DE967073C - Verfahren zum Fixieren von durch mechanische Bearbeitung erzeugten Effekten auf Textilmaterial - Google Patents
Verfahren zum Fixieren von durch mechanische Bearbeitung erzeugten Effekten auf TextilmaterialInfo
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- DE967073C DE967073C DEC8909A DEC0008909A DE967073C DE 967073 C DE967073 C DE 967073C DE C8909 A DEC8909 A DE C8909A DE C0008909 A DEC0008909 A DE C0008909A DE 967073 C DE967073 C DE 967073C
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Description
AUSGEGEBEN AM 3. OKTOBER 1957
C 8909 IVc/8k
Es ist bekannt, durch mechanische Behandlung auf Textilgeweben erzeugte Effekte, wie Kalander-,
Präge- und ähnliche Effekte, mittels härtbarer Kunstharze waschbeständig zu fixieren. Zu diesem
Zwecke werden die Gewebe mit wäßrigen Lösungen von härtbaren Kondensaten aus Formaldehyd und
Phenolen, Harnstoff oder verwandten Verbindungen, wie Thioharnstoff, Dicyandiamid, Melamin
oder andern Aminotriazinen oder Gemischen von
ίο Harnstoff und Thioharnstoff imprägniert, getrocknet
und, vorzugsweise nach dem Wiederbefeuchten, d. h. Konditionieren, einer den gewünschten Effekt
erzeugenden mechanischen Behandlung, z. B. mit Kalandern od. ä., unterworfen und schließlich erhitzt,
um das härtbare Kondensat in den unlöslichen Zustand überzuführen. Für den gleichen
Zweck wurde auch schon die Verwendung von wasserlöslichen Äthern des Dimethylolharnstoffes
und der Methylolmelamine empfohlen. In Kombination mit den genannten Kondensaten können
auch Härtungskatalysatoren, Appreturmittel, Weichmacher, Mattierungsmittel, Füllstoffe und
andere geeignete Zusätze verwendet werden.
Es wurde auch schon empfohlen, die mit einer neutralen wäßrigen Lösung eines Kondensates aus as
Formaldehyd und Harnstoff oder einem Derivat davon imprägnierten Textilmaterialien von Cellulosenatur
nach dem Trocknen und Konditionieren der mechanischen Behandlung zu unterwerfen und
nachträglich mit einer kalten, konzentrierten und angesäuerten Lösung eines Salzes zu behandeln
oder zu imprägnieren, das eine starke Affinität für
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Wasser, aber keine spezifische Quellwirkung auf Cellulose besitzt, z. B. Calcium-, Magnesium- und
Aluminiumchlorid. Dadurch konnte die Anwendung von hohen Temperaturen für die Polymerisation
des Kondensates vermieden werden.
Man hat dann auch Gewebe, deren Zwischenräume mit leicht entfernbaren Füllmitteln, wie z. B.
Stärke, gegebenenfalls unter Mitverwendung von Härtungskatalysatoren ausgefüllt worden waren,
ίο durch Glanz- oder ähnliche Kalander geführt und
dann einseitig mit einer gleichmäßig dünnen, härtbaren Harzschicht überzogen, worauf die Harzschicht
nach vorsichtiger Härtung und erneutem Kalandrieren ganz gehärtet und, nach Entfernung
des Füllmittels aus dem Gewebe, gebrochen wurde. Ferner wurde für die Herstellung von Chintz
oder von Geweben mit Chintzausrüstung vorgeschlagen, die Gewebe mit einer Lösung von Harnstoff-Formaldehyd-Kondensat
und einem koagulierao baren Protein zu imprägnieren und durch Anwendung von genügend Hitze und Druck z. B. in einem
erhitzten Kalander die gleichzeitige Polymerisation des Harzes und die Glanzerzeugung zu bewirken
oder die mit einer wäßrigen 15- bis 2Ogewichtsprozentigen
Lösung eines Harnstoff-Formaldehyd-Kondensates imprägnierten Gewebe bei einer Temperatur
unterhalb der Polymerisationstemperatur des Kondensates bis zu einem noch feuchten Zustand
zu trocknen und dann bei einer zur Härtung des Harzes ausreichenden Temperatur z. B. im
Glanzkalander der gleichzeitigen Glanzausrüstung und Härtung des Harzes zu unterwerfen. Zum Imprägnieren
wurden auch Lösungen von Harnstoff-Formaldehyd-Kondensaten empfohlen, welche ein
Netzmittel, z. B. sulfoniertes Ricinusöl, und gegebenenfalls Katalysatoren und bzw. oder Weichmachungsmittel
enthielten.
Es wurde nun gefunden, daß man für die Fixierung der mechanisch erzeugten Effekte mit besonderenr
Vorteil wasserlösliche, syrupartige, wasserhelle Alkyläther von Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukten
verwendet, welche so erhalten werden, daß man 1 Mol Harnstoff mit 4 bis 5 Mol
Formaldehyd, vorzugsweise 4,5 Mol, bei einem pH von 8 bis 9, vorzugsweise 8,5, etwa 1 Stunde bei
Siedetemperatur kondensiert und das nachAbdestillieren von überschüssigem Formaldehyd und Wasser
unter vermindertem Druck erhaltene Kondensat mit dem Alkohol in Gegenwart von Säure bei
30 bis 35° während 10 bis 20 Minuten, vorzugsweise 15 Minuten, veräthert und nach Neutralisation
der Säure den Überschuß an Alkohol abdestilliert.
Für die Verätherung der Methylolverbindungen können niedrigmolekulare, einwertige aliphatische
Alkohole herangezogen werden. Vorzugsweise wird Methanol verwendet. Es können alle in den Kondensationsprodukten
vorhandenen Methylolgruppen veräthert werden. Es ist jedoch auch eine nur teilweise
Verätherung möglich.
Die verätherten Kondensationsprodukte sind öle bis viskose Massen und besitzen gegenüber den
bisher empfohlenen Methyloläthern von Harnstoff und Melamin den großen Vorteil einer beinahe
unbegrenzten Lagerfähigkeit. Während die bisher verwendeten Produkte in konzentrierter Lösung
oft schon nach kurzer Zeit zur Kristallisation neigen und dadurch eine breiige, zur Anwendung
unzweckmäßige Masse bilden, können die erfindungsgemäßen Produkte in Form eines stets gut
löslichen Syrups aufbewahrt werden. Diese bessere Stabilität tritt auch dann in Erscheinung,
wenn die erfindungsgemäßen Äther bei gewöhnlicher Temperatur mit sauren Katalysatoren versetzt
werden. Solche Gemische sind sogar mehrere Tage ohne störende Veränderungen haltbar, ein
Vorteil, welcher in der Praxis die Applikation der Kunstharze sehr erleichtert.
Die Anwendung der verätherten Kondensationsprodukte zur Fixierung der mechanisch erzeugten
Effekte auf den Textilstoffen erfolgt unter Anwendung der auf diesem Gebiet der Technik üblichen
und bekannten Arbeitsmethoden. Die Härtung der erfindungsgemäß zu benutzenden Äther kann durch
Hitze allein erfolgen. Zweckmäßig werden jedoch die üblichen Härtungskatalysatoren zugesetzt.
Die Äther der Kondensationsprodukte können für sich allein zur Anwendung gelangen oder zusammen
mit anderen Hilfsstoffen, wie koagulierbaren Proteinen, Farbstoffen, Farbstoffkomponenten,
Pigmenten, Weichmachungsmitteln oder Beschichtungsmitteln.
Wertvolle Fixierungen werden beispielsweise erhalten unter Verwendung von
Mischungen der erfindungsgemäßen Produkte mit wasserlöslichen Formaldehydkondensationsprodukten
von anderen mit Formaldehyd härtbare Aminoplaste liefernden Verbindungen, wie Guanidin,
Biuret, Dicyandiamid, Aminotriazine, wie Behzoguanamin, Acetoguanamin, Formoguanamin oder
vorzugsweise Melamin, sowie mit deren wasserlöslichen Alkyläthern und/oder wasserlöslichen
synthetischen Polymerisationsprodukten, wie Polyvinylalkohol oder teilweise verseiften Polyvinylacetaten.
Das vorliegende Verfahren kann bei allen Faserarten angewendet werden, auf welchen mechanisch
erzeugte Effekte mit härtbaren Kunstharzen fixiert werden. Besonders geeignet ist es für die Behandlung
von Fasermaterial aus Regeneratcellulosen, wie z. B. zur Erzeugung von Chintz- und Prägeeffekten
auf Viskosezellwolle oder Viskosekunstseide. Der Griff der verfahrensgemäß ausgerüsteten
Regeneratcellulosen ist im allgemeinen angenehm weich und die Waschechtheit der darauf erzeugten
Effekte recht befriedigend.
In den folgenden Beispielen bedeuten Teile Gewichtsteile. Das Verhältnis von Gewichtsteil zu
Volumteil ist das gleiche wie das zwischen Kilogramm und Liter. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden
angegeben. iao
Zur Erzeugung und Fixierung eines Chintzeffektes kann man wie folgt verfahren: Man imprägniert
Viskosekunstseidenstoff am Foulard mit einer Lösung, die je Liter 150 g des unten be-
schriebenen Äthers und 5 g Weinsäure oder 6 g Milchsäure enthält, quetscht auf 80 bis 90 % Gewichtszunahme
ab und trocknet in üblicher Weise bis zu einem Restfeuchtigkeitsgehalt von 10 bis
15 %. Das Chintzen erfolgt bei einem Arbeitsdruck von 100 kg/cm2 und bei einer Temperatur
von 150 bis i8o° und die anschließende Härtung während 5 Minuten bei 150 bis i6o°.
Der derart hergestellte Chintzeffekt ist waschbeständig, und die Viskosekunstseide weist einen
angenehmen Griff auf.
Der oben verwendete Äther kann wie folgt hergestellt werden:
Man kondensiert 1 Mol Harnstoff mit 4,5 Mol wäßrigem Formaldehyd bei einem pH von 8,5 während
ι Stunde bei 950. Hierauf wird überschüssiger Aldehyd und das Wasser unter vermindertem
Druck abdestilliert. Der Destillationsrückstand wird dann in Methanol gelöst. Nach Zugabe einer
kleinen Menge Salzsäure wird das Verätherungsgemisch 15 Minuten bei 30 bis 350 stehengelassen,
worauf die Säure neutralisiert und der Überschuß an Methylalkohol abdestilliert wird. Der Rückstand
stellt einen wasserlöslichen, hellen Syrup dar.
Zur Erzeugung und Fixierung eines Prägeeffektes kann man wie folgt vorgehen: Man imprägniert
Viskosekunstseidenstoff am Foulard mit einer Lösung, die je Liter 150 g des im Beispiel 1
beschriebenen Äthers und 5 g Weinsäure oder 6 g Milchsäure enthält, quetscht auf 80 bis 90 % Gewichtszunahme
ab und trocknet in üblicher Weise bis zu einem Restfeuchtigkeitsgehalt von 10 bis
15 %. Das Prägen mit dem Prägekalander erfolgt bei einem Arbeitsdruck von 100 kg/cm2 und bei
einer Temperatur von 150 bis i8o° und die anschließende
Härtung während 5 Minuten bei 150 bis i6o°.
Der so erzeugte Prägeeffekt ist waschbestänidig, und die Viskoseseide besitzt einen angenehmen
Griff.
Zur Erzeugung und Fixierung eines Chintzeffektes kann man wie folgt verfahren: Man imprägniert
Viskosezellwolle am Foulard mit einer Lösung, die je Liter 40 g eines wasserlöslichen,
etwa 2 Methylolgruppen enthaltenden Melamins, 40 g eines wasserlöslichen, etwa 4 Methyloläthergruppen
enthaltenden Methylolmelamins, 40 g des im Beispiel 1 beschriebenen Alkyläthers, 15 g einer
20gewichtsprozentigen wäßrigen Lösung von Polyvinylalkohol, 10 g Harnstoff und 18 g eines CaI-ciumchlorid-Borsäure-Gemisches
enthält, quetscht auf 80 bis 90 % Gewichtszunahme ab und trocknet in üblicher Weise bis zu einem Restfeuchtigkeitsgehalt
von 10 bis 15 °/o. Das Chintzen erfolgt bei
einem Arbeitsdruck von 100 kg/cm2 und bei einer Temperatur von 150 bis i8o° und die anschließende
Härtung während 5 Minuten bei 150 bis i6o°.
Der derart hergestellte Chintzeffekt ist waschbeständig,
und die Viskosezellwolle weist einen angenehmen Griff auf.
Zur .Erzeugung und Fixierung eines Prägeeffektes kann man wie folgt vorgehen: Man imprägniert
Viskosekunstseidenstoff am Foulard mit einer Lösung, die je Liter 40 g eines wasserlöslichen,
etwa 2 Methylolgruppen enthaltenden Melamins, 40 g eines wasserlöslichen, etwa 4 Methyloläthergruppen
enthaltenden Methylolmelamins, 40 g des im Beispiel 1 beschriebenen Alkyläthers, 15 g
einer 2ogewichtsprozentigen wäßrigen Lösung von Polyvinylalkohol, 10 g Harnstoff und 18 g eines CaI-ciumchlorid-Borsäure-Gemisches
enthält, quetscht auf 80 bis 90 %> Gewichtszunahme ab und trocknet
in üblicher Weise bis zu einem Restfeuchtigkeitsgehalt von 10 bis 15 °/o. Das Prägen mit dem
Prägekalander erfolgt bei einem Arbeitsdruck von kg/cm2 und bei einer Temperatur von 150 bis
i8o° · und die anschließende Härtung während Minuten bei 150 bis i6o°.
Der so· erzeugte Prägeeffekt ist waschbeständig, und die Viskoseseide besitzt einen angenehmen
Griff.
Claims (5)
- Patentansprüche·.i. Verfahren zum Fixieren von auf Cellulose, insbesondere Regeneratcellulose, enthaltendem Textilmaterial, vorzugsweise auf Viskosekunstseide, durch mechanische Bearbeitung erzeugten Effekten mit Hilfe von wasserlöslichen Alkyläthern von Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukten unter Verwendung der üblichen Arbeitsmethoden, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserlösliche, syrupartige, wasserhelle Alkyläther, vorzugsweise Methyloläther, von Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukten verwendet, welche so erhalten werden, daß man 1 Mol Harnstoff mit 4 bis 5 Mol Formaldehyd, vorzugsweise 4,5 Mol, bei einem pH von 8 bis 9, vorzugsweise 8,5, etwa ι Stunde bei Siedetemperatur kondensiert und das nach Abdestillieren von überschüssigem Formaldehyd und Wasser unter vermindertem Druck erhaltene Kondensat mit dem Alkohol in Gegenwart von Säure bei 30 bis 350 während 10 bis 20 Minuten, vorzugsweise 15 Minuten, veräthert und nach Neutralisation der Säure den Überschuß an Alkohol abdestilliert.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die wasserlöslichen Alkyläther der Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte in Mischung mit wasserlöslichen Formaldehydkondensationsprodukten von anderen mit Formaldehyd härtbare Aminoplaste liefernden Verbindungen verwendet.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die wasserlöslichen Alkyläther der Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte in Mischung mit wasserlösliehen Alkyläthern der Formaldehydkondensa-tionsprodukte von anderen mit Formaldehyd härtbare Aminoplaste liefernden Verbindungen verwendet.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die wasserlöslichen Alkyläther der Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte in Mischung mit wasserlöslichen Formaldehydkondensationsprodukten von anderen mit Formaldehyd härtbare Aminoplaste liefernden Verbindungen und mit wasserlöslichen synthetischen Polymerisationsprodukten verwendet.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,, daß man die wässerlöslichen, Alkyläther der Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprodukte in Mischung mit wasserlöslichen Alkyläthern der Formaldehydkondensationsprodukte von anderen mit Formaldehyd härtbare Aminoplaste liefernden Verbindungen und mit wasserlöslichen synthetischen Polymerisationsprodukten verwendet.In Betracht gezogene Druckschriften:
Diserens, Neue Verfahren in der Technikder chemischen Veredlung der Textilfasern, Bd. 2(1953)» S. 200/201;
Berichte 41, S. 24 fF.© 6O9 7O8£P9 11.56 (709 701/J 9.57)
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