DE92248C - - Google Patents

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DE92248C
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    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03FPHOTOMECHANICAL PRODUCTION OF TEXTURED OR PATTERNED SURFACES, e.g. FOR PRINTING, FOR PROCESSING OF SEMICONDUCTOR DEVICES; MATERIALS THEREFOR; ORIGINALS THEREFOR; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • G03F1/00Originals for photomechanical production of textured or patterned surfaces, e.g., masks, photo-masks, reticles; Mask blanks or pellicles therefor; Containers specially adapted therefor; Preparation thereof
    • G03F1/68Preparation processes not covered by groups G03F1/20 - G03F1/50

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Surface Treatment Of Glass (AREA)

Description

KAISERLICHES
Bekanntlich hat man seit langer Zeit danach gestrebt, eine Glasradirplatte für das Copiren auf Stein, Zink, Kupfer, Messing und dergl. zu erhalten. Diese Bestrebungen haben zu Herstellungsverfahren geführt, wie dieselben z. B. in dem Handbuch der Photographic von Pizzighelli (Halle 1892), Band 2, S. 443 ff. beschrieben worden sind. Doch haben die nach dem genannten Verfahren hergestellten Platten den Nachtheil, dafs sie eine bunt gefärbte oder schwarze Schicht besitzen, so dafs die darauf durch Radiren hergestellte Zeichnung nur im durchscheinenden Licht deutlich wahrgenommen werden kann. Der Zeichner ist daher gezwungen, auf einem photographischen Retouchirpult zu radiren. Auch mufs er sehr geübt sein, weil er die Zeichnung nur negativ sieht und niemals den wirklichen Effect beurtheilen kann. Obendrein verdirbt sich der Zeichner durch die bunten Schichten und durch das Sitzen im Dunkeln die. Augen. Auch läfst sich eine Pause nur schwer übertragen und haftet nicht auf der Schicht, so dafs während der Arbeit die Pause verloren geht. Ein wesentlicher Fehler ist ferner, nach Angabe des Erfinders, die zu dicke, zähe Schicht der Platte, welche zur Folge hat, dafs die Radirnadel wegreifst, aber nicht radirt. Endlich soll der leiseste Druck gekratzte Stellen verursachen, welche auf die Copie übertragen werden und ein verkratztes und unbrauchbares Bild erzeugen.
Alle diese Nachtheile sollen durch das vorliegende Verfahren zur Herstellung von Glasradirplatten beseitigt werden, welches im wesentlichen darin besteht, dafs durch verschiedene Chemikalien auf Glas eine we if se Schicht erzeugt und dieser nach dem Radiren mittelst trockener Dämpfe eine intensive Schwärzung gegeben wird.
Dieses Verfahren geht in der folgenden Weise vor sich. Eine Glasplatte übergiefst man zunächst mit einem eigens für diesen Zweck hergestellten jodirten Collodium. Die nun mit dieser Schicht versehene Platte wird in eine Schale, in welcher eine Lösung von 1 Theil salpetersaurem Silber in 1.5 bis 20 Theilen Wasser unter Zusatz von einer geringen Menge von Salpetersäure (auf je 1 1 der wässerigen Silberlösung 8 bis 12 Tropfen) gegossen ist, gelegt und den Einwirkungen des Tageslichtes ausgesetzt. Nachher bringt man dieselbe in eine zweite Schale, in welcher eine wässerige Lösung von Eisenvitriol mit geringer Menge von Schwefelsäure und Spiritus sich befindet. In dieser Schale verbleibt diese Platte kurze Zeit und hat dann, nachdem sie gut abgespült und besonders auf der Rückseite von Silberchlorür gereinigt worden, in der Draufsicht ein graubraunes, in der Durchsicht ein tiefbraunes bis schwarzes undurchsichtiges Aussehen. Hierauf kommt die Platte in eine dritte Schale, welche mit einer gesättigten Lösung von Quecksilbersublimat in Wasser gefüllt ist, in welcher sie so lange verbleibt, bis dieselbe in der Draufsicht ein weifses Aussehen erlangt hat. In der Durchsicht ist die Schicht dünn, jedoch undurchsichtig und vorerst noch nicht copirfähig. Um ein feines Radiren zu ermöglichen, wird die Platte jetzt mit Eiweifs oder Gummiarabicum übergössen (20 g flüssiges Eiweifs auf 100 g Wasser) und zum Trocknen
hingestellt. Die Platte ist jetzt äufserst fein, jedoch widerstandsfähig, um dem Zeichner ein vollständig freies Arbeiten zu gestatten. Statt der Eiweifs- oder Gummiarabicumlösung können noch andere Mittel genommen werden, sogar dünner Negativlack, doch haben die erstgenannten Mittel grofsen Vorzug. Nun ist die Platte so weit vorbereitet, dafs sie dem Zeichner übergeben werden kann. Die Zeichnung wird rechts auf der Platte ausgeführt. Mufs eine Zeichnung erst entworfen werden, so wird eine Skizze auf Papier gemacht und diese an den Rändern mittelst Wachs, Gummi oder dergl. befestigt. Hierauf zieht man die Striche der Skizze mit Bleistift oder Pausnadel nach, indem die etwaigen Correcturen gleichzeitig vorgenommen werden. Ein schwacher Druck genügt, um die Skizze scharf und deutlich auf die Radirplatte zu übertragen, ohne dafs die Rückseite des dicken oder dünnen Skizzenblattes mit Graphit oder Röthel bedeckt werden mufs. Ein Abpausen von der Zeichnung findet also nie statt, sondern nur ein Durchpausen der Zeichnung, daher eine grofse Zeitersparnifs. Ist die Zeichnung übertragen, so nimmt man dieselbe von der Platte ab und radirt mit englischer Ahle, Schaber, Stichel u. s.w. Erscheint die Zeichnung nicht, nach Wunsch, so kann man "beim Radiren nachhelfen, da die gepausten Striche bei dem späteren Copiren einen Einflufs nicht auszuüben vermögen. Handelt es sich um Radiren von Zeichnungen, auf welchen gleichmäfsige Linien, sogenannter Ton vorhanden sein soll, so wird zunächst die Freihandzeichnung ausgeführt, hierauf die Platte auf einer Unterlage befestigt und die geraden oder welligen Linien mit der Gravirmaschine gezogen. In dieser Weise kann z. B. beim Radiren von Ansichten auf feinen Briefköpfen oder Akten, Wechseln u. s. w. vorgegangen werden.
Da die radirte Glasplatte noch nicht copirfähig ist, so mufs sie, bevor die Radirung auf Stein, Zink, Kupfer, Messing und dergl. copirt werden kann, einer weiteren Behandlung unterworfen werden. Zu diesem Zweck wird die weifse, mehr oder weniger undurchsichtige Platte trockenen Dämpfen flüchtiger Chemikalien ausgesetzt. So bringt man z. B. auf dem Boden eines dicht schliefsenden Kastens einen mit Salmiakgeist gleichmäfsig getränkten Filz' oder eine Saugpappe an, über welche die Platte zu liegen kommt. Sobald der Kasten geschlossen ist, erhält die Schicht der Platte in kurzer Zeit eine vollständig schwarze Färbung, indem sich die Salmiakgeistdämpfe auf die mit Quecksilbersublimat imprägnirte Platte niederschlagen,« während die Radirung glasklar bleibt. Somit steht also die glasklare Zeichnung in einer durchaus undurchsichtigen dunklen Schicht, wodurch ein schnelles und sicheres Copiren ermöglicht wird. Legt man nun die Platte in den Copirrahmen und eine andere Platte darauf, so bleibt jene schwarz, so lange Luft nicht hinzutritt. Steht die Platte dann wieder frei, so verflüchtigen sich die Dämpfe angeblich vollständig wieder, so dafs die Platte dann wieder weifs aussieht.
Die nach der vorliegenden Erfindung angefertigten Glasradirungen lassen sich ohne Schwierigkeiten retouchiren, indem man die betreffenden Stellen mittelst eines Pinsels mit chinesischem Weifs bestreicht und hierauf nach dem Trocknen die Correctur vornimmt. Nach dem Schwärzen werden diese Stellen mit sibirischem Graphit eingerieben und dadurch schwarz gemacht. Weder das Glas noch die nebenstehende Zeichnung nimmt Graphit an.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Glasradirplatten zum Zeichnen von Negativen, dadurch gekennzeichnet, dafs eine Jodsilber-Collodiumplatte gleichmäfsig belichtet und darauf mit einem Eisenentwickler behandelt und schliefslich mit einer Quecksilberchloridlösung gebleicht und eventuell mit Eiweifslösung oder dergl. überzogen wird, worauf nach dem Radiren eine Schwärzung der Schicht durch Ammoniak vorgenommen werden kann, zu dem Zweck, die Platte für das Copiren brauchbar zu machen.
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