DE939892C - Verfahren zur Herstellung antigenreicher Impfstoffe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung antigenreicher Impfstoffe

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DE939892C DEL18593A DEL0018593A DE939892C DE 939892 C DE939892 C DE 939892C DE L18593 A DEL18593 A DE L18593A DE L0018593 A DEL0018593 A DE L0018593A DE 939892 C DE939892 C DE 939892C
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K39/00Medicinal preparations containing antigens or antibodies
    • A61K39/02Bacterial antigens

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  • Medicines Containing Antibodies Or Antigens For Use As Internal Diagnostic Agents (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung antigenreicher Impfstoffe Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung antigenreicher Impfstoffe.
  • Es ist bekannt, daß Impfungen eine spezifische Immunisierung im menschlichen und tierischen Organismus gegenüber gewissen Krankheitserregern verursachen können. Diese Immunisierung rührt von Antigenen her, die fähig sind, aktive Antikörper zu bilden. Antigene, denen man im allgemeinen eiweiß artigen Charakter zuschreibt, haben die Eigenschaft, sich mit den entsprechenden Antikörpern nach einem unbekannten Mechanismus zu verbinden, wobei sie einen immunisierenden Komplex bilden.
  • Es ist von größter Bedeutung, bei der Herstellung der Impfstoffe die Denaturierung der Antigene zu vermeiden, da diese für die Bildung des immunisierenden Komplexes unerläßlich sind.
  • Bisher stellte man Impf stoffe aus abgeschwächten Lebendkulturen der Krankheitserreger her.
  • Man beschränkte sich auf eine Abschwächung durch andauernde Nährbödenpassagen oder durch Wirtswechsel, wobei durch die Anwendung von Chemikalien zur Abtötung der Bakterien, gleichzeitig 4ie Antigene denaturiert wurden.
  • Alle bisher bekannten Pilzwirkstoffe schädigten nicht nur die Bakterienzelle, sondern auch das Antigen, das ein Bestandteil der Bakterienzelle ist und dem sicherlich eine ganz bestimmte chemische Struktur zukommt.
  • Es wurde nun gefunden, daß unter allen Pilzwirkstoffen das Patulin und seine Derivate eine ganz besondere Stellung einnehmen. Diese besitzen nämlich die Eigenschaft, - die Bakterienzelle zu töten, ohne das Antigen zu denaturieren. Hierauf beruht die vorliegende Erfindung.
  • Es ist zwar bekannt, daß das Patulin eine abtötende Wirkung gegenüber einzelnen Bakterienarten hat. Seine Eigenschaft, trotz der bakterienabtötenden Wirkung die Antigene zu erhalten, war jedoch bisher unbekannt. Diese hervorragende Eigenschaft haben die anderen bekannten Pilzwirkstoffe, wie Streptomycin, Aureomycin u. a. aber nicht, obwohl sie gegenüber Brucellen und anderen pathogenen Keimen ebenfalls abtötende Wirkung Wirkung besitzen.
  • Die Erfindung bezweckt die Herstellung von Impfstoffen, wobei man von der überraschen den Eigenschaft des Patulins und seiner Derivate Bakterienkeime abzutöten, ohne die Antigene zu verändern oder zu denaturieren Gebrauch macht.
  • Die Erfindung betrifft demnach ein Verfahren zur Herstellung antigenreicher Impfstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß man von pathogenen Keimen durch Ausleseverfahren eine Mutante gewinnt, die einen hohen Antigengehalt besitzt, und die man durch Anwendung von Patulin oder eines seiner Derivate abtötet, ohne dabei das Antigen zu denaturieren.
  • Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird in eine Io9 bis Io12 pro ccm gegenüber Patulin oder einem seiner Derivate empfindliche Bakterienkeime enthaltende Suspension eine solche Menge dieses Antibiotikums eingetragen, so daß die Bakterienkeime vernichtet werden. Hierbei muß ein Uberschuß des Patulins oder eines seiner Derivate im Verhältnis zu der benötigten Menge vermieden werden, damit die Abtötung der Bakterien vollständig ist.
  • Das Patulin hat eine abtötende Wirkung gegenüber verschiedenen Bakterienarten, z. B. Brucella abortus, Typhusbakterien, Tuberkelbakterien u. a.
  • Die verschiedenen Bakterienarten sind aber wieder in verschiedene Stämme aufgeteilt, z. B. beim Brur cella abortus die S-Stämme und R-Stämme. Selbstverständlich ist die Konzentration an Patulin, die notwendig ist, um eine abtötende Wirkung auf die einzelnen Bakterienarten auszuüben, verschieden.
  • Diese Konzentration an Patulin kann nur festgestellt werden, wenn man eine Vorprüfung.der Empfindlichkeit des Bakterienstammes gegenüber Patulin macht.
  • Im folgenden werden einige Ausführungsbeispiele mitgeteilt, die jedoch den Umfang der Erfindung nicht einschränken stollen.
  • Beispiel I Herstellung eines Antibrucella-Impfstoffes Man stellt einen Stamm Ma2, eine Abart des Stammes S (smooth) der Brucella abortus nach einem bekannten Verfahren in einer Bouillon dar.
  • Wenn die maximale Entwicklung erreicht ist, werden die Bakterien aus ihren Kulturen durch Zentrifugieren entfernt. Das durch Zentrifugieren erhaltene Produkt wird darauf mittels eines Tampons und einer Flüssigkeit von einem pH-Wert von 6,5 abgewaschen, um die Bakterien der Nährflüssigkeit zu entfernen, die zu ihrem Wachstum gedient hat.
  • Die auf diese Weise von der Nährflüssigkeit befreite untere Schicht des Zentrifugierungsproduktes wird in einem sterilen Mittel suspendiert, so daß die Bakterienkonzentration Io9 bis Io12 Keime pro ccm beträgt. Man gibt hierauf Patulin in genügender Menge hinzu, um die Abtötung der Bakterien zu vervollständigen, wobei jedoch ein Überschuß vermieden wird. Die Patulin enthaltende Bakteriensuspension wird hierauf in einen Eisschrank während S Wochen bis zum Erhalt eines Autolysats gestellt.
  • Nach dieser Zeit wird eine Probe entnommen, um festzustellen, ob alle Bakterien abgetötet sind und die Autolyse vollständig ist. Zu diesem Zweck kann man z. B. eine Probe des Autolysats auf eine für das Wachstum der Brucella abortus geeignete Nährlösung übertragen. Falls das Abtöten der Keime und die Autolyse vollständig sind, ist das Ergebnis der Kultur negativ.
  • Man gibt dem Autolysat 0,5 bis I O/o Aluminiumhydroxyd hinzu, das nach dem Verfahren von M y r -beach und B arm an n (Handbuch der Enzymforschung) hergestellt wurde. Hierauf wird das mit dem Aluminiumhydroxyd versetzte Autolysat während 24 Stunden geschüttelt, um die Adsorption des Antigens an dem Hydrat zu bewirken.
  • Zur Feststellung, ob alles Antigen an dem Aln miniumhydroxyd adsorbiert ist, wird eine Fraktion der nach dem Schütteln erhaltenen Suspension entfernt. Diese Fraktion wird zentrifugiert und das Filtrat Mäusen injiziert, denen man eine letale Dosis Brucella abortus hierauf einimpft. Falls die Mäuse diese Behandlung überstehen, hat man den Beweis, daß das betreffende Filtrat noch Antigene enthielt und daher die Adsorption der Antigene an dem Aluminiumhy.droxyd unvollständig war. Wenn dagegen die Mäuse sterben, kann man annehmen, daß die Antigene im wesentlichen vollständig absorbiert waren.
  • In diesem Fall erhält man einen Impfstoff, der bei der Verwendung bei Tieren diesen eine langdauernde Immunität gegenüber der Infektion durch Brucella abortus verleiht. Die Herstellung der Impfstoffe muß selbstverständlich ohne die Einwirkung von Fremdkeimen erfolgen.
  • Beispiel 2 Herstellung eines Antibrucella-Impfstoffes Man verfährt wie in Beispiel 1, nur wird an Stelle von Patulin das Thiosemicarbazon des Patulins verwendet.
  • Beispiel 3 Herstellung eines Antityphus-Impfstoffes Man verfährt wie im Beispiel 1 oder 2, wobei man von einem Typhusbazillenstamm- von bekannter antigenischer Eigenschaft ausgeht.
  • Beispiel 4 Vergleichsversuche mit verschiedenen Impfstoffen Bei den Versuchen werden folgende Produkte verwendet: a) Impfstoff, der nach Beispiel I erhalten wurde, b) Impfstoff Buck I9, c) Pseudo-Impfstoff, der nach Beispiel I, jedoch unter Verwendung von Streptomycin an Stelle von Patulin erhalten wurde.
  • Zwei Dosen von je I ccm der obigen Produkte a) und c) werden mit einem Zwischenraum von einigen Tagen jungen Rindern injiziert, die keine Brucellose haben. Nach bekanntem Verfahren werden 5 ccm Impfstoff Buck 19 (b) jungen Rindern injiziert, die frei von Brucellose sind. Nach einigen Wochen wird Serum von den 3 Gruppen der geimpften Tiere entfernt. Mäuse werden hierauf mit 2 x 0,1 ccm Serum mit einem Zwischenraum von 10 Tagen geimpft. Nach der Impfung mit dem Serum erhalten die Mäuse eine letale Dosis Brucella abortus.

Claims (2)

  1. Durchschnittsprozentsatz Produkte der überlebenden Mäuse Impfstoff gemäß Erfindung i # 98 OIo Impfstoff Buck In....... 19 i 30 Io Pseudo-Impfstoff (mittels Streptomycin) 5-10 °/0 PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung antigenreicher Impfstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß man von pathogenen Keimen durch Ausleseverfahren eine Mutante gewinnt, die einen hohen Antigengehalt besitzt, und die man durch Anwendung von Patulin oder eines seiner Derivate abtötet, ohne dabei das Antigen zu denaturieren.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in eine IOg bis 1012 pro ccm gegenüber Patulin oder einem seiner Derivate empfindliche Bakterienkeime enthaltende Suspension eine solche Menge dieses Antibiotikums einträgt, daß die Bakterienkeime abgetötet werden.
    Angezogene Druckschriften: Chem. Zentralblatt, 1950, II., 63.
DEL18593A 1953-04-25 1954-04-18 Verfahren zur Herstellung antigenreicher Impfstoffe Expired DE939892C (de)

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