DEN0004949MA - - Google Patents

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DEN0004949MA
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 8. Januar 1952 Bekanntgemacht am 29. September 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Behandeln von Pflanzen zwecks Bekämpfung von Krankheitserregern mittels Stoffen, die eine innere chemotherapeutische Wirkung haben. Die Stoffe dringen in die Pflanzen ein, verbreiten sich darin und machen sie immun, zumindest weniger anfällig gegen den Angriff von Krankheitserregern. In vielen Fällen wirken die gleichen Mittel auch heilend, falls die Pflanzen schon angegriffen waren. Gewöhnlich bleibt die Immunität einige Wochen bestehen, z. B. etwa 3 Wochen, nachdem' die Stoffe von den Pflanzen absorbiert wurden.
Es bestehen gewisse Anzeichen dafür, daß die Stoffe in den lebenden Pflanzen eine Umwandlung erfahren und daß die Immunität und/oder die Heilung erst durch bestimmte Umwandlungsprodukte hervorgerufen wird, während die ursprünglichen Stoffe an sich keine Wirkung zu haben brauchen. Es steht aber fest, daß in der Praxis ein besonders günstiger Effekt dadurch erzielt wird, daß die Stoffe in die Pflanzen selber eindringen. . :
Man hat schon Stoffe als innere chemotherapeutische Mittel vorgeschlagen, insbesondere zum Schutz von Pflanzen gegen Pilzkrankheiten. In der Literatur werden solche Stoffe meistens System-Fungizide genannt in Analogie zu den System-Insektiziden, die ebenfalls in die Pflanzen eindringen und sie für Insekten und verwandte tierische Parasiten, wie Milben, giftig machen.
: Im Vergleich zu den üblichen Bekämpfungsmitteln, die nicht oder kaum in die Pflanze eindringen, haben die inneren chemotherapeutischen Mittel den großen
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Vorteil, dal! auch solche Teile, die nach Verabreichung des Bekäinpfungsmittels zur Entwicklung kommen, wie neue Schößlinge, Mutter, Blüten, Früchte usw., in vielen Fällen für eine gewisse Zeit immun weiden.
Die chemotherapeutischen Stoffe der Erfindung können entweder einzeln oder in Kombination miteinander oder mit anderen fungitoxischen, viritoxischcii, insektizideii oder akariziden Stoffen verwendet
to werden, deren chemotherapeutische Wirkung eine innere oder eine äußere sein kann, wobei Netzmittel und gegebenenfalls auch Haftmittel hinzugefügt werden können. Auch Kombinationen mit Systemlnsektizideii nnd/oder Pllanzennahrungsmitteln und/ oder Pllanzenhonnonen sind möglich.
Als Netzmittel eignen sich beispielsweise Alkylsulfate, Alkylarylsulfonate, Sulfosuccinate, Äther aus Polyäthylenglykoleii und Alkylphenolen. (lute Resultate wurden erzielt bei Verwendung eines tech-
ao iiischen Gemisches von Natrium-Alkylsulfaten in Mengen von 0,01 bis 0,05 Gewichtsprozent. Soweit die Stoffe als Emulsion oder Suspension, z. B. in Wasser, verwendet werden, können auch Lösungsmittel, wie T)Ie, Emulgatoren, Enmlsionstabilisierungsmittel u.dgl., zugesetzt werden. Ferner können auch Stoffe zugesetzt werden, die die Anwendung von ungewöhnlich hohen Dosierungen ermöglichen, ohne daß phytotoxisch!· Symptome auftreten. Bekanntlich schützt z. 15. Glukose Toinatenptlanzen gegen Schädigung (lurch gewisse in hohen Konzentrationen phytotoxisch wirkende Substanzen, wie z. Jl Harnstoff. Die chemotherapeutischen Stoffe gemäß der Erfindung können in verschiedener Weise verabreicht werden, wie z. 1>. 1. Aufbringen der Stoffe auf oberirdische oder unterirdische Teile der Pflanzen oder auf die Samen, z. !einbringen der Stoffe in den Boden in der Nähe der Wurzeln, 3. unmittelbares Einführen der Stoffe in die i'llau/.en, z. B. durch Bohrlöcher oder durch Einschnitte in Pflanzenteilen.
In allen Fällen kommt es darauf an, den Stoffen Gelegenheit zu geben, in die Pflanzen selbst einzudringen. Besonders bewährt hat sich das Aufbringen auf oberirdische Teile der Pflanzen, beispielsweise mittels Bespritzen, !!ringt man die Stoffe in den Hoden ein, so ist darauf zu achten, daß man die Lösung in möglichster Näht· der Wurzeln einbringt oder genügend hohe Konzentrationen wählt, da sonst ein feil der aktiven Stoffe durch die Bodenbestandteile absorbiert werden kann oder die Stoffe unter Umständen einer chemischen oder mikrobiologischen Umwandlung ausgesetzt sein könnten, ehe sie in die Pflanzen eindringen.
Das Bespritzen der zu behandelnden Pflanzen erfolgt vorzugsweise mit wässerigen Lösungen der aktiven Stoffe, die 0,01 bis 1 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,1 bis 0,5 Gewichtsprozent dieser Stoffe enthalten können. Manchmal sind auch noch niedrigere Konzentrationen wirksam; unter Umständen können, falls keine Phytotoxizität auftritt, auch höhere Konzentrationen verwendet werden. In der Regel ist gerade im Hinblick auf die Phytotoxizität das Arbeiten mit geringen Konzentrationen empfehlenswert.
Der Beweis, daß die auf die Pflanzen aufgebrachten Mittel ins Pflanzeninnere eingedrungen waren und ihre Wirkung von dort aus ausübten, wurde dadurch geführt, daß man einen Teil der behandelten Pflanzen künstlich beregnete, so daß jede Spur, des noch vorhandenen Mittels abgewaschen wurde. Es zeigte sich, daß die beregneten Pflanzen sich ebenso verhielten wie die mit dem Mittel behandelten, aber nachher ' nicht beregneten Pflanzen.
Erfindungsgemäß werden als Stoffe für die Bekämpfung von Krankheitserregern Verbindungen verwendet, welche von Verbindungen mit der Formel CH1N2S, in deren Molekülen das Kohlenstoffatom sowohl mit den beiden Stickstoffatomen wie mit dem Schwefelatom, aber mit keinem der vier Wasserstoffatome verbunden ist, herzuleiten sind, indem man eines oder mehrere der Wasserstoffatome substituiert, wobei mindestens einer der Substituenten eine Acylgruppe sein soll.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen sind also beliebig substituierte Acylthioharnstoff-Verbindungen oder Acylisothioharnstoff-Verbindüngen.
Man hat bereits vorgeschlagen, Thioharnstoff-Verbindungen als solche für fungicide Zwecke zu benutzen, aber nicht insbesondere acyliertcThioharnstoffderivate. Der Erfindung lag die Erkenntnis zugrunde, daß gerade Verbindungen dieser Art und deren Isomere besonders geeignet für die Bekämpfung von Krankheitserregern der Pflanzen sind und daß sie eine innere chemotherapeutische Wirkung haben.
Vorzugsweise werden erfindungsgemäß Verbindüngen verwendet, welche einer der folgenden allgemeinen Formeln genügen:
n(
\ R1 oder \ R2 oder \ Y
C--=--- S C — SX C-- SX
I
k
Y NY Il
N
\ R2 R.,
in welchen X = eine gegebenenfalls substituierte, no ζ. H. halogenierte Acylgruppe, Y = ein Wasserstoffatom oder ein gegebenenfalls substituiertes, z. B. halogeniertes Kohlenwasserstoffradikal, welches z. B. eine Alkyl- oder Arylgruppe sein kann, oder aber eine gegebenenfalls substituierte, z. B. halogenierte Acylgruppe. R1 und R2 = Wasserstoffatome oder gegebenenfalls substituierte, z. B. halogenierte Kohlenwasserstoff radikale, welche z. B. Alkyl- oder Arylgruppen sein können.
Als Substituenten in den Gruppen X, Y, R1 und R2 können außer Halogenen, die besonders in Betracht kommen, auch z. B. NO2, SO3H, OH und NH2 anwesend sein.
Gute Resultate wurden insbesondere erzielt mit solchen Verbindungen, in denen R1 und R2 beide Wasserstoff atome waren.
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Aus praktischen Erwägungen kommen in erster Linie wasserlösliche Verbindungen der genannten Art in Frage. Unter Wasserlöslichkeit wird eine Wasserlöslichkeit von mindestens o,oi°/0 verstanden, wobei jedoch diese untere Grenze nicht scharf gezogen ist. Die Wasserlöslichkeit nimmt bekanntlich allgemein mit der Zahl der im Molekül vorhandenen C-Atome ab. In der Regel werden daher im Rahmen der vorliegenden Erfindung Stoffe um so geeigneter sein, die
ίο weniger C-Atome im Molekül besitzen. Stoffe mit mehr als 9 C-Atomen werden in der Regel hinsichtlich der Wasserlöslichkeit nicht genügen, es sei denn, daß man die Wasserlöslichkeit fördert durch Einführung hydrophiler Gruppen, beispielsweise der S O3H-Gruppe.
Im allgemeinen werden vorzugsweise Verbindungen benutzt, in denen die Acylgruppe X und gegebenenfalls
..·, auch Y, abgesehen von Halogenatomen und anderen Substituenten, von der Formel
.0
Alk
sind, wobei Alk eine' Alkylgruppe darstellt. Insbesondere kommen für diese Alkylgruppe Methyl-, Äthyl-, Propyl- und Isopropylgruppen in Betracht. Die Alkylgruppe kann substituiert, insbesondere halogeniert sein, wie aus dem oben Gesagten hervorgeht. Dabei bevorzugt man chlorierte Alkylgruppen, die keine anderen Substituenten enthalten, und zwar besonders solche, bei denen das endständige Kohlenstoffatom oder bei verzweigten Alkylgruppen, wie zum Beispiel der Isopropylgruppe, ein oder mehrere der endständigen Kohlenstoff atome 1, 2 oder vorzugsweise 3 Chloratome tragen. Gute Erfolge wurden aber auch erzielt, wenn in Verbindungen, in welchen sowohl X wie Y Acylgruppen waren, nur eine von diesen beiden Gruppen endständig chloriert war und schließlich auch mit Verbindungen, in denen die beiden in den Acylgruppen X und Y enthaltenen Alkylgruppen gar keine Substituenten, also auch keine Chloratome, enthielten.
Wenn nur eine Acylgruppe vorhanden ist, d. h. also,
daß nur X eine solche Gruppe darstellt, erzielt man ebenfalls gute Resultate sowohl wenn die Gruppe endständig chloriert ist als auch wenn sie gar keine Substituenten enthält.
Verbindungen mit der Acylgruppe einer aromatischen Säure, z. B. der Benzoesäure, am Schwefelatom zeigten dabei interessante Nebenwirkungen, auf die im Beispiele näher eingegangen wird.
Es sei in diesem Zusammenhang bemerkt, daß einige von den halogenierten Verbindungen, die man erfindungsgemäß verwenden könnte, nicht stabil sind, weil sie schon bald nach oder bereits während der Herstellung zyklisieren. Dies ist beispielsweise der Fall bei Monochloracetylthioharnstoff. Gut beständig sind
- : im allgemeinen die Verbindungen, die am endständigen C-Atom vollständig halogeniert sind, wie z. B. Trichloracetylthioharnstoff.
Falls Y eine Arylgruppe darstellt, kommt insbesondere die Phenylgruppe in Betracht, gewünschten-. falls mit die Löslichkeit fördernden Substituenten, wie—S03H.
Falls Y eine Alkylgruppe darstellt, werden dieselben endständig chlorierten oder gar nicht substituierten Alkylgruppen bevorzugt, wie im Falle der Teilgruppe Alk, wenn Y eine Acylgruppe ist. Man bevorzugt also endständig chlorierte oder nicht substituierte Methyl-, Äthyl-, Propyl- und Isopropylgruppen.
Wie aus dem oben Gesagten hervorgeht, werden vorzugsweise immer solche Kombinationen von den Gruppen X und Y gewählt, bei denen die Gesamtzahl der Kohlenstoffatome im Molekül nicht größer ist als neun. Sehr gute Ergebnisse wurden erzielt mit solchen Verbindungen, in denen nicht nur R1 und R2, sondern auch Y ein Wasserstoffatom war, insbesondere mit chlorierten Acetylthioharnstoffen, wie Trichloracetylthioharnstoff, sowie chlorierten oder nicht substituierten Acetylisothioharnstoffen, in denen die Acetylgruppe an das Schwefelatom gebunden ist, wie Acetylisothioharnstoff.
Gut bewährt haben sich auch Verbindungen, in denen die Acylgruppen nicht von einer niedrigen Fettsäure, sondern von Monoalkylestern der Kohlensäure hergeleitet werden, d. h. also, Verbindungen mit Acylgruppen von der Formel
,0
— c;
wobei Alk dieselbe Bedeutung hat wie vorher. In diesem Zusammenhang soll besonders S-Carboäthoxythioharnstoff erwähnt werden.
Selbstverständlich brauchen die erfindungsgemäßen aktiven Verbindungen nicht in reiner Form zur Anwendung zu kommen. Es können inaktive Beimischungen anwesend sein, die bei der technischen; Herstellung entstanden sind. Auch kann man Gemische von aktiven Verbindungen benutzen, wie sie leicht aus technischen Produkten herzustellen sind.
Die aktiven Verbindungen können auch in der Form von Salzen angewendet werden. Bei den Isothioharnstoffderivaten haben sich im allgemeinen die salzsauren Salze gut bewährt.
Die Wirksamkeit der neuen Pflanzenschutzmittel bezieht sich auf sehr verschiedenartige Krankheitserreger, von denen einige, die von großer praktischer Bedeutung sind, in der folgenden Liste genannt werden:
Lateinischer Name
des
Deutscher Name
der
Wichtigste Pflanzen,
bei denen die Krank
Krankheitserregers Krankheit heit vorkommen nc
kann
Cladosporium Braunflecken Tomatenpflanzen
fulvum krankheit
Septoria apii Selleriepflanzen 12°
graveolentis
Phytophthora Kraut- und Kartoffelpflanzen,
infestans Knollenfäule Tomaten
(Kartoffel pflanzen 125
krankheit)
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Lateinischer Name
des
KranUheitsrrregers
('olletotrieliuin
Lindenuilliiaiuun
Kxobasidium
vexans
Krysiphaeeae
1S (verschiedene
Arten)
Uredinales
(verschiedene
αο Arten)
Fusariuni
(verschiedene
Arten)
Ceratoslomella
iihni
Pseudo] Ilonas
(verschiedene
Arten, z. B.
Agrobacteriiun
tuniefacieiis)
Deutscher Name
der
Krankheit
Brennfleckenkrankheit
.»blister blight« (englischer
Name)
Mehltau
Rost
Welkekrankheit
Ulmensterbcn (»Dutch elm deseasc«)
Bakterienkrebs
Wichtigste Pflanzen, bei denen die Krankheit vorkommen kann
Braune Bohnenpflanzen (Phoseolus vulgaris L)
Teepflanzen
Verschiedene Pflanzen, z. B. Apfelbäume
Getreidearten
Gurkenpflanzen
Ulmenbäume
Tomaten- und viele andere Pflanzen
Die Liste ist selbstverständlich nicht erschöpfend. Die genannten Krankheitserreger sind alle Pilze, bis auf den letzten, bei dem es sich um Bakterien handelt.
Die Aktivität der erfindungsgemäßen Mittel konnte meist am bequemsten in der folgenden Weise festgestellt werden:
Versuchspflanzen wurden mit einer wäßrigen Lösung des erlindungsgemäßen Mittels bespritzt, bis die Flüssigkeit von den Blättern abtropfte. Nach Eintrocknen der Spritzflüssigkeit, meistens nach etwa 2 Tagen, wurden die Pflanzen der Ansteckung mit dem Krankheitserreger ausgesetzt.
In allen Fällen wurde ein Teil der Versuchspflanzen zuerst noch künstlich beregnet mit Leitungswasser, dem 0,2 Gewichtsprozent eines Gemisches von Natriumalkylsulfonaten zugegeben war. Hierdurch wurden die Überreste der Spritzflüssigkeit restlos entfernt.
Abhängig von der Art der Versuchspflanzen und des Pilzes fand die Ansteckung durch Einimpfen statt oder aber durch Aufstellen der Pflanzen in einer verseuchten Umgebung, nämlich in einem Gewächshaus, in dem sich vom Krankheitserreger angegriffene Pflanzen befanden. Die Umstände waren jedesmal so gewählt, daß zum Vergleich unbehandelt gebliebene Pflanzen bald erkrankten.
Nach Verlauf einiger Zeit wurde das Verhältnis der von der Krankheit angegriffenen Blattoberfläche zur gesamten Blattoberfläche bei den behandelten und den unbehandelten Pflanzen bestimmt. Wenn man den Quotienten dieser beiden Zahlen von 1 subtrahiert, wird eine Größe erhalten, die ein Maß ist für den Grad der Unterdrückungen des Krankheitserregers. Weiterhin wird diese Größe, in Prozenten ausgedrückt, der Unterdrückungsgrad genannt. Der Zeitpunkt, in dem die Bestimmung des Unterdrückungsgrades, wie eben definiert, ausgeführt wurde, war jedesmal so gewählt, daß alle unbehandelt gebliebenen Pflanzen deutliche Symptome der Krankheit zeigten. Die Blattober- go flächen werden in der Regel nicht gemessen, sondern mit der erforderlichen Genauigkeit geschätzt. Eine geübte Person kann in dieser Weise den Unterdrückungsgrad mit einer Genauigkeit von etwa 5°/0 bestimmen. Diese Genauigkeit genügt, weil im allgemeinen die bei biologischen Versuchen erzielten Resultate nur innerhalb ziemlich weiter Grenzen reproduzierbar sind.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand einiger Beispiele erläutert:
Beispiel 1
Tomatenpflanzen wurden mit wäßrigen Lösungen einiger aktiver Verbindungen in verschiedenen Konzentrationen bespritzt. Die Bespritzung wurde fortgesetzt, bis die Lösungen von den Blättern abtropften.
2 Tage später wurden die Pflanzen in einen stark mit Sporen von Cladosporium fulvum infizierten Raum gebracht. Nachstehende Tabelle zeigt den Unterdrückungsgrad nach 14 Tagen.
Formel C) Verwendete Verbindung Konzentration der
gespritzten Lösung
Unterdrückungs-
Name (Gewichtsprozente) grad
II \cu. Acetylthioharnstoff _ 50
0,1 72
N C 0,2 86
I o,3 100
C S 0,4 96
NIL
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Formel
Verwendete Verbindung Name
Konzentration der
gespritzten Lösung
(Gewichtsprozente)
Unterdrückungsgrad
N—c:
C=S
NH0
,0
CH,
ν— c;
C=S
N-C'
H
.0
CH3
.0
Triacetylthioharnstoff (Additionsprodukt von Mono- und Diacetylthioharnstoff)
0,1
0,2
o,4
90
60
100
98
CH9Cl
N-Chloracetyl N'phenylthioharnstoff
0,05
80
N-Valeroylthioharnstoff
0,05
80
(CH2)3— CH3
Beispiel 2
Braune Bohnenpflanzen (Phaseolus vulgaris L), etwa 3 Wochen alt, wurden mit einer o,5°/0igen Lösung von Trichloracetylthioharnstoff, die mit 0,1 % eines Gemisches von Natriumalkylsulfaten versetzt war, bespritzt. 2 Tage später wurden die Pflanzen mit Colletotrichum Lindemathianum geimpft.
Nach 3 Wochen fand die Beurteilung statt. Alle »Blindversuch«-Pflanzen zeigten ein starkes Angieifen der Brennfleckenkrankheit, im Gegensatz zu den behandelten Pflanzen, die völlig gesund geblieben waren. Der Unterdrückungsgrad war 100 °/0.
Der Trichloracetylthioharnstoff
NHCOCCl3
NH2
der bisher in der Literatur nicht beschrieben ist, wurde, ohne daß hierfür ein Schutzanspruch erhoben wird, hergestellt durch Erwärmung von Trichloressigsäureanhydrid und Thioharnstoff in einer benzolischen Lösung in molaren Mengen. Der bei Abkühlung sich ausscheidende Trichloracetylthioharnstoff wurde aus Alkohol umkristallisiert (Schmelzpunkt 145 bis 1460).
Beispiel 3
Pseudomonas tumefaciens ist ein Bakterium, das auf holzartigen sowohl wie auf kräuterartigen Gewächsen Tumoren verursacht. Es stellte sich heraus, daß diese Tumoren bekämpft werden können mittels äußerlicher Behandlung mit wäßrigen Lösungen der aktiven Stoffe gemäß der Erfindung. Nach 3 Wochen war eine ioo%ige Genesung erzielt, wenn Tomatenpflanzen mit Acetylthioharnstorf und Triacetylthioharnstoff behandelt wurden, beide in o,3°/0iger Konzentration. Es wurden keine phytotoxischen Symptome wahrgenommen.
Ein ebensoguter Erfolg wurde beobachtet nach einer Behandlung mit einer o,5°/0igen Lösung von S-Acetylisothioharnstoff (als salzsaures Salz) ,NH,
C = NH
HCl
SCOCH3
Beispiel 4 Eine o,3%ige Lösung von S-Acetylisothioharnstoff
salzsaures Salz, C = NH -HCl \ SCOCHo
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wurde auf etwa 2t) cm hohe Selleriepflanzen gespritzt. 2 lage später wurden die Pflanzen in ein feuchtes Gewächshaus liiniib. rgebracht, zusammen mit einer Reihe nicht k spritztcr Selleriepflanzen. Anschließend wurden die l'flanzin mit Sporen von Septoria apii graveoleiitis grin,],ft. 3 Wochen später wurde die Wirkung beurteilt. Unterdrückungsgrad 80%.
Beispiel 5
Das Wurzelwerk von Gurkenpflanzen (1 Monat alt) wurde 4 bis 5 Stunden getränkt in einer Lösung von ".".V/o S-Carboäthoxyisothioharnstoff
/ N H2
I salzsaures Salz, C^ Nil · HCl
N SCO-OCJl5
und anschließend .} bis 7 Tage in Töpfe mit sterilisiertem Sand mit einem Zusatz von Nährsalzen gestellt. Anschließend wurden die Pflanzen aus den Töpfen genommen, und das Wurzelwerk wurde 4 bis 5 Stunden in eine Sporensuspension von Fusarium (verschiedene Arten) getaucht, wonach sie aufs neue in sterilisierten Sand gestellt wurden. Viele der in dieser Weise behandelten Pflanzen zeigten nach 3 Wochen noch kein Welken, während die · Blindversuch..-Pflanzen nahezu alle abgestorben waren oder eine starke Vergilbung zeigten und schlaff geworden waren.
0 Beispiel 6
Kino Reihe Apfelsämlinge (20 cm hoch) in Töpfen wurde mit einer wäßrigen Lösung von 0,1 % Triacetylthioharnstoff mit einem Zusatz von 0,1 Gewichtsprozent eines Gemisches von Natriunialkylsulfaten als Netzmittel bespritzt. Es wurden 80 ecm Flüssigkeit pro cjiii verwendet. 3 Tage später wurden die Pflanzen in ein Gewächshaus gestellt und mit Sporen von Apfehnehltau geimpft. Nach 3 Wochen wurde der Befall tier inzwischen entfalteten Blätter an der Spitze bestimmt. Ein Unterdrückungsgrad von So0I0 wurde erzielt.
Beispiel 7
Von sechs dreijährigen Uhnenbäumen (etwa 2 m hoch, Varietät hollandica), weicht: in Betontrögen mit
1 in·' Moden gepflanzt waren, wurden zwei Bäume im Stamm bis in den Kern angebohrt. In die entstandene kleine Öffnung (Durchmesser 3 mm) wurde eine Gununikanüle gesteckt, welche mittels eines Gummi-So schlauehs mit einem kleinen Vorratsgefäß, in welchem sich eine o,o2"/0ige wäßrige Lösung von S-Carboäthoxyisothioharnstoff (salzsaures Salz) befand, verbunden war. Die Lösung wurde im Verlauf von
2 Tagen vollständig von der Pflanze aufgenommen. 2 Tage nach Beendigung der Aufnahme wurden diese Bäume am Stamm mit einer Suspension von Sporen einiger Rassen von Ceratostomella ulmi geimpft.
Bei zwei alitieren Bäumen wurden 2 1 einer o,i°/0igen Lösung von derselben aktiven Verbindung auf 50 cm Tiefe zwischen den Wurzeln injiziert, während 231 derselben Lösung oben auf dem Boden ausgegossen wurden. 4 Tage später wurden die so behandelten Bäume sowie die zwei unbehandelt gebliebenen Bäume ebenfalls geimpft. Die unbehandeltcn Bäume zeigten 3 und besonders 6 Wochen nach der Impfung deutliche Symptome der Ulmenkrankheit, während alle behandelten Bäume sich völlig gesund zeigten.
Beispiel 8
Mit ähnlichen Ergebnissen wie in den vorangehenden Beispielen wurden verschiedene Pflanzen zwecks Bekämpfung verschiedener Krankheitserreger mit Acylthioharnstoffen bzw. deren Salzen, beispielsweise mit S-Benzoylisothioharnstoff
NH.,
C-S-COC0H,
NH-HCl
behandelt.
Als Nebenwirkung zeigte sich dabei (übrigens auch auf den gesunden Vergleichspflanzen) eine deutlich insectizide Eigenschaft des verwendeten Mittels, die, soweit beobachtet wurde, insbesondere solchen Acylthioharnstoffderivate!! zukommt, bei denen das am Schwefel sitzende Wasserstoffatom durch eine direkt an einen aromatischen Kern, insbesondere einen Benzolkern, gebundene Acylgruppc ersetzt ist (s. obige Formel).
Da pflanzenschädigcnde Insekten, wie Läuse usw., mittelbar zur Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten beitragen, indem sie die Widerstandskraft der Pflanzen schwächen und gegebenenfalls die Krankheitserreger an noch nicht befallene Teile verschleppen, bedeuten die festgestellten insectiziden Eigenschaften gewisser in den Rahmen der Erfindung fallender Mittel eine willkommene \;erstärkung ihrer Wirkung bei der Bekämpfung von Krankheitserregern.
Ergänzend sei noch bemerkt, daß die erfindungsgemäß vorgeschlagenen Stoffe bei versuchsweiser direkter Anwendung zur fungieiden Bekämpfung beispielsweise von Pilzen und Mikroben höchstens nur eine schwache Wirkung zeigen. Bei Benutzung der Verbindungen nach der Erfindung unter Herbeiführung einer inneren chemotherapeutischen Wirkung wurde dagegen die in obigen Beispielen besonders gute Wirkung erzielt.

Claims (9)

  1. PATENTANSPRÜCHE: Jlo
    I. Verwendung von vorzugsweise in wasserlöslicher Form vorliegenden Verbindungen, die den allgemeinen Formeln
    /X /Ri /R1
    n:
    n:
    :=---S oder C-SX oder C-SX
    N-- Y
    N-R,
    entsprechen, wobei X eine gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlorierte Acylgruppe, Y ein Wasscrstoff-
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    atom, eine gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlotierte Acylgruppe oder ein gegebenenfalls substituiertes, vorzugsweise endständig halogeniertes, insbesondere chloriertes Kohlenwasserstoffradikal und R1 und R2 Wasserstoffatome oder gegebenenfalls substituierte, vorzugsweise endständig halogenierte, insbesondere chlorierte Kohlenwasserstoffradikale darstellen, zur Behandlung von Pflanzen zwecks Bekämpfung von Krankheitserregern.
  2. 2. Verwendung von S-Acylisothioharnstoff-Verbindungen für die Zwecke des Anspruchs i, insbesondere in der Form ihrer salzsauren Salze.
  3. 3. Verwendung von durch Anwesenheit von zwei gegebenenfalls substituierten Acylgruppen im Molekül gekennzeichneten Stoffen für die Zwecke nach Anspruch 1.
  4. 4. Verwendung von durch Anwesenheit von nicht mehr als 9 Kohlenstoffatomen im Molekül gekennzeichneten Stoffen für die Zwecke nach Ansprach i.
  5. 5. Verwendung von Acetylthioharnstoff oder dessen in der Acetylgruppe chlorierten Derivaten für die Zwecke nach Anspruch 1.
  6. 6. Verwendung von Triacetylthioharnstoff für die Zwecke nach Anspruch 1.
  7. 7. Verwendung von S-Acetylisothioharnstoff, insbesondere in der Form eines seiner Salze, für die Zwecke nach Anspruch 1.
  8. 8. Verwendung von S-Carboäthoxyisothioharnstoff, insbesondere in der Form eines seiner Salze, für die Zwecke nach Anspruch 1.
  9. 9. Verwendung von Stoffen nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoffe in wäßriger Lösung in Konzentration von 0,01 bis 1, vorzugsweise von 0,1 bis 0,5 Gewichtsprozent, auf oberirdische Pflanzenteile aufgebracht, vorzugsweise aufgespritzt werden.

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