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Verfahren und Maschine zum Mahlen von Getreide Es ist bekannt, beim
Mahlen, z. B. von Weizen zu Mehl, das Korn einer Reihe von Brechvorgängen zu unterwerfen.
Nachdem das umzerkleinerte Korn gründlich gesäubert und temperiert ist, wird es
in Walzenmühlen und neuerdings in Prallmühlen behandelt, um die einzelnen Körner
zu brechen und den Mehlkörper und die Keimteile von der Schale zu. lösen. Um dabei
ein von Schlalenteilen möglichst freies Mehl zu erhalten, wird das fertig gemahlene
Mehl gewöhnlich einem Feinsiebvor@gan@g unterworfen, wobei die Schalenteile, die
weniger fein -zerkleinert sind, im Sieb zurückbleiben. Diese Trennung ist jedoch
unvollkommen, denn obwohlwegen ihrer Dünne und. ihrer größeren Elastizität die Schalen
= im ganzen weniger fein zerkleinert werden als der Mehlkörper, so entstehen doch
neben .den grö(beren Schalenteilchen auch. eine Anzahl feinerer Schalenteilchen,
die vom ,Sieb nicht zurückgehalten werden und somit -mit in das Endprodukt geljang
en.
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Ferner entihälten normale Getreidekörner eine Falte, in der sich Verunreinigungen
festsetzen können, und derartige Verunreinigungen sind durch .die übliche Reinigungsbehandlung
der umzerkleinerten Körner nicht restlos zu erfassen. ,Sie werden also bei den bekannten
Verfahren mit dem Mehlkürper
vermahlen und gelangen so gleichfalls
in das fertige Mehl.
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Die Erfindung hat zur Aufgabe, diesen Übelständen abzuhelfen und die
Erzeugung eines besonders hochwertigen, von Schalenteilen und anderen Verunreinigungen
weitgehend freien Mehles .zu ermöglichen.,Sieberuht auf der Erkenntnis, daß, wenn
in den ersten Brechvorgängen (bzw. dem ersten Brechvorgang) die Körner in an sich
Jbekannter Weise durch ein umlaufendes Flügelrad gegen einen Kranz von Prallflächen
geschleudert werden, welche die Körner jeweils in eine kleine Anzahl von Teilchen
aufspalten, das Erzeugnis dieses Vorbrechvorganges die Schalen und Kernbruchstücke
in einer Form enthält, in der sie sieh leicht idurch Luftsichtung voneinander trennen
lassen, und,daß dalbei die Körner längs ihrer Falte auseinandergebroahen sind, wodurch
die bisher in der Falte zurückgehaltenen Verunreinigungen gleichfalls der Entfernung
durch Luftsichtung zugänglich geworden sind. Diese Vorteile gehen beide wieder verloren,
wenn das Ausgangsprodukt des Vorbrechvorganges, wie bisher üblich, als Ganzes den
weiteren zur Erzeugung des Mehles vorgesehenen ,Brechvorgängen unterworfen wird.
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Erfindungsgemäß wird ideshalb das Ausgangsprodukt dieses Vorbrechvorganges,
bevor es dem nächsten Mahlvorgang unterworfen wird, einer Luftsichtung unterzogen,
um Schalenteile und kleine Fremd'körperteilchen zu entfernen.
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Praktisch, wird der Strom des vorgebrochenen Mahlgutes in sehr gleichmäßiger
Verteilung einer Luftsichtung mittels eines igleichmäßigen Luftstromes unterworfen,
der mit sorgfältig abgestimmter Menge und Geschwindigkeit ,durch den Gutstrom hindurchfließt,
um die Schalenteile und andere Verunreinigungen, die einen ihrem Gewicht gegenüber
großen Luftwiderstand besitzen, aus dem Gutstrom abzuführen, während die verhältnismäßig
groben und daher schwereren Kern- und Keimteile in einen Sammeltrichter od. @dgl.
fallen. Auf diese Weise werden unerwünschte Bestandteile weitgehend aus dem Gutstrom
entfernt, während nur eine geringe Menge von Ma'h'lgut mit den unerwünschten Bestandteilen
abgeführt wird, von denen sie überdies anschließend durch eine Nachbehandlung getrennt
werden 'kann.
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Eine Maschine zur Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung ist
gekennzeichnet durch eine Prallmühle, welche die Körner !bricht und .dadurch eine
Mischung voneinander getrennter Kern- und Schalenteile erzeugt, durch. Führungsmittel,
welche das von dieser Mühle erzeugte, Mahlgut in flachem, gleichmäßigem Strom, in
einen Ringspalt leiten, und durch eine Einrichtung, welche durch diesen Spalt einen
Luftstrom von gleichmäßiger Ge--schwindigkeit .bläst. Zweckmäßig enthält sie eine
Prallmühle mit einem um eine senkrechte Achse sich. .drehenden Läufer, ider von
einem mit Pralldfächen versehenen Prallglied umgeben ist, an das sich ein das Mahlgut
nach unten leitender.Mantel anschließt. Erfindungsgemäß leitet dieser Mantel das
Mahlgut auf einen sich nach unten kegelartig erweiternden, feststehenden Körper,
dessen Umfang eine Kante eines in einem senkrechten Durchgang ,angeordneten Luftsichtspaltes
bildet, in den das Gut durch den. feststehenden. Körper geleitet wird, wobei Einrichtungen
vorgesehen sind, um in,dem Durchgang einen aufwärts gerichteten Luftstrom zu erzeugen,
ider dazu dient, ,Schalenteile und kleine Teilchen von Fremdstoffen von den in den
Spalt hineinfallenden grobgebrochenen Kernteilchen zu entfernen.
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Ein Ausführungsbeispiel einer Mahl- und Luftsichtervorrichtung nach
der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt Fig. i einen senkrechten
Schnitt durch ,die Mühle mit teilweiser Seitenansicht, Fig. 2 einen vergrößerten
waagerechten Querschnitt nach. der Linie 2-2 der Fig., i, Fig. 3 eine Seitenansicht
der Luftzufuhrleitung und',des Entnahmetrichters und Fig. 4 eine perspektivische
Ansicht der Anordnung nach Fig. 3.
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In der Zeichnung sind in den Figuren ähnliche Teile mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
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Der Luftsichter, der das gebrochene Getreide aus einer Prallmühle
aufnimmt, besteht vorzugsweise aus einer Anzahl von zusammenarbeitenden Einzelgliedern,
,die zusammen idiejenigen Mittel bilden, .durch die Idas vertikal nach .unten strömende
Mahlgut einen. Belüftungsspalt 'kreuzt, durch .den ein gleichmäßiger Gegenluftstrom
fließt und der das Mahlgut dadurch . sichtet, daß er die verhältnismäßig leichten
Verunreinigungen u. dgl. mitnimmt. In dem Luftstrom liegt unterhalb des Austritts,
aber oberhalb des Belüftungsspaltes, eine Drosselanordnung, um .dadurch dem Luftstrom
eine gleichl# mäßige und keine turbulente Strömung zwischen dem, Spalt und der Absaugleitung
zu erteilen. Dies führt zu. einer gleichmäßigen und wirkungsvollen. Behandlung des
Mahlgutes durch die Luft.
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Entsprechend Fig. i ist der Prallmühlenteilder Maschine mit dem allgemeinen
Bezugszeichen io versehen und besteht aus einem Gehäuse i i mit ,den beiden Einlaßstutzen
12 und 13, durch die das zu @mahlende Gut in das Gehäuse gelangt. Das Gehäuse ibesteht
im wesentlichen aus. einer Grundplatte ioa, die auf Säulen g ruht. In den Einlaßstutzen
sind Ventile oder Drosseln i2a und 13a eingebaut, durch,die die Menge des durch
die Stutzen in das Gehäuse fließenden Gutes in gewünschter Weise ;gesteuert werden
kann. In dem Gehäuse i i ist ein Läufer drehbar gelagert, der durch einen Motor
15 angetrieben wird. Dieser Läufer ist !derart in dem Gehäuse i i in bezu@g auf
die Einlaßstutzen 12 und, 13 angeordnet, daß er Idas ,durch die Stutzen einfließendeGut
aufnimmt. Auf dem Läufer 14 sind in .durch die Läuferachse gelegten Ebenen mehrere
Flügel oder Blätter 1b befestigt, die bei der Drehung des Läufers die Gutteilchen
radial nach außen schleudern. In dem Gehäuse i i ist rund um den Umfang des Läufers
14 ein Prallkörperpaket lösbar angeordnet, und ,dieses Paket ist mit winkelig gestellten
Prallfiächen versehen, gegen die die Gutteilchen prallen und gebrochen werden. Das
gebrochene
Gut wird von dem Prallkörperpaket in einen nach innen spitz zulaufenden Kegelstumpfmante'1,
der mit dem allgemeinen Bezugszeichen 2i versehen ist, geleitet.
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Die Wirkung ides Prallkörperpaketes ist eine zweifache. Zunächst stoppt
es die hohe Geschwindigkeit der Körner ab, und '.zwar ,derart, daß die elastische
Grenze der Körner, z. B. der Weizenkörner, überschritten wird, und dementsprechend
ein Bruch ent'lang@den Liniendes geringsten Widerstandes eintritt, so werden z.
B. die Teile oder Kerne entlang,den natürlichen Teilungslinien oder den Linien des
geringsten Zusammenhanges gebrochen. Die zweite Wirkung ist die, daß,durch die Winkelstellung
der Prallflächen des Prallkörperpaketes zur resultierenden Geschwindigkeit .der
auf-« treffenden Teilchen schnelles Entfernen des gebrochenen Gutes eintritt, so
daß die ankommenden neuen Körner immer auf eine reine Fläche auftreffen und keine
Kissenbildung durch .das gebrochene Gut eintritt. Die Prallflächen 18 des Prallkörperpaketes
17 sind .auf dem inneren Umfang,des Paketes mit Riffelungen versehen, und die Riffelungen
dieser Prallflächen sind von der Vertikalen mit solch einem Winkel zur resultierenden
Geschwindigkeit der auftreffenden Körner geneigt, daß die Körner immer schräg auf
.die Fläche auftreffen. Auf diese Weise werden die gebrochenen Teilchen nach unten
und aus .dem Bereich. des Läufers abgeleitet, wodurch die Bahn der ankommenden Teilchen
immer frei ist. Es tritt also eine Reibung der Körner bei dieser Art ides Brechens
nur während .der Beschleunigung der Körner .an den Läu(ferlylättern 16 auf, und
weder die Körner noch deren Teilchen können in den Läufer oder in den ankommenden
Körnerstrom, der durch den Läufer weggeschleudert wird, zurückprallen. Die Konstruktion
und die Wirkungsweise der Prallmühle io ist an anderer Stelle im einzelnen beschrieben.
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In jedem Fall ergibt sich, daß durch die Prallwirkung der Prallmüh'le
io das ganze Korn, z. B. Weizenkorn, entlang :den Linien des geringsten Widerstandes
gebrochen wird, und zwar in erster Linie an der Kornrille, und diese Wirkung löst
etwaigen Rillenschmutz oder andere Fremdteilchen, die mit idem Gutstrom mitgenommen
sein können. :Naturgemäß werden Schalenteilchen verschiedener Größe vom Mehlkörper
gelöst, und,der Mzhilkörper wird ebenfalls in Teilchen verschiedener Größegebrochen,
und der ganze Kern wird freigelegt. Diese Materialmischung fließt von der Prallmühle
io abwärts, vielleicht mit leichter Wirbelbewegung, jedoch fließt der größte Teil
des Materials im allgemeinen senkrecht nach unten, und zwar wegen der Riffelungen
auf den inneren Flächen des Prallkörperp.alcetes 17. Es 'kann sein, daß noch eine
geringe kreisende Bewegung Adels Materials .nachbleibt, .die abgestoppt wird, bevor
das Material der Sichtung durch Belüftung unterworfen wird, wie nachstehend noch
näher zu erläutern ist.
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Der Luftsichter, der finit dem .allgemeinen Bezugszeichen 2o versehen
ist, hängt lösbar .an der Grundplatte ioa der Mühle io mittels Balzen ig und besteht
im wesentlichen aus drei besonderen, voneinander lösbaren Teilen, nämlich einem
mit dein Zeichen 21 versehenen Trichter, einem zentralen, allgemein mit 22 .bezeichneten
Konus und einem unteren Sammeltrichter und Lufteinlaß, der mit 23 bezeichnet ist.
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Ein äußeres Gehäuse oder ein Zylinder 2q. ist mit dem oberen Ende
des Trichters 21 verbunden und umgibt den Trichter und den @mittleren Konus 22 vollständig.
Der Konus 22 ist lösbar mit dem Trichter 21 verbunden, wie noch :beschrieben wird.
Der Sammeltrichter 23 sitzt lösbar am, unteren Ende -des äußeren (Gehäuses, --4
und wird durch Flügelmuttern 25, die auf Bolzen 26 am Umfang .der Gehäuseunterkantesitzen,
,aufgeschraubt, wobei sich diese .Bolzen durch einen Flansch 2.3° des Sammeltrichters
23 erstrecken. Daraus ergibt sich, d.aß der Trichter 21, .der Konus 22 und- der
Sammeltrichter 23 lösbar miteinander verbunden sind und eine Einheit mit dem Müh'leugehäuse
ioa bilden, wodurch. nicht nur (der Zusammenbau. .dieser Teile, sondern auch spätere
Demontage zwecks Durchführung notwendiger Reparaturen, zwecks Ersatzes oder zwecks
Reinigung leichtdurchgeführt werden können. Diese Konstruktion Sbildet außerdem
eine luftdichte Anordnung, durch die die Luft nach oben und das gemahlene Produkt
während der Luftsichtung fließen kann.
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Zwischen dem Gehäuse 24 .und dem Trichter 21 liegt eine zylindrische
Trennwand 27, die gut zentriert in dem Gehäuse 2q. .angeordnet ist. Diese Trennwand
27 ist mit dem Oberteil des Trichters 21 und 'mit einem Teil des Konus 22 verbunden
und bildet mit dem Gehäuse 24 den oberen Teil eines ringförmigen Luftkanals 28.
Eine Luftauslaßleitung 2g geht im oberen Ende auf einer Seite von dem Kanal 28 ab
und führt zu einer Leitung 3o, die an einen nicht dargestellten Saugventilator angeschlossen
ist. In,der Leitung 30 ist eine durch einen Hebel 32 einstellbare Drossel
31 :und ein Manometer 33 angeordnet, wie Fig. i zeigt. Die Drossel 31 dient
dazu, idie Luftgeschwindigkeit durch den Ringkanal 2i8 in gewünschter Weise einzustellen.
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Der Konus 22 besteht im wesentlichen aus drei. Teilen, nämlich dem
konischen Kopf 3d., einem kegelstumpfförmi;gen Mantel 35 und einem Luftverteiler
36. Der Kopf fl,q., der z-B. gegossen ist, liegt koaxial mit der Achse .des Läufers.
1q.. Mit dem Kopf 34 sind sich radialerstreckende, fest finit dem Kopf verbundene
flossenförmige Leitflächen 38 (s. auch. Fig..2) verbunden, die sich nach unten und
außen erstrecken und so wirken, daß sie jegliche Wirbel- oder Kreisbewegun@g des
aus dem Trichter 21 austretenden Materials .abdämpfen, so daß dieses Material in
dünnen, gleichgerichteten .Strömen über die Oberfläche des Mantels 3,5 abwärts strömt.
Mit den Leitflächen, 3.8 ist ein allgemein mit 39 bezeichneter umgebender
Mantel zusammengegossen, der aus ,den zylindrischen Teilen 40 und 41 und einem konischen
Verbindungsringflansch 42 besteht. Der Zylinderteil q:0 hat den gleichen Durchmesser
wie das untere Ende des Trichters 21, während der
Zylinderteil 41
:den .gleichen Durchmesser wie die zylindrische Trennwand 2z7 hat. :Der Mantel 39
und der Trichter 2i weisen überein.ande-rdiegende Augen 43 und 44 auf, in die in
Längsrichtung liegende Bolzen passen, durch .die der Mantel 39 mit dem unteren Ende
des Trichters 2i verbunden ist. Auf diese Weise bildet der Kopf 34 eine Abstützungs-und
Befestigungsmöglichkeit für das .untere Ende der Trennwand 27. Der Ringflansch 42
des Mantels 39 bildet mit dem Mantel 35 einen kegeli@gen Durchtrittskanal46., durch
:den das gemahlene Gut zum Kanal 2.8 abwärts fließt.
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Die Oberkante des Mantels 35 ist in beliebiger Weise mit der Unterseite
eines Flansches 47 an der Unterkante des Kopfes 34 verbunden, und :die untere Kante
3.5a des Mantels 35 ist mit der Oberkante eines Zylinders 48 des Luftverteilers
3!6 verbunden. Dieser zylindrische Teil 48 des Luftverteilers bildet mit :dem unteren
Teil des Gehäuses 24 .das untere Ende des ringförmigen L.ufttkanaas 28.
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Die Unterkante 35a des Mantels 35 und die gegenüberliegende :Seite
des Gehäuses !bilden einen Spalt G, ,durch den der .zu `behandelnde Gutstrom S während
der Luftsichtung fließt. Dieser Gutstrom besitzt gleichmäßige Dicke und vorzugsweise
solche Dichte, ,daß die aufwärts durch Aden Kanal 28 strömende Luft schnell hindurchtreten
kann und dabei die leichteren Bestandteile des Gutstromes mit sich führt, die durch
den Luftsichter über den Auslaß 2-9 und 'die Leitung 3,o artgeführt werden. Da die
Luft ,durch :den Sichtspalt G und demgemäß durch den Gutstrom S in gleichmäßiger
Weise und konstanter Geschwindigkeit fließt, muß in allen Teilen des Spaltes diese
konstante Geschwindigkeit aufrechterhalten werden, was auf folgende Weise erreicht
wenden kann.
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Die meisten .der .üblichen im Handel!hefind'lichen Luftsichter 'besitzen
eine asymmetrische Ausgangsleitung, d. h. :die Ausgangsleitung befindet sich gewöhnlich
einseitig am oberen Ende des Luftsichters, ähnlich wie die Lage der Ableitung 29
entsprechend dem Ausführungsfiespiel. Wegen dieser asymmetrischen und nicht konzentrischen
Lage der Ableitung treten ungleichmäßige Luftströmungsbedin:gungen über dem Beelüftungsspalt
ein. Dadurch ist in !bestimmten Teilen des Spaltes, d.'h. in ,denjenigen, die der
Ableitung am nächsten liegen, die Luftgeschwindigkeit größer als in denjenigen Teilen
des Spaltes, die weiter entfernt vom Ausgang liegen. Infolgedessen ist, wenn die
Geschwindigkeit in den weiter entfernt liegenden Teilen des Spaltes ausreichend
ist, um die leichteren Verunreinigungen aus dem Strom zu entfernen, die Geschwindigkeit
in den näher liegenden Teilen des Spaltes so groß, daß auch nicht auszusichtende
Teile aurs dem Strom des gebrochenen Gutes mitgenommen werden. Hierdurch entsteht
ein Verlust, da (das von dem: Luftsichter entfernte Material gewöhnlich in die Abfallbehälter
gelangt, oder dieses Material muß in weiteren Maschinen behandelt werden, um die
guten Materialanteile herauszutrennen. Dieses Vorgehen ist naturgemäß sehr kostspielig.
Wenn .andererseits die Lu:ftgeschwindigkeit in den Spaltteilen, die der Ableitung
am nächsten liegen, .gerade ausreicht, um die Verunreinigungen .zu. entfernen, so
wind die Geschwindigkeit in den weiter entfernt liegenden Teilen des Spaltes nicht
ausreichen, -am alle Verunreinigungen aus,dem Gutstrom zu entfernen, die dementsprechend
mit dem guten Material in den Aufnahmetrichter fließen und im Mahlstrom bleiben.
Daraus ergebt sich, .daß es wichtig ist, eine gleichmäß'i'ge Luftströmung in allen
Teilen des Belüftungsspailtes aufrechtzuerhalten, so daß lediglich die leichten
Teile von der Luft mitgenommen -werden, während praktisch das gesamte ,gute Material
in :den unteren Aufnahmetrichter fällt.
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Um diese :gleichmäßige Lu:ftströmiu.ng im ,Spalt G zu erreichen, liegt
oberhalb des Spaltes eine aallgemein mit 49 (s. Fig. 2) 'bezeichnete Drossel, die
die Trennwand 27 im wesentlichen kreisförmig umgibt. Diese Drossel liegt unmittelbar
unter der Unterkante .der Anslaßleitung 29 und erstreckt sich mit veränderlicher
Dickem den ringförmigen Luftkanal 28. Wie sich aus Fig. 2 ergibt, kann die Drossel
4,9 etwa das Aussehen eines exzentrischen Ringes besitzen, der auf der Trennwand
27 mittels Schrauben 5,o befestigt ist. D;er,dickste Teil 4911 des Drosselkörpers
liegt unmittelbar vor der Auslaßleibung 2-9:, während der dünnste Teil 49b und 49a
des Drosselkörpers :der Ausirnangsleitung 29 diametral gegenüberliegt. Die Dicke
des Drosselkörpers 29 ninnmt von .dem Teil 49" :zu den Teilen 49b und 49' .ab, so
!daß erden ringförmigen Luftkanal 48 in veränderlicher Weise drosselt. Der Drosselkörper
49 kann sich unter bestimmten Bedlingungen in der Dicke in gleichförmiger Weise
vermindern, und unter anderen Bedingungen kann die Dicke im wesentlichen über einen
Winkel von i8o° etwa konstant @bleiben und danach zu den Enden der Drossel abnehmen
@bzw. spitz auslaufen. Die Art, wie die Dicke des Drosselkörpers vom Luftaustritt
zur :gegenüberliegenden ,Seite abnimmt,. hängt von verschiedenen Faktoren und den
Umständen ab, unter denen :der Mahlvorgang durchgeführt wird. Vorzugsweise ist die
Dicke des Drosselkörpers in allen Teilen in 'der Nähe des Ausganges 2i9 gleichmäßig.
Dementsprechend wird ,der Widerstand für die durch :den Kanal 28 fließende Luft
am Punkt der größten Geschwindigkeit, nämlich unmittelbar unterhalb ,des Ausganges
29, so anwachsen, daß hier entsprechend weniger Luft durchfließt, während die gegenüberliegende
Seite des Kanals 28 im wesentlichen inngedrosselt 'bleibt und .damit .zu.läßt, daß
hier verhältnismäßig mehr Luft durchfließen kann. Daraus ergibt sich, daß die Luftgeschwindigkeit
im Spalt G über den :ganzen Umfang im wesentlichen gleichmäßig ist, womit es möglich
wird, alle leichten .Verunreinigungen aus dem Mahlstrom nahezu vollständig -zu entfernen.
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Durch die Anwendung dieser Methode zur Erzielung und, Awfrechter'haltung
gleichmäßiger Luftbedingungen ist es möglich, eine große Menge von körnigen Produkten
kontinuierlich zu behandeln. Es ist z. B. durchführbar, durch den Ausgang 29 Luft
zu saugen, deren Menge .sich zwischen 2,8
und 42 ms pro Minute ändert
und über (diesen Bereich Bedingungen zu. erzielen, .die eine im w@esentlichen gleichförmige
Geschwindigkeit mit minimaler Turbulenz gewährleisten. Das zu verwendende Luftvolumen
wird sich naturgemäß mit dem zu behandelnden Produkt und mit der Menge ändern, die
durch die Stutzen 12 und 13 zugeführt wird.
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Praktisch kann man also das Luftvolumen, welches durch den Luftsichter
strömt, in weiter. Grenzen ändern, ohne die. Gleichmäßigkeit der Sichtwirlkung zu
-beeinflussen, was auf die Verwendung der Maschine gemäß der Erfindung zurückzuführen
ist. Aus diesem Grunde ist es möglich, die gleiche Anordnung zur Behandlung von
mannigfa-Itigenkörnigen Gütern zu verwenden, von denen jedes eine abgestimmte Strömungsmenge
sowohl in bezug auf ,das Mahlgut als auch auf die Luft erfordert. Die Anpassungsfähi;dkeit
der gru@ndsätzlichen Ausbildung gemäß der Erfindung wird weiter durch die Anordnung
der Ventile oder Drosseln 12a und 13" -erihö'ht, durch die die Menge des Gutflusses
schnel'1 eint stellt ,werden kann. Ebenso trägt zur Anpassungsfähigkeit der Maschine
die einstellbare Drossel 371 in der Saugleitung 30 bei. Durch richtiges Einstellen
der Ventile oder Drosseln i2a, i3 a und 31 ist also die Maschine innerhialb
eines großen Bereiches von verschiedenen strömenden körnigen Gütern schnell a:uf
die richtige Luftsichtung eingestellt.
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In Lu:ftsichtern der fraglichen Art ist es wichtig, daß die Luft,
die eingesaugt wird, in laminarer und gleichmäßig verteilter :Strömung in den Sicher
einfließt, wobei der Lufteingang so ,zu dem zu sichtenden Gut -angeordnet wird,
daß nichts von dem Gut .durch Abfließen in den Lufteinlaß verlorein.geht. Zu diesem
Zweck ist ein Luftverteiler 36 -und der das Gut aufnehmende Sammeltrichter und die
Lufteinlaßkonstruktion vorgesehen, wie dies in Fig. a, 3 und 4 gezeigt ist.
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Entsprechend Fig. i liegen der Sammeltrichter und .der Lufteingang
23 konzentrisch unter dem Luftkanal 28 und 4em Luftverteiler 36. Wie sich besser
aus Fig. 3 ergibt,besteht der Trichterteil der Gesamtanordnung 23 aus einem inneren
und einem äußeren zylindrischen Mantel 51 und 52. Diese Mäntel liegen konzentrisch
ineinander und bilden einen Ringikana;l 53 zwischen sich, während der innere Mantel
die Lufteinlaßleitung 54 biMet.
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Der innere Mantel 51 besitzt eine im allgemeinen länglich ovale Öffnung
55, ;deren Breite im wesentlichen bleich ,dem Durchmesser des Mantels 51 ist. Der
größere Mantel 52 ist bei 56 weggeschnitten. Die Kanten eines etwa schraubenförmigen
Blechstreifens 57 werden mit den Kanten der Öffnungen 55 und' 56 verschweißt, so
.daß ;dieser Blechstreifen eine scharf abfallende Fläche oder Rampe 58 im Aufna@hm-ehanal
53 bildet. Auf diese Weise fließt das durch die Luftgesichtete Gut, welches in :das
obere Ende des Aufnahmekanals 53 am unteren Ende des Ringkanals 28 (Fig. i) niederfällt,
nach unten .über die Fläche 58 zu einer beliebigen Entnahmeleitung 65 (Fig. 4).
Gleichzeitig kann Luft ohne Wirbelung durch die Öffnung 55 in die L uftzufuhr1eitung
54 und von dort zum Luftverteiler 36 (Fig. i) fließen. Durch die Anor,dnun.g der
;großen symmetrischen Öffnung 55 und die konzentrische Lage ider Luftzufuhrleitung
5,4 ist es möglich, Luft jeder beliebigen Art und Konsistien.z, wie sie vom Müller
gewünscht wird, direkt ;zur Öffnung zu leiten. Wenn zuerst z. B. feuchte Luft erforderlich
isst, kann eine Letitung von dem Teil der Mühle, aus dem die feuchte Luft zu entnehmen
ist, schnell von dort ,bis zur Öffnung 55 gezogen werden.
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Der Laftvertei'ler 36 ist vorzugsweise ein Gußstück mit einer zentralen,
;hohlen Nabe 6o, .die einen Standbolzen 61 aufnimmt, dessen .oberes Ende in beliebiger
Weise mit ;dem Kopf 34 verbunden ist. Eine -Schraube 62 liegt gegen eine Unterlegscheibe
63, die ihrerseits gegen den Verteiler 36 liegt, und diese Schraube wird in das
untere Ende des Standbolzens eingeschraubt und sichert,damit die richtige Lage >des
Luftverteilers.
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Der Boden des Verteilers 36 weist eine ringförmige Höhlung 64 auf,
tdie sich in stetiger Krümmung vom Mittelteil des Verteilers zur Unterkante 48,1
des Zylinderteils 48 erstreckt. Diese Kante 48" liegt über .dem ringförmigen Eintritt
des Mah'Igutauslasses 53, so daß die !kreisförmige Oberkante 59 des Lufteinlasses
54 innerhalb der Kante 48" liegt. Weiterhin liegt die Kreiskante 59 etwas oberhalb
ider Unterkante 48a. Somit tritt das Mahlgut, welches vom Spalt G nach .unten durch
das untere Ende des Kanals 28 fließt, unmittelbar in den Entnahmell-.anal
53, und zwar an einem Punkt, der unterhalb des Eintritts von Luft in den Verteiler
3,6 liegt. Wegen der ringförmigen Höhlung 64 des Verteilers fließt die Luft an den
Verteilerflächen anschließend aus ;dem Verteiler nach unten unter die Kante 48a
und von dort in den Ringkanal 2-8. Dadurch ist es unmöglich, daß irgendwelche Mahlggutteilchen
durch ,den Luftverteiler 36 .und in den Lufteinlaß 54. gelangen können. Auf diese
Weise wird eine gleichmäßige Luftströmung in .den Rin:bkanal 2.8 gewährleistet,
der in Verbindung mit den beschriebenen konstruktiven Merkmalen verhindert, ;daß
irgendweilche Mahlgutteilchen woanders himfließen ;als in den Entnalhmekanal 53.
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Die Gesamtwirkung der Maschine ist folgende: Der Müller, der sowohl
die Art und die pro Stunde zu behandelnde Menge des körnigen Gutes kennt, stellt
die,den Gutstrom steuernden Drosseln i2a und i3 a und .den Hebel 32 ein, durch den
die Drossel 31 entsprechend .der pro Minute ,gewünschten Luftmenge eingestellt wird.
Das Gut fließt durch die Stutzen 12 und 13 zum Läufer 14, wo es in der eingangs
beschriebenen Weise behandelt wird. Die gebrochenen Teile des Gutes fließen durch
den Trichter 2i nach unten ,zum Konus 22., wo irgendwelche restlichen Kreisbewegungen
durch die Leitbleche 38 gedämpft werden. Das behandelte Gut fließt in einem gleichgerichteten,
ver'hä@ltnismäßig langsam sich bewegenden Strom .über .den Mantel 35 und quer durch
den Belüftungsspalt G abwärts. Gleichzeitig fließt ein gleichmäßiger Luftstrom durch
den Ringkanal 28 aufwärts quer durch den Gutstro;m Sund entfernt aus diesem Gutstrom
alle
leichten Teilchen, die in ,dem Kanal 2,8 nach oben zum. Ausgang
2-9 mitgenommen .und von dort über die Leitung 30 abgenommen werden. Die
durch .die Luft gesichteten Gutteilchen ,setzen ihre Abwärtsbewegung in dem Ringkanal
2& fort und fallen in den Entnahmekanal' 53 und von .dort in die Leitung 65
(Fig 4). Die gleichmäßigen Luftstr.ö-nungshed.ingungen im Belüftungsspalt G verhindern
ein Mitnehmen von gutem Material nach oben und gleichzeitig verhindern sie, @daß
Verunreinigung gen m-it (dem -guten Material nach unten absinken.
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Auf diese Weise wird eine Maschine und ein Verfahren zum Mahlen und
;Sichten von Getreidekörnern od..dgl. erzielt, durch die ibzw. durch das die vorstehend
beschriebenen verschiedenen Merkmale und Vorteile in besonders ,praktischer und
wirksamer Weise erreicht werden.