DE87670C - - Google Patents

Info

Publication number
DE87670C
DE87670C DENDAT87670D DE87670DA DE87670C DE 87670 C DE87670 C DE 87670C DE NDAT87670 D DENDAT87670 D DE NDAT87670D DE 87670D A DE87670D A DE 87670DA DE 87670 C DE87670 C DE 87670C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
iodine
mercury
salol
acid
salicylic acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT87670D
Other languages
English (en)
Publication of DE87670C publication Critical patent/DE87670C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C69/00Esters of carboxylic acids; Esters of carbonic or haloformic acids
    • C07C69/76Esters of carboxylic acids having a carboxyl group bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring
    • C07C69/84Esters of carboxylic acids having a carboxyl group bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring of monocyclic hydroxy carboxylic acids, the hydroxy groups and the carboxyl groups of which are bound to carbon atoms of a six-membered aromatic ring
    • C07C69/88Esters of carboxylic acids having a carboxyl group bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring of monocyclic hydroxy carboxylic acids, the hydroxy groups and the carboxyl groups of which are bound to carbon atoms of a six-membered aromatic ring with esterified carboxyl groups

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das vorliegende Verfahren bezweckt die Darstellung eines stark wirkenden, geruchlosen Antisepticums, speciell eines Ersatzmittels für Jodoform, und besteht im wesentlichen darin, dafs man ä'quimoleculare Mengen von Salol und Jod in spirituosen Lösungen auf einander einwirken läfst, unter Bindung der entstehenden Jodwasserstoffsäure mittelst Quecksilberoxyds, wobei die folgende Reaction eintritt:
r π OH
U6 Λ* C O O C6 H5 + 4 J Ci 7-T
J-2
0 O C6 H5
2 HJ·
Das Verfahren bietet gegenüber den bekannten analogen Verfahren, sowie gegenüber . dem Verfahren zur Herstellung analoger Jodpräparate wesentlich neue technische Vortheile dar.
Bei der Jodirung der Salicylsäure selbst tritt nach Zusatz von Quecksilberoxyd eine Entfärbung der rothbraunen Flüssigkeit ein und man mufs durch Eindampfen oder durch Wasserzusatz das entstandene Product isoliren. Diese technisch unvortheilhafte. Abscheidung der Jodsalicylsäure fällt bei der Uebertragung des Verfahrens auf Salol völlig weg; die vereinigten spirituosen Lösungen von Salol und Jod scheiden ohne Weiteres auf Zusatz von Quecksilberoxyd beim Schütteln einen voluminösen, bei längerem Stehen einen prachtvoll krystallisirten Körper ab.
In dem Jodsalol der Patentschrift Nr. 70519 ferner sind Wasserstoffatome des Phenylrestes durch Jod ersetzt, während es durch vorliegendes Verfahren gelingt, die Jodatome in den . Salicylsäurekern einzuführen. Diesem Unterschiede in der Constitution entsprechen auch Abweichungen in der Wirkung. Während dem Jodsalol in der genannten Patentschrift eine specinsche Jodwirkung nicht zugeschrieben werden kann, sind die Jodatome des vorliegenden Präparates sehr leicht assimilirbar. Klinische Versuche mit dem letzteren ergaben bezüglich der Wundbehandlung und innerlichen Verwendung sehr befriedigende Resultate. Bei seiner leichten Löslichkeit und grofsen Beständigkeit in heifsen Oelen kann dasselbe ferner zur Pflastermullbereitung Verwendung finden.
Zur praktischen Herstellung werden z. B. 43 g Salol in Alkohol gelöst und eine Lösung von 101 g Jod in der erforderlichen Menge Spiritus, sowie 22 bis 25 g Quecksilberoxyd unter häufigem Umschütteln zugesetzt, bis die Flüssigkeit farblos geworden ist. Der Jodkörper scheidet sich alsdann, durchsetzt mit Quecksilberverbindungen, in voluminösen Flocken aus.
Behufs Reingewinnung des Jodkörpers erwärmt man das Gemisch im Wasserbade. Es löst sich alsdann der Jodkörper mit dem Jodquecksilber in dem Alkohol auf, während das nicht zerlegte Quecksilberoxyd sich zu Boden setzt. Nachdem die Lösung von dem abgesetzten Quecksilberoxyd abfiltrirt, läfst man erkalten, worauf der Jodkörper nebst dem gelösten Jodquecksilber auskrystallisirt. Zur Beseitigung des letzteren wird nun der Körper in derselben Lauge auf dem Wasserbade erwärmt, wobei sich das Dijodsalol viel leichter löst als das Jodquecksilber. . Die entstehende Lösung wird von dem noch ungelösten Jod-
quecksilber abfiltrirt. Beim Erkalten scheidet sich das Dijodsalol mit noch wenig Jodquecksilber ab. Man erwärmt nun wieder in derselben Lauge auf dem Wasserbade, wobei wieder Jodquecksilber zurückbleibt. Nach dem Filtriren scheidet sich fast reines Dijodsalol aus, welches nun zur Entfernung der letzten Spuren Jodquecksilber in warmem Eisessig gelöst wird, aus , welchem beim Erkalten das Dijodsalol analysenrein herauskrystallisirt.
Der Jodkörper krystallisirt aus Eisessig und Alkohol in schön seidenglänzenden farblosen Nadeln vom Schmelzpunkte 13 5 ° C. Aus Aether erhält man ihn in sternförmig gruppirten Nadeln.
Die Zusammensetzung und Constitution des Körpers ergiebt sich aus folgenden Thatsachen.
Aus der Elementaranalyse und nach der Verbrennung im Carius'sehen Einschlufsrohr (Jod gefunden 54,3 pCt, berechnet 54,5 pCt.) ergiebt sich, dafs zwei WasserstofFatome durch Jod ausgetauscht sind.
Der Körper löst sich in alkoholischer Kalilauge äufserst leicht auf;, erwärmt man denselben längere Zeit auf dem Wasserbade unter Anwenduug eines Rückfiufskühlers, so tritt völlige'"Verseifung ein, und die Lösung bleibt nun nach Zusatz · von Wasser klar. Ueberschüssige _ Salzsäure fällt einen Körper
der sich nach dem Absaugen und Trocknen durch den Schmelzpunkt 200 bis 2200 als Dijodsalicylsäure erweist; zugleich wird'■Phenolgeruch wahrnehmbar. Das Filtrat wird mit Aether umgeschüttelt, wobei das Phenol in den Aether geht und aus demselben durch Verdunsten des Aethers wieder erhalten werden kann. Durch diese Thatsachen ist der Beweis geliefert, dafs das Jod sich in dem Salicylsäurekern befindet.
Der Körper ist also anzusprechen als Phenylester der Dijodsalicylsäure von folgender Constitution:
r μ τ 0H
Λ2 J2 COOC6H5.
Das gereinigte Product soll als starkes Antisepticum in den Arzneischatz eingeführt werden und speciell als Ersatzmittel für Jodoform dienen, dem es durch Geruchlosigkeit überlegen ist. Auch dürfte es innerlich überall da Verwendung finden, wo salicylsaures Natron und Jodkalium angebracht ist.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung des Phenylesters der Dijodsalicylsäure, darin bestehendy dafs man Salicylsäurephenylester in alkoholischer Lösung bei Gegenwart von Quecksilberoxyd mit Jod behandelt.
DENDAT87670D Active DE87670C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE87670C true DE87670C (de)

Family

ID=359623

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT87670D Active DE87670C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE87670C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE87670C (de)
DE2036935A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Isoniazid derivaten
DE63534C (de) Verfahren zur Darstellung von Camphocarbonsäure aus Campher
DE101860C (de)
DE873699C (de) Verfahren zur Darstellung sauerstoffreicherer Abkoemmlinge von ungesaettigten Verbindungen der Androstan- und Pregnanreihe
DE206055C (de)
DE169819C (de)
DE203081C (de)
DE2456685C3 (de) Gluconsäure-2, 4, 6-trijodanilide, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung als Kontrastmittel für Röntgenaufnahmen
DE276809C (de)
DE1944972A1 (de) Neue Derivate des Phloroglucin
DE191547C (de)
DE364883C (de) Verfahren zur Herstellung von Mitteln gegen Eingeweidewuermer
DE926489C (de) Verfahren zur Gewinnung eines neuen kristallisierten Glukosids der Herbstzeitlose, Colchicosid genannt
AT69244B (de) Verfahren zur Gewinnung der Gesamtalkaloide der Brechwurzel.
DE2216627B2 (de) 2,4,6-Trijodbenzoesäurederivate, Verfahren zu ihrer Herstellung und diese Verbindungen enthaltende Röntgenkontrastmittel
DE214950C (de)
DE576445C (de) Verfahren zur Herstellung von Primulasaeure (Primulasaponin) aus Primulaarten
DE252158C (de)
DE730050C (de) Verfahren zur Darstellung von tertiaeren Carbinolen der Cyclopentanopolyhydrophenanthrenreihe
DE881039C (de) Verfahren zur Herstellung des Pentaerythrit-dichlorhydrin-monoschwefligsaeureesters
AT267053B (de) Verfahren zur Herstellung des neuen Chloramphenicolbernsteinsäureestersalzes von Pyrrolidinomethyl-tetracyclin
DE213459C (de)
DE941372C (de) Verfahren zur Herstellung von kern-mono-acylierten Phloroglucinen
DE694679C (de) Verfahren zur Herstellung haltbarer Loesungen der Kondensationsprodukte aus 4, 4'-Diaminophenylsulfonen und Aldosen