B. Verwendung von S-Carboäthoxyisothioharnstoff, insbesondere in der Fonn eines seiner Salze, für die Zwecke nach Anspruch i. g. Verwendung von Stoffen nach Anspruch i bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffe in wäßriger Lösung in Konzentration von o,oi bis i, vorzugsweise von o,i bis 0,5 Gewichtsprozent, auf oberirdische Pflanzenteile aufgebracht, vorzugsweise aufgespritzt werden.
DEN4949A 1952-01-08 1952-01-09 Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheitserregern Expired DE940554C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEN4949A DE940554C (de) 1952-01-08 1952-01-09 Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheitserregern

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE727285X 1952-01-08
DEN4949A DE940554C (de) 1952-01-08 1952-01-09 Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheitserregern

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE940554C true DE940554C (de) 1956-03-22

Family

ID=25947078

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEN4949A Expired DE940554C (de) 1952-01-08 1952-01-09 Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheitserregern

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE940554C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1075372B (de) * 1958-07-08 1960-02-11 Chemische Werke Albert, Wiesbaden-Biebrich Schädlingsbekämpfungsmittel mit fungizider Wirkung

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1075372B (de) * 1958-07-08 1960-02-11 Chemische Werke Albert, Wiesbaden-Biebrich Schädlingsbekämpfungsmittel mit fungizider Wirkung

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2312956A1 (de) Mittel zum bekaempfen von flunguserkrankungen bei pflanzen
DE1046938B (de) Schaedlingsbekaempfungsmittel
DD133885B1 (de) Mittel zur bekaempfung von phytopathogenen bakterien und pilzen
DE1108975B (de) Fungicide Mittel auf der Basis von Anilinverbindungen
DE940554C (de) Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheitserregern
DE937497C (de) Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheitserregern
DE1025203B (de) Bekaempfung von Pflanzenparasiten
DE952666C (de) Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von tierischen Parasiten sowie von Krankheitserregern
DE69426580T2 (de) Verfahren zur Bekämpfung von Schadinsekten
DEN0004949MA (de)
DE2552867A1 (de) Mittel zum bekaempfen von funguserkrankungen bei pflanzen
DEN0005783MA (de)
DE877072C (de) Schaedlingsbekaempfung
DE956548C (de) Verfahren zum Bekaempfen von Schaedlingen, insbesondere von Pilzen
DD232417A1 (de) Mittel zur bekaempfung von phytopathogenen bakterien und pilzen
DE1016487B (de) Verfahren zur Schaedlingsbekaempfung
DEN0004950MA (de)
DE2027058C3 (de) N-acylierte Carbamate, Verfahren zur Herstellung derselben und diese Verbindungen enthaltende Schädlingsbekämpfungsmittel
DE2361504A1 (de) Regulatoren fuer das pflanzenwachstum
AT240645B (de) Mittel zur Bodenbehandlung zum Schutz von Weinstöcken gegen Rebläuse
DE1792330C3 (de) Insektizide synergistische Ge mische Ausscheidung aus 1300725
DE971267C (de) Behandlung von Pflanzen zwecks Bekaempfung von Krankheiten oder Schaedlingen sowie zur Beeinflussung des Wachstums
DE1148805B (de) Fungizide Mittel
DE2619834A1 (de) Schaedlingsbekaempfungsmittel
DE1108506B (de) Nematodicide Mittel