DE92133C - - Google Patents

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DE92133C
DE92133C DENDAT92133D DE92133DA DE92133C DE 92133 C DE92133 C DE 92133C DE NDAT92133 D DENDAT92133 D DE NDAT92133D DE 92133D A DE92133D A DE 92133DA DE 92133 C DE92133 C DE 92133C
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    • GPHYSICS
    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10BORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
    • G10B1/00General design of organs, harmoniums or similar wind musical instruments with associated blowing apparatus
    • G10B1/02General design of organs, harmoniums or similar wind musical instruments with associated blowing apparatus of organs, i.e. pipe organs
    • G10B1/06General design of organs, harmoniums or similar wind musical instruments with associated blowing apparatus of organs, i.e. pipe organs with pneumatic action

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PAUL IBACH in BARMEN. Pneumatische Orgel.
Durch die vorliegende Erfindung ist eine rein pneumatische Kirchenorgel geschaffen, deren innerer Mechanismus aus rein pneumatisch bethätigten und ebenso wirkenden Verbindungen, Steuerungen und Uebertragungen, Luftdruck ein- und auslassenden Organen und Constructionstheilen besteht, unter Ausschkifs von Wellen, Abstracten, Winkeln, Federn, Drähten und Stechern u. dergl. bisher bekannten Theilen. Die möglichst einfache und dauerhafte Construction aller Theile ist dadurch erreicht worden, dafs aufser dem für jede Taste nöthigen Tastenventil nur noch Membranen, Ventile, Wind vertheilende Relais, ebenfalls aus Membran mit Ventil bei gröfseren Entfernungen und schliefslich besondere vierseitig nachgiebige Spielmembranen bei den Pfeifen zur Verwendung kommen, so dafs zwischen den Tasten und diesen Spielmembranen keine mechanische Verbindung angewendet wird; ferner dadurch, dafs auch das ■ Herauslassen der eingeschlossenen Arbeitsluft beim Loslassen der Tasten durch die Relaisventilchen und bei dem Loslassen der Pedale ebenfalls unter Vermeidung von Windverlust und bei Abwesenheit von Federn oder von Gewichtswirkungen einzelner Theile rein pneumatisch gesteuert wird. Die Ventilchen sind dabei nicht durch Stecher bethätigt, sondern nur mit Seidenfäden an den Membranen der Relais befestigt.
Gegenüber den mechanischen oder mit theilweise pneumatischen Organen ausgestatteten Orgeln hat diese rein pneumatische Orgel nach Ansicht des Erfinders die erheblichen Vorzüge einer beliebig leichten, elastischen und ganz geräuschlosen Spielart und Registratur; die Anwendbarkeit aller möglichen Verbindungszüge giebt dem Organisten die weitgehendste Herrschaft über die Orgel, und die Herstellung der Werke ist einfacher und billiger.
Die allgemeine Einrichtung dieser rein pneumatischen Orgel hat folgende Haupteigenschaften :
Jede Taste hat aufser dem Tastenventil nur eine unter jeder Pfeife befindliche Spielmembran, die durch ihre eigenartige, ein cubisches Luftpolster bildende Form ausgezeichnet sind und daher nicht durch atmosphärische Einflüsse in ihrer tadellosen Function behindert werden. Dieselben schliefsen ausnahmslos unmittelbar unter den Pfeifenfüfsen ohne irgend welche Verführungen und Conducten, wodurch eine grofsartige Fülle und Klarheit des Tones erzielt werden soll; jede einzelne Membran kann von der unteren Ladenseite aus bequem herausgenommen und gereinigt werden, wobei auch vom Pfeifenloche aus jede Membran zur Entfernung von Schmutztheilchen , mit einem kleinen Pinsel abgefegt werden kann; die Windladen können als Röhrenladen und auch als Kastenladen gebaut werden; in der gezeichneten Darstellung sind dieselben als Registercanzellenlade ausgeführt. Dabei spricht durch die grofse Beweglichkeit der Membranen unter allen Umständen jede Pfeife auch beim schnellsten
Tremolospiel sicher und schnell an, ein Ausbleiben oder Nachschleppen der Töne ist ausgeschlossen.
Diese Ergebnisse sollen auf rein pneumatischem Wege durch die in der beiliegenden Zeichnung dargestellte Zusammenstellung der Orgel erzielt werden. Es stellt dar:
Fig. ι einen senkrechten Querschnitt des Klaviaturschrankes,
Fig. 2 einen senkrechten Querschnitt der Registersteuerung (Relais) nebst theilweisem Schnitt einer rein pneumatischen Windlade und der Spielrelais,
Fig. 3 einen senkrechten Querschnitt durch die Registercanzellenlade der Windlade, mit Spielrelais, Spielkanälen und vierseitig nachgiebigen Spielmembranen,
Fig. 4 eine theilweise Draufsicht auf die Windlade mit Spielrelais und Spielkanälen für drei Register (es sind nur sechs Pfeifen jedes Registers gezeigt),
Fig. 5 einen Querschnitt durch eine Pfeifendocke mit vierseitig nachgiebiger Spielmembran,
Fig. 6 einen Querschnitt einer Windsleuerung (Relais) für einen Registerkanal nach I-1 von Fig. 2.
'Fig. 7 zeigt den oberen Theil der Fig. ι in gröfserem Mafsstabe.
Der Klaviaturschrank ist mit zwei Manualen dargestellt; dem vorhandenen Raum entsprechend, sind hinter den Klaviaturen die Gliederungen in hinter einander gelegte, mit C für. weifse und Cis für schwarze Tasten bezeichnete Abtheilungen eingetheilt, für jedes Manual, sowie für Pedale besonders, so dafs C und Cis, Cx und Cisx den Manualen und CxI und CisxI den Pedalen entsprechen, CxU und Cisx11 ebenfalls den Pedalen angehören.
Die Manualclavis α und a1 heben beim Niederdrücken die Ventile b und b1 und c und c1, indem sie gleichzeitig sich mit ihren oberen Endflächen gegen die Oeffnungen e d e1 dl legen und dicht abschliefsen. Die in den Kanälen ff1 ständig befindliche Druckluft nimmt ihren Weg aus f durch gl g2 g3 4 g5 g7 gs bezw. aus fl durch glx g2x g3x gix ghx güx g&x^ indem sie unterwegs die elastisch freien Lederzungen h h1 h'2 bezw. hx hlx h2x gegen die gegenüberliegenden Oeffnungen prefst; von gs und gSx führen dann dünne Röhren bis zu den später zu beschreibenden Windladen der beiden Manuale und schliefsen in Fig. 3 und 4 bei 18 an dieselben an, so dafs jede Taste ihren Kanal von gl an bei einem, ihren Kanal von glx an beim anderen Manual besitzt, die bei 18 an die Spielrelais der Windlade der Manualregisterpfeifen anschliefsen. Die von den .Cis - Tasten der Manuale beherrschten Kanäle sind genau ebenso wie die beschriebenen in den Theilen Cis, Cisx angeordnet, für die Manuale sind sie bei Cis und Cisx punktirt in Fig. 1 angegeben; die gleichartig in Cis1 und Cisx!I angeordneten Kanäle sind, um Complication zu vermeiden, weggelassen.
Die Pedalcia vis i (Fig.· 1) lassen beim Niederdrücken die Ventile k sich schliefsen, die im Windkanal / befindliche ständige Druckluft kann nicht mehr durch Bohrung m auf die Membran η drücken und dadurch Bohrung ο geschlossen halten. Dagegen kann sie jetzt ungehindert durch die Bohrung ο nach o1 und weiter durch o2 o3 o5 gehen, von wo sie durch enge Röhren bis zur Pedallade geht. Hierbei wird durch das Aufblasen der Membran η das mit derselben verbundene Ablafsventil u> durch den Zug der Membran auf den Faden, der von der Membran aus, durch o1 durchgehend, am Ventil w befestigt ist, geschlossen gehalten. Beim Loslassen des Pedalclavis i strömt die Druckluft aus Z wieder durch das sich alsdann geöffnet findende Ventil k, Bohrung m hinter die Membran n, welche dabei die Oeffnung von o1 verschliefst und den Faden nach n> locker macht, wobei der in den Röhren, o2 o3 o5 u. s. w. noch befindliche Wind das Ventilchen w öffnet und entweicht.
Beim Ziehen der Pedalkoppel zum ersten Manual wird die in dem Gehäusepl (der Cxl- und Cisxl-Gliederung) befindliche Druckluft entlassen; es strömt alsdann beim Treten der Pedaltaste i die Druckluft aus dem Kanal / in der oben beschriebenen Weise nach o5, wie vorher, gleichzeitig aber auch durch o6 und unter der jetzt ohne Gegendruck stehenden Membran q1 in Gliederung cxI her durch o7 nach gf'x und gSx zur ersten Manualwindlade; unterwegs wird die elastisch freie Lederzunge /z2x gegen die gegenüberliegende Oeffnung gix dicht angeprefst, so dafs keine Druckluft nach der ersten Manualklaviatur rückwärts entweichen kann. Beim Abstellen der Pedalkoppel tritt in den Raum pl wieder Druckluft ein und die Membranen ql schliefsen die Oeffnungen o7 os, so dafs die Pedaldruckluft aus / nicht mehr nach g6x g&x und weiter zur Windlade gelangen kann.
Die Koppel des ersten zum zweiten Manual hat dieselbe Einrichtung wie die Pedalkoppel, die Buchstaben sind in der Fig. 1 für diese Gliederung und Kanäle dieselben wie für die vorhergehende Beschreibung der Koppel zum ersten Manual, nur dafs die χ Coefficienten wegfallen. Die durch gix und g5x tretende Druckluft kann nicht auf das Pedal wirken, weil die elastisch freien Lederzungen hix die Oeffnungen nach o7 verschliefsen, selbst wenn in p1 keine Druckluft (gezogene Pedalkoppel) wäre. Wohl aber tritt beim Ziehen beider Koppeln, des ersten zum zweiten Manual und der Pedalkoppel, die Pedaldruckluft durch g9x
nach g-8 und gSx, so dafs beide Manuale mitklingen, weil beim Ziehen der Manualkoppel vom ersten zum zweiten Manual auch in ρ keine Druckluft ist und der Kanal g9x nebst den zur elastisch freien Lederzunge /?2 führenden Kanälen durch die Membran q nicht geschlossen sind.
Die Octavkoppeln der beiden Manuale treten in Tha'tigkeit, wenn in die Kanäle r1 und r Druckluft eingelassen wird. Werden nun die Tasten α α1 niedergedrückt, so heben sich die Ventile cc1 und die Oeffnungen bei ee1 werden geschlossen. Die Druckluft strömt dann in die Kanäle Ss1S2S3 und slx, s2x, s3x, wobei die horizontalen Leitungen von s'2 nach s3 und von s2x nach six nicht geradeaus in der Tastenlängsrichtung liegen, sondern schräg rechts oder links gehend, eine Octave höher oder tiefer, je nachdem dafs Bafs- oder Diskantkoppeln vorhanden, geführt sind und durch Schliefsen der elastisch freien Lederzangen h und hx (für die Cw-Töne also hl und hlx) nach gs und g8x gehen, so dafs also die aus r1 und r kommende Druckluft eine Octave höher zur Wirkung kommt, ohne dafs dort auch eine Taste niedergedrückt wird. Werden die neben einander liegenden Registraturzüge A (Fig. i) um ein gewisses Mafs, z. B. 32 mm herausgezogen, so stehen die in genügender Weise durch in angedeutete Bohrungen P eingesetztes Blei z. B. beschwerten Schleifen B, die durch Arme A1 mit A verbunden sind, mit ihrer Windleitung D genau über verticalen Kanälen F und F1. Beständig im Windkanal E, von welchem F ausgeht, vorhandene Druckluft strömt dann durch- FD F1 F2 F3, preist die elastisch freie Lederzunge G dicht auf die gegenüber befindliche Oeffnung der Bohrung H'2, geht dann durch F* und wirft die Lederzunge G1 ebenfalls dicht auf die gegenüberliegende Oeffnung, die nach Q2 führt, und geht weiter durch -F5 und F0 nach der Windlade, wo die Druckluft, in Fig. 2 bei 2, in eine pneumatische Steuerung (Relais) eintritt und die betreffenden Registerventile öffnet, welche nachher beschrieben werden (Fig. 2 und 6).
Der Rollschweller K in dem Kanal E (Fig. 1) arbeitet in bekannter Weise. Wird die mit den erforderlichen Einkerbungen bezw. neben einander liegenden Excenterleisten versehene Rolle K gedreht, so öffnen sich nach einander in der bestimmten Reihenfolge die neben, einander angeordneten Winkelventile L. Die ständig in E befindliche Druckluft tritt dann durch die Oeffnungen M in die Leitungen F1 und weiter, wie oben beschrieben, durch F2 F3 F4 zu den Windladen in die Relais zur Steuerung der betreffenden Register, die somit successive ins Spiel eintreten, oder die Druckluft kann auch von hier zu den Koppelvorrichtungen ρ p1 r r1 eingelassen werden.
Das volle Werk.wird durch einen Registerzug, welcher Druckluft in den Kanal JV (Fig. 1) bringt, bethätigt. Diese Druckluft strömt dann durch (20.1Q2, wirft die Lederzunge G1 auf die gegenüber befindliche Oeffnung, geht weiter durch F5 und F6 nach Relais an den Register-Windladen und den Koppelvorrichtungen, wodurch das ganze volle Werk zum Erklingen gebracht werden kann, gleichviel welche anderen Register gezogen sind oder nicht.
Combinationen nach Belieben werden durch nur ungefähr halbes Herausziehen beliebiger Registratur und Koppelzüge erzielt, wobei die Windleitung in der Schleife B sich ganz oder theilweise mit ihren unteren Mündungen über die Kanäle H und H1 stellt, so dafs die in den Kanal eingelassene Druckluft durch HH0H1 und H'2 strömt, die Lederzunge G auf die gegenüberliegende Oeffnung von F3 drückt und dann weiter durch F4 und mit Andrücken der Lederzunge G1 auf die Oeffnung des Kanals Q.2 weitergeht durch F5 und F6 nach den Windladenrelais.
Die rein pneumatisch eingerichteten Windladen mit Windsteuerungen sind in den Fig. 2, 3,4, 5 und 6 an einem Beispiel, für drei Register in Fig. 3 und 4 angedeutet, dargestellt.
Die Windsteuerungen (Relais) sind für Regier- und Spielwerk in gleicher Weise construirt und unterscheiden sich nur in den Gröfsenverhältnissen. Die Thätigkeit derselben soll der Einfachheit wegen nur bei der Registratur hier beschrieben sein, da sie sowohl bei Regier- als bei Spielwerk in ganz derselben Weise arbeiten. Der bei F6 durch das Ziehen der Register ausgehende Wind wird in dünnen Röhren zum Registerrelais 1 bis in Anschlufsrohr 2 (Fig. 2 und 6) geleitet, tritt hier hinter die Membran 3, die (s. Fig. 2) an ihren vier Seitenrändern 3" 3^ 3^3* festgeleimt ist und durch ein aufgelegtes Rähmchen mit Deckel 4 abgeschlossen, indem er durch den punktirt in Fig. 6 angedeuteten Kanal 2 unterhalb des Randes 3? 3* der Membran 3 in den Raum unter dem Deckel 4 strömt, und drückt die Membran auf die Oeffnung der Bohrung 6; dadurch, wird der die Membran 3 mit einem Austrittventilchen 7 verbindende Faden locker, und die im Kanal 8 ständig vorhandene Druckluft, welche durch die Kanalbohrung 9 unter der Membran her nach 10, 11 und in den kleinen Registerbalg 12 gelangte, kann dann nicht mehr durch 11 nach dem Balg 12 gelangen, sondern der Winddruck im Kanal 8 drückt den Balg 12 zusammen, indem die Luft innen aus dem Balg durch Ventil 7 entweicht, wobei durch eine passende Verbindung ein Registerventil 13 auf der Oeffnung 14 den entsprechenden Registerkanal 15 öffnet. Beim Abstellen der Register tritt die Druckluft aus 8 durch 9 unter die Membran 3, zieht Ventil 7
fest zu und geht durch 9, 6, 10, 11 in den Registerbalg, gleichzeitig durch Druck auf das Registerventil 13 ein Wiederauftreiben des Blasebalges erzielend und nunmehr durch den Zug der Membran 3 auf den Faden des Ventilchens 7, letzteres geschlossen haltend und den festen Schlufs des Registerventils 13 gestattend, da der Balg 12 aufgetrieben ist.
Die rein pneumatische Windlade, wie durch Fig. 3 und 4 dargestellt, arbeitet in der dargestellten Anordnung mit drei Registerkanälen 15, 15", 15^ und einem Kanal 16 für die Relais oder Windsteuerungen 17, 17", 17^5 iyy. Die vom Klaviaturschrank (Fig. 1) bei Niederdrücken von Manualclayis a a1 (Fig. 1) oder von Pedalen i (Fig. 1), wie früher beschrieben, aus o5 gSx und gs durch dünne Röhren zu den Relais 17 für jede Taste getrennt hingeleitete Druckluft tritt in die Bohrung 18, 18", 18^, iS'y (Fig. 3 und 4) ein und verhindert in der bei dem Registerrelais bebeschriebenen Weise (durch ihren Eintritt unter dem Deckel 29 hinter die Membran 28 der Spielrelais 17 durch Anschlufs 18 wegen der alsdann verschlossenen Oeffnungen ig und 20 im Spielrelais) die im Kanal 16 ständig befindliche Druckluft den Weg durch 19 und unter der Membran 28 her durch Bohrung 20 in den Kanal 21, 22 und durch die Bohrungen 23, 23«, 23^ u. s. w. in die unter jeder Pfeife angeordneten, mit vierseitig nachgiebigen Luftpolsterventil - Membranen umklebten und kästchenförmig gestalteten Pfeifendöckchen 24, 24", 24^ zu nehmen und sie so anzuschwellen, dafs sie die Pfeifensitzbohrungen 25, 25", 25^ durch Anpressen ihrer oberen Luftpolstermembranen 30^, 30™,30 gegen diese Bohrungen verschliefsen, dagegen kann die in diesen Luftpolsterventilen 24, 24", 24^, den Bohrungen 23, 23°, 23ß und den Kanälen 22, 21, 20 noch befindliche Druckluft jetzt durch die Ventilchen 26, 26 (Fig. 2 und 4) der Spielrelais ins Freie entweichen; der alsdann in den Registerkanälen 15, 15", 15s befindliche Pfeifenwind drückt in demselben Augenblick die um die Döckchen 24, 24", 24s geleimten Luftpolsterventilmembranen 30^, 30", 30 zusammmen und kann dann völlig frei durch die Pfeifensitz-Bohrungen 25, 25°, 25^3 zu den darüber stehenden Pfeifen gelangen.
Beim Loslassen vom Manualclavis oder Pedalclavis kommt in Anschlufs 18 keine Druckluft hinter die Membran 28 der Relais 17 mehr nachgeströmt, da sie bei den Tastenventilen c c1 b b1 und W der Pedale am Klaviaturschrank der Fig. 1 abströmt, und die Druckluft in Kanal 16 kann wieder sofort in der oben erwähnten Weise unter Membran 28 (Fig. 2 und 4) her durch 19 nach 20 und in die Luftpolsterventile 30 der Döckchen 24 ... (Fig. 3, 4 und 5) einströmen, dieselben von innen her anschwellen und den Pfeifenwind somit von der betreffenden Pfeife prompt abschliefsen.
Durch diese, wie vorstehend beschriebenen, von vier Seiten nachgiebigen Luftpolsterventile 24, 24", 24s, welche den grofsen Vortheil haben, keinen störenden atmosphärischen Einflüssen wegen ihrer kubischen Membrananordnung unterworfen zu sein, in Verbindung mit den Membranrelais, den Registerrelais 1 und den elastisch freien Lederzungen h G ist diese Orgel charakterisirt und ihr die beschriebene und dargestellte rein pneumatische Einrichtung ohne mechanische Bewegungsübertragungen zu geben ermöglicht worden, die ein erheblich leichteres, elastisches und geräuschloses Spiel und bei gröfster Einfachheit aller Theile grofse Dauer gewährt, für Reinigung und Reparaturen aber ebenso ganz besondere Erleichterungen bietet.
In der zur Darstellung gebrachten Ausführung ist der Einfachheit halber eine zweimanualige pneumatische Orgel mit zuführendem Winde schematisch gezeigt, es sollen die neuen Einrichtungen auch für alle Arten von Windladen und Spieltischen an Orgelwerken anwendbar sein.

Claims (2)

Patent-AnSprüche:
1. Eine rein pneumatische Orgel ohne mechanische Bewegungsübertragungen zwischen Manual- und Pedaltasten und den Spielmembranen unter den Pfeifen, gekennzeichnet durch unmittelbar unter jeder Pfeife getrennt und abnehmbar angeordnete, von vier Seiten nachgiebige, gegen atmosphärische Einwirkungen unempfindliche parallelepipedische oder ähnlich geformte Spielmembranen, die durch Pfeifenwind zusammengedrückt werden, sowie durch'die Anordnung der Spielkanäle ausschliefslich in den Pieifenstöcken.
2. Eine Ausführungsform der unter 1. aufgeführten Orgel, gekennzeichnet durch die Anordnung je eines Spielrelais (17) für die Spiel- und Registerkanäle, das keiner Regelung bedarf und für jeden Spielkanal der Windlade durch eine flache Membran (28, Fig. 2, 3 und 4) gebildet wird, welche mit einem ins Freie führenden Auslafsventilchen (26) durch einen Faden verbunden ist, der bei innerem Luftdruck auf die Membran (28) gespannt ist und das Ventilchen (26) geschlossen hält, bei von aufsen auf die Membran (28) unter dem Deckel (29, Fig. 4) wirkender Druckluft gelockert wird und der innerhalb der Spielkanäle (22) und Luftpolsterventil (30) befindlichen Luft den Austritt durch Relaisventilchen (26) gestattet, so dafs der Pfeifenwind in den Registerkanälen (15, 15", i5ß) die Luft-
polstermembranen (30, 30", 30^) zusammendrücken und so zur Pfeife gelangen kann. Eine Ausführungsform der unter 1. gekennzeichneten Orgel, bei welcher das Abschlufsorgan (Fig. 5) aus einem Holzdöckchen (24-ß) und einer an dessen drei vertical zur Abdichtungsfiäche der Pfeifenbohrung (30s) liegenden Holzrändern, und auf der vierten oberen Holzseite neben der Bohrung (23 ^) verleimten Membran (30) besteht, welche beim Einlassen von Orgelwind durch die Bohrung (23 s) im Döckchen (24 ß) in Kä'stchenform aufgeschwellt werden und die Pfeifenbohrung verschliefsen, während beim Auslassen des Orgelwindes die Membran von allen vier Membranseiten zusammengedrückt wird und den Zutritt des Windes zur Pfeife freigiebt.
Eine Ausführungsform der unter 1. gekennzeichneten Orgel, bei welcher die Registerrelais (1) von gleicher Construction wie Relais (17) durch den Luftauslafs aus Ventilchen (7) dem Wind im Kanal (8) gestatten, einen Registerbalg (12) zusammenzudrücken und so durch Oeffhen des Ventils (13) den Wind in den Registerkanal (15) eintreten lassen.
Eine Ausfuhrungsform der unter 1. gekennzeichneten Orgel, bei welcher elastische, in keilförmige Kammern eingesetzte, an einem Ende festgeleimte Lederzungen (h h1 h* hx hxl hx2 G G\ Fig. 1) zur Steuerung des Windes zwischen den in den schrägen Keilflächen mündenden Verbindungsbohrungen der Windleitungen des Klaviaturschrankes, sowie bei der Registratur und den Koppelungen angebracht werden. Eine Ausführungsform der unter 1. gekennzeichneten Orgel, bei welcher die Auslafsventilchen (w, Fig. 1) bei den Pedalen — unter Vermeidung von Federn oder von Gewichtswirkung einzelner Theile — rein pneumatisch durch die Lockerung eines Verbindungsfadens zwischen Membran (n) und Ventilchen (n>) gesteuert werden, so dafs ohne Stecheranwendung die eingeschlossene Luft aus den Röhren (o1 bis ob) ausgelassen wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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