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Schaltungsanordnung für Befehls- und Zustimmungsabhängigkeiten zwischen
zwei Stellwerken Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung für Abhängigkeitsstromkreise,
z. B. für Befehls- und Zustimmungsabhängigkeiten zwischen zwei Stellwerken, insbesondere
solche mit elektrischen Verschlüssen. Der Gegenstand der Erfindung ist eine Schaltung,
durch die die Zahl der erforderlichen Leitungen zwischen den beiden Stellwerken
herabgesetzt werden soll. Für die heute verwendeten Abhängigkeitsschaltungen werden
im allgemeinen drei bis vier Leitungen für jede Fahrstraße benötigt. In größeren
Anlagen sind infolgedessen sehr viele Leitungen erforderlich.
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Die Erfindung sieht vor, die Zahl der Leitungen dadurch herabzusetzen,
daß für mehrere sich gegenseitig ausschließende Abhängigkeitsfälle die gleichen
die Stellwerke verbindenden Leitungen in für jeden Fall wechselnder Weise zusammenwirken.
Sollen z. B. von einem abhängigen Stellwerk für vier Einfahrten Zustimmungen zu
einem Signalstellwerk gegeben werden, so sind nach der Erfindung nur insgesamt vier
Leitungen erforderlich. Die Anforderung der Zustimmung i wird dann über die Leitung
i, die der Zustimmung 2 über die Leitung 2 gegeben usw. Nach der Erfindung sind
Schaltmittel vorgesehen, die bei jeder Zustimmungsanforderung nach Bedarf eine oder
mehrere der übrigen Leitungen zur Steuerung weiterer Schaltvorgänge umschalten,
so daß auf diesen z. B. die Zustimmungsabgabe erfolgen kann. Das gleiche Verfahren
ist sinngemäß auch für Befehlsabhängigkeiten anwendbar.
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Die Umschaltung der Leitungen wird im Befehlsstellwerk bzw. Signalstellwerk
nach der Erfindung durch die Befehlsabgabe- bzw. Zustimmungsanforderungsrelais gesteuert.
Im abhängigen Stellwerk kann
die Umschaltung der Leitungen entweder
durch die Empfangsrelais selbst herbeigeführt werden oder durch diese nur vorbereitet
und durch die von, ihnen abhängigen Schaltmittel, z. B. Fahrstraßensteller, Fahrstraßenverschließer
oder Fahrstraßenfestleger, durchgeführt werden. Nach einem weiteren Merkmal der
Erfindung ist es möglich, durch die im Signalstellwerk bei Eingang einer Zustimmung
ansprechenden Schaltmittel weitere Leitungen umzuschalten, die dann z. B. zur Zurücknahme
der Zustimmung oder zur Steuerung von Meldelampen verwendet werden können.
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Die Schaltung kann nach der Erfindung auch so ausgeführt werden, daß
durch Ansprechen eines Anrufempfangsrelais, z. B. bei einer Zustimmungsanforderung
nicht andere Leitungen, sondern die Kontakte der an diese Leitungen angeschlossenen
Anrufempfangsrelais so umgeschaltet werden, daß bei ihrem Ansprechen an Stelle einer
weiteren Anforderung andere Schaltvorgänge gesteuert werden.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist es ferner zweckmäßig,.
auch im Befehls- bzw. Signalstellwerk an die Leitungen in Grundstellung Empfangsschaltmittel
anzuschließen und die Schaltung so auszuführen, daß in Arbeitsstellung dieser Empfangsschaltmittel
die Befehlsabgabe bzw. Zustimmungsanforderung verhindert wird. Damit kann erreicht
werden, daß sich Leitungsfehler, z. B. Erdschlüsse oder Fremdspannungseinfall in
den Leitungen bemerkbar machen und nicht zu betriebsgefährdenden Störungen führen
können. Die im Befehls- bzw. Signalstellwerk angeordneten Empfangsschaltmittel können
außerdem dazu verwendet werden, eine oder mehrere andere Anrufleitungen umzuschalten,
über die dann weitere Schaltvorgänge, z. B. Auslösevorgänge, gesteuert werden können.
Erfindungsgemäß ist es nicht notwendig, im Befehls- bzw. Signalstellwerk jeder Leitung
ein eigenes Empfangsschaltmittel zuzuordnen. Man kann z. B. die Leitungen in zwei
Gruppen zusammenfassen und jeder Gruppe ein Empfangsschaltmittel zuordnen, dessen
Kontakte dann die Leitungen der anderen Gruppe umschalten. Zur Erhöhung der Sicherheit
können nach der Erfindung zwei Abhängigkeitsstromkreise zusammenwirken, z. B. in
der Weise, daß nach Ansprechen eines Empfangsrelais über eine andere Leitung ein
Stromkreis für ein Empfangswiederholungsrelais vorbereitet wird. Dieses Wiederholungsrelais
wird erfindungsgemäß zweckmäßig erst dann eingeschaltet, wenn die im Signalstellwerk
einzustellende Fahrstraße eingestellt, verschlossen oder festgelegt ist, da es dann
für die Verhinderung einer mehrmaligen Ausnutzung eines Befehls oder einer Zustimmung
verwendet werden kann. Zur Ersparnis von Schaltmitteln ist es vorteilhaft, mehreren
Empfangsrelais ein gemeinsames Wiederholungsrelais zuzuordnen.
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Umfaßt die Schaltung eine größere Anzahl sich gegenseitig ausschließender
Abhängigkeiten, so sind besondere Maßnahmen zur Ausnutzung der Leitungen nicht mehr
erforderlich, da zur Übertragung eines jeden Schaltvorganges eine weitere Anrufleitung
herangezogen werden kann. Sind jedoch nur wenige sich ausschließende Abhängigkeiten
herzustellen, so können erfindungsgemäß die Leitungen noch dadurch weiter ausgenutzt
werden, daß über die gleiche Leitung zwei nacheinander zu steuernde Schaltvorgänge,
z. B. die Zustimmungsanforderung oder Befehlsabgabe und die Fahrstraßenauflösung
in entgegengesetzter Richtung über die gleiche Leitung gesteuert werden. Bei einer
solchen Schaltung kann es vorkommen, daß beide Enden einer Leitung an Spannung liegen.
Werden die beiden Stellwerke aus getrennten Batterien gespeist, die verschiedene
Spannungen haben oder annehmen können, z. B. wenn die eine entladen und die andere
aufgeladen ist, so ist es erfindungsgemäß vorteilhaft, in die Zuführung der Spannung
zu den Leitungen Sperrzellen einzuschalten und dadurch das Fließen von Ausgleichsströmen
zwischen den beiden Batteriespannungen über die in die Leitungen eingeschalteten
Relais zu verhindern.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Fig. i bis 3 dargestellt.
Die Figuren zeigen die Stromkreise für vier sich gegenseitig ausschließende Zustimmungsabhängigkeiten.
In Fig. i sind die Stromkreise innerhalb des Signalstellwerkes dargestellt. Fig.3
zeigt Stromkreise im abhängigen Stellwerk (zustimmendes Stellwerk). In Fig. 2 sind
die über die Leitungen Lz bis L q. führenden Stromkreise gezeigt. In dieser Figur
sind der Übersichtlichkeit wegen die Stromkreise der Zustimmungsanforderung i und
die ihr zugeordneten Zustimmungsabgabestromkreise stark gezeichnet. Die zugehörigen
Rücknahme- und Auflösestromkreise sind stark gestrichelt, soweit sie nicht mit den
Anforderungs- und Abgabestromkreisen zusammenfallen. Soll die Zustimmung i angefordert
werden, so werden in Fig. i die Zustimmungsgruppentasten ZGTz-2 und die Fahrstraßentasten
fstii-i2 gedrückt. Infolgedessen sprechen das Zustimmungsanforderungsrelais ZA 1z-12
über seine Wicklung- ii-und das Trennrelais Tii-i2 über seine Wicklung ii an. Das
Relais Tii-i2 bildet sich einen Selbstschlußkreis über Ti?, und t13. Durch seine
Kontakte t16 und t i7 (Fig. 2) wird das an die Leitungen L 2 und
L ¢ angeschlossene Relais ZL2i-22 abgeschaltet. Dadurch wird bewirkt, daß
dieses Relais bei den folgenden Schaltvorgängen, bei denen seine Mitwirkung nicht
erforderlich ist, nicht ansprechen kann. Diese Maßnahme ist notwendig, da sein Ansprechen
zur Unzeit eine .Umschaltung der Leitungen L i und L 3 herbeiführen
und dadurch unerwünschte Schaltvorgänge einleiten würde. An Stelle der beiden Relais
Tii-i2 und T2i-z2 kann auch ein Stützrelais verwendet werden, das entsprechend der
zu übertragenden Abhängigkeit umgestellt wird und entweder das Relais ZL 11-12 oder
das Relais ZZ 2i-22 abschaltet.
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Die Kontakte za13 und t 1q. bereiten einen SelbstschluAkreis für die
Wicklung ZA i2 vor. Der Kontakt za 15 (Fig. 2) schaltet einen Stromkreis
über die Leitung L i ein, in dem das Relais ZP und das Relais ZH ii-i2
ansprechen. Der Kontakt zp 2 schließt einen Stromkreis für das Relais ZR
(Fig. i), das sich über seinen Kontakt zy2 einen Selbstschlußkreis bildet, in dem
auch die Wicklung ZA 12 erregt wird. Durch den Kontakt za 14 wird die Meldelampe
L ii an einen Blinker angeschlossen. Nach Loslassen der
Tasten
bleibt dieser Zustand bestehen, da für die Relais ZR und ZA 11-z2 der bereits beschriebene
Selbstschlußkreis besteht. Im abhängigen Stellwerk wird durch den Kontakt zh 14
die Lampe L 12 an einen Blinker angeschaltet (Fig. 3). Wird jetzt im abhängigen
Stellwerk durch Drücken der Tasten ZGT und -st i der gewünschte Fahrweg eingestellt,
so spricht das Stützrelais ZS 11-12 an und unterbricht dabei durch den Kontakt zs
13 die Stromkreise aller Relais ZS. Nachdem die Fahrstraße eingestellt ist und sich
alle Weichen usw. in der richtigen Stellung befinden, spricht der nicht dargestellte
Fahrstraßenüberwacher ZU an und schaltet durch seinen Kontakt zuii das Stützrelais
ZF ii-i2 ein, das durch seinen Kontakt z f 13 seinen eigenen Stromkreis unterbricht.
Der Kontakt z f 16 schaltet die Lampe L 12 von Blinklicht auf Dauerlicht
um. Durch die Kontakte z f 17 und z f 18 (Fig. 2) werden die Leitungen
2 und 4 umgeschaltet. Da die Kontakte 1u12 und 1u13 des Fahrstraßenüberwachers bereits
geschlossen sind und auch der Kontakt za 16 bereits umgelegt ist, spricht jetzt
das Zustimmungsempfangsrelais ZE i an und legt seinen Kontakt ze 14 um, wodurch
ein Stromkreis für das Zustimmungswiederholungsrelais ZG vorbereitet wird. Der Kontakt
ze 12 schaltet die Lampe L ii von Blinklicht auf Dauerlicht um (Fig.
i).
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Soll nunmehr im Signalstellwerk die Fahrstraße eingestellt werden,
so wird durch Drücken der Tasten fsta und fst 11-12 das Stützrelais FS i eingeschaltet.
Nach Einstellung der Fahrstraße wird in einem nicht dargestellten Stromkreis ein
weiteres Relais FF i eingeschaltet, dessen Kontakt f f 14 nunmehr den Stromkreis
für das Relais ZG schließt (Fig. 2). Dieses Relais spricht an und schaltet durch
seinen Kontakt 1g2 den Magnet ZW z des Stützrelais ZW 1-2 ein, da
der Kontakt 1y3 bereits geschlossen ist (Fig. i). Infolgedessen kann jetzt das Relais
FU i ansprechen. Die in diesem Stromkreis vorzusehenden Kontakte der Weichen usw.
sind nicht dargestellt. Nach Ansprechen des Relais FU
kann in bekannter Weise
das Signal in Fahrtstellung gehen.
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Die Auflösung der Fahrstraße erfolgt durch die Zugfahrt. Die hierbei
mitwirkenden Stromkreise sind nicht dargestellt. Sie bewirken die Rückstellung der
Relais FS i, FF i und FU i. Sobald der Kontakt f f 14
öffnet,
fällt das Relais ZG ab und schließt durch seinen Kontakt zgi das Relais ZR kurz,
da der Kontakt zwo geschlossen ist. Bei Abfall des Relais ZR öffnet der Kontakt
1y2 und unterbricht den Stromkreis des Relais ZA 11-12, so daß dieses abfällt und
durch seinen Kontakt za 16 auch das Relais ZE i abschaltet. Sobald alle Relais
abgefallen sind, erhält der Magnet ZW 2 des Stützrelais ZW 1-2 Strom
und stellt dieses Relais zurück.
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Zur Auflösung des Fahrstraßenteiles im abhängigen Stellwerk wird zunächst
der Kontakt fai geschlossen (Fig. 2). Da der Kontakt zfig umgelegt ist, kommt, wenn
die Fahrstraße im Signalstellwerk aufgelöst und der Kontakt f f 12 daher
geschlossen ist, ein Stromkreis über die Leitung L i zustande, in dem die Relais
ZHii und ZLii ansprechen. Durch den Kontakt z1 i6 wird das Relais T ii-i2
abgeschaltet (Fig. i). Infolgedessen werden die Kontakte 1h17 und zhig und die Kontakte
z113 und z114 umgelegt: Da auch der Kontakt f f 13 bereits wieder geschlossen
ist, wird über die Leitung L 2 das Stützrelais ZS ii-i2 zurückgestellt. Dann schließt
sich der Kontakt zs i5, so daß auch das Stützrelais ZFii-i2 zurückgestellt wird
(Fig. 2). Infolgedessen geht auch der Kontakt zf ig in die gezeichnete Grundstellung
zurück, so daß das Relais ZH ii und das Relais ZL 11-12 wieder abfallen.
Damit ist die Grundstellung wieder erreicht.
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Soll eineZustimmungsanforderung zurückgenommen werden, bevor in dem
abhängigen Stellwerk die Fahrstraße eingestellt ist, so wird die Taste
ZR T 1-2 ge-
drückt. Das Schließen des Kontaktes ZRT 2 hat keine Wirkung.
Durch den Kontakt zyt i wird das Relais ZR kurzgeschlossen, da der Kontakt
zu g noch geschlossen ist. Nach Abfallen des Relais ZR wird, wie bereits.
beschrieben, auch das Relais ZA 11-i2 wieder stromlos, so daß auch das Relais ZH
ii wieder abfällt und die Lampe L 12 wieder erlischt.
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Soll eine bereits abgegebene Zustimmung zurückgegeben werden, so wird
bei Drücken der TasteZRT i-2 durch den Kontakt ZRT 2 über die Leitung
L 3 das Relais 1H31 eingeschaltet, da der Kontakt 1e13 umgelegt ist. Das
Relais 1H31 bildet sich einen Selbstschlußkreis über seine Wicklung 1H32
und seinen Kontakt 1h33, da der Kontakt z f 15 geschlossen ist (Fig.
3). Gleichzeitig wird durch den Kontakt ZR Ti das Relais ZR kurzgeschlossen,
worauf, wie schon gesagt, auch die Relais ZA 11-12 und ZEi abfallen. Dann kommt
über den Kontakt zh 36 ein Stromkreis für die Relais ZHii und ZLii-i2 zustande,
wodurch die Rückstellung der Stützrelais ZS 11-12 und ZFii-i2 in der bereits beschriebenen
Weise eingeleitet wird.
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Die Anforderung der Zustimmung 2 erfolgt über die Leitung
L2, wobei das Relais ZH2i anspricht. Für die Zustimmungsabgabe werden dann
die Leitungen L 3 und L i verwendet. Die Zustimmungsrückgabe erfolgt gegebenenfalls
über die Leitung L4. Die Vorgänge bei Anforderung der Zustimmung 3 oder 4 spielen
sich sinngemäß in der gleichen Weise ab.
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Der Gegenstand der Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel
beschränkt. Insbesondere können die über die Leitungen geführten Stromkreise auch
in anderer als der beschriebenen Weise zusammenwirken. Ferner ist es möglich, eine
Befehlsabgabe oder Zustimmungsanforderung durch Zusammenwirken von zwei Stromkreisen
einzuleiten, wobei man durch Kombinieren von j e zwei Stromkreisen eine noch bessere
Ausnutzung der Leitungen erreichen kann, z. B. indem man die Leitungen i + 2, 2
+ 3, 3 + 4, 4 + i, i + 3 oder 2 + 4 zusammenwirken läßt und demnach über vier Leitungen
sechs Abhängigkeiten steuern kann.