DE957752C - Verfahren zum Bedrucken und Färben von Gebilden aus Polyacrylnitrilen und Druckpasten bzw. Klotzflotten hierfür - Google Patents

Verfahren zum Bedrucken und Färben von Gebilden aus Polyacrylnitrilen und Druckpasten bzw. Klotzflotten hierfür

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DE957752C
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Germany
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soluble
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Application number
DENDAT957752D
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Inventor
Basel Dr. Walter Flügel (Schweiz)
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Sandoz AG
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Sandoz AG
Publication date
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06PDYEING OR PRINTING TEXTILES; DYEING LEATHER, FURS OR SOLID MACROMOLECULAR SUBSTANCES IN ANY FORM
    • D06P3/00Special processes of dyeing or printing textiles, or dyeing leather, furs, or solid macromolecular substances in any form, classified according to the material treated
    • D06P3/70Material containing nitrile groups
    • D06P3/704Material containing nitrile groups using metallisable or mordant dyes or dyeing by cupro-ionic method

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Coloring (AREA)

Description

AUSGEGEBEN AM 7. FEBRUAR 1957
S 40157 IVb18n
Gegenstand des Patents 953 065 sind a) ein Verfahren zum Bedrucken und Färben von Gebilden aus Polyacrylnitrilen oder aus Mischpolymerisaten aus Acrylnitril und anderen ungesättigten Verbindungen mit wasserlöslichen organischen Farbstoffen nach der Cupro-Ionen-Methode und b) Druckpasten bzw. Klotzflotten zu diesem Zwecke.
Das Verfahren besteht darin, daß man die Gebilde mit Druckpasten oder Klotzflotten bedruckt bzw. färbt, welche neben üblicherweise vorhandenen Bestandteilen metallisches Kupfer in Form eines feindispersen Pulvers und eine wasserlösliche Cupriverbindung enthalten, und die so gewonnenen Drucke bzw. Färbungen trocknet und dämpft, während die Druckpasten und Klotzflotten durch einen Gehalt an metallischem Kupfer in Form eines feindispersen Pulvers und einer wasserlöslichen Cupriverbindung gekennzeichnet sind.
In dem Patent 953 065 werden als Farbstoffe, welche sich, für das neue Verfahren eignen, insbesondere Direktfarbstoffe, saure Farbstoffe der Anthrachinonreihe und saure Azofarbstoffe genannt.
Es wurde nun gefunden, daß sich für das neue Verfahren bzw. die Herstellung der Druckpasten bzw. Klotzflotten in hervorragender Weise auch solche wasserlösliche Farbstoffe eignen, welche
mindestens eine metallisierbare oder verlackbare Gruppierung enthalten. Metallisierbare Gruppierungen im Sinne der Erfindung sind beispielsweise die ortho, ortho^-Dioxy-azogrüppierung und die 5 ortho-Oxy-ortho'-carboxy-azogruppierung,während unter verlackbaren Gruppierungen z. B. die ortho-Oxy-carboxygruppierung und die ortho-Dioxygruppierung zu verstehen sind. So kommen einmal wasserlösliche Monoazofarbstoffe in Betracht,
ίο welche durch Kuppeln von ortho-Aminooxybenzolen, ortho -Aminobenzolcarbonsäuren, ortho-Aminooxynaphthalinen oder ortho-Aminonaphthalincarbonsäuren mit 5-Pyrazolonen, Acetoacetylaminoa Ikanen, Aoe to ace ty laminob eniz ölen, Acc t oacet y 1 aminonaphthalinen und mit in ortho-Stellung zur Oxygruppe kuppelnden Oxybenzolen und Oxynaphthalinen hergestellt werden. Als löslichmachende Gruppe dienen beispielsweise Sulfonsäuregruppen, am Stickstoffatom gegebenenfalls durch Alkyl,
zo Cycloalkyl, Aralkyl oder Aryl substituierte Sulfonsäureamidgruppen, Alkylsulfonylgruppen, Carboxylgruppen, Hydroxylgruppen, Acylaminogruppen, Carbalkoxyaminogruppen u. dgl. Ferner kommen in Betracht wasserlösliche Disazofarbstoffe, die mindestens einmal eine metallisierbare Gruppierung aufweisen. Besonders geeignet sind z. B. die aus der deutschen Patentschrift 888 904 bekannten, mindestens eine Sulfonsäuregruppe aufweisenden Disazofarbstoffe der Zusammensetzung
R-N =
worin R den gegebenenfalls beliebig substituierten Rest einer Diazokomponente der Benzol- oder Nap.hthalinreihe und R1 den in ortho-Stellung zur Azogruppe eine Oxygruppe aufweisenden und gegebenenfalls noch weitere Substituenten tragenden Rest einer beliebigen Azokomponente bedeuten.
Aber auch Farbstoffe, welche einen Salicylsäurerest aufweisen, und solche mit verlackbaren Oxygruppen, z. B. Alizarinsulfonsäuren, eignen sich in vorzüglicher Weise für das neue Verfahren.
Die Ausführung des Verfahrens erfolgt im wesentlichen nach den Angaben des Patents 933 065. Den Druckpasten bzw. Klotzflotten muß —. neben der für die Metallisierung bzw. Verlackung der Farbstoffe notwendigen Menge Cupri-Ionen ■—· zur Erzeugung der zur Fixierung der Farbstoffe auf der Faser benötigten Cupro-Ionen mindestens die halbe Menge an Cupri-Ionen zugesetzt werden. Die andere Hälfte liefert das metallische Kupfer nach der Gleichung
. ι Cu + ι Cu + + = 2 Cu+.
Die praktisch notwendigen Mengen an Kupfer (II)-salz und Kupferpulver richten sich nach der Forderung, die Farbstoffe in einer wirtschaftlichen Dämpfzeit zu metallisieren bzw. zu verlacken und auf der Faser zu fixieren. Je höher nämlich der Gehalt an Cupri-Ionen bzw. Kupfer in den Druckpasten bzw. Klotzflotten ist, um so
rascher erfolgen beim Dämpfen Metallisierung bzw. Verlackung und Fixierung. Bei der Wahl der Menge an Kupferpulver ist auch dessen Feinheitsgrad zu berücksichtigen, da sich die Reaktion ja nur an der Kupferoberfläche abspielt.
Die Druckpasten und Klotzflotten weisen vorteilhaft pH-Werte auf, die zwischen 2 und 7 liegen. Man erreicht diese durch Zusatz nicht flüchtiger organischer Säuren, z. B. Weinsäure, Citronensäure, Milchsäure, zu den neutralen Pasten bzw. Flotten. Bevorzugte Dämpftemperaturen sind solche von 104 bis 1300. Die Dämpftemperatur richtet sich nach der Beschaffenheit des bedruckten Fasermaterials; sie darf in keinem Falle dessen Schmelztemperatur erreichen oder gar übersteigen.
In den Beispielen wird gezeigt, wie das neue Verfahren mit den metallisierbaren bzw. verlackbaren Farbstoffen arbeitet. Dabei bedeuten die Teile Gewichtsteile, die Prozente Gewichtsprozente, und die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.·
B e i s ρ i e 1 ι ®5
Man bedruckt ein Gewebe, bestehend aus einem Mischpolymerisat aus 80% Acrylnitril und 20% Vinylacetat, mit einer Druckpaste der Zusammensetzung
10 Teile Omegachromviolett B (Schultz, Farbstofftabellen, 7. Auflage, Bd. IL, S. 161),
50 - Thiodiäthylenglycol,
360 - heißes Wasser, 400 - Kristallgummi 1 : 2,
60 - Weinsäure 1:1,"
100 - kristallisiertes Kupfersulfat 1 : 4,
20 - Kupferpulver,
1000 Teile.
Nach dem Trocknen wird der Druck während 30 Minuten bei 1040 gedämpft, hierauf kalt gespült und nachher bei 50 bis 6o° mit einem Fettalkoholsulfonat geseift. Man erhält nach dem Spülen und Trocknen einen kräftigen violetten Druck mit sehr guten Naßechtheiten. Die Durchdringung des Gewebes ist eine gute. ■
In gleicher Weise erhält man mit Omegachromechtblau 2 G (Kalender der Sianidöz A. G., Basel, 1955, S. 122) reine, ausgiebige und echte Drucke.
B e i s ρ i e 1 2
Ein Gewebe aus reinem Polyacrylnitril (endloser Faden) wird mit einer Druckpaste aus
15 Teilen Omegachromgelb ME (Schultz, Farbstofftabellen, 7. Auflage, Ergänzungsband II, S. 221),
20 - Pyridinbasengemisch,
385 - heißem Wasser,
300 - Traganth 1:1,
60 - Citronensäure 1:1,
200 - kristallisiertem Kupferacetat 1 :6,
20 - Kupferpulver,
1000 Teile.
bedruckt. Man dämpft den Druck während 20 Minuten bei 1250, spült ihn kalt, seift ihn und spült erneut kalt. Nach dem Trocknen liegt ein schoner Gelbdruck vor; das Gewebe ist gut durchgefärbt.
In ähnlicher Weise wird Omegachromorange ML (Schultz, Farbstofftabellen, 7. Auflage, Ergänzungsband II, S. 222) gedruckt.
Beispiel 3
Ein Gewebe, bestehend aus einem Mischpolymerisat aus 40% Acrylnitril und 60% Vinylchlorid, wird mit einer Klotzflotte geklotzt, die folgende Zusammensetzung aufweist:
20 Teile Omegachromrot B (Schultz, Farbstofftabellen, 7. Auflage, Bd. I, Nr. 742),
So - Glycerintnacetat,
350 - Wasser,
400 Britischgummi 1 : 2,
60 - Milchsäure 1:1,
100 kristallisiertes Kupfersulfat 1 : 4,
•20 Kupferpulver,
1000 Teile.
Nach dem Trocknen bei 6o° wird die Färbung 30 Minuten bei iio° gedämpft, hierauf gespült, geseift, erneut gespült urid getrocknet. Man erzielt einen vollen und echten Rotdruck. Die Durchdringung des Gewebes ist sehr gut.
Omegachromrot G (Schultz, Farbstofftabellen, 7. Auflage, Bd. II, S. 161) liefert ebenfalls einen vollen und echten Rotdruck.
B e i s ρ i e 1 4
Man bedruckt ein Gewebe aus reinem Polyacrylnitril (Stapelfaser) mit einer Druckpaste der Zusammensetzung
Teile Alizarinrot SZ (Schultz, Farbstofftabellen, 7. Auflage, Bd. I, Nr. 1145),
- Butylcarbitol,
- heißes Wasser,
- Industriegummi 1 : 2,
- Weinsäure 1:1,
- kristallisiertes Kupfersulfat 1 : 4,
- Kupferpulver,

Claims (2)

PATENTANSPRÜCHE: Teile. Der Druck wird während 30 Minuten bei 1040 gedämpft, hierauf kalt gespült, bei 500 mit einem Fettalkoholsulfonat geseift, erneut kalt gespült und getrocknet. Man erhält einen kräftigen gelben Druck von sehr guten Echtheitseigenschaften.
1. Weitere Ausbildung des Verfahrens zum Bedrucken und Klotzen von Gebilden aus PoIyacrylnkrilen oder aus Mischpolymerisaten aus Acrylnitril und anderen ungesättigten Verbindungen mit wasserlöslichen organischen Farbstoffen nach der Cupro-Ionen-Methode gemäß Patent 953 065 mittels Druckpasten oder Klotzflotten, welche neben den üblicherweise vorhandenen Bestandteilen metallisches Kupfer in Form eines feindispersen Pulvers und eine wasserlösliche Cupri-Verbindung enthalten, dadurch gekennzeichnet, daß man hier wasserlösliche Farbstoffe wählt, welche mindestens eine metallisierbare oder verlackbare Gruppierung enthalten.
2. Druckpasten und Klotzflotten zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1/ dadurch gekennzeichnet, daß sie wasserlösliche Farbstoffe enthalten, welche mindestens eine metallisiierbare oder verlackbare Gruppierung aufweisen.
© 609 576OT9 7. (609 782 1. 57)
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