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Rechenvorrichtung Die Erfindung stellt auf dem Gebiet der Rechenvorrichtungen
eine Neuerung gegenüber bisher bekann.ten, insbesondere dem Rechenschieber hinsichtlich
Zielsetzung und Weg zur Erreichung dieses Zieles, dar. Während letzterer nur die
zahlenmäßige Ausrechnung von Größen mach einer gegebenen Formel meist ohne Angabe
des Stellenwertes gestattet, zeigt die neue Vorrichtung die umfassende Lösung von
Aufgaben nach Zahl und Maß unmittelbar aus .den ;gegebenen Größen ohne Umweg über
Formeln. oder Tabellen mach Art eines Meßinst,rumentes an, so daß man si;e nur :abzulesen.
braucht. Zu diesem Zweck sind alle Größen einer Aufgabe, die gegebenen und gesuchten,
mit ihren Benennungen in enem Ablesebild zusammengestellt, in welchem jede Größe
die gesuchte sein kann, wobei dann die übrigen nie ,gegebenen. sind. Im Gegensatz
zur Formel, die jeweils -nach der gesuchten Größe um estellt werden muß, Ist das
Ablesebild unveränderlich. Es umfaßt mindestens drei und höchstens sechs Größen
ohne Beiwerte und nimmt daher sveni,g Raum ein. Dagegen sind alle Beziehungen der
Größen zueinander in den Skalenkonstruktionen enthalten, die damit von den üblichen
Rechenschieberskalen erheblich abweichen können.. Nach dem Ablesebiid werden zwei
gegebene Größen mittels der Skalen reingestellt, worauf die damit gleichzeitig zwangsläufig
eingestellte Lösung zahlenmäßig von einer Skala und hinsichtlich der Benennung vorm
Ablesebilrd abgelesen wird. Mit Zahlenbeispielen ausgestattete Ablesebilder erhöhen
die Sicherheit. Da die Skalen der Wirklichkeit mit größtmöglicher Genauigkeit angeglichen
sind, werden. stets sehr genaue Lösungen :angezeigt. Entsprechend genaue Formeln
dagegen würden oft so verwickelt werden, daß sie praktisch unbrauchbar würden. Die
Skalen der neuen Rechenvorrichtung geben also Lösungen rationaler, irrationaler,
transzenden,ter und diopha@ntischer
Gleichungen innerhalb praktischer
Grenzen von verschiedenem Grade in reeller oder komplexer Form einschließlich solcher,
die Summen oder Differenzen enthalten, wie sie :aufgestellt werden müßten, um die
Größen einer Aufgabe unterein-and:er'in Beziehung zu setzen. Die Skalen stehen einerseits
auf einer Tafel"and.erersieits, entspr°chezld der Zunge #e;nes Rechenschiebers,
auf besonderen Skalenträgern in Form eines. Lineals, auf dem ,auch d::e zugehörigen
Ablesebilder stehen. Zweckmäßig werden se deshalb Ahleselineale gemannt.
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Die fast unübersehbare Fülle technischer Be-
rechnungsaufgaben
bedingt eine Vielzahl von Ablesebildern entsprechend einer Vielzahl von Formeln.
Indessen sind erheblich weniger Skalen @erforderlich. Die Tafel braucht nur wenige
Normalskalen zu enthalten, die zur Zusammenarbeit mit vielen Spezialskalen der Ableselineale
ausreichen, wobei die Zahl der letzteren sich nach dem Umfang des jeweiligen Fachgebietes
richtet. Für ein Fachgebiet sind nur wenige Ableselineale mit durchschnittlich je
sechs bis zehn Ablesebildern erforderlich, so daß der Überblick und die leichte
Auffindb.arkeit nicht verlorengehen, besonders wenn .alle Skalen und Ableselineale
numeriert werden.
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Um mit einer Mindestzahl von Skalen auszukommen, müssen sie beliebig
miteinander gekoppelt werden können. Daher werden die parallelen Skalen der Tafel
zwecks Lösung gewisser Aufgaben durch einen Läufer in beliebiger Richtung nach Art
einer nom@ographischen Tafel miteinander verbunden, und da gleichzeitig an jeder
dieser Skalen ein besonderer Skalenträger nach Art eines Rechenschiebers entlanggleiten
kann, so stellt die ganze- Vorrichtung eine Kombination von nomographischer Tafel
und Rechenschieber dar. Der Läufer steht senkrecht auf allen Skalen .der Tafel,
wenn er auf zwei, bestimmten Skalen gleiche Zahlen schneidet.
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Die Tafel befindet sich in einem Rahmen mit Rückwand, .den drei. mit
Gleitrillen versehene Traversen überspannen. Sie läßt sich. von unten unter den
Traversem hindurch hineinschieben und wird in ihrer Lage durch leichten Federdruck
der Traversen gehalten. Der dünne, elastische Läufer liegt auf der Tafel auf und
wird gleichfalls durch den Federdruck der Traversen gegen unbeabsichtigtes Verschieben
in seiner jeweiligen Einstellung festgehalten. In den Rillen der Traversen, rönnen
gleichzeitig .drei Ableselineale mit ihren Skalen an drei. Skalen der Tafel, und
zwar jedes Ableselineal einzeln, @entlanggleiten. Durch Verschieben der Tafel im
Rahmen können weitere Skalen der Tafel ,an die Skalen der Ableselineale herangebracht
werden. Hierdurch wird in einfachster Weisse eine ;große Mannigfaltigkeit von Verbindungen
erzielt. Zur Lösung der meisten Aufgaben genügtes aber, ein einziges Ableselineal
an nur eine Skala, der Tafel anzulegen; gegebenenfalls an den Schnittpunkt des Läufers
mit dieser Skala. Die Breite und Höhe der Gleitrillen müssen einerseits ein leichtes
Verschieben des Ableselineals gestatten, andererseits es gegen unbeabsichtigte Bewegung
genütgend festklemmen. Ferner dürfen die Bewegungen von Läufer und Ableselineal
sich gegenseitig nicht stören. Das wird dadurch erreicht, daß das Ableselineal in
etwas geneigter Richtung auf die Tafel trifft. Der Läufer wird dann nur mit der
Kante des Ablesellneals berührt, so. daß eine Verschiebungskraft gegen ihn kaum
auftreten kann. Die an der Skala anliegende Kante des Ableseline.als muß so dünn
sein, daß parallaktische Ablesefehler praktisch ausgeschlossen sind.
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De nicht benutzten Ableselineale sind griffbereit in drei Taschen
auf der Rückseite .des Rahmens untergebracht. Gegen Herausfallen sind sie durch
Federung ;gesichert, andererseits sind sie durch leichten Fingerdruck schnell herauszuschieben.
Der untere, etwas vorspringende Rand der Taschen erleichtert das Hineinschieben.
Man kann auf diese einfache Weise in jeder Tasche etwa vier Ableselineale unterbringen,
im ganzen alsa zwölf, die für die Lösung- ungefähr aller Aufgaben eines größeren.
Fachgebiietes ausreichend sind. Die Zeichnung stellt im Grundriß, den Rahmen mit
den Traversen dar. Auf :der Tafel sind drei parallele Skalen durch -einige Teilstriche
angedeutet. Ferner sind der durchsichtige Läufer mit Längsstrich und ein Ableselineal
mit Skalenandeutung zu sehen. Rechts ragt der etwas hervorstehende Rand für die
Auflage beim Hineinschieben der Ableselvneale über den Rahmen hinaus. Die Schnittzeichnung
l,äßt die Neigung der Traversen gegen die Tafel erkennen, und zeigt im Querschnitt
die drei Aufnahmetaschen für die Ableselineale.
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Der mit dieser Vereinigung von Rechenschieber und nomographischer
Tafel erreichte Fortschritt liegt auf der Hand, wenn man als Sinn des Fortschritts
die weitere Rationalisierung des technache n Rechnens betrachtet. D::e wesentlichsten
Vorteile der beschriebenen Rechenvorrichtung sind: die Ausschaltung der Formel,
die große Schnelligkeit der Lösung deiner Aufgabe; die Genauigkeit und die Sicherheit.
In einzelnen oder in .allen vorbezeichneten Punkten ist sie bisher Bekanntem, mit
dem sie nach Art, Ausführung -und Preis verglichen werden kann überlegen. Ihr Verwendungsbereich
ist,daher noch weit ausgedehnter, als der der bisher bekannten Geräte, zum Nutzen
aller _gewerblichen Betriebe, die sich mit technischem Rechnen befassen müssen.