DE95478C - - Google Patents

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DE95478C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B61RAILWAYS
    • B61LGUIDING RAILWAY TRAFFIC; ENSURING THE SAFETY OF RAILWAY TRAFFIC
    • B61L5/00Local operating mechanisms for points or track-mounted scotch-blocks; Visible or audible signals; Local operating mechanisms for visible or audible signals
    • B61L5/06Electric devices for operating points or scotch-blocks, e.g. using electromotive driving means

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Mechanical Control Devices (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 20: Eisenbahnbetrieb.
Alle bisher bekannten elektrischen Weichenstellvorrichtungen beruhen darauf, daß zwei Stromkreise angeordnet sind, von denen der eine für die Bewegung der Weiche nach der einen, der andere für die Bewegung nach der anderen Seite dient, und daß Umschalter angeordnet sind, die von der Weiche oder den mit ihr verbundenen Bewegungstheilen derart beeinflußt werden, daß sie im Augenblicke der Vollendung der Weichenbewegung umgelegt werden, wodurch sie den bisher wirksamen Stromkreis unterbrechen, also die Weichenbewegung beenden, und gleichzeitig den zweiten für die Rückbewegung dienenden Stromkreis einschalten, so daß durch Umstellen eines Umschalters im Stellwerk nun die Rücklegung der Weiche herbeigeführt werden kann (s. die Patente Nr. 68722, Nr. 89366 und Nr. 90813).
Die Folge dieser Einrichtung ist, daß eine einmal begonnene Bewegung der Weiche vollendet werden muß, bevor eine Rückstellung vorgenommen werden kann. Das hat aber große Nachtheile. Befindet sich beispielsweise ein fremder Gegenstand zwischen Schiene und Zunge, so. wird derselbe eingeklemmt, die Zunge steht in der gefährlichen halbgeschlossenen Stellung, und es giebt kein Mittel, diesem Zustande abzuhelfen, als die Gewalt. Noch schlimmer ist es, wenn, was nicht selten geschehen ist, ein Mensch auf diese Weise eingeklemmt wird.
Aus diesen Gründen hat sich der Patentinhaber die Aufgabe gestellt, eine elektrische Weichenstellvorrichtung anzuordnen, bei welcher die Rücklegung nicht erst nach VoI-lendung der Zungenbewegung, sondern in jedem beliebigen Augenblicke möglich ist.
Die Lösung geschieht auf folgende AVeise: Die beiden Stromkreise werden so angeordnet, daß sie ,zeitweise beide zur Benutzung und zur Beeinflussung des Motors bereit liegen, so daß es in dem Belieben des Stellwerkwärters steht, welchen Stromkreis er einschalten, d. h. ob er die Weiche nach der einen oder anderen Seite bewegen will.
Zu diesem Zwecke ist zunächst eine Contact vorrichtung geschaffen, wie sie in Fig. 1 schematisch dargestellt ist. Sind I, III und II, III die beiden Stromkreise für Hin- und Herbewegung, deren Einrichtung noch näher erörtert werden soll, so ist mit Weichenschubstange W ein Contacthebel C verbunden, welcher in -seiner einen Grenzstellung allein den Contact I schließt, also den Stromkreis I, III brauchbar macht, sobald er sich aber aus dieser Grenzlage etwas entfernt, .unter Aufrechterhaltung dieses Contactes I auch den Contact II schließt, so daß nun beide Contacte gleichzeitig bestehen, dem Stellwerkwärter also anheim gegeben ist, welchen der beiden Stromkreise er durch Umlegen des Stellhebels 5 benutzen will. Gelangt die Weiche in die andere Grenzlage, so wird der Contact I aufgehoben und nur der Contact II beibehalten, welcher für die Umkehr der Weiche dient.
Damit (bei Mittelstellung des Contactstückes C) beide Stromkreise nach Wahl auf den Motor einwirken, ist die Anordnung so
(2. Auflage, ausgegeben am ii. Februar JQ04.)
getroffen, daß der Anker des Motors A in dem zum Drehpunkt von C, III führenden und die Stromquelle enthaltenden Leitungsstrange liegt. Die Magnete aber haben doppelte Wickelung, eine aus dem Leitungsstrange I, eine aus dem Leitungsstrange II gebildet. Jede von diesen ist kräftig genug, bei Stromschluß den Motor in Umdrehung zu versetzen, aber in verschiedenem Drehsinne.
Der Arbeitsgang nach Schema in Fig. I ist nun, kurz wiederholt, folgender:
Der Stellhebel S wird nach links gelegt. Der Stromkreis I, III ist geschlossen. Der Motor verschiebt die Weiche. Nach Beginn der Bewegung tritt Contact II mit C in Berührung. Wird jetzt ein Rücklegen der Weiche vor Vollendung ihres Weges erforderlich, so legt der Wärter den Stellhebel S wieder nach rechts. Sofort ist der Stromkreis II, III geschlossen, und der Motor dreht sich in umkehrtem Sinne, holt also die Weiche zurück. Ist eine solche Rücklegung nicht nöthig, so vollendet die Weiche ihren Weg und schaltet am Ende desselben den Contact I aus.
In Fig." 2 ist die Anordnung etwas weniger schematisch und mit einigen Vervollkommnungen dargestellt. Die gleichen Bezeichnungen wie in Fig. I bedeuten auch die gleichen Einrichtungen. Die Contacteinrichtung ist etwas geändert, indem zwei Einzelcontacte (Momentumschalter) C1 und C0 angeordnet sind, von denen gleich nach Beginn der ■Weichenbewegung (nach links) mittelst des Stiftes T der Contact II geschlossen wird (Fig. 3), während der Contact I ebenfalls bestehen bleibt. Letzterer wird, und zwar ebenfalls durch den Stift T, erst geöffnet, wenn die Weiche ihren Weg vollendet und der Stift T den Stellhebel für C1 erreicht hat (Fig- 4)·
Behufs Erzielung von Controlströmen ist in bekannter Weise zwischen den Leitungen I und II der Elektromagnet Af2 mit dünner, den Strom zum Controlstrom abschwächender Wickelung geschaltet. Steht dann die ganze Einrichtung in der in Fig. 2 dargestellten Ruhelage, so ist an Stelle der Stromunterbrechung ein Stromschluß durch die Widerstandswickelung des Magneten M2 vorhanden, und es fließt durch die Leitung I, III ein geschwächter Controlstrom, der zum Betriebe des Motors nicht ausreicht. Wird der Hebel S nach links umgelegt, so ist der Magnet Af2 ausgeschaltet, also voller Arbeitsstrom vorhanden. Wird nun bei eintretender Verstellung der Weiche der Contact II hergestellt, so fließt auch wieder durch die Leitung II und den Magneten Af2 ein schwacher Controlstrom, der zwar die Wirkung des Hauptstromes im Motor etwas schwächt, aber doch nur in ganz unmerklichem Maße.
Wird dann der Hebel S wieder nach rechts umgelegt, so wird der Controlstrom II, III, da er den Elektromagneten Af2 umgeht, zum Arbeitsstrom und der Arbeitsstrom I, III, da er nun durch den Elektromagneten Af2 muß, zum schwachen Controlstrom.
Mit diesem Elektromagneten ist eine Sperrvorrichtung für den Stellhebel S verbunden, wie sie bereits aus dem Patente Nr. 92611 bekannt geworden ist. Dieser Stellhebel kann vier Lagen einnehmen, von denen die inneren 2 und 3 den bisher erläuterten Stromschlüssen für die Hin- und Rückbewegung der Weiche entsprechen, während die äußeren 1 und 4, die an den Contactschließungen von 2 und 3 nichts ändern, nur deshalb vorgesehen sind, um in irgend einer hier nicht näher zu erläuternden Weise die zugehörigen Signale freizugeben. Um nun sicher zu sein, daß, ehe man die betreffenden Signale stellt, die Weiche auch wirklich in ihrer Endlage angekommen ist, wird der Stellhebel 5 in den Lagen 2 und 3 gegen Weiterbewegung· in die Lage ι und 4, so lange gesperrt gehalten, bis die betreffende Weichenbewegung vollendet ist. Erst dann wird S für die Weiterbewegung in die Lage 1 oder 4 und damit auch das betreffende Signal frei.
Das ist durch folgende Anordnung erreicht.
Mit dem Stellhebel 5 ist ein Sector verbunden, der zwei vorspringende Zähne hat. Diese bieten zusammen vier Sperrflächen, die den Lagen 1 bis 4 des Stellhebels entsprechen (s. Fig. 2 bis 4). In der Ruhelage der Fig. 2 zieht der Controlstrom den Anker des Elektromagneten Af2 an und hebt dadurch die Sperrklinke G2 aus. Der Hebel S ist also für die Benutzung frei. Nach Umlegen des Hebels S nach links ist der Arbeitsstromkreis geschlossen, der Magnet Ai2 wird stromlos, läßt also die Sperrklinke G2 fallen, so daß der Hebel S vorläufig nicht weiter als bis in die Stellung 3 bewegt werden kann.
Gleichzeitig mit der Sperre G2 ist aber auch die Sperre G1 eines zweiten Elektromagneten Ai1 eingefallen, der in der Leitung III liegt und der mit starker Wickelung versehen ist, so daß sie einen merklichen Widerstand dem Strome nicht entgegensetzt. Die Sperre G1 dieses Magneten fällt immer ein, sobald Arbeitsstrom in der Leitung III vorhanden ist.
Wenn nun durch die Verschiebung der Weiche der Contacthebel C2 umgelegt und der Contact II hergestellt ist, wird Af2 wieder von einem Controlstrom durchflossen, die-Sperre G2 also aufgehoben, wogegen G1 wegen des andauernden Arbeitsstromes in Eingriff bleibt. Dieser Zustand ist in Fig. 3 dargestellt. Ist die Weichenbewegüng vollendet, so wird selbstthätig der Hebel C1 um-
gelegt und dadurch der Contact I aufgehoben. Der Arbeitsstrom hört dann auf, infolge dessen wird auch die Sperre G1 ausgelöst, und da ja der Controlstrom in M2 andauert, die Sperre G2 also ebenfalls ausgehoben bleibt, so ist der Stellhebel 5 nun für die Weiterbewegung in die Stellung 4 frei (Fig. 4), wodurch also das zugehörige Signal frei gemacht und gestellt werden kann.
Bei eintretendem Drahtbruch besorgt der Elektromagnet M2 die Sperrung des, Hebels S in seiner jeweiligen Lage.
Die geschilderte Einrichtung kann natürlich nicht nur zum Verstellen von Weichen, sondern überall da mit Vortheil benutzt werden, wo ein auf elektrischem Wege zu bewegender Körper am Ende seiner Bewegung eine selbstthätige Abstellung des Motors bewirken, dabei doch aber vor Vollendung seines Weges, je nach Belieben des Bedienenden, zu einer Umkehr zu zwingen sein soll, also unter Umständen z. B. für die Bewegung von Barrieren, Drehbrücken u. s. w.

Claims (3)

  1. Patent-An Sprüche:
    i. Eine Vorrichtung zur Umstellung von Weichenzungen oder anderen Bewegungstheilen auf elektrischem Wege mittelst zweier abwechselnd, für die Drehbewegung zu benutzender Stromkreise, dadurch gekennzeichnet, daß der selbstthätige Anschluß des zweiten Stromkreises an den Motor sofort nach begonnener Bewegung der Weiche, die Abschaltung des ersten aber erst nach Beendigung der Bewegung erfolgt, derart, daß beide Contacte während der Weichenbewegung gleichzeitig geschlossen bleiben, zum Zwecke, eine jeweilige Umkehr vor Vollendung der Bewegung zuzulassen.
  2. 2. Bei der unter 1. geschützten Einrichtung eine derartige Anordnung der beiden Stromkreise, daß sie beide unabhängig von einander als Magnet- (oder auch Anker-) Wickelung eines und desselben Motors benutzt sind, so daß jeder von ihnen für sich zum Antrieb des Motors benutzt werden kann.
  3. 3. Bei der unter 1. geschützten Einrichtung eine Sperrvorrichtung zum Sperren des Stellhebels (S) unter Benutzung der durch Patent Nr. 92611 bekannt gewordenen Einrichtung, gekennzeichnet durch einen vom Arbeitsstrom und einen von einem geschwächten Controlstrom durchflossenen Elektromagneten, von denen jeder durch seinen Anker eine Sperre in Thätigkeit bringt, und zwar der erstgenannte in dem Falle des Vorhandenseins von Arbeitsstrom, der zweite aber außerdem auch noch bei gänzlichem Aufhören des Stromes (infolge von Drahtbruch u. s. w.).
    Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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