DE96558C - - Google Patents
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21H—PULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- D21H27/00—Special paper not otherwise provided for, e.g. made by multi-step processes
- D21H27/02—Patterned paper
-
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 55: Papierherstellung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 23. November 1895 ab.
Vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung eines der Regel nach zweifarbigen gemusterten
Papiers, das aus einer im Zeuge gefärbten Grundschicht und einer im Papierbereitungsverfahren
unmittelbar damit zu vereinigenden anderen Schicht besteht, welche das Muster in
Gestalt ausgesparter Felder enthält. Durch die Zusammenpressung beider Papierlagen in noch
plastischem Zustande ergiebt sich ein namentlich für Tapeten geeignetes Papier mit einem
scharf contrastirenden Muster auf der einen Seite, welches im Zeuge gefärbt und deshalb
haltbarer als ein aufgedrucktes Muster ist.
Das hiermit bezeichnete Verfahren zur Herstellung von gemustertem Doppelpapier wird
vorzugsweise mit einer Cylinder-Papiermaschine ausgeführt, wobei wenigstens zwei gesonderte
Zeugbütten in Anwendung kommen, von denen die eine das Zeug für die Grundschicht, die
andere das andersfarbige Zeug für die Oberoder Musterschicht liefert.
Während erstere Schicht auf einem gewöhnlichen Formcylinder, der mit gleichmäfsigem
Drahtgewebe bekleidet ist, gebildet wird, ist für die Musterschicht ein dem Muster entsprechend
vorbereiteter Formcylinder erforderlich, an welchem die das Muster bildenden Aussparungen durch undurchlässig gedeckte
Stellen des Cylinder - Drahtgewebes bezeichnet werden, indem hierbei die bekannte Thatsache
benutzt wird, dafs sich auf keinem Theile der Form, welcher mit einem dem Wasser undurchdringlichen
Körper bedeckt ist, Papier bildet.
Eine besondere Herstellungsweise der bezüglichen gemusterten Form, welche nachher
speciell beschrieben wird, beruht auf der Erzeugung eines deckenden elektrolytischen Niederschlages
am Formdrahtnetz nach Mafsgabe eines auf nichtleitender Hinterlegung desselben aufgezeichneten, in den Aussparungen metallisirten
Musters.
Mit Hülfe einer Cylindermaschine, die wenigstens zwei Cylinder, einen von der gewöhnlichen
Ausführungsart und einen von der neuen, die Mustermatrize bildenden Art, umfafst,
und welche im Uebrigen so, wie für Doppelpapier-Fabrikation gebräuchlich, eingerichtet
sein kann, läfst sich das Verfahren gemäfs der Erfindung folgendermafsen durchführen.
Man bewirkt mit Entnahme des der Grundschicht zugehörigen Zeuges aus einer ersten
Zeugbütte die Bildung einer gewöhnlichen Papierschicht durch Ueberführung desselben
auf den Formcylinder üblicher Bauart. Gleichzeitig läfst man aus der zweiten Bütte (oder
der letzten, wenn mehrere vorhanden sind) die Papierbahn auf dem Wege über den die
Mustermatrize bildenden besonderen Cylinder entstehen, wobei sich die Zeichnung in Gestalt
durchbrochener Felder in dem Papier markirt. Nunmehr führt man beide Papierbahnen, die
ungemusterte Grundschicht und die durchbrochene Oberschicht, zweckmäfsig unter
Heranleitung der ersteren an letztere gemeinsam zwischen Prefswalzen hindurch; dadurch vereinigen
sich die beiden Schichten — wie in
der Doppelpapier-Anfertigung bekannt — zu einem einheitlichen Körper, so dafs die andersfarbige
Grundschicht zwischen den Musteraussparungen der Oberschicht zum Vorschein kommt und dadurch den Mustereffect erzeugt.
Indem das Papier durch und durch im Zeuge gefärbt ist, geht das Muster trotz Abreibens
der obersten Schicht nicht verloren.
Die Herstellung des Matrizencylinders wird an Hand beiliegender Zeichnung erläutert;
es ist:
Fig. ι die Oberansicht des Matrizencylinders,
Fig. 2 die Oberansicht eines Theiles des Drahtgewebes für eine Matrize, die Art der
Auftragung des Musters darstellend,
Fig. 3 die Seitenansicht eines Gewebetheiles für eine Matrize (in vergröfsertem Mafsstabe)
mit dem Wachspapier im Innern und nach dem elektrischen Niederschlag,
Fig. 4 das Drahtgewebe in fertig gestelltem Zustande.
Um das gewünschte Muster auf der Matrize zu erzielen, wird ein Theil der Gewebemaschen
durch einen elektrolytischen Niederschlag ausgefüllt, wodurch die derartig behandelten Stellen
hart und glatt und undurchdringlich für den Papierstoff werden. Als Vorbereitung für diesen
Procefs wird die innere Seite des Drahtgewebes mit Wachspapier, Guttapercha oder ähnlichem
nicht leitenden Material belegt und dasselbe in die Maschen hineingeprefst, so dafs die untere
Hälfte der Längsdrähte vollständig bedeckt ist. Hierauf wird das Muster auf der Vorderseite
mit nichtleitendem Material aufgezeichnet, gemalt oder gedruckt, oder auch die einzelnen
Theile aus Wachspapier oder dergl. ausgeschnitten, aufgeklebt und niedergedrückt, so
dafs sich das obere Material mit dem unten liegenden verbindet. Hierauf erhält das unter
dem Siebe liegende, den Grund für das Muster bildende Wachspapier oder dergl. einen Ueberzug
von Graphit, Silbernitrat oder dergl., und wird das Ganze dann in ein elektrolytisches Bad
gebracht und ein Niederschlag, vorzugsweise von Kupfer, auf dasselbe gebracht, wodurch
ein Theil der Gewebemaschen ausgefüttert wird, so dafs an diesen Stellen kein Papierstoff
durchdringen kann. Nachdem der Niederschlag gemacht, wird das Wachspapier hinten
weggenommen und vorn die aufgeklebten, das Muster bildenden Theile entfernt, so dafs die
Matrize das Aussehen hat, wie aus Fig. 4 ersichtlich.
In der Zeichnung bezeichnet A die Gesammtmatrize, B die ausgefüllten Stellen und C die
offenen Stellen im Gewebe. Die Drähte sind in den Fig. 2 und 3 mit D bezeichnet. In
Fig. 3 ist E das untergelegte Wachspapier und F die daraufgelegte Schutzdecke, während G
die offenen Stellen zwischen dem Muster bezeichnet, die den elektrolytischen Niederschlag erhalten
und in Fig. 1 mit B bezeichnet sind. Die Fig. 2 und 3 bezeichnen verschiedene Muster.
Das Verfahren kann insofern abgeändert werden, als die offen zu lassenden Stellen, anstatt
sie mit Isolirmaterial zu bekleben, mittels Gummistempel bedruckt werden können, wobei
sich die aufzutragende Isolirmasse durch die Elasticität des Stempels, der sich durch
die Maschen drückt, mit dem dahinter liegenden Wachspapier, Guttapercha oder dergl. vereinigt.
Das beschriebene Papierherstellungs-Verfahren und die Anfertigung der Mustermatrize kann
bei Papiermaschinen mit Cylindern und auch solchen des Fourdrinirsystems und bei der
Handschöpfarbeit angewendet werden.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von im Zeuge gefärbtem, gemustertem Doppelpapier, bestehend
in der Bildung zweier gesonderter Papierbahnen auf einer Papiermaschine mit zwei Siebcylindern, indem die der Oberschicht
zugehörige Papierbahn auf einem Siebcylinder von solcher Beschaffenheit erzeugt wird, dafs das Muster in Gestalt von
Aussparungen darin entsteht, wonach diese Papierbahn mit der auf dem anderen gewöhnlichen
Siebcylinder gebildeten andersfarbigen zusammengeleitet und zwischen Prefswalzen zu einem Körper vereinigt wird.
2. Zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch ι ein zur Erzeugung des Aussparungsmusters
dienendes Cylindersieb, welches unter Anlehnung an das Verfahren nach Patent Nr. 44223 derart mit dem
Prägemuster versehen wird, dafs man das Drahtgewebe mit isolirender Wachsschicht
hinterlegt, alsdann das Muster von vorn unter theilweiser Deckung des Drahtgewebes
mit Isolirschicht aufbringt und daran die ausgesparten Felder metallisirt, wonach an
den metallisirten Stellen durch elektrolytischen Niederschlag die Gewebemaschen auszufüllen sind, auf welchen die Musterdurchbrechungen
der Papierbahn entstehen sollen.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE96558C true DE96558C (de) |
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ID=367688
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT96558D Active DE96558C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE96558C (de) |
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