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Verfahren zur Herstellung von Zierleisten Die Erfindung bezieht sich
auf ein Verfahren zur Herstellung von Zierleisten. Es ist bekannt, Zierleisten aus
einem vorzugsweise ein längs durchlaufendes Gefüge aufweisenden Trägerstrang aus
insbesondere textilem Werkstoff und einer diesem einen riemchenähnlichen Charakter
verleihenden Beschichtung .wie Lack- oder Kunststoffauflage zu bilden. Solche Zierleisten,
die vielfach noch im Interesse eines ansprechenden Aussehens profiliert bzw. genarbt
sein können, werden für mannigfaltige Zwecke gebraucht. Sie dienen z. B. zur Verzierung
an Schuhen, Lampenschirmen u. dgl., indem sie als flexible Leiste an Kanten, Rändern
oder Stoßstellen der Gegenstände angebracht werden. Da die bei den bekannten Lacklitzen
dieser Art allseitig aufgebrachte Beschichtung die üblichen Klebstoffe verhältnismäßig
schlecht annimmt, muZi für die Anbringung insbesondere bei einem ebenfalls beschichteten
Untergrund ein besonderer Kleber verwandt werden. Dennoch ist die Befestigung der
bekannten Lacklitzen insbesondere an Lampenschirmen, Schuhen u. dgl., deren Ränder
in der Regel kurvenförmig verlaufen, langwierig, da die bekannten flexiblen Lacklitzen
stets das Bestreben haben, ihre gestreckte Ausgangslage einzunehmen. Es bedarf
daher
lästiger und zeitraubender Arbeitsgänge, um die Litzen festzulegen, bis der Klebstoff
eine ausreichende Haltefähigkeit äußert. Daneben sind die bekannten allseitig- beschichteten
Zierleisten der umschriebenen Art verhältnismäßig kostspielig, da ein beträchtlicher
Teil der Beschichtung praktisch nicht ausgenutzt wird, weil er gegen den Untergrund
unmittelbar anliegt, also durch diesen dem Blick entzogen wird.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine auf dem jeweiligen
Untergrund besonders leicht und schnell befestigbare Zierleiste zu schaffen, die
sich gegenüber den vorbekannten Zierleisten wohlfeiler fertigen läßt. Dies wird
erfindungsgemäß im wesentlichen dadurch erreicht, daß ein strangförmiges Trägermaterial
auf seiner Mantelfläche beschichtet und nach' dem Trocknen der Länge nach aufgetrennt
wird. Der Trägerstrang '_cann in an sich bekannter Art aus einem textilen Werkstoff,
wie Litze, Band, Vlies od. dgl., bestehen und durch die Beschichtung mit Lack, Kunststoffen
wie Igelit oder anderen Kunststoffmischungen einen riemchenähnlichen Charakter erhalten.
Durch die erfindungsgemäß vorgeseheneLängsauftrennung des auf seiner gesamten Mantelfläche
beschichteten Trägerstranges nach dem Trocknen des Auftrages wird bei der Leiste
eine nicht beschichtete Fläche freigelegt, die bedarfsweise zum Anheften der Lacklitze
verwendbar ist. Der Trägerstrang kann dabei aus einer beliebig profilierten Kordel
oder einem lockeren Faser- bzw. Flockengebilde wie Vlies bestehen. Eine bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung sieht vor, als Trägerstrang ein Schlauchgeflecht oder
-gewebe zu verwenden, da hier ein Auftrennen parallel zum Längsverlauf besonders
leicht möglich ist. Durch entsprechende Gestaltung der Oberfläche, wie Prägungen
u. dgl., kann die Leiste in beliebiger Form profiliert bzw. genarbt werden.
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Bei der Herstellung von Kunstleder, das aus einer textilen Trägerbahn
und einer auf dieser angebrachten lederähnlichen Beschichtung besteht, ist es bekannt,
zum Zweck der Erzielung eines schrägfädigen Grundgewebes von einem geradfädigen
Gewebeschlauch auszugehen, der außenseitig mit Kunstledermasse bestrichen und anschließend
schrägfädig aufgeschnitten wird. Diese Arbeitsweise ist für die Herstellung von
Kunstleder gewählt worden, um unter Zugrundelegung eines schrägfädigen Grundgewebes
Verzerrungen der Fadenlage zu verhindern, da diese durch die aufgebrachte Kunstledermasse
fixiert werden, so daß schädliche Verlagerungen der Fäden nach dem Aufschneiden
in schrägfädige Bahnen nicht mehr zu befürchten sind. Neuere druckschriftlich vorbekannte
Verfahren zur Herstellung von Kunstleder lehnen eine derartige Arbeitsweise jedoch
mit der Begründung ab, daß es in dieser Weise nicht gelingt, die Gewebebahnen rückseitig
von etwa durchdringenden Beschichtungsmitteln freizuhalten. Sie sehen daher vor,
im Sinne der Erzielung eines schrägfädigen Grundgewebes von einem geradfädigen und
schräg aufgeschnittenen Textilschlauch auszugehen und die so erhaltenen Bahnen so
aufzunehmen, daß während des Beschichtens mit der Kunstledermasse Verzerrungen nicht
eintreten können.
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Um den jeweils vorgesehenen Verwendungszwecken besonders gut angepaßte
Querschnittformen der erfindungsgemäßen Lacklitzen zu erhalten, kann es zweckmäßig
sein, den Trägerkörper während des Beschichtens oder auch anschließend flachzudrücken,
d. h. an zwei Seiten zu falzen. Das auf das Beschichten folgende Auftrennen, welches
jeweils eine nicht beschichtete Fläche freilegen soll, kann verschiedenartig erfolgen
und jeweils so bewirkt werden, daß der Querschnitt der Leiste den Anforderungen
entspricht. Beispiels-@veise kann ein beschichteter schlauchförmiger Trägerstrang
entweder an beiden oder nur an einer Falzkante aufgeschnitten werden. Im ersteren
Fall fallen durch das Trennen zwei einseitig beschichtete Lackriemchen gleicher
Beschaffenheit an, d. h. die Fertigung wird insofern vereinfacht, als sie praktisch
ein Mehrfaches der Länge des der Beschichtung zugeführten Stranges als Enderzeugnis
zur Verfügung stellt. Sofern ein vorzugsweise schlauchförmiger Trägerstrang nur
einseitig aufgeschnitten bzw. aufgetrennt wird, entsteht ein in der Längsrichtung
mittig . gefalztes Lackriemchen, welches innerhalb des Falzes frei von der Beschichtungsmasse
ist. Solche Gestaltungen sind besonders zweckmäßig, wenn die Zierleiste für die
Abdeckung winkliger Stoßkant_a oder daneben zur Einfassung der Ränder einer Fläche,
beispielsweise der Unterkante eines festen Lampenschirmes, dienen soll.
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Neben -den erwähnten Arten der Aufteilung des allseitig beschichteten
Trägerstranges sind mannigfaltige weitere Möglichkeiten gegeben. Ein gefalzter,
insgesamt beschichteter schlauchförmiger Trägerstrang kann beispielsweise auf beiden
Breitseiten längs durchschnitten werden, so daß zwei einseitig lackierte längs gefalzte
Lackriemchen anfallen. Ferner ist es möglich, ein solches allseitig beschichtetes
schlauchförmiges Erzeugnis nur auf einer Breitseite längs zu durchschneiden,. um
ein einseitig beschichtetes, zweimal gefalztes Riemchen zu erhalten. Hierbei läßt
sich der eine gefalzte Randteil mit der benachbarten Breitseite des Riemchens vorzugsweise
durch Kleben verbinden und der andere Falz aufbiegen. Dann fällt eine einseitig
lackierte Leiste mit anhängender doppelseitig lackierter Paspel an. Solche Ausführungen
sind für Randverzierungen besonders vorteilhaft, wobei die Paspel die aufgeklebte
Zierleiste freistehend überragen kann. Ein ähnliches Erzeugnis läßt sich im übrigen
herstellen, indem der flachgedrückte schlauchförmige Trägerstrang nach dem allseitigen
Beschichten symmetrisch, jedoch außerhalb der Seitenmitte aufgeschnitten wird. Dann
fallen zwei einseitig lackierte, längs gefalzte Riemchen mit ungleich langen Schenkeln
an, bei denen der schmalere Schenkel in der vorbeschriebenen Art mit dem benachbarten
breiteren Schenkel zu einer beiderseits lackierten Paspel verbindbar ist.
In
der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in Ausführungsbeispielen dargestellt.
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Abb. i stellt eine einseitig lackierte Zierleiste dar, deren Trägerkörper
aus textilem Werkstoff besteht und auf der Vorderseite a eine profilierte Lack-
od. dgl. Schicht trägt, während auf der Rückseite b das Textilgeflecht oder -gewebe
des Trägerkörpers frei liegt. Mit der unlackierten Seite wird die Zierleiste auf
den zu verzierenden Gegenstand aufgeklebt.
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Abb. 2 zeigt einen Schlauch aus textilem Werkstoff, der auf der Oberfläche
a lackiert ist und zur Hervorbringung einer einseitig lackierten Zierleiste längs
der gestrichelten Linie (Pfeil) aufgeschnitten wird. Die unlackierte Innenwandung
b des Schlauches bildet dann die Klebfläche der Leiste.
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Abb.3 ist ein schlauchförmiger äußerlich lackierter Trägerkörper,
der entweder während des Lackauftrages oder auch hinterher flachgedrückt, d. h.
an zwei Stellen cl, c2 längs gefalzt wurde.
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In den Abb. 4 bis 7 werden verschiedene Möglichkeiten bezüglich des
Aufschneidens des Schlauches veranschaulicht. Wird der Schlauch nach Abb. 4 an beiden
Falzkanten cl, c2 aufgeschnitten, so entstehen gleichzeitig zwei Zierleisten gleicher
Beschaffenheit gemäß Abb. i. Erfolgt das Aufschneiden nach Abb.5 nur an einer Falzkante
c2, so ergibt sich eine einseitig lackierte, in Längsrichtung mittig gefalzte Zierleiste,
die vorteilhaft an winkligen Stoffkanten oder als einfassende Verzierung dient.
Abb. 6 zeigt das beim mittigen Aufschneiden der Breitseiten des Schlauches entstehende
Ergebnis: zwei einseitig lackierte, längs gefalzte Leisten mit innerhalb der Falze
unlackierten Klebfläche b, entsprechend der Leiste nach Abb. 5. Sofern der Schlauch
nur auf einer Breitseite, z. B. auf deren Mitte, längs durchschnitten wird, so entsteht
eine zweifach gefalzte Zierleiste mit unlackierter Rückseite. Diese Leiste kann
nun so gestaltet werden, daß der eine Falz a2 (Abb. 7) mit der benachbarten Breitseite
verklebt wird und eine beidseitig lackierte Paspel bildet, während der andere Falz
cal durch Aufbiegen den unlackierten Teil d der Innenfläche des Schlauches freigibt.
Dieser letztere Teil stellt dann die eigentliche Zierleiste dar, über deren Rand
die Paspel vorsteht.
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Wie bereits erwähnt, ist das erfindungsgemäße Verfahren nicht auf
die Verwendung eines schlauchförmigen Trägerkörpers beschränkt. Selbstverständlich
kann man auch einen vollen Strang z. B. aus Faservlies oder -flocken oder einen
anderen vollen Trägerkörper aus schneidfähigem Werkstoff verwenden, um zu dem Erfindungsgegenstand
zu gelangen.