DE891913C - Verfahren zur Fertigung von künstlichen Beinen - Google Patents

Verfahren zur Fertigung von künstlichen Beinen

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DE891913C
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DE
Germany
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amputee
posture
stump
bed
orthopedic
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Expired
Application number
DENDAT891913D
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English (en)
Inventor
Ravensburg Erich Feine
Original Assignee
Gebr. Feine O.H.G. Oberschwäbischer Kunstgliederbau, Ravensburg
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Publication of DE891913C publication Critical patent/DE891913C/de
Expired legal-status Critical Current

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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61FFILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
    • A61F2/00Filters implantable into blood vessels; Prostheses, i.e. artificial substitutes or replacements for parts of the body; Appliances for connecting them with the body; Devices providing patency to, or preventing collapsing of, tubular structures of the body, e.g. stents
    • A61F2/50Prostheses not implantable in the body
    • A61F2/76Means for assembling, fitting or testing prostheses, e.g. for measuring or balancing, e.g. alignment means

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Fertigung von künstlichen Beinen Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Fertigung von künstlichen Beinen. Die Fertigung künstlicher Beine ist an sich bekannt. Bei Durchführung der bekannten Verfahren wird vom unbelasteten Amputationsstumpf ein Gipsabdruck genommen. Nach diesem Gipsabdruck wird das Stumpfbett maschinell kopiert oder mit einfacheren Hilfsmitteln aus Holz oder einem anderen Material hergestellt. Belastet nun der Amputierte ein so hergestelltes Stumpfbett, so ergibt sich normalerweise, besonders bei einbeiniger Haltung auf dem Stumpfbett, eine Nichtübereinstimmung zwischen der abgestützten anatomischen Körperform und der Stnmpfbettform als Stützelement. Hierdurch wird aber eine planmäßige Abstützung des Schwerpunktes des Amputierten im Stand und seine planmäßige Führung beim Gehen illusorisch. Somit ist weder eine langjährige Erfahrung noch eine handwerkliche Fertigung imstande, mit den bisher üblichen Verfahren in jedem Fall optimale Stützverhältnisse durch das Stumpfbett zu erzielen.
  • Hinzu kommt aber noch die Feststellung, daß sich der Oberschenkelamputierte auf die Kniegelenkachse, auf die Knöchelgelenkachse und durch die Fußsohle auf Iden Boden stützt. Da laber nur das Stumpfbett als Stützelement unmittelbar mit dem Körper des Amputierten in Berührung steht, ist es für sdie Erhaltung des Gleichgewichts auf dem künstlichen Bein, besonders während der einbeinigen Stützphase, weiter von entscheidender Bedeutung, !die Knie- und Knöchelgelenkachse uud die Fußsohle in ein bestimmtes statisches Verhältnis zum Schwerpunkt bzw. zur Schwerlinie Ides Ampu- tierten zu 1bringen. Im theoretischen Bau von künstlichen Beinen sind diese Erfordernisse bekannt. In der Praxis gab es jedoch bisher kein Verfahren, sie technisch exakt zu erfüllen.
  • Die Aufgabe indes erfin'dungsgemäßen Verfahrens besteht deshalb darin, zunächst das Stumpfbett zu einem Stützelement zu gestalten, welches dem Amputierten eine planmäßige, d. h. theoretisch begründete einbeinige Körperhaltung ermöglicht. Sie besteht weiter darin, das Stumpfbett mit einem statisch-geometrischen Bezugssystem zu versehen, wodurch das Stumpfbett sowie die statische Situation ,des sich auf ihm stützenden Amputierten einerseits im Raum konstruktiv fixiert und zum andern eine planmäßige Anordnung der Knie- und Knöchelgelenkachse und der Fußsohle ermöglicht wird. Das Ziel des Verfahrens ist somit die Angliederung des künstlichen Beines an den Körper des Amputierten gemäß einer statischen Einschaltsituation. Unter dem Begriff der statischen Einschaltsituation versteht die theoretische Ganganalyse die statische Situation und die ihr zugeordnete Körperhaltung einer bestimmten einbeinigen Schrittphase des normalen menschlichen Ganges im Hinblick auf die Einschaltung eines künstlichen Beines. Die Verhältnisse der statischen Einschaltsituation sind hier gemeint, wenn von einer plant mäßigen Körperhaltung oder von einer planmäßigen Anordnung und Gestaltung Ider Elemente des ikünstlichen Beines die Rede ist.
  • Es ist bekanntgeworden, einen Formtrichter, der auf einer Stelze befestigt ist, mit einer knetbaren plastischen Masse auszulegen. In diese Masse preßt der Versehrte seinen Amputationsstumpf und formt sich durch Gehbewegungen ein Stumpfbett. Ein solches Verfahren ist nicht geeignet zur Gewinnung eines Stützelements, welches eine planmäßige Körperhaltung im Sinn des erfindungsgemäßen Verfahrens ermöglicht. Um das Stumpfbett zu einem planmößigen Stützelement gestalten zu können, muß die labile Unterstützung der Stelze am Boden ausgeschaltet werden. Es muß ferner das Stumpfbett im Raum fixiert, jedoch allseitig verstellbar angeordnet sein. Weiter genügt zur Erzielung eines planmäßigen Stützelements nicht die Formung Ides Stumpfbettes allein durch Gehbewegungen des Amputierten. Es muß vielmehr in erster Linie das Stumpfbett durch Einwirkung von außen so zu einer Zweckform gestaltet werden, daß die Muskulatur des Amputationsstumpfes feste, sich nicht wieder verändernde Angriffsflächen findet. Erst Idann kann die Stumpf- und Hüftmuskulatur arbeiten und die Gewähr für eine planmäßige einbeinige Körper haltung bieten.
  • Erfindungsrechtlich wird der Anwendung eines technisch exakten, statisch-geometrischen Bezugssystems größere Bedeutung beigemenssen als der Gestaltung des Stumpfbettes zu einem planmäßigen Stützelement. Erfindungsgemäß werden aber zugleich die festgestellten Mängel der bekannten Verfahren in einfachster Weise beseitigt. Zugleich wird eine außerordentlich hohe Genauigkeit bei der Fertigung kün&tlicher Beine erzielt.
  • Die Zeichnungen veranschaulichen beispielsweise einige der wesentlichsten erfindungsgemäß zur Anwendung kommenden Verf'ahrensschritte.
  • Fig. 1 zeigt einen Oberschenkelamputierten in einem orthopädischen Belancegerät bei einer einbeinigen Körperhaltung auf dem Stumpfbett, wie sie bei langsamem natürlichem Gang beobachtet werden kann. Das statisch-geometrische Bezugssystem ist durch die Markierung Ides Verlaufs der Schwerlinie Ides Amputierten mittels einer Frontalebene A-B und einer Sagittalebene C-D grekennzeichnet. Die Graduierung des andeutungsweise dargestellten Horizontalrahmens zeigt einen Teilstrichwert, der sich beim Übergang zur zweibeinigen Körperhaltung verändert. Die Medianfläche, die den Körper in eine rechte und eine linke Seite teilt, ist bei der einbeinigen Körperhaltung gebogen.
  • Fig. 2 veranschaulicht das Verformen eines teilweise plastisch gemachten Stumpfbettes.
  • Fig. 3 zeigt die Markierung der beiden Hüftgelenkachsen.
  • Fig. 4 stellt eine zweibeinige Körperhaltung mit Bestimmung Ider Medianlinie ,des Amputierten im Balancegerät dar. Gegenüber Fig. I ist der Meßwert auf dem Horizontalrahmen um drei Teilstriche verändert.
  • Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung eines Aufbaugeräts mit Iden eingespannten Elementen des künstlichen Beines.
  • Fig. 6 zeigt ein schematisch dargestelltes Prtifgerät mit eingespanntem künstlichem Bein.
  • Die Lösung der Aufgaben des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt dadurch, daß durch ein statischgeometrisches Bezugssystem 1, A-B un C-D eine planmäßige einbeinige Körperhaltung des Amputierten 2 gegenüber dem Stumpfbett 3 sowie der Verlauf seiner objektiv bestimmten Schwerlinie I konstruktiv festgehalten wird. Dabei- kommt das statisch-geometrische Bezugssystem 1, A-B und C-D dadurch zustande, daß zunächst das Stumpfbett 3 in ein in der Zeichnung nur teilweise angedeutetes an sich zum Teil bekanntes, orthopädisches Balancegerät 4 eingespannt und, wie weiter unten erläutert werden wird, zu einem planmäßigen Stützelement gestaltet wird, das dem Amputierten 2 die planmäßige Körperhaltung ermöglicht. Sodann wird im Balancegerät 4 die Schwerlinie I ,des Amputierten 2 unter Wahrung der planmäßigen Körperhaltung objektiv gemessen, ihr Verlauf durch die Frontalebene A-B und die Sagittalebene C-D lauf dem Stumpfbett 3 markiert und das statisch-geometrische Bezugssystem 1, A-B und C-D gewonnen (Fig. 1). Zur Durchführung dieser Verfahrensschritte wird das aus einer thermoplastischen Masse bestehende Stumpfbett 3 verwendet. An Stelle einer thermoplastischen Masse können auch Metallegierungen mit niedrigem Schmelzpunkt od. dgl. bzw. auch Modellierton oder Kunststoff, der durch chemische oder physikalische Mittel vorübergehend plastisch gemacht wird, verwendet werden.
  • Ein planmäßiges, die Haltung des Oberkörpers bestimmendes Stützelement wird nun dadurch er- zielt, daß das Stumpfbett 3 vom Amputierten 2 im Balancegerät 4 belastet und nach örtlicher Erwärmung oder Erweichung durch chemishe oder physikalische Mittel an seinen Körper, z. B. in Pfeilrichltung 5, anmodelliert wird (Fig. 2). Auch ist der Amputierte 2 2- in der Lage, nach örtlicher Erwärmung oder Erweichung des Stumpfbettes 3 durch Belastung mittels des eigenen Körpergewichts, z. B. in Pfeil richtung 6, und/oder durch schrittartige Bewegung des Amputationsstumpfes selbst richtige, d. h. mit seiner gestützten anatomischen Körperform übereinstimmende Stützformen zu erzeugen (Fig. 2). Zur objektiven Beurteilung der durch das Stützelement verursachten Haltung des Oberkörpers, insbesondere des Beckens, der Wirbelsäule und des Femurstumpfes, wird in Verbindung mit dem Balancegerät 4 ein Röntgenapparat benutzt.
  • Des weiteren werden unter Benutzung des Balancegeräts 4 zwei Achsen 7 und 8 Ides Hüftgelenks auf dem Stumpfbett 3 markiert, deren eine Achse 7 parallel zur Frontebene A-B, die andere Achse 8 dagegen parallel zur Sagittalehene C-D verläuft (Fig. 3). Hierdurch wird in Verbindung mit der Markierung A-B und C-D (der Schwerlinie I ein pfanmäß iges Verhältnis zwischen dem physiologischen Hüftgelenk und der künstlichen Kniegelenkachse g sowie der Knöchelgelenkachse Io ermöglicht. Sodann wird im Balancegerät 4 sowohl bei der zweibeinigen Körperhaltung der Verlauf der Medianlinie 1I des Amputilerten 2 ermittelt, die bei dieser Körperhaltung in dre Ganggebene 20 liegt, als auch bei der planmäßigen einbeinigen Körperhaltung der Verlauf der Schwerlinie I des Amputierten 2 gemessen. Hierdurch wird eine im Balancegerät 4 meßbare Strecke der Schwerpunktverlagerung beim Annehmen ,der einbeinigen Körperhaltung gegenüber der Gangebene 20 gewonnen (Fig. 4 im Vergleich zu Fig. I und 6). Dla durch diese Messung ,der Abstand zwischen der auf dem Stumpfbett 3 markierten Sagittalebene C-D und der ficiert zu denkenden Gangebene 20 besitmmt wird, kann z. B. beim späteren Anbau des Füßes 12 dessen mediale Fersenkante ohne weiteres an die Gangebene 20 orientiert werden, wie das der natürliche Gang erfordert (Fig. 6). In gleicher Weise werden alle weiteren Elemente des künstlichen Beines, z. B. die Kniegelenkachse 9, die Knöchelgelenkachse 10, der Fuß 12, das Knöchelstück I3, die Wade 14 und das Kniestück I5, in ein planmäßiges statisches und räumliches Verhältnis zum statisch-geometrischen Bezugssystem I, A-B und C-D gebracht. Zu diesem Zweck wird das Stumpfbett 3 zunächst in ein an sich bekanntes orthopädisches Aufbaugerät (Fig 5) gespannt, wobei der Verlauf der Schwerlinie 1 mit einer Konstruktionsachse 16 des Aufbaugeräts dadurch zur Übereinstimmung gebracht wird, daß in die Markierungslinien der Frontalebene A-B und der Sagittalebene C-D je zwei verstellbare, im Aufbaugerät gelagerte Spitzen 17 eingestoßen werden (Fig. 5).
  • Durch weitere Spitzen 17 des Aufbaugeräts werden die Kniegelenkachse 9, die Knöchelgelenkachse 10, der Fuß I2, das Knöchelstück I3, die Wade 14 und das Kniestück I5 in ein planmäßiges statisches und räumliches Verhältnis zum Verlauf der Schwerlinie 1, zur Frontalebene A-B und zur Sagittalebene C-D gebracht (Fig. 5). Durch eine Sägevorrichtung 18 des Aufbaugeräts werden, im Verhältnis zum statiiseh-geometri-schen Bezugssystem I, A-B und C-D, nach Planmaßen exakte waagerechte Sa.'geschnitte durch das Knöchelstück 13, die Wade 14, das Kniestück 15 und das Stumpfbett 3 geführt. Nach Anbringung von Verbindungslinien 19 zwischen dem Knöchelstück 13 und der Wade 14 sowie zwischen dem Kniestück 15 und dem Stumpfbett 3 werden die einzelnen Elemente aus dem Aufbaugerät herausgenommen und entsprechend den Verbindungslinien 19 zusammengefügt.
  • Sodann wird das fertiggestellte künstliche Bein in das Balancegerät 4 gespannt, von welchem zu diesem Zweck der untere sagittal Schenkel des Vertikalrahmens entfernt wird. Es wird Idie einbeinige Körperhaltung des Amputierten 2 auf dem Stumpfbett 3, der Verlauf seiner Schwerlinie I sowie seine Schwerpunktverlagerung von der Gangebene 20 zur einbeinigen Körperhaltung und bei Koppelung des Balancegeräts 4 mit einem Röntgenapparat die Haltung des Beckens, der Wirbelsäule und des Femurstumpfes auf Erzielung der Planwerte geprüft bzw. werden die erzielten Planwerte nachgewiesen. Daraufhin wird das künstliche Bein, auf welchem durch Spannmarken 22 das statischgeometrische Bezugssystem I, A-B und C-D markiert ist, in. ein !an sich bekanntes Prüfgerät (Fig. 6) gespannt, dessen Spannelemente 23 in Übereinstiminung mit dem statisch-geometrischen Betzugssystem I, A-B und C-D angeordnet und auf dies sein Grundplatte 24 die Grundlinien der Ebenen A-B und C-D markiert sind. Durch Meßvorrichtungen 25, 26 und 27 werden nun die Anordnung Ider Kniegelenkachse 9, der Knöchelgelenkachse 10 und des Fußes 12 auf Erzielung der Planwerte geprüft bzw. werden die erzielten Planwerte nachgewiesen.
  • Die mit Hilfe des Balancegeräts 4 und des Prüfgeräts gemessenen Kontrollwerte werden schriftlich oder graphisch fixiert und den Planwerten gegenübergestellt. Durch Sammeln und Vergleichen der bei einer großen Anzahl von künstlichen; Beinen gemessenen Kontrollwerte lassen sich allgemein gültige Planwerte herleiten sowie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Grundlagenforschung mit den Ergebnissen der Praxis vergleichen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zur Fertigung künstlicher Beine stellt für den Amputierten ein Höchstmaß der Wiederherstellung seiner natürlichen Gleichgewichtsverhältnisse dar, was als die wesentlichste Aufgabe des Ersatzbeinbaues erkannt und durchgeführt wurde.

Claims (6)

  1. P A T E N T A N S P R Ü C H E: I. Verfahren zur Fertigung von künstlichen Beinen, dadurch gekennzeichnet, daß durch ein statisch-geometrisches Bezugssystem (I, A-B und C-D) eine planmäßige einbeinige Körperhaltung des Amputierten (2) gegenüber einem Stumpfbett (3) und der Verlauf seiner objektiv bestimmten Schwerlinie (1) konstruktiv festgehalten wird, wobei das statisch-geometrische Bezugssystem (I, A-B und C-D) ,dadurch zustande kommt, daß zunächst das Stumpfbett (3) in ein an sich zum Teil bekanntes orthopädisches Balancegerät (4) eingespannt und zu einem planmäßigen Stützelement gestaltet wird, welches dem Amputierten (2) die planmäßige Körperhaltung ermöglicht, und daß sodann im orthopadischen Balancegerät (4) die Schwerlinie (1) bei der planmäßigen Körperhaltung des Amputierten (2) objektiv gemessen und ihr Verlauf durch Markierung einer Frontalebene (A-B) und einer Sagittalebene (C-D) auf dem Stumpfbett (3) fixiert wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das die haltung des Oberkörpers bestimmende Stützelement durch Belastung des Stumpfbettes (3) im orthopädischen Balancegerät (4) durch den Amputierten (2) un:d Idurch Anmodellierung nach örtlicher Erwärmung od. dgl. an den Körper des Amputierten (2) erzielt wird.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur objektiven Beurteilung der gewonnenen Haltung des Oberkörpers bzw. des Beckens, der Wirbelsäule und des Femurstumpfes des Amputierten (2) in Verbindung mit einem orthopädischen Balancegerät (4) ein Röntgenapparat benutzt wird.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzwichnet, daß auf dem Stumpfbett (3) eine parallel zur Frontalebene (A-B) verlaufende Achse (7) und eine parallel zur Sgittalbene (C-D) verlaufende Achse (8) des Hüftgelenks markiert wird.
  5. 5. Verfahren nach den Anspruüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß im orthopädischen Balancegerät (4) sowohl bei der zweibeinigen Körperhaltung der Verlauf der Medianlinie (11) des Amputierten (2) ermittelt als auch bei der einbeinigen Körperhaltung der Verlauf der Schwerlinie (1) des Amputierten (2) gemessen und hierdurch eine im orthopädischen Balancegerät (4) meßbare Strecke der Schwerpunktverlagerung beim Annehmen der einbeinigen Körperhaltung gegenüber der Gangebene (20) gewonnen wird, wodurch die mediale Fersenkante des künstlichen Fußes (12) exakt an die Gangebene (20) angeordnet werden kann.
  6. 6. Verfahren nach Iden Ansprüchen I bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Elemente des künstlichen Beines, z. B. die Kniegelenkachse (9), die Knöchelgelenkachse (10), der Fuß (12), das Knöchelstück (13), die Wade (14) und das Kniestück (15), dadurch inein planmäßiges statisches und räumliches Verhältnis zum statisch-geometrischen Bezugssystem (1, A-B und C-D) gebracht werden, daß zunächst das Stumpfbett 83) in ein an sich bekanntes orthopädisches Aufbaugerät gespannt und dabei der Verlauf der Schwerlinie (1) dadurch mit einer Konstruktionsachse (16) des Aufbaugeräts in Übereinstimmung gebracht wird, daß in die auf dem Stumpfbett (3) markierten Ebbenen (A-b und C-D) Spitzen (17) eingestoßen werden und daß sodann die genannten Elemente (9, 10 und 12 bis 15) mit Hilfe des statisch-geometrischen Bezugssystems (1, A-b und C-D) im orthopädischen Aufbaugerät planmäßig angeordnet und durch die Spitzen (17) fixiert werden.
DENDAT891913D Verfahren zur Fertigung von künstlichen Beinen Expired DE891913C (de)

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DE891913C true DE891913C (de) 1953-08-20

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DE (1) DE891913C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3955285A (en) * 1969-04-24 1976-05-11 Ernst Moeckl Device for measuring posture-determining parameters of a human body

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3955285A (en) * 1969-04-24 1976-05-11 Ernst Moeckl Device for measuring posture-determining parameters of a human body

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