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Verfahren zur Gewinnung von aliphatischen Alkoholen aus deren wäßrigen
Lösungen durch Destillation Bei der Destillation von wasserlöslichen und beschränkt
wasserlöslichen Alkoholen in Gemischen mit Wasser gehen, abgesehen von Methanol,
aceotrope Gemische mit Wasser über, die bei 92 bis g3° einen Bruchpunkt aufweisen,
bei dem das Destillat in zwei Schichten anfällt. Destilliert man ein wäßriges Alkoholgemisch
über diesen Punkt hinaus weiter, so erhält man stark verdünnte Lösungen von wasserlöslichen
Alkoholen mit oberen Schichten von beschränkt wasserlöslichen Alkoholen.
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Es wurde gefunden, daß man bei der Gewinnung von Alkoholen aus deren
wäßrigen Lösungen durch Destillation bessere Trenneffekte erzielt, wenn den wäßrigen
Lösungen vor oder während der Destillation wasserlösliche Salze anorganischer oder
organischer Säuren, vorzugsweise solche von Carbonsäuren, Dicarbonsäuren, Oxysäuren
oder anderen substituierten Carbonsäuren zugesetzt werden und die Destillation nur
bis zu jenem Punkt durchgeführt wird, an dem im Destillat zwei Schichten auftreten.
Als solche wasserlösliche Salze können beispielsweise u. a. Kochsalz, Soda und Magnesiumsulfat
oder organische Salze, wie die der erwähnten Carbonsäuren, Dicarbonsäuren, Oxysäuren
usw., verwendet werden. Bei Anwendung der entsprechenden Salzmengen, die nach der
vorhandenen Wassermenge dosiert werden müssen, wird erreicht, daß alle wasserlöslichen
Alkohole vor dem Bruchpunkt überdestillieren.
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Bricht man die Destillation bei diesem Bruchpunkt ab, so erhält man
als Rückstand zwei Schichten, eine obere Schicht, bestehend aus beschränkt wasserlöslichen
Alkoholen,
und eine untere, aus wäßriger Salzlösung bestehende Schicht. Überläßt man diese
Salzlösung der Ruhe, so lassen sich die im Rückstand noch verbliebenen Alkohole
meist quantitativ als obere Schicht abtrennen. Es ist jedoch auch möglich, die Salzlösung
mit einem Lösungsmittel, das nicht wasserlöslich ist, zu extrahieren, falls in besonderen
Fällen die höheren Alkohole zum Teil in der Salzlösung emulgiert sind.
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Praktisch wird man am besten so verfahren, daß man bei der chargenweisen
Destillation von Mischungen wasserlöslicher und beschränkt wasserlöslicher Alkohole
mit Wasser dem Gemisch Salze zusetzt. Hierauf wird bis zum Auftreten von zwei Schichten
im Destillat destilliert. Nach Unterbrechung der Destillation wird die obere Schicht
vom Rückstand mechanisch getrennt. Die zurückbleibende Salzlösung kann zwecks Wiedergewinnung
der Salze vollständig eingedampft werden. Es ist aber auch möglich, nach teilweiser
Eindampfung die aufkonzentrierte Salzlösung im Kreislauf zu führen, d. h. sie für
eine neue Charge zu verwenden.
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Bei kontinuierlicher Arbeitsweise kann der Salzzusatz auch während
der Destillation erfolgen, wobei in die Destillationskolonne laufend eine konzentrierte
Salzlösung eingeschleust wird. Die Dosierung dieser Salzlösung ist so zu regeln,
daß die gewünschte Salzkonzentration in der wäßrigenAlkohollösung vorhanden ist.
.Zieht man am Fuß der Kolonne die Salzlösung und die nicht über Kopf destillierten,
beschränkt wasserlöslichen Alkohole ab, so kann man die Rufkonzentration der Salzlösung
nach Abtrennung der beschränkt wasserlöslichen Alkohole in einer Nebenapparatur
durchführen und die Salzlösung im Kreislauf führen.
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Eine solche Arbeitsweise ist von großer technischer Bedeutung. Bei
der Kohlenoxydhydrierung an Eisenkontakten fallen beispielsweise im mittleren Druckbereich
neben Kohlenwasserstoffen auch sauerstoffhaltige Kohlenstoffverbindungen, und zwar
vorzugsweise Alkohole an. Diese Alkohole umfassen Molekülgrößen von i bis 25 C-Atomen,
so daß neben wasserlöslichen auch beschränkt wasserlösliche und wasserunlösliche
Alkohole vorliegen. Die erfindungsgemäße Arbeitsweise läßt sich nun auf das die
wasserlöslichen Reaktionsprodukte enthaltende, bei der Synthese entstehende Reaktionswasser
mit ausgezeichnetem Erfolg anwenden. In diesem Wasseranteil sind außer Alkoholen
durch die Neutralisation der in der Synthese mit entstehenden Säuren und durch die
Spaltung der gleichfalls in der Synthese entstandenen Ester bereits gewisse Mengen
an Salzen vorhanden, die jedoch nicht ausreichen, um den gewünschten Effekt bei
der Destillation zu erzielen.
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Der gewünschte Trenneffekt läßt sich jedoch leicht erreichen, wenn
ein Teil der aus den wäßrigen Lösungen durch Eindampfen hergestellten Salze, bestehend
aus essigsauren, propionsauren, buttersauren und anderen carbonsauren Salzen, im
Rücklauf geführt wird. Die Salzkonzentration in der wäßrigen alkoholischen Lösung
beträgt zweckmäßig etwa 2o bis 25 Gewichtsprozent. Beispiel z Ein wäßriges Alkoholgemisch,
bestehend aus 56o g Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . = 7o 0/0 96 g Äthanol
. . . . . . . . . . . . . . . . = 12 0/0 72g Propanol . . . . . . . . . . . . .
. . = 9
0/0
48 g Butanol . . . . . . . . . : . . . . . . = 6 0/0 24 g Pentanol
. . . . . . . . . . . . . . . = 3
0/0
wurde in einer i -m Füllkörpersäule
destilliert. Man erhielt folgende Fraktionen
| Ge- |
| T0 C ' Gramm Wichts- Deo 7z ö OHZ |
| prozent |
| 79 bis 88 ..... 130,5 16,3 o,835 1,3703 917 |
| 88 bis 92,5 ..... 76,3 9,5 0,873 13782 61o |
| ölig .. 25,8 3,2 0,835 43983 546 |
| Rück- Petrol- |
| stand äther- 8,1 1,0 0,812 1,4036 653 |
| > 92,5 auszug |
| wäßrig 5o6,6 63,4 0,994 1,3372 43 |
Die Kolonne wurde mit Petroläther gewaschen und ergab noch folgende Anteile:
| Ge- |
| Gramm Wichts- Deo nD OHZ |
| prozent |
| Wasseranteil... 2,0 0,3 - =,34I2 51 |
| Ölanteil ....... 3,1 0,4 0,8o9 i,4oo6 714 |
In den Wasseranteilen des Destillationsrückstandes und der Kolonnenwaschlösung sind
erhebliche Hydroxylzahlen vorhanden. Der extrahierbare Anteil höherer Alkohole aus
dem wäßrigen Anteil des Destillationsrückstandes ist erheblich und bedeutet bei
Unterlassung der Extraktion einen Verlust an wertvollen, beschränkt wasserlöslichen
Alkoholen von etwa 25 Gewichtsprozent.
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Ein zweiter Ansatz der gleichen wäßrigen Alkoholmischung wurde im
Sinn der erfindungsgemäßen Arbeitsweise unter Zugabe von
340g Natriumacetat
kristallisiert der Destillation wie im ersten Ansatz unterworfen. Das Kristallwasser
wurde von dem Wasseranteil des Ansatzes i abgezogen. Es wurden folgende Fraktionen
erhalten
| TeC . Ge- |
| sz Gramm Wichts- Deo D OHZ |
| a |
| prozent |
| 8o bis 88 ..... 148,2 18,6 o,842 1,3714 842 |
| 88 bis 92,8 ..... 76,8 9,6 0,870 1,378o 642 |
| ölig .. 46,7 5,8 0,823 1,4007 661 |
| Petrol- |
| Rück- - äther- 1,9 0,2 0,811 1,4032 692 |
| stand auszug |
| > 92,8 wäßrig - - 1,152 1,3764 0 |
| Wasser- |
| anteil =,o 0,i - - - |
| Kolonnen- |
| rückhalt |
| Ölanteil ..... 3,9 0,5 o,811 1,4003 738 |
Im Wasseranteil des DestilIationsrückstandes sind keine Alkohole
mehr vorhanden. Die Hydroxylzahl beträgt o. Der extrahierte Anteil aus dem wäßrigen
Anteil des Destillationsrückstandes beträgt nur etwa 1f5 von dem des Destillationsversuches
beim ersten Ansatz und würde sich bei längerem Stehen des Rückstandes noch zur oberen
Schicht aufgerahmt haben.
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Beispiel 2 Ein Produkt der Kohlenoxydhydrierung an Eisenkontakten
hatte folgende Zusammensetzung:
| 45,1 Gewichtsprozent Reaktionswasser |
| 43,5 - Ölkondensat |
| einschließlich Paraffin |
| 11,4 - AK-Benzin. |
Das gesamte Produkt wurde mit Natronlauge entsäuert und entestert und in einen öligen
und einen wäßrigen Anteil getrennt. Der wäßrige Anteil enthielt niedere und mittlere
Alkohole sowie 13,2 Gewichtsprozent carbonsaure Natronsalze. Zu diesem Anteil wurde
nochmals dieselbe Menge Salze gegeben, die aus einem vorhergehenden gleichen Versuch
stammten. Nach der Auflösung wurden 112o cm3 der Mischung wie im Beispiel s destilliert.
Man erhielt:
| Temp. Kubik- Volum- |
| o C zenti- prozent |
| meter |
| 74 bis 83 330 = 12,2 Aceton-Methanol-Ätha- |
| nol-Wasser-Gemisch |
| 83 bis 92 150 = 5,6 Äthanol-Propanol- |
| Wasser-Gemisch |
| 92, bis 93 30 = i,1 Destillat in zwei Schich- |
| ten, davon o,6 Volum- |
| prozent wäßrige und |
| o,5 Volumprozent ölige |
| Anteile. |
Der Destillationsrückstand von 61o cm3, auf dem Öltropfen schwammen, wurde nach
dem Abkühlen dreimal mit je 15o cm3 Hexan extrahiert. Aus dem Extrakt konnten 1o,2
g extrahierte Anteile gewonnen werden, die folgende Kennzahlen zeigten: DZa
= o,83o,
COZ=2o, OHZ=477, NZ=o, EZ =2, JZ=12.
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Nach diesen Kenndaten handelt es sich um mittlere und höhere Alkohole,
die durch geringe Mengen Ketone (COZ = 2o), Ester und Kohlenwasserstoffe verunreinigt
sind. Die zurückbleibende wäßrige Salzlösung zeigte eine Hydroxylzahl von o.
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Wurde derselbe Versuch ohne Zugabe von Salzen ausgeführt, war in der
wäßrigen Lösung noch eine Hydroxylzahl von 28 vorhanden.