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Kippbare Gießmaschine für Druckplatten Gegenstand der Erfindung ist
eine kippbare Gießmaschine für Druckplatten (Stereoplatten), die als sogenannter
Flachkipper bekannt ist. Bei dieser Gießmaschine wird ein Schmelzkessel mit seinem
Gießmund, der einen rechteckigen Querschnitt aufweist, an die Form bzw. die Gießplatten;
angepreßt und dann die gesamte Vorrichtung gekippt, wobei das Metall aus .dem Schmelzkessel
in der gesamten Gießmundbreite in die Form fließt. Der Nachteil bei diesem Gießvorgang
ist, daß die Luft nur ungenügend aus der Form entweichen kann, und es ist deshalb
eine sehr große Metallmenge im Schmelzkessel erforderlich, um beim Gießvorgang einen
größeren Druck zu erzeugen, der einerseits notwendig ist, um die Luft aus der Form
zu drücken bzw. die restlichen Luftblasen in der Form zusammen zu drücken, sowie
ferner das Metall exakt in alle Einprägungen der Matrize zu drücken, damit ein präzises,
klares Schriftbild entsteht. Aus diesem Grunde haben die Metallkessel der bekannten
Druckp.lattengießmaschine einen verhältnismäßig großen Inhalt (einige hundert Kilogramm),
so daß in dem Kessel ein Vielfaches .derjenigen Metallmenge vorhanden ist, die jeweils
zum Guß gebraucht wird. Durch diesen großen Metallkessel werden nicht nur die Anschaffungskosten,
sondern auch die Betriebskosten erhöht, da für jeden Guß eine unnötige große Metallmenge
geschmolzen werden muß.
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Zur Beseitigung dieser Mängel ist nach d er Erfindung eine kippbare
Gießinaschine für Druckplatten vorgesehen, bei welcher ein den Gießkanal
ausfüllender
Preß- und Steuerkolben vorgesehen ist, der auf seiner Unterseite flache, in Abstand
angeordnete, als Gießdüsen dienende Aussparungen aufweist, und der in der zurückgezogenen
Ste@ll-üng die Zuflußkanäle und Entlüftungsbohrungen freigibt, diese beim Vorschieben
verschließt und dann einen Preßdruck auf das in die Form gegossene Metall ausübt.
Bei dieser neuen Gießmaschine wird so das geschmolzene Metall nicht in der gesamten
Breite des Gießkanals der Form zugeführt, sondern vielmehr in einzelnen flachen,
in Abstand voneinander angeordneten Metallströmen., so daß d'ie Luft schnell und
restlos aus der Form entweichen und durch die Entlüftungsbohrungen des Gießkanals
in den Oberteil des Schmelzkessels gelangen kann. Mit dem am Schluß des Gießvorganges
wirkenden Druck des Preß- und Steuerkolbens wird ein präziser Guß erzeugt. Bei Zeilengießmaschinen,
bei denen im Gegensatz zu Druckplattengießmaschinen nur geringe Metallmengen vergossen
werden, ist es bekannt, einen auf das flüssige Metall im Kessel wirkenden Preßkolben
zu verwenden. Es ist ferner bei einer Zeilengießmaschine auch eine Entlüftung der
Zeilengießform bekannt, indem die Luft aus der an das Gießmundstück gepreßten Gießform
oben in Entlüftungskanäle des Mundstücks entweichen kann, während das. flüssige
Metall im unteren Teil der Gießform durch eine Vielzahl von im Mundstück vorgesehenen
Bohrungen zufließt.
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Es zeigt Fig. i einen senkrechten Schnitt durch den Schmelzkessel
und einen Teil der Gießplatten einer kippbaren Gießmaschine für Druckplatten in
der Ruhestellung, Fig. 2 einen senkrechten Teilschnitt durch Kessel und Gießplatten
in der Kippstellung beim Gießen, Fig. 3 eine Ansicht des Schmelzkessels in Richtung
A der Fig. i, Fig. 4 eine Seitenansicht des Schmelzkessels.
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In der Zeichnung ist mit i der Schmelzkessel einer Gießmaschine und
mit 2 das geschmolzene Metall (Bleilegierung) bezeichnet. Der Schmelzraum steht
-durch Zuflußkanal 3 mit einem Gießkanal 4 von rechteckigem Querschnitt in Verbindung.
5 bezeichnet den Gießmund, der durch Verschieben des Schmelzkessels in Richtung
B- gegen die Gießplatten 6 und 7 gepreßt wird, die zusammen mit der eingelegten
Matrize 8 die -Druckplattenform 9 bilden. Wie aus Fig. i und 3 hervorgeht sind auf
der unteren Seite des Gießkanals 4, der beispielsweise eine Höhe H von .etwa 2o
mm aufweist, flache Gießdüsen io angeordnet, die nur eine Höhe von beispielsweise
3 bis 4 mm besitzen. Wie aus Fig. 3 zu entnehmen, sind diese Gießdüsen io in größerem
Abstand voneinander angeordnet, wobei zweckmäßig die seitlichen Düsen ioa etwas
schmaler sind als die mittleren. Bei dem gezeigten, besonders vorteilhaften Ausführungsbeispiel
befinden sich diese Gießdüsen an einem Preß- und Steuerkolben i i, der als Flachkolben
ausgebildet ist und den Gießkanal 4 ausfüllt. Auf der unteren Seite dieses Kolbens
sind flache, reckteckige Aussparungen 12 vorgesehen, in denen die unteren offenen,
U-förmigen Gießdüsen io aus Blech befestigt sind, die nach Fig. i erheblich über
die Vorderkante des Kolbens i i vorstehen. In der Ruhestellung nach Fig. i verschließt
dieser Kolben i i die Zuflußkanäle 3 sowie auch Entlüftungsbohrungen: 13, die den
Gießkanal 4 mit dem Luftraum des Kessels i verbinden. Beim Anpressen des Kessels
bzw. Gießmundes 5 an die Gießplatten 6, 7 und dem Kippen der gesamten Vorrichtung
wird der Kolben i i zurückgezogen, so daß nach dem Kippen der gesamten Vorrichtung
die Gießstellung nach Fig. 2 vorhanden ist. Wie mit Pfeilen angedeutet, wird nun
das Metall durch die Zuflußkanäle 3 und. die Düsen io der Form zugeführt,, während
zugleich, wie ebenfalls mit Pfeilen angedeutet, die Luft aus der Form in den Gießkanal
.4 und durch die Entlüftungsbohrungen 13 in den Kessel i entweichen kann.
Sobald die Druckplattenform 9 mit Metall gefüllt ist, wird der Kolben i i in Richtung
C vorgeschoben, so daß zunächst (s. Stellung Fig. i) die Kanäle 3 und 13 verschlossen
werden. Bei der weiteren Vorwärtsbewegung des Kolbens wird auf das in. der Form
9 befindliche, noch flüssige bzw. teigige Metall ein kräftiger Preßdruck ausgeübt,
so daß das Metall auch in die feinen Einprägungen der Matrize gepreßt und ein präziser
Guß erzeugt wird.
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Nach Fig. i ist der Kolben ii durch Lenker 14 mit den Armen 15 einer
Schwenkwelle 16 verbunden, auf der (Fig. 4) ein Schwenkhebel 17 befestigt ist und
mit einem Handgriff 18 zum Zurückzehen des. Kolbens i i zur Reinigung bzw. Demontage
versehen ist. Am Schwenkhebel 17 greifen Zugfedern ig an, die den Kolbf-n
i i in den Gießkanal drücken. Es ist ferner a_n. Maschinengestell 2o ein kreisbogenförmiges
Segment 2i als Anschlag für eine am Schwenkhebel 17 gelagerte Lauf rolle
22 vorgesehen. Wird der Schmelzkessel i in Richtung B zum Anpressen an die Gießplatten
6, 7 verschoben, so stößt die Rolle 22 gegen den 2i, der Hebel 17 mit den Armen
15 wird um die Achse 16 in Richtung D geschwenkt, so daß der Kolben i i in die Lage
der Fig. :2! zurückgezogen wird. Beim Kippen der gesamten Vorrichtung um die Schwenkachse
25 läuft -die Rolle 22 auf dem feststehenden Segment 2i, so daß :der Kolben i i
in der zurückgezogenen Lage nach Fig. 2 gehalten wird. Nach Beendigung des Gießvorganges
wird der Segmentanschlag 31 ausgelöst, so daß dann der Kolben i i unter der Wirkung
der gespannten Feder i9 wie vorbeschrieben einen Preßdruck auf das Druckplattenmetall
ausüben kann. Zu diesem Zweck. ist das Segment 21 bei 22 schwenkbar gelagert und
besitzt eine Klinke 23, in die ein Verriegelungsteil 24 eingreift. Wird dieser Verriegelungstei.l
ausgelöst bzw. in Richtung E verschoben, so wird das Segment 21 freigegeben bzw.
um,die Lagerstelle 22 in Richtung F verschwenkt, so daß dann die gezahnten Federn
19 den Kolben i i in den Gießkanal pressen können.
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Beim Zurückkippen der Vorrichtung bzw. des Kessels i in die Ruhestellung
drückt die Rolle 22 das Segment 21 wieder in die in Fig. 4 gezeigte Stellung, so
daß unter der Wirkung einer Feder 26
das. Verriegelungsteil 24 wieder
in die Klinke 23 einschnappt.
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Die Gießmaschine nach der Erfindung hat den Vorzug, daß der Schmelzkessel
z entgegen den bekannten Ausführungen wesentlich kleiner gehalten werden kann und
praktisch - nur die Metallmenge übernimmt, die zum Gießen jeweils erforderlich ist.
Trotz dieser kleinen, im Kessel vorhandenen Metallmenge wird dank der besonderen
Düsenausbildung und -anordnung bzw. der zusätzlichen Anordnung des Preß- und Steuerkolbens
ein blasenfreier, präziser Guß erzielt.
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Die neue Bauart hat ferner den Vorteil, daß durch Auswechseln der
Federn z9 bzw. Änderung der Federspannung der Preßdruck des Kolbens regelbar ist.