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Tie@geldruckpresse für Mehrfarbendruck Die Erfindung bezieht sich
auf eine Tiegeldruckpresse für Mehrfarbendruck, insbesondere solche für Zweifarben-
und Offsetdruck, die -sowohl von Hand als auch maschinell betätigt werden kann.
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Der Zweck der Erfindung ist es, einen Zwei- oder Mehrfarbendruck in
einem Arbeitsgang entweder auf einer den zu bedruckenden Gegenstand tragenden Druckplatte
(Tiegel) oder auf einem auf dem Tiegel angeordneten Umdruckkiissen zu erzielen,
durch das der Mehrfarbendruck auf den zu bedruckenden Gegenstand durch Andrücken
oder Abrollen, je nachdem, ob der Gegenstand flach oder rund ist, übertragen wird.
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Dieser Zweck ist erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß zwei unterschiedlich
gefärbte, z. B. auf und nieder bewegbare Klischees od. dgl. gleichzeitig nebeneinander
auf den beiden Hälften eines auf eine Druckplatte niedergehaltenen Bogens oder eines
anderen blattförmigen Gebildes oder eines Umdruckkissens abgedruckt und Klischee
und: Umdruckkissen zwischen zwei Arbeitshüben relativ zueinander um einen bestimmten
Winkel verdreht werden. Hierdurch gelangt jeder der beiden beim ersten Arbeitshub
auf der Druckplatte oder dem Umdruckkissen nebeneinander erzeugten Abdrucke beim
zweiten Arbeitshub unter .das andere Klischee, so :daß jeder der beiden Abdrucke
zweifarbig auf ,dem zu bedruckenden Bogen od.:dgl. blattförmigen Gebilde bzw. dem
Umdruckkissen erscheint.
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Selbstverständlich erfolgt der Druck und der Umdruck- in der Weise,
@daß auf den zu bedruckenden Gegenstand selber immer nur einer der beiden zweifarbigen
Abdrucke übertragen wird.
Erfindungsgemäß ist,das Tragglied für
die unterschiedlich eingefärbten Klischees oder Druckformen mit einem hin und her
bewegbaren, einen als Unterlage für das Druckkissen. oder .die Druckplatte dienenden
Drehtisch tragenden Schlitten und einer Einrichtung zum Rückwärtsbewegen und Vorwärtsbewegen
des Schlittens so vereinigt, daß sowohl die Rückwärts- als auch die Vorwärtsbewegung
des Schlittens von einer Drehbewegung des von ihm getragenen Drehtisches um jeweils,den
gleichen Winkel in der gleichen Richtung begleitet ist.
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Gemäß einer Ausführung der Erfindung für Zweifarbendruck ist der auf
und nieder bewegbare Träger für die in üblicher Weise von zwei vorzugsweise einstellbar
angeordneten, unterschiedliche Druckfarbe führenden Walzen, unterschiedlich eingefärbten
Klischees oder Druckformen mit .dem den Drehtisch tragenden Schlitten .derart in
Bewegungszusammenhang gebracht, @daß eine abwärts gerichtete Schwingbewegung des
Klischee-. trägers eine Rückwärtsbewegung des den Drehtisch mit dem Druckkissen
tragenden Schlittens und zugleich eine go°-Drehung ,des Drehtisches um- einen zentralen
Zapfen herbeiführt, während die aufwärts gerichtete Rückbewegung des Klischeeträgers
.dem .den Drehtisch tragenden Schlitten eine Vorwärtsbewegung erteilt, die von einer
weiteren Drehung des Drehtisches um 9o° in derselben Richtung begleitet ist. Auf
diese Weise empfängt die Druckplatte oder das Umdruckkissen zwei voneinander getrennte,
zweifarbig vermischte Abdrucke von den beiden unterschiedlich gefärbten Klischees
bei je zwei Arbeitshüben des .den Klischeeträger betätigenden Hebels. Aus diesem
Grunde kann jeder der beiden Abdrucke nicht größer sein .als sie Hälfte :der ganzen
Druckplatte oder des Umdruckkissens. Hieraus ergibt sich, daß die beiden unterschiedlich
eingefärbten Klischees in umgekehrter Lage zueinander angeordnet sein müssen.
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Ein Vorteil dieser erfindungsgemäßen Bauart ist z. B. noch der, daß
auf zylindrische Gegenstände der Umdruck des Zwei- oder Mehrfarbendruckes unmittelbar
nach Vollendung der Drehbewegung des Drehtisches während der sich fortsetzenden
Schlittenbewegung durch Abrollen des entsprechend drehbar auf dem Druckkissen gelagerten
zylindrischen Gegenstandes automatisch erfolgen kann.
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Die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des den Drehtisch tragenden Schlittens
kann auf jede geeignete Weise bewirkt werden, z.'B. durch ein geeignetes Hebel-
oder Scherengestänge.
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In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführung der Erfindung
in ihrer Anwendung auf Zweifarbendruck dargestellt. In ihr zeigt Fig. z einen Teillängsschnitt
nach der Linie A-fl in Fi.g. 2 ; Fig. 2 ist ein Grundriß dazu, von unten gesehen,
und Fig. 3 in kleinerem Maßstab ein Grundriß,.von unten gesehen, ,des die unterschiedlich
eingefärbten Klischees tragenden Setzschiffes. - -Auf der Maschinengrundplatte a
ist auf Zapfen b eine Hebelpresse c gelagert, an der ein Setzschiff e mit den unterschiedlich
eingefärbten Klischees f1, f2 befestigt ist (Fig. 3). Auf der Grundplatte a gleitet
an Schienen a1 ein Schlitten g, auf dem drehbar ein Drehtisch h .gelagert ist, .der
das Umdruckkissen oder bei direktem Druck eine Druckplatte i trägt. Die Einrichtung
zur Herbeiführung einer kombinierten Gleit- und Drehbewegung des Drehtisches besteht
in einem malteserkreuzförmigen @Schaltstern 1, der am Drehtisch
h festgekeilt ist und auf ,den unter Federwirkung stehende; herabdrückbare
Stifte ml, m2 einzuwirken vermögen, die auf Querstangen n1, e2, die an der Grundplatte
a befestigt sind, angeordnet sind. Am Drehtisch h ist ferner ein Schaltrad o befestigt,
das eine der Armzahl des Malteserkreuzes entsprechende Anzahl von Ausschnitten o1
besitzt und das mit einem Paar von Klinken p zusammenwirkt. Diese sind auf einem
Arm q drehbar gelagert, der eine geringe Drehbewegung .ausführen kann und so angeordnet
ist, daß er mit .drehbar auf der Grundplatte a angeordneten federbeeinflußten Daumengliedern
r1, y2 zusammenwirken kann. Letztere wirken auf den Arm q derart e-in, daß
sie .den Eingriff der Klinken p in die Ausschnitte o1 des Schaltrades o während
der Gleitbewegung ,des Schlittens g aufheben. Diese Einwirkung .der Daumenglieder
r1, r2 auf den Arm q erfolgt entgegen der Wirkung der federbeeinfluBten Hebel s.
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Die Wirkung der beschriebenen Maschine ist folgende: Von der Ruhelage,
also der hochgeschwenkten Lage des :das Setzschiff e tragenden Traggliedes c aus,
d. h. von der rückwärtigen Endstellung ides das Umdruckkissen oder die Druckplatte
tragenden Drehtisches aus, wird .das Setzschiff stufenweise nach unten bewegt. Während
dieser Abwärtsbewegung wird der Schlitten g, der zu Beginn sich- in seiner mit Bezug
auf die Zeichnung Endstellung rechts befindet, durch die Bewegungsübertragungsmittel
zwischen ihm und .dem Setzschiffträger nach links bewegt. An einem bestimmten Punkt
der Relativverschiebung zwischen dem Schlitten g und der Grundplatte a stößt das
Daumenglied r2 gegen den Arm q und veranlaßt eine geringe Drehung des die Klinken
tragenden Armes, wodurch diese das Schaltrad; o freigeben. Bei weiterer Verschiebung
des Schlittens g infolge weiterer Abwärtsbewegung .des Setzschiffträgers gelangt
ein Arm des Malteserkreuzes gegen den rechts angeordneten, herabdrückbaren Stift
m2, .der eine Drehung des Malteserkreuzes veranlaßt. Dadurch wird der Drehtisch
um einen Winkel von 9o° .gedreht, und am Ende dieser kombinierten Gleit- und Drehbewegung
greifen die Klinken p wieder in das Schaltrad o ein, wodurch eine weitere Drehung
des Drehtisches verhindert wird. Bei weiterer Abwärtsbewegung des Setzschiffträgers
gelangt der Schlitten schließlich in seine linke Endstellung, in der die Klischees
oder Druckformen gegen das Umdruckkissen oder die Druckplatte i gedrückt werden.
Darauf wird die Bewegung des Setzschiffträgers umgekehrt, d. h. er wird nach
oben
von der Grundplatte abbewegt. . Während dieser Bewegung wirkt das Daumenglied r1
auf den Arm q ein, wodurch die Klinken p aus dem Schaltrad o ausgeklinkt werden,
worauf das Malteserkreuz an einem seiner gegen .den herabdrückbaren Stift ml treffenden
Arm gedreht wird. Diese Drehung des Malteserkreuzes wird wieder von der Drehung
.des Drehtisches um go° begleitet. Die weitere Aufwärtsbewegung des Setzschiffträgers
veranlaßt :den Schlitten g mit dem darauf befindlichen Drehtisch, seine Gleitbewegung
bis in seine Endlage rechts fortzusetzen.
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Die Abwärts- und Aufwärtsbewegung des Setzschiffträgers wird dann
wiederholt. Während .dieses zweiten Hubes wird der Drehtisch ein zweites Mal um
go° gedreht, so,daß am Ende einer Hinundherbewe.gung des den Drehtisch tragenden
Schlittens das Umdruckkissen bzw. die Druckplatte i, wenn .der Schlitten seine linke
Endstellung erreicht, um i8o° relativ zu dem die unterschiedlich eingefärbten Klischees
oder Druckformen tragenden Setzschiffe gedreht ist, verglichen mit .seiner Anfangsstellung
vor den beiden Drehungen um je 900.
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Die beiden federbeeinflußten herabdrückbaren Stifte M1, m2 sind nach
entgegengesetzten Richtungen abgeschrägt, damit, wenn das Malteserkreuz von links
nach rechts bewegt wird, der Stift ml wirksam werden kann und der Stift m2 von einem
der Malteserkreuzarme unwirksam niedergedrückt wird, und umgekehrt bei einer Bewegung
von rechts nach links.
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Die Einzelheiten zur Ausführung der Erfindung können abgeändert werden,
ohne daß dadurch das Wesen der Erfindung beeinträchtigt wird.