DE879898C - Verfahren zur Herstellung unterfuetterter Zahnprothesen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung unterfuetterter ZahnprothesenInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung unterfütterter Zahnprothesen Die Erfindung betrifft Zahnprothesen aus Zahnkautschuk oder Isunstharz. Bei alleiniger Verwendung dieser Materialien sind die Prothesen hart und nur sehr begrenzt elastisch.
- Zahnprothesen, die der Form und den Konturen der Tragflächen nicht genauestens angepaßt sind, verursachen Schmerzen durch Druckstellen und sitzen nicht fest im Mund. Das jetzt bekannte Verfahren, Zahnprothesen herzustellen, hat aber so viel Fehlerquellen, daß sie selbst bei sorgfältigster Arbeitsweise nur annähernd gut der Gaumen- und llieferpartie angepaßt hergestellt werden können.
- Fehlerquellen, die auch bei sorgfältigster Arbeitsweise nicht ausgesdialtet werden können, liegen in folgendem: a) ttm eine Zahllprothese herstellen zu können, muß zunächst von der Gaumen- und I&ieferpartie des Patienten ein Gipsabdruck genommen werden, der im Mund des Patienten erhärtet und im Mund des Patienten in Stücke gebrochen werden muß.
- Diese Stücke, zum Teil kleinste Stückchen, müssen dann wieder durch Gips oder eine andere Masse miteinander verbunden werden, um eine Basis zu haben, auf der ein Negativ geformt wird, auf dem die Zahnprothese modelliert werden kann.
- Die zur Verbindung der Stücke des zerbrochenen Gipsabdruckes zwischen die einzelnen Stücke einzufügende Verbindungsmasse (Gips oder eine andere Masse) muß zwangsläufig zu einer Veränderung der Genauigkeit des Gipsabdruckes fiihren. Selbst die Veränderung eines Bruchteils eines Millimeters bringt es mit sich, daß die angefertigte Zahnprothese nicht den Konturen der Tragflächen, an welche die Zahnprothese anliegen soll, genau angepaßt ist, daß dadurch Druckstellen entstehen und die Zahnprothesen nicht festsitzen.
- Diese Fehlerquelle wird auf ~ halle weiteren Herstellungsvorgänge übertragen. b) Als weitere nicht auszuschaltende Fehlerquelle kommt hinzu, daß die Materialien, aus denen die Zahnprothese gefertigt wird (Kautschuk oder Kunstharz), bei der notwendigen Erwärmung zwecks Uberführung in einen festen, unverformbaren Zustand einige Prozent schrumpfen und auch dadurch ein genaues Anliegen der Zahnprothese an die Gaumen- und Kieferpartie ungünstig beeinflußt wird.
- Die Fälle, in denen neu hergestellte Zahnprothesen nicht genau passend sind und Schmerzen durch Druckstellen verursachen oder nicht fest im Mund haften, sind nicht vereinzelt, sondern sehr häufig. Wenig befriedigend sind Versuche eine Abhilfe dadurch, daß die Prothese an den Druclrstellen nachgeschliffen wird oder daß Klammern angebracht werden, mit denen die Zahnprothese an noch gesunden Zähnen verankert wird oder bei Oberkieferprothesen dadurch, daß ein sogenanntes Saugplättchen angebracht wird, welches die unzureichende Ansaugkraft der Zahnprothese ersetzen oder unterstützen soll.
- Bekannt sind bisher auch Adhäsionsmittel in Pulver- und Pastenform, die auf die Prothese aufgestreut oder aufgebracht werden, um die nicht anliegenden Stellen der Prothese auszufüllen. Diese Mittel haben den Nachteil, daß sie auslaugen oder sich nach einem längeren oder kürzeren Zeitraum auflösen und dann immer wieder neu aufgetragen werden müssen.
- Es ist auch bekannt, daß sich die Gaumen- und Kieferpartien des Menschen mit zunehmendem Alter verändern und daß dadurch diese Veränderung der Gaumen- und Kieferpartie auch solche Zahnprothesen, die bei der Einpassung einen befriedigenden Sitz hatten, dadurch locker werden und nicht mehr genügend gut sitzen, weil die Zahnprothese nicht der veränderten Gaumen- und Kieferpartie angepaßt ist, wodurch auch Druckstellen verursacht werden.
- Solche Prothesen sind nicht mehr brauchbar, da bis heute kein Verfahren bekannt ist, diese Prothesen wieder passend und brauchbar zu machen.
- Diese Mängel in der Zahnprothetik sollen durch das nachstehend beschriebene Verfahren behoben werden. Das Verfahren besteht darin, daß auf ein nach bekanntem Verfahren hergestelltes hartes Prothesenstück auf die an Gaumen und Kiefer anliegende Seite eine elastische Schicht als Unterfütterung aufgebracht und mit dem harten Stück fest verbunden wird. Diese Unterfütterungsschicht ist vorzugsweise eine Gummimasse, die beim Aus tragen plastisch ist, sich mit der Prothese fest verbindet, genau der Form und den Konturen von Gaumen- und Kieferpartie angepaßt wird und in einigen Stunden mit oder ohne Einfluß von Wärme ihre Plastizität verliert.
- Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist, daß die Formung im Mund des Patienten durch Einbeißen vorgenommen werden kann. Dadurch wird einmal erreicht, daß der an der Gaumen- und Kieferpartie anliegende Teil der Zahnprothese genau deren Konturen angepaßt ist, daß keine Druckstellen entstehen können und ferner wird durch die genaue Anpassung eine Saugwirkung erzielt, die der Zahnprothese einen sicheren und festen Sitz verleiht.
- Diese Saugwirkung und auch die Sicherheit, daß keine Druckstellen entstehen können, wird dadurch erhöht, daß man die Unterfütterungsmasse nach ihrer Erhärtung in einen mehr oder weniger stark elastfschen Zustand übergehen läßt.
- - Bei Oberkieferprothesen kann der erhöhte Raum der Prothese von Unterfütterungsmasse frei gehalten werden, so daß dort ein kleiner Hohlraum entsteht, der die auf die Prothese ausgeübte Saugwirkung verstärkt.
- Die Unterfütterungsmasse kann bestehen: a) Aus einer Gummimischung, die in bekannter Weise so zusammengesetzt ist, daß sie in einer bestimmten Zeit selbst vulkanisiert und eine beständige Form von gewünschter Härte oder Elastizität annimmt. Da selbstvulkanisierende Gummimischungen keine lange Lagerfähigkeit haben, werden sie nach bekannter Weise in zwei Mischungen aufgeteilt, die erst bei der Verarbeitung zusammengebracht werden. Jede der beiden Mischungen ist für sich lagerfähig. Erst bei der Zusammenbringung der beiden Mischungen setzt die an sich bekannte Selbstvulkanisation ein. Die selbstvulkanisierenden Gummimischungen können in Form von Gummi steig oder in Form von Lösungen hergestellt werden. b) Aus einer Gummimischung, die in bekannter Weise so zusammengesetzt ist, daß sie bei einer bestimmten Temperatur innerhalb einer bestimmten Zeit vulkanisiert und eine beständige Form von gewünschter Härte oder Elastizität annimmt.
- Solche Mischungen brauchen nicht in zwei Mischungen geteilt werden, da sie eine genügende Lagerfähigkeit haben. Sämtliche Mischungen zu a) und b) können in Form von Gummiteig oder in Form von Lösungen geliefert werden; sie sind toxikologisch einwandfrei und reizen die Schleimhaut nicht.
- Die Ausführung des Verfahrens gemäß der- Erfindung sei an einem Beispiel erläutert: Die harte Zahnprothese wird in der bekannten Arbeitsweise hergestellt. Die harte Zahnprothese wird an der Seite, mit welcher sie an der Gaumen- und Kieferpartie anliegt, beschliffen und aufgerauht, um eine gute Verbindung mit der aufzutragenden Unterfütterungsmasse zu begünstigen. Alsdann wird die Unterfütterungsmasse aufgetragen und verteilt.
- Wird eine selbstvulkanisierende Gummimischung verwendet, so muß von jeder der beiden getrennten Mischungen oder Lösungen die gleiche Menge aufgetragen werden.
- Die Unterfütterungsmasse kann bei Oberkieferprothesen so aufgetragen werden, daß der Teil der Prothese, der sich an die höchste Stelle des Gaumens anlegen soll, nicht mit Unterfütterungsmasse belegt wird, so daß dadurch ein nach allen Seiten durch die tTnterfütterullgsmasse alogeschlossener Raum entsteht, wodurch die auf die Prothese wirkende Saugkraft noch erhöht wird.
- Die aufgetragene Unterfütterungsmasse wird mit einer dünnen wasserundurchlässigen Folie belegt, damit beim Einbeißen der aufgetragenen Unterfütterungsmasse keine Feuchtigkeit in diese eindringen kann.
- Die Zahnprothese mit der aufgetragenen Unterfütterungsmasse wird in den Mund des Patienten eingebracht und die Masse durch Kaudrud: so verteilt, daß dieselbe genau den Konturen der Gaumen-und Kieferpartie angepaßt wird.
- Die Zahnprothese wird aus dem Mund des Patienten herausgenommen, die aufgelegte Folie entfernt und die überschüssige, über den Rand der Prothese herausgedrückte tTnterfütterungsmasse entfernt. Dann wird die Zahnprothese nochmals, ohne Folie, in den Mund des Patienten gebracht und nochmals durch Kaudruck eingebissen.
- Nachdem die Prothese wieder aus dem Mund des Patienten herausgenommen ist, wird die Einpaßmasse mit oder ohne Einwirkung von Wärme in einen nicht mehr plastischen Zustand von vorher durch die Zusammensetzung der Mischungen bzw. Lösungen bestimmter Härte oder Elastizität übergeführt. Die Zahnprothese ist gebraudsfertig.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung von einer mit einer elastischen Unterfütterung versehenen Zahnprothese, dadurch gekennzeichnet, daß die harte Zahnprothese, aus Kautschuk, Kunstharz, Stahl oder einem anderen Material, auf der Gaumenseite aufgerauht, gegebenenfalls mit einem Haftmittel überzogen und über die ganze Fläche oder über eine Teilfläche mit einer plastischen Masse, deren Grundstoff Kautschuk ist, als Überzugsschicht versehen wird, die nach dem Einpassen durch Selbstvull<anisation in einen elastischen nicht mehr durch Druck veränderbaren Zustand übergeführt wird, wobei das Anpassen an die Gaumen- und Kieferpartie im Mund des Patienten durch Einbeißen erfolgt.
- 2. Verfahren nach AnsprudlI, dadurch gekennzeichnet, daß die als l:Yberzugsschicht verwendete Gummimasse aus zwei oder mehreren aufeinander abgestimmten Gummimischungen besteht, um die Selbstvulkanisation schneller oder langsamer durchzuführen.
- 3. Verfahren nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß beim Auftragen der Überzugsschicht eine oder mehrere Stellen der harten Prothese frei gelassen werden, die nach dem Abbinden der elastischen Unterfütterung als Saugnäpfe dienen.
- 4. Verfahren nach Anspruch I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Überzugsschicht beim Einbeißen mit einer nicht klebenden wasserabhaltenden Folie bedeckt wird.
- 5. Eine nach dem Verfahren gemäß Anspruch I bis 4 hergestellte Zahnprothese.Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 4407in, 538 621, 606567,628405, 809 94I; schweizerische Patentschriften Nr. I62 584, I65 993, I93 I75; französische Patentschrift Nr. 838 560.
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| DE (1) | DE879898C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| AT383031B (de) * | 1985-07-17 | 1987-05-11 | Prohaska Wolfram Dr | Verfahren zur verbesserung des passitzes von zahnprothesen sowie nach diesem verfahren hergestellte prothese |
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1951
- 1951-07-18 DE DEW6278A patent/DE879898C/de not_active Expired
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