DE940C - Schiffchen-Nähmaschine mit allseitiger Vorschlebung - Google Patents
Schiffchen-Nähmaschine mit allseitiger VorschlebungInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D05—SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
- D05B—SEWING
- D05B27/00—Work-feeding means
- D05B27/02—Work-feeding means with feed dogs having horizontal and vertical movements
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- Textile Engineering (AREA)
- Sewing Machines And Sewing (AREA)
Description
1877.
Klasse 52.
S. W. JOHNSON in NEW-YORK. Schiffchen-Nähmaschine mit allseitiger Vorschiebung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 31. Juli 1877 at>·
Diese Erfindung bezieht sich auf eine Nähmaschine mit einer von unten wirkenden Transportvorrichtung,
welche so construirt ist, dafs die Richtung, in der das- auf der Nähplatte
liegende Zeug verschoben wird, jederzeit, ohne die Bewegung der Maschine zu unterbrechen,
ganz beliebig geändert werden kann, wodurch Nähte nach einem beliebigen Muster hergestellt
werden können. Die zur Verschiebung des Stoffschiebers , dienende Vorrichtung ist zur
Uebertragung von Bewegung auch für andere Zwecke verwendbar.
Die Nähplatte A ist mit dem Tische B durch Charniere α (Fig. 2 und 7) so verbunden,
dafs sie in die in Fig. 1 und 7 gezeigte Lage herab- oder in die in Fig. 2 gezeigte Lage hinaufgeklappt
werden kann.
Die Axe C ist in zwei Oehren gelagert; die Rolle D ist mit Gummi, Filz oder anderem
Reibungsmaterial überzogen, und wenn die Nähplatte in die in Fig. 1 und 7 gezeigte Stellung
heruntergebracht ist, liegt diese Rolle auf der Peripherie des Triebrades E auf, welches mit
χ dem Fufs oder sonstwie gedreht wird. Dieses Rad' steckt auf einem cxcentrischen Zapfen c,
welcher in dem Rahmen des Tisches so verstellt werden kann, dafs das Triebrad dadurch
gehoben oder niedergelassen wird.
Das lose Ende der Nähplatte. A liegt auf elastischen Kissen d, welche an dem. Tisch befestigt
sind (s. Fig, 7); diese Kissen tragen theilweise das.Gewicht der Nähplatte und der daran
angebrachten Theile; dadurch wird der Druck, welcher die Frictionsrolle D in Berührung mit
dem Triebrad hält, verringert; doch wird die Reibung zwischen diesen zwei Rädern scbliefslich
durch die Verstellung der excentrischen Axe des Triebrades regulirt; dadurch wird der
Gang der Nähmaschine ruhig und gleichmäfsig gemacht. Die Lage der Nähplatte kann auch
durch eine Stellschraube d* (Fig. 7) regulirt
werden. Ist die Reibung zu grpfs und wird das Treibrad sehr schnell getrieben, so wird der Gang
der Nähmaschine zuckend und ungleich; bei zu schwacher Reibung wird der Nähmechanismus
zeitenweise stillstehen.
Von der Nähplatte A erhebt sich ein Träger F,
an dessen äufserem Ende eine Platte G befestigt
ist, welche die Führung für die Nadelstange/ bildet. Auf der Hauptaxe C steckt eine Curvenscheibe
J (Fig. 1), welche der Nadelstange die' Bewegung ertheilt, sowie auch eine Kurbel K,
welche den Schützentreiber L in Bewegung setzt.
Der Transporteur N arbeitet durch die Oeff- , nung e der Platte M (Fig. 3 und 8). Dieser
Transporteur ist so construirt, dafs er die Nadel umschliefst; daher ist die runde Form vorzuziehen.
Die Oeffnung e in der Platte ist rund, während der Hals /, welcher sich in der Mitte
der Oeffnung befindet, von einem Schieber g getragen wird (Fig. 1 und 2), welcher in die
Seite der Schützenführung eingelassen und mit einer Rinne zur Nadelführung versehen ist; der
Schieber kann herausgenommen und durch einen für eine gröfsere oder kleinere Nadel passenden
Schieber ersetzt werden. Die Oeffnung e ist von gröfserem Durchmesser, als der Transporteur,
so dafs derselbe sich nach jeder Seite bewegen kann, um den Stoff zu verschieben. Der
Transporteur N sitzt auf einer Stange i, welche mit einem Arm j durch ein Gelenk verbunden
ist (Fig. 8) und auf welche eine Feder k (Fig. 1 und 2) wirkt, die dazu dient, dieselbe auf einen
Kopf /, der auf dem Hebel m sitzt (Fig. 1*), niederzudrücken. Dieser Hebel drückt auf einen
Excenter oder Cylindercurve η auf der Hauptaxe und ertheilt dem Transporteur eine auf- und
abgehende Bewegung. Der Knopf / ist excentrisch und dadurch, dafs er gedreht wird, kann
der Transporteur mehr oder weniger über-die Oberfläche der Nähplatte gehoben und seine
Bewegung auf diese Weise dem Stoff aiigepafst werden. Eine Detailansicht des Knopfes / und
des Hebels m zeigt Fig. -i*. Der Knopf wird am besten sechseckig gemacht; derselbe kann
jedoch auch rund oder in irgend einer beliebigen dem Zweck entsprechenden Form oder. Gestalt
hergestellt werden. Er ist an dem Hebel vermittelst einer Stellschraube befestigt, so dafs er
bequem in irgend eine Stellung gebracht werden kann. Der Arm j ist mit einem länglichen
Schlitz «* (Fig. 2 und 8) versehen, in welchem ein viereckiger Block eingepafst ist, der durch
eine Schraube gehalten wird, sich jedoch um diese Schraube drehen kann.
Das innere Ende des genannten Armes bildet eine runde Höhlung, in welche ein Ring q
(Fig. 8) eingepafst ist; diesen Ring durchdringt ein schräger, prismatischer Schieber r, welcher
auf einer Axe j verschiebbar angebracht ist;
er dreht sich gleichzeitig mit der Axe. Eine Führung /° stützt den Arm/ (Fig. i) nahe dem
schrägen Schieber.
Die Axe ί ist durch Zahnräder / (Fig. 2) mit
einer Axe «· verbunden, an welcher ein Handgriff
ν befestigt ist (Fig. 1 und 3), welcher über
einer in' der. Nähplatte befestigten Platte w sich
bewegt, so dafs, wenn der Handgriff gedreht wird, die Axe ί mit dem Schieber r sich drehen
kann. In der Zeigerplatte befindei| sich eine Anzahl
Löcher a1 (Fig. 3) und der Handgriff ist mit
der Axe durch ein Charnier verbunden. In dem hinteren Ende des Zeigers befindet sich
ein Zapfen, welcher in eines der Löcher a' durch eine Feder gedrückt wird, und so verhindert,
dafs sich die Axe s willkürlich dreht.
Der schräge Schieber ;' ist mit einer runden
Nabe £'. versehen (Fig. 1,2 und 9); diese enthält
eine Rinne, welche die Enden der Schrau-■ ben c' aufnimmt, die in dem gabelförmigen Ende
der Schubstange O befestigt sind. Durch diese Einrichtung kann der schräge Schieber frei in
jeder Richtung bewegt werden, ohne aufser Eingriff mit der Schubstange zu kommen.
Diese Stange ist mit einem länglichen Schlitz«"
versehen, in welchen ein Stein e pafst, der mittelst einer Schraube al an einem Schieber/1
befestigt ist, so dafs derselbe sich an der Schraube drehen und auch in den Schlitz di schieben
läfst. Der Schieber/1 ist in eine Führung eingepafst (Fig. 1**), welcher in einem Träger h)
an der unteren Seite der Nähplatte angebracht ist; die Schraube gl ist vermittelst einer Stange /'
mit einer Schraube/1 verbunden, welche in das Ende der obengenannten Stange eingeschraubt
wird und im Rande der Nähplatte gelagert ist (Fig. 2), so dafs durch Drehen der Schraube
der Schieber /' gegen und von dem schrägen Schieber bewegt .wird, und. durch Veränderung
der Entfernung des Stützpunktes des Schiebhebels von dem schrägen Schieber wird der
Hub dieses Schiebers und folglich auch die Länge der Stiche geändert.
■Von dem Ende der Stange «' geht durch
einen Schlitz der Nähplatte ein Zeiger /■; wird die Schraube /' gedreht, so bewegt sich
dieser Zeiger an einer Scala /', welche am Fufse des Armes F (Fig. 1) angebracht und so einge-'
theilt ist, dafs sie die Anzahl der Stiche auf. einen Zoll angiebt. Das äufsere Ende der Schubstange
ist durch einen Zapfen /* mit einem • Schieber m' verbunden, der sich in einem in
dem Träger //' angebrachten Schlitz η' bewegt
und von welchem ein Stutzen vorsteht, der mit einer Rolle in die Curve der auf der Hauptaxe
C befindlichen Curvenscheibe 0' eingreift.
Wird die Hauptaxe gedreht, so wird der Schubstange eine oscillirende Bewegung ertheilt und
der schräge Schieber r vollführt eine hin- und hergehende Bewegung auf seiner Axe. Durch
diese hin- und hergehende Bewegung erhält der Arm / eine . oscillirende Bewegung und diese
Bewegung wird auf den Transporteur übertragen, so dafs letzterer den Stoff in einer Richtung vorschiebt,
welche von der Stellung des schrägen Schiebers r abhängt. Zugleich wird der Transporteur
während seiner Vorwärtsbewegung durch die Curvenscheibe ηl gehoben und wirkt so auf
den Stoff; geht der Transporteur zurück, so wird er durch sein eigenes Gewicht und durch die
Feder k niedergedrückt, so dafs er den Stoff frei läfst. Es ist ersichtlich, dafs die Gröfse der
Verschiebung der Arbeit |von dem Hube des schrägen Schiebers r abhängt, welcher durch
die Stellung des Drehpunktes von der Schubstange regulirt wird und dafs durch Drehung
des Keilschiebers r die Arbeit nach jeder beliebigen Richtung verschoben werden kann. Die
Richtung der Verschiebung ist somit vollständig in der Gewalt des Arbeiters und kann durch
Drehen des Handgriffes ν jeden Augenblick geändert
werden. Es ist ferner klar, dafs die Wirkung dieses Universal-Schiebapparates hauptsächlich
auf der Combination des Keilschiebers mit dem Hebel / beruht; diese Combination
kann auch zur Veränderung der Bewegung irgend einer anderen Vorrichtung einfach dadurch benutzt
werden, dafs man den Hebel / mit der Vorrichtung, deren Bewegung geändert werden
soll, in passende Verbindung bringt.
Das Druckstück /', welches zum gewöhnlichen
Nähen benutzt wird, wird am besten in runder Form hergestellt (Fig. 4), so dafs dasselbe mit
der runden Form des Transporteurs und der Oeffnung e in der Nähplatte übereinstimmt.
Dieses Druckstück hat sein Nadelloph in der Mitte, so dafs dasselbe, was auch die Richtung ■
der Schiebbewegung sein mag, auf beiden Seiten der Nadel auf den Stoff drückt.
Für gewisse Arbeiten ist jedoch ein Druckstück/1 vorzuziehen (Fig. 5, 6 und 6*), welches
mit zwei Nadellöchern q", qoi versehen ist.
Dieses Druckstück ist mit der Druckstange / durch eine Stellschraube r" verbunden und so ·
befestigt (Fig. 6*), dafs er umgedreht und in die in Fig. 5 und 6 gezeigten Stellungen gebracht
werden kann. Die untere Fläche des Schaftes , ist schräg, so dafs durch Drehen des Fufses
das vordere Ende desselben abwärts und das hintere aufwärts zu stehen kommt. Ein Knopf s°
am Schafte des Druckstückes dient dazu, denselben in der verlangten Stellung zu halten. ,
Aus den Fig. 5 und 6 ist zu ersehen, dafs dieses Druckstück auf entgegengesetzten Seiten der
Nadel auf den Stoff drückt; dadurch werden . Arbeiten, wie das Aufnähen einer Falte auf den
Rock eines Damenkleides bedeutend erleichtert, (Fig. 5Ψ). Wenn die Falte t" unter das Druckstück
(Fig. 5) gebracht ist, so kann eine Kante derselben angenäht werden, während der Haupttheil
des Druckstückes auf die Falte drückt; wenn aber der Rock auswärts bewegt wird, um
die.zweite Kante der Falte unter die Nadel zu bringen, so drückt blos die äufsere Kante des
Druckstückes auf die Falte und das Aufnähen ist dann sehr schwierig. Mit einem gewöhnlichen
Druckstück kann somit das Annähen der zweiten Kante der Falte blos dann mit Erfolg
Claims (15)
1. Eine mit einer Universal -Schiebvorrichtung versehene Nähmaschine, welche unterhalb
der Nähplatte liegt, im wesentlichen wie—" oben beschrieben.
2. Die Combination eines Keilschiebers mit
dem Stoffschieber einer Nähmaschine, im wesentlichen wie beschrieben.
. 3. Die Combination eines Keilschiebers mit einer Stange oder einem Hebel, der mit
irgend einem Mechanismus in Verbindung " steht, dessen Bewegung veränderlich sein
soll, im wesentlichen wie beschrieben.
4. Die Ringplatte in dem inneren Ende des ■, den Stoffschieber tragenden Armes, welche
mit einem Schlitz zur Aufnahme eines Keilschiebers versehen ist, der auf seiner Axe
verschiebbar ist, sich aber mit der Axe dreht, im wesentlichen wie beschrieben.
5. Die Verbindung einer Schubstange, deren Drehpunkt verstellbar ist, mit einem Keilschieber,
dessen runde Nabe mittelst einer Rinne mit dem gabelförmigen Ende der
Schubstange verbunden ist, im wesentlichen wie beschrieben. »
6. Die Verbindung eines excentrischen Knopfes mit dem Stoffschieber, um die Stellung des
Stoffschiebers zu der Nähplatte zu reguliren, im wesentlichen wie beschrieben. .
7. Die Vorrichtung eines Zeigers und einer Scala in Verbindung mit der Schubstange
und ihrem verstellbaren Drehpunkte, im wesentlichen wie beschrieben.
8. Die Vorrichtung eines Handgriffes, welcher auf einer passenden Platte sich bewegt und
durch Räderwerk mit der Axe des Keilschiebers verbunden ist, in Verbindung mit
dem Stoffschieber und der Schubstange, im wesentlichen wie beschrieben.
■ 9. Die Drücker mit doppelten Nadellöchern in
: Verbindung mit einem Stoffschieber, welcher . auf entgegengesetzten Seiten der Nadel auf
den Stoff wirkt, im wesentlichen wie beschrieben.
10. Das um die Nadelstange drehbare Druck-.
stück in Verbindung mit einem Universal-
. ; Schiebapparat, im wesentlichen wie ■ be-.
schrieben, ■ ■ . ·■ · .; :
11. Der drehbare Spulenträger und der drehbare
Drücker in Verbindung mit einer Nährria-
; · schine, im wesentlichen wie beschrieben.
12. Die Verbindung eines.flachen Stoffschiebers
mit der Universal - Schiebvorrichtung, im wesentlichen wie beschrieben.' .■-..·,
13. Die unterhalb der Nähplatte angebrachte
Schutzvorrichtung P2, um zu verhüten, dafs der untere Faden sich in dem Stoffschieber
fängt, im wesentlichen wie beschrieben. ·''■■■-.
14. Die Vorrichtung eines platten Randes/2 an
dem Stoffschieber, um zu verhüten, dafs der ;
; . untere Faden sich in den Zähnen des Schiebfingers
fängt, im wesentlichen wie beschrieben.
15. Die Vorrichtung eines, in die Brust der
" ;. Schützenführung eingefügten Schiebers g,
welcher mit einem Hals und einer Führung . . für die Nadel versehen ist, so dafs durch
■ Veränderung dieses Schiebers der Hals und die Führung der Dicke der jeweilig benutzten '
Nadel angepafst werden kann, im; wesentlichen wie beschrieben. . ' . .
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE940T | 1877-07-31 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE940C true DE940C (de) |
Family
ID=280667
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1877940D Expired - Lifetime DE940C (de) | 1877-07-31 | 1877-07-31 | Schiffchen-Nähmaschine mit allseitiger Vorschlebung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE940C (de) |
-
1877
- 1877-07-31 DE DE1877940D patent/DE940C/de not_active Expired - Lifetime
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