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Fallscheiben-Ständer Bei Schießübungen, insbesondere auf Figurenscheiben,
die in unterschiedlichen Entfernungen und an verschiedenen Punkten im Gelände aufgestellt
sind, ist es für den Schützen oder die ihn kontrollierende Person von großem Wert,
wenn sofort deutlich erkennbar ist, ob der Schuß ins Ziel gekommen ist oder nicht.
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Es gibt Schießstandeinrichtungen, bei denen solche Feststellungen
ohne weiteres möglich sind, nämlich bei stationären Anlagen, bei denen die Ziele
mit Kleinkaliber- oder Luftgewehrmunition beschossen werden. Hierbei sind die Ziele
in einer kürzeren, und zwar meistens gleichbleibenden Entfernung in Form von Fallfiguren
aufgestellt, die bei Treffern nach hinten umfallen. Solche Fallfiguren sind zu diesem
Zweck in ihrem Fußteil leicht schwenkbar gelagert und werden, wenn sie durch Schwenken
aufgerichtet sind, durch irgendein Arretierungsmittel gehalten. Die umgefallenen
Zielfiguren werden in einfachen Fällen immer wieder von Hand aufgerichtet, bei einigen
bekannten Einrichtungen aber auch durch Seilzüge, die von irgendeiner Stelle aus
bedient werden. Ein Nachteil solcher Fallfiguren ist, sofern sie im Freien Anwendung
finden, daß infolge ihrer großen Fläche die Möglichkeit besteht, daß Windstöße sie
ebenfalls zum Umfallen bringen, also ohne daß ein Geschoß getroffen hat.
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Für den Beschuß mit scharfer Munition, beispielsweise aus Militärgewehren,
eignen sich solche bekannten Einrichtungen nicht.
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Zielfiguren, die für den Beschuß mit scharfer Munition Anwendung finden,
werden in der Regel für Durchschuß eingerichtet und demzufolge vorteilhaft aus Sperrholz,
Preßspan od. dgl. hergestellt.
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Die Erfindung soll ausschließlich für solchen Beschuß in Anwendung
kommen, bei dem die im Freien in unterschiedlicher Entfernung aufgestellten
Zielfiguren,
die umlegbar sein sollen, mit normaler Infanteriemunition, Jagdmunition oder Munition
mit gleicher Wirkung beschossen werden. Hierfür gibt es bereits Zielscheiben-Ausführungen,
die sich beim Auftreffen eines Geschosses nach vorn oder hinten umlegen und von
einer am Standort des Schützen oder sonstwo gelegenen Kommandostelle so beeinflußt
werden, daß sie sich wieder- aufrichten. Die Zielfiguren können dabei auf- und niedergeklappt
werden, ohne daß die Schützen die hierfür notwendigen Handlungen sehen und dementsprechend
vorbereitet sind.
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Eine bekannte Einrichtung zum gleichen-Zweck,-die auch den dabei gestellten
Anforderungen entspricht, ist in ihrem gesamten Aufbau, auch rein schaltungsmäßig,
soweit die elektrische Einrichtung in Frage kommt, ziemlich kompliziert, ist deshalb
unübersichtlich und erfordert zur Instandhaltung elektrisch geschulte Fachkräfte,
die oft nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Nachteilig ist bei dieser
bekannten Einrichtung vor allen Dingen, daß für das Aufrichten umgelegter Zielfiguren
ein Elektromotor notwendig ist. Irgendwelche Einrichtungen, die es verhindern, daß
beieinsetzendem Winddruck ein unbeabsichtigtes Umkippen der Zielfiguren erfolgt,
sind bei dieser bekannten Einrichtung nicht vorhanden, im übrigen auch nicht anbringbar,
ohne das System grundsätzlich zu verändern.
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Vorrichtungen, die der Einwirkung von Winddruck entgegenwirken, sind
zwar an sich bei einfachen ,Zielscheiben-Ausführungen, vornehmlich bei solchen,
die wieder von Hand aufgerichtet werden, bekannt, sind aber in ihrem Aufbau derart,
daß sie für Zielscheiben-Einrichtungen, die von einem Kommandostand umgeklappt und
aufgerichtet werden sollen und elektrisch bedient werden, nicht verwendbar.
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Außer elektrisch zu betätigenden Zielscheiben-Einrichtungen; bei denen
wahlweise von einer Kommandostelle aus die Scheiben aufgerichtet, aber auch bewußt
umgelegt werden können und solchen Einrichtungen, die die Scheibe lediglich von
Hand oder durch Seilzüge aufrichten, gibt es noch solche, bei denen das Aufrichten
der Zielscheiben durch ein aufgezogenes kräftiges Federwerk bewirkt wird, die Auslösung
des Federwerkes selbst aber durch ein Magnetsystem erfolgt, durch welches Sperrklinken
ausgerückt werden.
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Schließlich gibt es noch eine Zielscheiben-Einrichtung, allerdings
auch nur eine von Hand zu betätigende, bei der zwei übereinstimmende Zielfiguren
unmittelbar hintereinander, aber auf einer gemeinsamen Schwenkachse sitzen. Bei
dieser bekannten Einrichtung wird das Ausrücken der Sperrung, die das umbeabsichtigte
Umfallen der vorderen Zielscheibe verhindern soll, erst bewirkt, wenn das Geschoß
auf der hinteren Scheibe aufschlägt. Diese bekannte Einrichtung ist aber in ihrem
ganzen Aufbau ziemlich primitiv und wird unbrauchbar, wenn die Sperrorgane, die
bei dieser Ausführung in der Zielscheibenfläche liegen, durch Geschoßeinwirkung
beschädigt werden. ' Der Anmeldegegenstand hat sich nun die Aufgabe gestellt, die
für den Besichuß mit Infanteriegewehrmunition oder gleichwertiger Munition bestimmten
Zielfiguren ebenfalls als Fallfiguren auszubilden und diese Figuren in bekannter
Weise mit Ständer-Einrichtungen so in Verbindung zu bringen, daß sie an jeder beliebigen
Stelle im Gelände aufstellbar sind und von einer Kommandostelle aus kontrollierbar
und bedienbar sind, wobei erreicht werden soll, mit einfachen Mitteln die Vorrichtungen
für das Halten, Umlegen und Wiederaufrichten der Figuren so zu gestalten, daß beispielsweise
durch Winddruck ein unbeabsichtigtes Umlegen der Zielfiguren nicht möglich ist und
das Wiederaufrichten der Figuren von einer Kommandostelle aus oder vom Schützenstand
aus ohne weiteres möglich ist. _ Um das zu erreichen, sind die Haltevorrichtung
für die Fallscheibe und das in bekannter Weise elektrisch beeinflußbare Umlege-
bzw. Aufricht-Aggregat erfindungsgemäß besonders ausgebildet.
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.Um die Zielfigur in der aufgerichteten Stellung zu halten, kommt
erfindungsgemäß eine hinter einen Quersteg des schwenkbaren Zielfiguremhalters einrastende
Arretiierungsklinke in Anwendung, die schwenkbar am Anker eines Elektromagneten
angebracht ist, der im Stromkreis eines impulsempfindlichen Stromunterbrechers liegt.
An die Arretierungsklinkegreift, gemäß der Erfindung eine Zug-oder -Drehfeder an,
die- bei Außersüromsetzen das schnelle Hochschwenken der Arretierungsklinke bewirkt.
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Es kommt dabei-ein Stromunterbrecher in Anwendung, bei dem erfindungsgemäß
eine mit dem Fallfigurenhalter in Verbindung stehende federnde Dauerkontaktzunge
die relativ langsame Schwenkbewegung des Halters (z. B. als Folge von Winddruck)
mitmacht und so den Kontakt aufrechterhält, während bei einem beschleunigten Impuls
(z. B. als Folge eines Dürchschuss-es der Zielfigur), welchem der eine schwerere
Kontaktteil infolge Massenträgheit nicht so schnell folgen kann, eine kurze aber
hinreichende Stromunterbrechung erfolgt.
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Gemäß weiterer Ausbildung der Erfindung greift an der Achse des schwenkbaren
Haftezs der Zielfigur über eine Scheibe, ein Segment od. dgl. ein Zugseil an, das
mit seinem entgegengesetzten Ende mit dem Anker eines Elektromagneten in Verbindung
steht, der, wenn erregt, den Zielfigurenhalter aufrichtet. Schließlich ist noch
die Einrichtung getroffen, daß durch einen im Stromkreis der Arretierungseinrichtung
liegenden elektrischen Druckkontakt an der Kommandostelle das Aufrichten der Fallfigur
optisch,- beispielsweise durch eine Lichtquelle, angezeigt wird.
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In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise skizzenhaft dargestellt.
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Fig. i zeigt die Gesamtanordnung der Teile; Fig. a zeigt in perspektivischer
Ansicht die Anordnung der impulsempfindlichen Kontakteinrichtung, die in der - Fig.
i bereits in vergrößertem Maßstab erkennbar ist.
Auf der Grundplatte
i des Scheibenträgers ist in den Gestellwänden 2 die Achse 3 leicht drehbar gelagert.
Mit der Achse 3 stehen die Haltearme ¢ in fester Verbindung, die zur Aufnahme der
Fallfigurscheibe 5 dienen. Auf der gleichen Achse 3 sind die nach unten ragenden
Arme 6 befestigt, die durch die Querstange 7 und den Steg 8 miteinander verbunden
sind. An der Breitseite des Steges 8 sitzt der ringförmige schwere Körper 9, an
welchem die Blattfeder io befestigt ist, die an ihrem nach innen ragenden Ende die
Knöpfe 11 trägt, welche den Kontaktstift 12 aufnehmen. Dieser Kontaktstift ist axial
verstellbar. Sein eines Ende steht mit der Gegenkontaktfläche 13 in Punktberührung.
An die Kontaktzunge io ist die Leitung 14 angeschlossen, die zu dem einen Pol 15
des Elektromagneten 16 führt. An die Gegenkontaktfläche 13 ist die Leitung 17 angeschlossen,
die, wenn kurzgeschlossen, zum anderen Pol i 8 des Elektromagneten i 6 führt. An
den Anker 19 des Elektromagneten 16 ist die Stange 2o angelenkt, die die winklig
abgebogene Arretierungsklinke 21 trägt. An die Stange 2o der Klinke 21 greift die
Zugfeder 22 an. Die Arretierungsklinke 21 rastet in aufgerichtetem Zustand der Fallfigur
5, wie es in den Fig. i und 2 dargestellt ist, hinter die Querstange 7 ein und hält
so die Fallscheibe 5 fest.
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Auf der Grundplatte i ist außerdem der Elektromagnet 23 befestigt,
dessen Anker 24 mit dem Zug-Mittel 25 in Verbindung steht. Das Zugmittel 25 greift
an dem Segment 26 an, das auf der Achse 3 der Schwenkeinrichtung ¢, 6 sitzt. Der
Elektromagnet 23 steht über die Zuleitungen 27, 28 mit einer Schalteinrichtung 29
dergestalt in Verbindung, daß beim Schließen des Stromkreises eine Erregung des
Magneten 23 herbeigeführt wird, die den Anker 2q. anzieht und über das Zugmittel
25 und Segment 26 die Traghebel q. entsprechend bewegt.
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Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende: Wird gegen die Fallscheibe
5 eine langsame Druckbewegung ausgeübt, so geht die Kontaktfeder io entsprechend
mit. An dieser Bewegung nimmt auch die an der Querstange 7 eingerastete Arretierungsklinke
21 teil, denn sie ist ja an dem Anker 19 des Elektromagneten 16 beweglich angelenkt.
Der Kontaktschluß ist also während solcher Bewegung, die sich relativ langsam vollzieht,
beibehalten. Tritt hingegen, z. B. beim Durchschießen der Fallscheibe, eine kurze
Erschütterung ein, also ein heftiger Impuls, so folgt die schwerere Masse der Kontakteinrichtung
wegen der Massenträgheit nicht in dem gleichen Tempo, und die Folge davon ist, daß
zwischen Kontaktstift i-- und der Gegenkontaktfläche 13 eine kurze Stromunterbrechung
eintritt. Dies hat zur Folge, daß die Stromunterbrechung für den Elektromagneten
16 auf ebenso kurze Zeit erfolgt. Der Anker i9 wird damit frei und bewegt sich nach
vorn. Das hat wiederum zur Folge, daß die Stange 2o eine Schwenkbewegung macht.
An dieser Schwenkbewegung nimmt auch die Sperrklinke 21 teil und gibt die Querstange
7 frei. Diese Funktion wird durch die Zugfeder 2o beschleunigend unterstützt, Da
die Art der Lagerung der Haltearme 4 und das Gewicht der Scheibe 5 so zueinander
abgestimmt sind, daß die Schwerpunktslage nach dem Aggregat hin liegt, so wird bei
Aufheben der Arretierung die Fallscheibe 5 im Sinne der eingezeichneten Richtungspfeile
nach dem Umleg- bzw. Aufrichtaggregat hin umkippen. Gegen die Haltearme wirkt der
Stift 30 eines Druckkontaktes 31. Verändern die Haltearme q. ihre Lage, so wird
der Druckkontakt 30, 31 freigegeben, und das hat zur Folge, daß der Stromkreis,
der bei 17 und 14 abgezweigt ist und normalerweise die Lichtquelle 32 zum Aufleuchten
bringt, unterbrochen wird. Da die Lichtquelle 32 in der Kommandostelle untergebracht
sein kann, so ist dort ersichtlich, daß die Fallscheibe 5 ihre Lage verändert hat,
also umgekippt ist. Soll die Fallscheibe wiederaufgerichtet werden, so wird durch
die Schalteinrichtung 29 der Stromkreis 27, 28 geschlossen und damit der Elektromagnet
23 erregt. Das hat zur Folge, daß der Anker 24 angezogen wird. Über das Zugmittel
25 und das Segment 26, das auf der Achse 3 der Schwenkarme q. starr befestigt ist,
wird die Fallscheibe 5 wiederaufgerichtet. Ist die Aufrichtung erfolgt, so wird
der Kontaktstift 3o des Druckschalters 3 i eingedrückt. Der Stromkreis ist damit
geschlossen, und die Lichtquelle 32 leuchtet wieder auf. Bei erfolgtem Einschwenken
der Arme 6, die auf der Achse 3 befestigt sind, rastet auch die Klinke 2 i wieder
ein, und damit ist der betriebs,-fertige Zustand wiedereingestellt.