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Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung eines Schmierfilms aus Ziehpulver
auf Drähten, vorzugsweise auf mechanisch entzundertem Walzdraht Die Erfindung bezieht
sich auf ein Verfahren und die Vorrichtung zur Erzeugung eines Schmierfilms aus
Ziehpulver auf Drähten, vorzugsweise auf mechanisch entzundertem Walzdraht.
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Da vorliegende Erfindung besondere Bedeutung für das Ziehen mechanisch
entzunderter Walzdrähte hat, soll hierauf näher eingegangen werden. Im allgemeinen
-werden zum Entzundern des Walzdrahtes als Vorbereitung für den nachfolgenden Ziehprozeß
zwei Verfahren angewendet: z. mechanisches Entzundern, :2. chemisches Entzundern.
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Die Mängel des chemischen Entzunderns mit Hilfe von Schwefelsäure
oder Salzsäure liegen hauptsächlich in der Abführung der Abwässer, die zur Schädigung
der Tier- und Pflanzenwelt in den betroffenen Flußgebieten führen. Auch können Gewässer
nur unter erschwerten Umständen für den menschlichen Gebrauch wieder verwendbar
gemacht werden. Aus diesem Grunde sind von den Drahtziehereien erhebliche Geldmittel
aufzubringen, um die technischen Einrichtungen zu schaffen, die die Abwässer reinigen
sollen. Diesem chemischen Entzunderungsverfahren gegenüber ist unter Berücksichtigung
genannter Mängel ein mechanisches Entzunderungsverfahren vorzuziehen. Erst in neuester
Zeit sind brauchbare Maschinen und Einrichtungen bekanntgeworden, die den Walzdraht
einwandfrei entzundern. Dieses mechanische Entzundern benötigt aber einen größeren
Kraftaufwand, eine besonders sorgfältige Auswahl des Ziehschmiermittels und hat
auch einen größeren Ziehsteinverschleiß, jedoch läßt sich dieses Verfahren bei
modernen
Mehrfachgrobziehmaschinen mit Erfolg anwenden, wenn das Ziehschmiermittel geeignet
ist und sorgfältig aufgetragen ist. Dabei hat der mecha nisch entzunderte Walzdraht
den Vorzug, unter keinen Umständen in seinem metallischen-Gefüge angegriffen worden
zu sein, wie es bei chemisch entzunderten Walzdrähten möglich ist. Auch ist das
mechanische Entzundern in der!Gesamtkalkulation wesentlich rentabler, zumal auch
die Beschaffung der Säuren Schwierigkeiten bereitet.
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Die Frage des mechanischen Entzunderns steht und fällt mit dem Ziehschmiermittel
und der richtigen Auftragung des Ziehschmiermittels auf den Walzdraht. Den gegenüber
den chemisch entzunderten Walzdrähten völlig anderen Verhältnissen entsprechend
finden für das mechanische Entzundern nur besondere Ziehpulver Verwendung, wobei
die Auftragung dadurch erfolgt, indem der entzunderte Walzdraht durch einen mit
Ziehpulver gefüllten Behälter gezogen wird. Aber auch bei Verwendung eines an sich
brauchbaren Ziehpulvers sind Störungen beim Ziehprozeß nicht ausgeschlossen:.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine
dazu notwendige Vorrichtung zu schaffen, wodurch es möglich ist, mit, einem leicht
erhältlichen Ziehpulver einen für den Ziehprozeß erforderlichen Schmierfilm auf
den Draht aufzutragen, der ein Reißen des Drahtes beim Ziehen auf ein Minimum herabsetzt
und somit Störungen verhindert, die auf Mängel im Schmiermittel und im Schmierfilm
züriüickzufüh ren sind.
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Diese Aufgabe wird im wesentlichen dadurch gelöst, daß das Ziehpulver
beim Durchgang des z. B. mechanisch entzunderten Walzdrahtes durch einen mit Ziehpulver
gefüllten Behälter mechanisch mit Druck gleichmäßig aufgetragen, z. B. aufgewalzt
wird. Eine Vorrichtung zur Durchführung 'des erfindungagemiäßen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, daß in dem mit Ziehpulver gefüllten Behälter in der Vertikalen verschiebbar
gelagerte Walzen oder Rollen mit konzentrisch auf dem Umfarng'verlaufen den Rillen
zur Führung des Drahtes angeordnet sind, die z. B,. mit ihrem Eigengewicht oder
durch Federdruck das Ziehpulver auf denDraht aufwalzen.
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Ein besonderes Ausführungsbeispiel der Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Rollen mit weiten Rillen versehen und mit dem einen Ende ihrer Achsen
angelenkt zum Einlegen. des Drahtes hochklappbar angeordnet sind.
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Mit Hilfe dieses Verfahrens und besonders mit dieser Vorrichtung wird
ein gleichmäßiger Schmierfilm des Ziehpulvers auf den mechanisch entzunderten Walzdraht
aufgetragen, der ein bisher nicht erreichbares störungsfreies Ziehen dieses Walzdrahtes
auf Mehrfachgrobziehbänken ermöglicht.
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Auf diese Weise kann nun völlig auf chemische Entzunderung mit den
aufgezeigten unangenehmen Begleiterscheinungen verzichtet werden.
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Das gesamte Entzunderungs- und Ziehverfahren mit Hilfe der Vorrichtung
gestaltet sich, selbst wenn der Verschleiß an Ziehsteinen größer ist als bei chemisch
entzunderten Walzdrähten, wesentlich billiger und einfacher als das bisher übliche
Verfahren, wobei besonders zu erwähnen ist, daß damit eine völlige Unabhängigkeit
von schwierig beschaffbaren Ziehpulvern erzielt wird.
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Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, daß vorliegendes Verfahren
und die dazugehörige Vorrichtung überall da mit Vorteil anwendbar ist, wo Driähte
mit einem möglichst gleichmäßigen Schmierfilm versehen werden sollen. So kann bei
chemisch entzunderten und nicht gekalkten und ebenso bei vorgezogenen Drähten das
Verfahren und die Vorrichtung ohne Nachteil Verwendung finden, wobei ein geringerer
Verschleiß an Ziehsteinen die Folge ist.
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Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, daß in Ziehmaschinen
schon Rollen verwendet worden sind, jedoch dienten diese lediglich zum Führen und
Umlenken des Walzdrahtes und somit einer völlig anderen Aufgabe als bei vorliegender
Erfindung.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Durchführung des erfinderischen Verfahrens dargestellt. Es zeigt
Abb. i einen Behälter mit Ziehpulver, Rollen und Ziehstein im Längsschnitt von der
Seite gesehen, Abb. 2 den gleichen Behälter von oben gesehen. Ein Behälter a, der
auf einem Bett b gelagert ist, ist mit Ziehpulver c, das in für den vorliegenden
Verwendungszweck besonders geeigneter Form zusummengesetzt und mit leicht erhältlichen
Mitteln erzeugt worden ist; gefüllt. Ein Draht d wird durch das Ziehpulver c und
durch die am Ende des Behälters a angeordnete Ziehdüse c gezogen. Rollen f, die
gelenkig hochklappbar nur an einer Seite des Behälters a befestigt sind, werden
mit den Rillen g auf den Draht d aufgelegt und walzen durch ihr Eigengewicht das
Ziehpulver c zu einem gleichmäßigen Schmierfilm auf den. Draht d auf. Es wird bei
dem einfachen dargestellten Ausführungsbeispiel angenommen, daß es sich um ,einen
von einer schräg stehenden festen Haspel äbgezogenenDraht handelt, der sich deshalb
ständig um seine eigene Achse dreht, so daß schon hierbei der einfache Druck von
oben auf den Draht d genügt, um einen gleichmäßigen, für den Ziehprozeß geeigneten
Schmierfilm zu erzeugen. Selbstverständlich können auch Druckwalzern mit Federkraft
oder Hebeldruck u. a. versetzt um den Draht d angeordnet werden, erforderlich ist
dies bei von axial senkrecht stehenden, sich drehenden Haspeln gerade abgezogenen
Drähten, auf die sonst kein gleichmäßiger Schmierfilm aufgetragen werden kann, da
sie sich nicht in Torsionsbewegungbefinden. Bei 'hochklappbaren;Rollen f ist es
besonders vorteilhaft, die "Rillen g möglichst weit zu gestalten, d. h. diese mit
schrägen, sich nach außen weit öffnenden Wänden zu versehen, damit beim Auflegen
der-Rollen f auf den Draht d dieser leicht in dieRilleng eingleitenkann.
Im allgemeinen ist jedoch die Rillenform beliebig und kann jedem Bedürfnis angepaßt
werden, wobei für sich um ihre Achse drehende Drähte d breite und weite Rillen g
besonders geeignet sind, da sie die Torsionsbewegungen des Drahtes d nicht behindern.
Auf
diese Weise läßt sich nunmehr auch mechanisch entzunderter Draht einwandfrei ohne
Reißen des Drahtes und ohne Störungen auf Mehrfachgrobziehbänken ziehen, ohne daß
an das Ziehpulver nicht erfüllbare Ansprüche gestellt werden. müssen.