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Vorrichtung zum selbsttätigen Aus- und Einrücken von.Walzenstühlen
in Abhängigkeit vom Mahlgutstrom Zusatz zum Patent 862994 Gegenstand des Patents
862 994 ist eine Vorrichtung zum selbsttätigen Aus- und Einrücken von Walzenstühlen
in Abhängigkeit vom Mahlgutstrom, bei der das Ausrückorgan bereits während des Ausrückvorganges
das Einrückorgan in Tätigkeit setzt, wobei dieses durch eine gleichzeitige, zusätzliche
Verriegelung an #der Beendigung des Einrückvorganges gehindert wird, bis durch das
wieder nachströmende Mahlgut die Verriegelung gelöst wird. Diese Vorrichtung soll
ein sicheres Aus- und Einrücken des Walzenstuhles gewährleisten, da das durch den
Mahlgutzufluß betätigte Steuerorgan nur sehr geringe Massen über kleinste Wegstrecken
zu bewegen hat.
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Eine zweckmäßige Ausführungsform gemäß dem Patent 862 994 soll
als Steuerorgan eine Speiseklappe aufweisen, die vom zufließenden wahlgut beaufschla:gt
und durch ein Gegengewicht reguliert wird. Beim Ausbleiben des Mahlgutes sinkt das
Gegengewicht nach unten und betätigt hierbei sowohl das Ausrückorgan wie auch die
zusätzliche Verriegelung des Einrückorgans.
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Dabei befindet sich .das Gegengewicht außerhalb des Gehäuses, da es
zu willkürlichem Aus- und Einrucken des Walzenstuhles verlagert werden muß. Die
Speiseklappe dagegen ist naturgemäß im Innern des Gehäuses angeordnet. Hierdurch
ist die Anwendung von Achsenlagern bedingt, die der Verschmutzung :durch den Mehlstaub
ausgesetzt sind und :die Ansprechempfindlichkeit des Steuerorgans beeinträchtigen.
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Bei der Vorrichtung nach der Erfindung ist an Stelle der direkten
Kupplung mit der Speiseklappe zwischen der Aus- und Einrückvorrichtung und der Speiseklappe
ein elektrischer Stromkreis angeordnet, der eine durch die Speiseklappe betätigte
elektrische
Schalteinrichtung und ein die Ingangsetzung des Aus- und Einrückvorganges bewirkendes
elektrisches Organ enthält. - Als Rückstellkraft für .die Speiseklappe bei Aufhören
des Mahlgutdruckes !auf sie, :d. h. also als Gegengewicht, kann das Gewicht eines
Schiebers dienen, der den Mahlgutström zu .den Speisewalzen der Stärke nach reguliert.
Das Gegengewicht ist hierbei in das Innere ,des Gehäuses verlegt. Ein willkürliches
Eingreifen auf das Aus- und Einrücken kann durch Einwirken auf .den elektrischen
Stromkreis von außen her mittels eines Schalters vorgenommen werden.
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Die Vorrichtung gemäß der Erfindung wird zweckmäßig so eingerichtet,
daß der Stromkreis beim Ausbleiben des Mahlgutes geöffnet und beim Wiedereintreffen
geschlossen wind. Dabei kann das .durch den elektrischen Strom beeinflußte Organ
aus einem Elektromagneten bestehen. Die Speiseklappe wirkt zweckmäßig mit einem
Schalter zusammen, bei :dem .der Kontaktschluß durch die Lageänderung des Schalters
bewirkt wird. Solche Schalter sind z. B. in einer Ausführung als Quecksilberkippschalter
bekannt. Bei diesen befindet sich Quecksilber in einem Glasröhrchen, ohne dieses
ganz zu füllen. Wenn nun in dem Röhrchen drei Elektroden vorgesehen sind, z. B.
in der Mitte und an .den beiden Enden je eine, so wird das Quecksilber bei Neigung
des Röhrchens nach links die mittlere und die linke, bei Neigung nach rechts die
mittlere und die rechte Elektrode miteinander verbinden. Der Schalter arbeitet nun
in der Weise mit der Speiseklappe zusammen, daß er bei gesenkter Klappe, also dann,
wenn sie vom Mahlgut beaufschlagt ist, den Kontakt zwischen den beiden Elektroden
herstellt, an denen der Stromkreis für den Elektromagneten angeschlossen ist. In
diesem Fall ist :der Stromkreis während des Mahlgützustromes geschlossen und der
Anker des Elektromagneten angezogen. Hört der Zufluß von Mahlgut auf, dann hebt
sich die Klappe infolge des Einwirkens der Rückstellkraft. Der Schalter nimmt idie
entgegengesetzte Neigung ein wie vorher, wodurch der Kontakt zwischen den leiden
Elektroden geöffnet wird. Der Elektromagnet läßt seinen Anker los.
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Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung nach der Erfindung ist in
Fig. i dargestellt. In ihr ist die Speiseklappe mit 31 bezeichnet. Beim Zufluß von
Mahlgut wird :diese Klappe nach unten gedrückt, z. B. in die gestrichelt gezeichnete
Lage. Um die Ansprechempfindlichkeit zu erhöhen, ist die Speiseklappe auf Schneiden
32 belagert. An der Speiseklappe 31 kann der Stellhebel 33 befestigt sein, der über
die Verhindungsstange 34 auf den Schieber 35 einwirkt. Die Anordnung 34-35
.dient als Gegengewicht für die Speiseklappe. Der Schieber 35 reguliert den Mahlgutstrom
zwischen den Speisewalzen 36 und 37 der Stärke nach. Grundsätzlich sind aber auch
andere Anordnungen zur Regulierung zdes Mahlgutstromes möglich. .
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An der Speiseklappe 31 ist noch ein weiterer Hebel 38 befestigt, der
den Kippschalter 39 freigibt, sobald die Speiseklappe 31 sich unter dem Druck des
Mahlgutes nach unten bewegt. Der Kippschalter 39 kann dann dem Zug (der Feder 40
nachgeben und kippt nach rechts. Dass Quecksilber in dem Röhrchen 41 fließt nach
rechts und verbindet die beiden rechten Kontakte miteinander. Damit wird, wie aus
Fig. 2 ersichtlich, .der Stromkreis für den Elektromagneten 30 geschlossen..
In diesem Stromkreis kann zum willkürlichen ° Aus-und Einrücken .des Walzenstuhles
noch ein weiterer Schalter, z. B. in Form eines Druckknopfschalters 42, liegen.
Auch kann es vorteilhaft sein, in den Stromkreis eine z. B. grüne Signallampe 43
einzuschalten, die das ordnungsgemäße Arbeiten des Walzenstuhles anzeigt.
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Der Schieber 35 ist bei ausreichendem Mahlgutzüfluß, also bei vollem
Betrieb, in seiner höchsten Stellung. Läßt der Druck des Mahlgutes nach, so wird
die leicht beweglich gelagerte Speiseklappe 31
sich infolge des Gewichts des
Schiebers 35 nach oben bewegen. Dadurch geht oder Schieber 35 nach .unten
und vermindert die Stärke des Mahlgutstromes, der von der Speisewalze 3.6 zur Speisewalze
37 geht. Dies wird so lange der Fall sein, bis der Druck so gering geworden isst,
daß die Speiseklappe ihre stark gezeichnete Stellung einnimmt. Dabei drückt der
Hebel 38 auf den Kippschalter 39 und bringt ihn .gegen (den Zug der Feder 40 zum
Kippen nach links. Das Quecksilber fließt nach links. Hierdurch wird die Verbindung
zwischen den beiden- rechten Elektroden unterbrochen. Der Elektromagnet
30 wird stromlos und die Lampe 43 erlischt. Gegebenenfalls können gleichzeitig
zwei linke Kontakte miteinander verbunden wenden, die einen Stromkreis für eine
z. B. rote Signallampe 44 -schließen. Das Leuchten dieser Lampe läßt erkennen, @daß
die Maäschine infolge Stockens des Mahlgutzuffu sses ausgerückt ist.
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Während bei der Vorrichtung gemäß dem Patent 862 994 das Heben und
Senken der Speiseklappe unmittelbar auf die Aus- und die Einrückvorrichtung einwirkt,
verursacht es bei der Vorrichtung nach der Erfindung das Anziehen oder Loslassen
des Ankers eines Elektromagneten. Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform gemäß
dem Patent 862 994 sieht eine Anordnung vor, bei der die Ausrückvorrichtung einen
Anwerfhebel freigibt, der im gleichen Augenblick durch eine zusätzliche Verriegelung
wieder festgehalten wird. Dient z. B. eine Federkraft zur Bewegung des Hebels, so
kann der Riegel die Auswirkung der Federkraft verhindern.
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Die AusTückv orrichtung soll dabei zweckmäßig so konstruiert sein,
daß beim Eintritt des Ausrückvorganges eine arretierte drehbare Welle freigegeben
wird; so daß sich diese um einen bestimmten Winkel drehen kann. Auf dieser Welle
sitzen in verschiedenen Ebenen und unter verschiedenen Winkeln mehrere Arme, die
sich bei der durch Federkraft bewirkten Drehung seelbstverständlich um einen gleichen
Winkel drehen und dabei die verschiedenen Funktionen, die zur Vollendung ides Ausrückvorganges
nötig sind, bewirken. Einer der Arme verursacht dabei die Freigabe
des
Anwerfbebels und schafft damit die Voraussetzung zum Wiederei.nrücken des Walzenstuhles,
wozu auch das Zurückdrehen der Arme um den vorher beschriebenen kleinen Winkel gehört.
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Gemäß .diesem Ausführungsbeispiel ,des Patents 86--994 hat
also die Regelvorrichtung folgende Funktionen auszuführen beim Ausbleiben des Mahlgutes:
Lösen der Arretierung der Welle der Ausrückvorrichtung und Verriegeln des Anwerfhebels
der Einrückvorridhtung; beim Wiedereintreffen des Mahlgutes: Lösen (der Verriegelung
des Anwerfhebets und Bereitstellen einer Raste für die Arretierung der Welle der
Ausrüclvorrichtung.
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Diese Funktionen müssen bei der Vorrichtung nach der Erfindung auf
den Anker des durch die Speiseklappe gesteuerten Elektromagneten übergehen. In welcher
Weise dies geschieht, soll an Hand der Fig. 3, die ebenfalls ein Ausführungsbeispiel
gemäß der Erfindung wiedergibt, erläutert werden. In ihr ist der Elektromagnet wiederum
mit 3o bezeichnet. Der Anker des Elektromagneten ist über eine Verbindungsstange
:29 mit dem Rastenhebel 4 verbunden. Dieser weist eine Raste 5 auf, in die die Klinke
6 eingreift. Zweckmäßig ragt die Nase der Klinke über den Drehpunkt des Rastenhebels
hinaus. Die Klinke 6 wird wie bei ,dem Beispiel des Patents 862 994 durch eine Feder
7 in ihrer Stellung gehalten. 8 ist einer der Arme der drehbaren Welle. Er wird
durch die Klinke 6 in Arbeitsstellung gehalten. Mit dem Rastenhebel 4 ist weiterhin
der Riegel 24 verbunden, der in der Schelle 25 verschiebbar gelagert i(st. Mit 20
ist der Anwerfhebel bezeichnet, der .durch die Zugfeder 22 aus seiner Ruhelage gezogen
werden kann.
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Beim Ausbleiben des Mahlgutes wind, wie oben beschrieben, der Elektromagnet
stromlos und gibt seinen Anker frei. Damit bewegt sich auch die Verbindungsstange
29 nach unten. Der Rastenhebel 4 dreht sich nach unten, wobei die Nase der Klinke
6 von der Raste 5 abgleitet. Hiermit ist der Arm 8 freigegeben, d. h. .die Arretierung
der drehbaren Welle gelöst. Gleichzeitig schiebt sich der Riegel 24 vor den Anwerfhebel2o,
so @daß der Einrückvorgang nicht vollendet werden kann, obwohl er durch das Ausrückorgan
eingeleitet wurde.
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Beim Wiedereintreffen des Mahlgutes wird der Anker angezogen, wodurch
..die Verbindungsstange 29 (den Rastenhebel 4 wieder in seine ursprüngliche Lage
zurückzieht. Dies bewirkt, daß der Riegel 24 vom Anwerfhebel 20 fortgezogen wird,
. so daß dieser dem Zug der Feder 22 nachgeben dann. Gleichzeitig wird die Raste
5 zur Aufnahme der Klinke 6 bereitgestellt, die somit beim Zurückdrehen des Armes
8 wieder einklinken kann und hierdurch die Arretierung der Welle wiederherstellt.
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Aus dem Vorstehenden geht hervor, daß der Elektromagnet mit seinem
Anker alle Funktionen übernimmt, die gemäß den Beispielen des Patents 862 994 dem
Steuerorgan, bestehend aus der Speiseklappe und dem Gegengewicht, unmittelbar übertragen
waren.