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Speisewasser-Differenzdruck-Regeleinrichtung für parallel geschaltete
Dampfkessel Die Spelsewasseridifferenzdruckregelung bei Dampfkesseln bezweckt, in
ABhän:gigkeit von der Differenz der zu beiden Seiten des Speisewasserregelventils
abgegriffenen Druckwerte, :d. h, in Abhängigkeit von dem Differenzdruck, die Speiisewasserzufu'hr
zu rebeln im Sinne der Konstanthaltung des Differenzdruckes. Damit soll erreicht
werden, daß die dem Kessel zufließende Speisewassermenge ile:diglich von :der Stellung
des in Regelabhängigkeit vom Wasserbedarf des Kessels stehenden Speisewasserregelventäs
iaibhänigig ist und, somit für diese Regelverbindung eine eindeutige Regelgrundlage
geschaffen wird. Ferner ermöglicht die Differenzdruckregelung, bei Verwendung von
Speisewasserquellen mit Drehzahlregelung die zur Speisewasserförderung aufzuwendende
Energie auf den jeweiligen Bedarf cinzuregeln.
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Die Verwirklichung der Speisewasserdifferenzd.ruckregelung bietet
bei einem einzelnen Kessel mit eigener Speisewasserpumpe keine Schwierigkeiten,
.da hier :der Differenzdruck ohne weiteres an .dem Speisewasserregelventil abgegriffen
werden kann. Schwierigkeiten ergeben sich aber bei der Anwen-,du:ng der Spei-sewais-seridiifferenizdrucleregelu,nig
auf mehrere speisewasserseitig und in der Regel auch .dampfseitig parallel geschaltete
Kessel.
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Man hat hier versucht, dlie an jedem Kessel vor und@ hinter idem Speierwasserregelventil
abgegriffenen Druckwerte in gemeinsamen Impulsleitungen zusamm@einzufassen und über
diese einem Differenzdruckmesser
zuzuleiten. Wegen der in den gemeinsamen
Impulsleitungen erforderlichen Rückschlagventile u. ,dgl. ist diese Bauart schwierig
und wenig betriebssicher. Man ist :daher allgemein :dazu übergegangen, die zur Bildung
des Differenzdruckes benötigten Druckwerte der gemeinsamen Speisewasserleitung und
der gemeinsamen Frischdampfleitung der Kesselgruppe =entnehmen. Diese Bauart ist
zwar einfach, sie führt aber regeltechnisch nicht zu .dem gewünschten Ergebnis,
weil das Ziel (die Konstanthaltung :des Differenzdruckes am Speisewasserregelventil)
hierbei nicht erreicht werden kann. Das hat seinen Grund darin, daß ja nicht der
Differenzdruck am einzelnen Speisewas.serregelventil erfaßt wird, sondern die Druckwerte
an Stellen abgegriffen werden, zwischen denen der gesamte, mit :der Leistung veränderliche
wasserseitige und dampfseitige Druckabfall der Kessel liegt, und zwar einschließlich
des Druckabfalls im Economiser und Überhitzer.
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Günstiger erscheint die Regelungsgrundlage eines bekannten Verfahrens,
bei dem nach Maßgabe des höchstbelasteten Dampferzeugers die Gesamtspeisemenge eingestellt
wird, während nach Maßgabe der Belastung eines jeden der übrigen Dampferzeuger die
ihm zuzufügende Einzelapeisemenge ein-gestellt wird. Zur Durchführung dieses Verfahrens
ist in der Speiseleitung jedes Dampferzeugers je ein Mengenmesser und je ein Einstellorgan
für die Einzelspeisemenge angeordnet und die Speisepumpe mit einer Vorrichtung zur
Einstellung der Gesamtspeisemenge ausgerüstet, wobei :die Mengenmesser so auf die
Einstellvorrichtung der Gesamtspeisemenge und auf die Einstellorgane für die Einzelspeisemengen
wirken, daß die Einstellvorrichtung für :die Gesamtspeisemenge :durch den Mengenmesser
in der Speiseleitung des höchstbelasteten Dampferzeugers und -die Einstellorgane
in den Speiseleitungen -d-er übrigen Organe je von dem Mengenmesser in der betreffenden
Speiseleitung beeinflußt werden. Man kann diese Anordnung als Parallelschaltung
der Regelimpulse bei Mehr- oder Weniger-Kommandos betrachten, wobei allerdings eine
gewisse gegenseitige Abhängigkeit der Regeleinrichtungen :durch zwischengeschaltete
Druckregler geschaffen ist.
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Der Erfinder ist der Auffassung, daß man zwar .die gesamten Differenzdruckmesser
der einzelnen Kessel beibehalten sollte, :daß man aber die Mehr-Kommandos anders
als die Weniger-Kommandos behandeln sollte. Dementsprechend betrifft -die Erfindung
eine Regeleinrichtung für das Speisewasser, die abhängig vom Differenzdruck arbeitet,
bei der für jeden Dampfkessel ein gesonderter Differenzdruckmesser vorgesehen ist,
der jeweils zu beiden Seiten .des Speisewasserv:entilsder einzelnen Kessel angeschlossen
ist, wobei diese Differenzdruckmesser die gemeinsame Speisewasserzufuhr regeln.
Die Erfindung besteht .darin, daß- die mit einem Kontaktzeiger und zwei Gegenkontakten-
ausgerüsteten Differenzdruckmesser ihrerseits auf Relais, Schütze od.,digl. arbeiten
untd@ ,di:eisie auf :die Stellvorrichtung für .das Regelorgan der gemeinsamen Speisewasserzufuhr
und für die dler Rückführung geschaltet sind, und zwar bei Mehr-Kommiandb parallel
und, bei Weniger-Kommando in Reihe zueinander.
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In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele der neuen Regeleinrichtung
:dargestellt; es zeigt Fig. i ein Ausführungsbeispiel mit näheren Einzelheiten der
Regeleinrichtung, Fig. 2 bis 6 je ein weiteres Ausführungsbeispiel in schematischer
Darstefung.
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Der Fig. i liegt die Annahme zugrunde, :daß eine Gruppe von drei Kesseln
gemeinsam zu regeln ist. Die Kessel sind mit i bis 3 bezeichnet, ihre Überhitzer
mit 5 bis 7, die Speisewasserabzweigungen für .den einzelnen Kessel mit 9 bis i
i, :die darin angeordneten Speisewasserregelventile mit 13 bis 15,
die gemeinsame
Speisewasserleitung mit 17 und .die gemeinsame Frischdampf leitung mit 18.
Die Anzahl .der zu. einer Gruppe zusammengefaßten Kessel kann vergrößert werden,
wie Fig. i durch die Fortführung der Speisewasserleitung 17 und der Frischdampfleitung
18 über die Kessel i bis 3 erkennen läßt.
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Die gemeinsame Speisewasserleitung 17 wird über die Leitung
ig durch die Speisewasserpumpe 2o, worunter gegebenenfalls mehrere parallel arbeiten@de
Pumpen zu verstehen sind, gespeist. Zum Antrieb der Pumpe 2o dient eine Dampfturbine
2i. Die Dampfzufuhr und @dam.it die Drehzahl dieser Turbine :und der von ihr angetriebenen
Pumpe 2o wird durch Einstellung des der Turbine 2i vorgeschalteten Dampfregelventils
22 geregelt, und zwar durch die neue Differenzdruckregeleinrichtung.
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Wie schon oben. erwähnt, enthält die Difberenzdruckregeleinrichtung
für jeden; Kessel einen eigenen Differenzdruckmesser; sie sind mit 23 bis 25 bezeichnet
und je zu bei(den Seiten des einzelnen Speisewasserregelventils 13 bis 15 angeschlossen.
Die Kommandos der Differenzdruckmesser 23 bis 25 werden in der oben näher bezeichneten
Parallel-und Reihenschaltung der Sfellvorrichtung 27 des Dampfregelventils 22 zugeleitet.
Die Speisewasserregelventile) 13 bis 115 stehen., z. B. über einen Wasserstandsregler,
je in Regelabhängigkeit von .:dem zugehörigen Kessel, wie in der 7xiohnung durch,dine
Verbindungen 28 bis 30 angedeutet ist. Solche Regeleinrichtungen sind an
sich bekannt und be, dürfen keiner weiteren Darstellung. Fig. i zeigt ein Beispiel
für :die nähere Ausbildung der Differenzdru:ckregeleinrichtung.
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Der Differenzdruckmesser 23 enthält zwei je durch eine Membran abgeschlossene
Druckdosen 23' und 23L, deren eine zur einen und deren. andere zur anderen
Seite des Speisewasserregelventils 13
an :die Abzweigungsleitung 9 angeschlossen
ist und deren Membranen idurch eine Stange 2,3c mechanisch miteinander verbunden
sind. In der Druckdose 23L ist noch eine Druckfeder 23d angebracht, die sich einerseits
an der Membran .und andererseits an einer Stellschraube 23e abstützt.
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Über diese Stellschraube kann der Sollwert des Diff:erenzdiuclzes
auf den jeweils gewünschten Wert eingestellt werden. -
Über die
Stange 23e wird ein bei 23f drehbar gelagerter Kontaktzeiger 23g eingestellt,
und zwar durch einen mit diesem Zeiger verbundenen Zahnbogen und eine mit der Stange
23e verbundene Zahnstange. MitfdenbeidienKontaktend es Kontaktizeigers 23g arbeiten
zwei Gegenkontakte 23f', 23' zusammen, .die, ;gegeneinander isoliert, an
einem Träger 23k befestigt sind. Dieser Träger 23k ist ebenfalls um die Achse 23f
schwenkbar und steht über die Welle 23l in Einstellverbindung mit einer Stellvorrichtung
23m, die hier ein Elektromotor ist. Durch die Schwenkbarkeit des Kontaktträgers;
23k und durch die Teile 231 und 23m ist die bei Regeleinrichtungen übliche Rückführung
gebildet; sie wird vorzugsweise als isodrome Rückführung ausgebildet. Es ist in
diesem Fall in die Welle 231 noch eine Isodromvorrichtun.g eingefügt, wie bei 23n
angedeutet ist.
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Die Differenzdruckmesser 24 und 25 enthalten die gleichen Teile wie
die Differenzidruckmes.ser 23; die einander entsprechenden Unterteile sind
mit den gleichen Zusatzbuchstaben bezeichnet.
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An die ,aus der Kontaktzunge und den beiden Gegenkontakten bestehende
Schaltvorrichtung jedes Differenzdruckmessers- ist je ein Schaltschütz 35, 36 bzw.
37 angeschlossen; .im Aufbau sind diese Schaltschütze einander gleich; ihre Unterteile
wenden wieder mit den ;gleichen Zusatzbuchstaben bezeichnet. Es genügt infolgedessen,
:das Schaltschütz 35 zu beschreiben. Der Anker 35a kann aus der .dargestellten Ruhelage
durch die Erregerwicklung 35b in die eine Arbeitslage und -durch die Erregerwicklung
35e in die andere Arbeitslage verstellt werden. Mit der Ankerstange sind zwei Kontaktbrücken
35d. und 35e verbunden, deren jede in ,der einen Arbeitslage die Gegenkontakte 35f,
35g bzw. 35f1, 35' und in der anderen Arbeitslage die Gegenkontakte 35k, 351 bzw.
35m, 35n überbrückt.
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Jede Kontaktzunge der zu den Differenzdruckmessern gehörenden Schaltvorrichtungen
liegt mit ihren beiden Kontakten an der Plusleitung 38 der Stromquelle. Die Gegenkontakte
sind jeweils über die eine bzw. andere Erregerspule des zugehörigen Schaltschützes
an die Minusleitung 39 der Stromquelle angeschlossen.
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Die mit .den Kommandos der Differenzdruckmesser zursammenhänggevden
Zu.oridhungen ergeben sich aus folgender Betrachtung: Der Differenzdruck am Speisewasserregelventil
13 .des Kessels r habe zunächst den Sollwert und werde daraufhin kleiner,
etwa infolge einer Leistungsedhöhung :des Kessels r und der dadurch bedingten Vergrößerung
der öffnung des Ventils 13- Zur Zurückführung des zu kleinen Differenzdruckes auf
seinen Sollwert ist ein Mehr-Kommando zu beben. Der zu niedrige Differenzdruck ergibt
eine Störung des Gleichgewichtes zwischen den beiden Druckdosen 23a und 23b im Sinne
einer Verschiebung der Verbindungsstange 23e nach links. Der Kontaktzeiger 23g wird
entgegen dem Uhrzeigensinne ausgelenkt, er macht bei 231 Kontakt und gibt dadurch
ein Mehr-Kommando. Mit dem Mehr-Kommandb i.st somit dlie Erregung des Schaltschützes
35 durch die Spule 35b verbunden; die Kontakte 35f, 35g bzw. 35f`, 351 werden überbrückt.
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Steigt andererseits, z. B. infolge einer Leistungsverminderung .des
Kessels z und der dadurch bedingten Verkleinerung der Öffnung,des Ventils 13, der
Differenzdruck über -den Sollwert, so kann der Sollwert nur dadurch wieder erreicht
werden, daß der Speisewasserdruck in der Leitung 17 :gesenkt wird; es ist also ein
Weniger-Kommando zu geben. Beim Steigen des Differenzdruckes über den Sollwert entsteht
nun eine Störung des Gleichgewichtes der beiden Druckdos-en 23a und 23b im Sinne
einer Verschiebung der Stana°ie, 23a nach rechts; der Kontaktzeiger 23g wird im
Uhrzeiaggensinne ausbelenkt, er macht bei 23k Kontakt und gibt damit ein Weniger-Kommando.
Hierbei wird die Erregerspule 35e an Spannung gelegt, es werden die Kontakte 35k,
351 bzw. 35m, 35n überbrückt. Die gleichen Zuordnungen sind auch bei den
übrigen Differenzdruckmessern und Schaltschützen gegeben.
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Die Stellvorrichtungen, 23Tn, 24m bzw. 25m der Rückführungen
und ebenso die Stellvorrichtung 27 für das Dampfregelventil :der Pumpenantriebsturbine
23 :sind Elektromotoren, die auf Links- und Rechtslauf -geschaltet werden können.
Der Zeichnung liegt eine Schaltung zugrunde, bei Ier der einzelne Motor mit seiner
einen Anschlußldemme dauernd am Pluspol oder Stromquelle liegt, während er über
zwei andere Anschlußklemmen an den Minuspol gelegt wird, und zwar, je nachdem, ob
er auf Rechts-oder lauf Linikslauf eingeschaltet werden soll, über die eine oder
die @andkere #dneser #beiiden Anschlußklemm;en. Die betreffenden Motoren werden
hinsichtlich dieser beiden Anschluß.klemmen über die Scihaltschütze geschaltet.
Die zugehörige Schaltung ist, wie man sieht, so gewählt, daß bei einem Mehr-Kommando
des einzelnen das, zugehörige Schaltschütz jeweils den Motor 27 über die Leitung
40 an Spannung legt. Die Schaltschütze und .die sie schaltenden, Differenzdruckmesser
arbeiten: also bei Mchr-Kommandos parallel zueinander auf den Motor 27. Das Einschalten
des Motors 27 im anderen Drehsinne erfolgt über die Leitunig 4z ; in dieser liegen
die Kontaktpaare 35m, 35n und 36'n, 36n und 37m, 37n iln Reihe zueinander. Das bedeutet,
@d@aß ein Weniger-Kommando des einzelnen Differenzdruckmessers nur dann zum Einschalten
des Motors 27 führt, wenn auch die übrigen Differenzdruckmesser, also alle Differenzdruckmesser,
ein Weniger-Kommando geben.
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Die Rückführungsantriebe 23'n bis 25m sind, wie man sieht, so angeschlossen,
daß jeder dieser Motoren bei einem Mehr-Kommando des zugehörigen Differenzdruckmessers
von diesem abhängig ist, also in -dem entsprechenden Dreihsinne eingeschaltet wird.
In dem anderen Drehsinne aber, also beii einem Weniger-Kommando, si.nddie Rückführungsantriebe
über .die Leitung 42 und die Reihenschaltung .der Kontakte 371, 37k und
36, , 36" und 35l, 35k an den Minuspol der Stromquelle angeschlossen;
sie sind also bei einem ZVeniger-Kommando in Reihe von allen Differenzdruckmessern
abhängig. Mit anderen Worten, ein Weniger-Kommando eines Differenzdruckmessers
führt
zur Einschaltung des zugehörigen Rückführungsantriebes nur ,dann, wenn auch alle
übrigen Differenzdruckmesser ein Weniger-Kommando geben. In diesem Fall werden alle
Rückführungsantriebe gleichzeitig in dem entsprechenden Drehsinne eingeschaltet.
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Durch die neue Schaltung wird erreicht, daß bei keinem Kessel, insbesondere
auch nicht bei dem Kessel mit höchstem Druck und demgemäß mit höchster Belastung
der Differenzdruck den Sollwert unterschreitet; denn jeder Differenzdruckmesser
kann; unabhängig von den übrigen Differenz-.druckmessern einMehr-Kommando zurAuswirkung
auf die Spensewasserzufuhr bringen. Ein Weniger-Kommando hingegen kommt erst :dann
zur Einwirkung auf die Speisewasserzufuhr, wenn der Differenzdruck an ,allen Kesseln
den für den einzelnen Kessel geltenden Sollwert überschreitet und demgemäß alle
Differenzdruckmesser ein Weniger-Kommando geben. Von hier aus betrachtet, wird auch
die Bedeutung ,der Schaltungsweise der Rückführungen@ klar. Gibt beispielsweise
.der Differenzdruckmesser 24 zunächst allein ein Weniger-Kommando, so muß .dieser
Differenzdruckmesser in Wartestellung bleiben, bis auch. die übrigen Differenzdruckmesser
sich auf ein Weniger-Kommando einstellen. Wären nun die Rückführungsantriebe bei
der Schaltstellung der Differenzdrückm@esser auf Weniger-Kommando ebenfalls tnabh,ängig
voneinander, so würde ,die Wartestellung des betreffenden Differenzdruckmessers
vorzeitig aufgehoben werden, da über .die Rückführung die Gegenkontakte wieder ;in:
die Symmetrielage bezüglich (des Kontaktzeigers gebracht würden.
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Die Wirkungsweise der Ausführung nach Fig. i ist, zusammenhängend
dargestellt, folgende: Es ist vorauszuschicken, ',daß jeder Differenzdruckmesser
innerhalb seines Einstellbereiches durch die Stellschrauben 23e, 24e und 25e auf
einen beliebigen Sollwert eingestellt werden kann. Man wird eine verschiedene Einstellung
der Sollwerte an den einzelnen Kesseln vornehmen, wenn z. B. die Spei@sewasserregelventile
für verschiedene Differenzdrücke ausgelegt sind. Es .sei .angenommen, daß .aus irgendwelchen
Gründen, z. B. Leistungsanstieg, nur der Kessel 2 an seinem Speisewasserregelventil
einen zu -geringen Differenzdruck aufweist und infolge-.dessen sein Differenzdruckmesser
ein Mehr-Kommando gibt. Dadurch wird die Erregerspule 36b an Spannung gelegt, die
Kontakte 36t, 369 und 36h, 361 werden überbrückt. Über das erste Kontaktpaar
wird der Rückführungsmotor :24!n und zugleich über das zweite Kontaktpaar der Stellmotor
27 an Spannung gelegt. Die beiden Motoren laufen an; es wird das Regelventil 22
weiter geöffnet, es erhöht sich die Drehzahl und damit die Leistung der Pumpe 2o
und dadurch der Druck in .der Leitung 17; der Vorgang dauert so lange an,
bis über die Rückführung der Kontakt 24@ vom Kontaktzeiger 24g gelöst wird. Damit
fällt das Schütz 36 wieder ab; die beiden Motoren 24 und 27 werden abgeschaltet.
Der Differenzdruck am Speisewasserregelventil 14 hat sich durch den beschriebenen
Vorgang wieder dem Sollwert genähert;- zugleich möge der Differenzdruck an den Regelventileni
i3 und 15 den Sollwert überschritten haben. Die zugehörigen Differenzdruckmesser
23 und 25 sprechen im Sinne eines Weniger-Kommandos an; die Schütze 35 und
37 werden über die Erregerwicklungen 35c bzw. 37c an Spannung -gelegt. Wegen der
Reihenschaltung bei Weniger-Kommandos werden aber die zugehörigen Rückführungsmotoren
und der Motor 27 noch nicht eingeschaltet; die Differenzdruckmesser 23 und 25 sowie,die
zugehörigen Schütze 35 und 37 bleiben in Wartestellung, bis auch der Differenzdruckmesser
24 ein , Weniger-Kommando gibt. Sobald das eintritt, werden der Motor 27 und die
Rückführmotoren eingeschaltet. Das weitere spielt sich ähnlich ab, wie oben angegeben.
Der durch ,die Weniger-Kommandos aller Differenzdruckmesser eingeleitete Vorgang
wird jeweils durch denjenigen Differenzdruckmesser beendigt, der die ;geringste
Abweichung des Differenzdruckes vom Sollwert aufwies.
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Durch die vorstehend beschriebene Arbeitsweise der Erfindung wird
erreicht, daß der für eine einwandfreies Regelung odes Speisewasserbedarfs jedes
Kessels erforderliche, am Speisewasserregelventil selbst gemessene Differenzdruck
aufrechterhalten wird. Die dargelegte Lösung einer Speisewasser-Differenvdruck-Regeleinrichtung
macht-dieRegelung nicht nur unabhängig von der absoluten Höhe des jeweiligen Frischdampfdruckes,
sondern arbeitet auch infolge ;der Eigenart der Schaltung ohne weiteres so, daß
die Höhe des Speisewasserdruckes in.,der gemeinsamen Speisewasserdruckleitung von
demjenigen Kessel bestimmt wird, der den höchsten Speisewasserdruck benötigt, d.
h. (bei Einstellung gleicher Differenzdrücke an allen Differenzdruckmessern) von
dem Kessel mit dem höchsten Druck hinter dem Speise-,vasserregelventil, also dem
Kessel !höchster Leistung. Bei gleicher Leistung aller parallel geschalteten Kessel
wird also der Differenz-.druck für alle Kessel konstant gehalten, bei unterschiedlicher
-Leistung nur für den höchstbelasteten Kessel. Die geringer belasteten Kessel weisen
dann entsprechend höhere Differenzdrücke auf, was durch .die Wasserbedarfsregelung
jedes Kessels ausgeglichen wind. Die für die Speisung aufzuwendende Energie wird
also ebenfalls durch den .höchstbelasteten Kessel bestimmt. Damit besitzt die Anlage
das für einen- störungsfreien und wirtschaftlichen Betrieb erforderliche Verhalfen.
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Die Ausführung nach Fig. 2 unterscheidet sich von der nach Fig. i
nur. dadurch, daß idie -gemeinsame Speisewasserpumpe 2o durch einen ElektromOtOr45
mit konstanter Drehzahl angetrieben -v#ird; zur Regelung der Speisewasserzufuhr
wird daher ein zwischen der Pumpe 2o und der Speisewasserdruckleitunig
17 eingeschaltetes Drosselventil 46 entsprechend eingestellt, -und zwar durch
die Differenz-druckregeleinrichtung ;diese kann im einzelnen gemäß Fig. 2 ausgeführt
sein.
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Bei der Ausführung nach Fig.3 ist zusätzlich zu den Einheiten nach
Fig. i eine zweite- Speisewasserpumpe 47 vorgesehen, die von einem Motor
konstanter
Drehzahl, z: B. einem Elektromotor 48, angetrieben wird und über .die Leitung 49
auf die gemeinsame Speisewasserdruckleitung 17 arbeitet. In die Leitung 49 ist ein
Regelventil 50 gelegt, das in Regelabhängigkeit von einem Mengenmesser 51
steht, .der zu beiden Seiten eines Meßflansches 52 an die Leitung 49 angeschlossen
ist. Die Pumpe 47 übernimmt die Grundlast, die durch entsprechende Einstellung des
Mengenraglers 51 auf an sich beliebige Sollwerte einstellbar ist. Die Pumpe 2o steht,
wie bei der Ausführung nach Fig. i und 2, 'in Regelabhängigkeit von der Differ;nzdruckreaeleinrichtung
und regelt demgemäß die Schwankungen des Speisewasserverbrauchs aus.
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Die Fig. 4 zeigt eine Ausführung, die sich aus der nach Fig. 3 durch
eine Vertauschung der Regelverbindungc-n ergibt, und zwar ist der an die Leitung
49 angeschlossene 1len:genregier 51 nicht auf das Regelventil 5o, sondern. auf das
Dampf regelventil 22 der Turbine 21 geschaltet, während die Differenzdruckregeleinrichtung
auf das zwischen der Pumpe 47 und der Speisewasserdruckleitung 17 liegende Regelventil
5o arbeitet. Auch bei dieser Anordnung deckt, ,ebenso wie bei der Ausführung nach
Fig. 3, die Pumpe 47 die Grundlast, während die Pumpe 2o die Belastungsschwankungen
ausregelt. Das hat weinen Grund in folgendem: Die Differenzdruckregeleinrichtung
stellt an sich das Venti15oentsprechend denBelastungsschwankungen ein. Durch den
Mengenmesser 51, 52 wird aber die Speisewasserquelle 20, 21, 22 in solchem Sinne
geregelt, daß mit zunehmender Menge des von der Pumpe 47 geförderten Speisewassers
auch die Menge ödes von der Pumpe 2o ;geförderten Speisewassers zunimmt, und zwar
so lange, bis durch die damit verbundene Druckerhöhung in,der Leitung 17 und durch
die von dieser Druckerhöhung abhängige Beeinflussung der Differenzdruckregeleinrichtung
die Fördermenge der Pumpe 47 auf die ursprüngliche Höhe zurückgegangen ist. Die
Differenzdruck-: regeleinrichtung arbeitet hier also mittelbar auf die Speisewasserquelle
2o, 21, 22, so @daß diese, wie schon gesagt, die Belastungsschwankungen ausregelt,
während die Speisewasserquelle 47, übers Ganze gesehen, nur die Grundlast liefert.
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Die Ausführung nach Fig. 4 ermöglicht folgende vorteilhafte Benutzungsweise:
Wird für eineKesselgruppe vorerst nur eine Speisewasserpumpe benötigt und erst später
eine zweite Pumpe zugeschaltet, so kann man bei Anwendung der Ausführung nach Fig.
4 zunächst mit der Pumpe 47 fahren; in diesem Fall wird die Pumpe 47 in Abhängigkeit
von der Differenzdruckregeleinrichtung entsprechend den Belastungsschwankungen geregelt,
und zwar in gleicher Weise wie die Pumpe 2o der Fig. 2.
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Wird später die dampfangetriebene Pumpe 2o der Fig. 4 zuggeschaltet,
so braucht nicht eine Umschaltung derRegeleinrichtungen im Sinne derHerheiführung
.der Schaltung nach Fig. 3 zu erfolgen, sondern die Beeinflussung .des Ventils.
5o .durch die Diff-er:nzdruckregel-einrichtung kann beibehalten werden. Es tritt
aber, wie beschrieben, eine wirkungsmäßige Umschaltung &r Differenzdruckregeleinrichtung
von der Pumpe 47 auf die Pumpe 20 bzw. auf die zugehörige Turbine2i ein. Diese selbsttätige
Umschaltung ist deswegen von Vorteil, weil die Regelung der Pumpe2odurchBeeinflussung
der Drehzahl erfolgt und damit die aufgewandte Energie dem Bedarf angepaßt wird.
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Die Ausführung nach Fig. 5 unterscheidet sich von der nach Fig. 3
nur dadurch, daß auch die Pumpe 2o von :einem Antrieb konstanter Drehzahl, insbesondere
von einem Elektromotor 54, angetrieben wird und zur Regelung ,dieser Speisewasserquelle
ein Regelventil 55 vorgesehen ist, ,das seinerseits in. Abhängigkeit von der Differenzdruckre:geleinrichtung
gemäß Fig. i und 2 eingestellt wird.
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Der Fig.6 ist der Fall zugrunde gelegt, daß außer der Speisewasserpumpe
20, die gemäß Fig. i und 2 angetrieben und !geregelt wird, auch für die Pumpe 47
eine- Turbine 56 vorgesehen ist, deren Dampfregelventil 57 mittelbar ebenfalls in
Abhängigkeit von der Differenzdruckregeleinrichtung eingestellt wird. Die Darstellung
beruht auf der Annahme, daß die Einstellung des Ventils 57 über ein Meßgerät 58
erfolgt, das die Differenz der an den beiden Maßflanschen52 und 53 abgegriffenen
Mengenwerte des von den beiden Speisewasserquellen2o und 47 geförderten Wassers
vergleicht und in Abhängigkeit von .der dabei ermittelten Differenz das Regelventil
57 einstellt. Beide Pumpen werden .also auf gleiche Fördermengen geregelt (Gleichlaufsteuerung).
Es ist klar, daß die Regelung der Turbine 56 auch in Abhängigkeit von einem Vergleich
der Drehzahlen der beiden Turbinen 21 und 56 oder anderer Gleichlauf steuerimpulse
erfolgen könnte und daß auch an ,die Stelle der Turbine ein hi:nsichtl.ich (der
Drehzahl regelbarer Elektromotor oder sonstiger Antrieb treten könnte.