DE862152C - Verfahren zur Herstellung ª‰-substituierter Carbonsaeurederivate - Google Patents
Verfahren zur Herstellung ª‰-substituierter CarbonsaeurederivateInfo
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Description
(WiGBI. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 8. JANUAR 1953
G 3897 IVd 112 ο
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von /J-substituierten Carbonsäureverbindungen.
In der amerikanischen Patentschrift 2 356 459 ist beschrieben, wie, durch Umsetzung eines Ketens mit
einem Aldehyd oder Keton /9-Lactone in guter Ausbeute
hergestellt werden können. In dieser Weise ist z. B. /J-Propiolacton, auch Hydracrylsäurelacton genannt,
CHo-CHo-C=O -
technisch erhältlich.
In Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden /?-Lactone der allgemeinen Formel
R1 R2 R3 R4
c=o
r\
in welcher R1, R2, R3 und R4 Wasserstoff oder eine
Alkylgruppe bedeuten, mit ionisierbaren anorganischen Salzen in Gegenwart eines in bezug auf die Reaktionsteilnehmer polaren Lösungsmittels, wie Wasser,
umgesetzt, wobei zunächst ein Salz einer j8-substituierten
Carbonsäure erhalten wird, welches dann durch Zusatz von Mineralsäure in die freie Carbonsäure umgewandelt
werden kann. Dieses Verfahren schafft einen zweckdienlichen" und wirtschaftlichen Weg zur
Herstellung zahlreicher organischer Verbindungen, die früher nur unter Schwierigkeiten und bzw. oder
aus verhältnismäßig kostspieligen Rohstoffen gewonnen werden konnten. So wurde beispielsweise
gefunden, daß bereits gewöhnliches Kochsalz, Natriumchlorid, mit ß-Propiolacton in wäßriger Lösung
reagiert und beim Ansäuern der Lösung /?-Chlorpropionsäure
ergibt.
Da ionisierbare anorganische Salze, wie Natriumchlorid, mit organischen Verbindungen Esterbin-
düngen normalerweise nicht eingehen, ist diese Reaktion
in der chemischen Synthese einzigartig. Ihr Mechanismus ist nicht mit Sicherheit festgestellt
worden, aber es scheint, daß die Reaktion direkt
5 ohne Bildung von Zwischenproduktion vor sich geht, wobei der Lactonring zwischen dem Ringsauerstoff
und dem jS-Kohlenstoffatom aufgespalten wird und
das Anion des Salzes sich mit dem /S-Kohlenstoff-
und das Kation mit dem Sauerstoffatom verbindet, Zur Ausführung der Reaktion ist es allgemein
notwendig, ein polares Lösungsmittel für die Reaktionsteilnehmer zu verwenden, damit diese in wirksamen
Kontakt miteinander gebracht werden können; andere besondere Bedingungen sind nicht nötig. Das
polare Lösungsmittel kann ein beüebiges Lösungsmittel sein, Welches das Salz löst und ionisiert und
welches auch das Lacton löst. Wasser löst viele Salze und viele Lactone, daher ist die Durchführung
der Reaktion in wäßriger Lösung, bei welcher ein wasserlösliches Salz und ein wasserlösliches Lacton
verwendet wird, bei weitem die bequemste Art des Verfahrens, jedoch kann für gewisse Reaktionsteilnehmer
die Verwendung von polaren organischen Lösungsmitteln, wie Alkoholen, organischen Säuren,
Nitroparaffinen od. dgl., wünschenswert sein. Andere Bedingungen, wie Konzentration der Reaktionsteilnehmer, Reaktionstemperatur und pa der Lösung,
sind nicht entscheidende Faktoren und können weitgehend geändert werden, doch beeinflussen sie in
einigen Fällen die Ausbeute und sind vorzugsweise in solcher Weise zu überwachen, daß das Eintreten
·■ von möglichen Nebenreaktionen weitgehendst herabgesetzt
wird. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß die Verwendung von 1 bis 10, vorzugsweise 1 Mol
jß-Lacton, auf 1 bis 10 Mol Salz bei Temperaturen
unter ioo°, vorzugsweise zwischen — 25 und -}- 50°,
zweckmäßig ist. Es wird wegen der Neigung der ß-Lactone, in Gegenwart geringer Spuren bestimmter
Salze beim Erhitzen zu polymerisieren und in starken alkalischen Lösungen verseift zu werden, vorzugsweise
in Lösungen mit einem pg von ungefähr 2 bis 10 gearbeitet.
Die Art der ionisierbaren anorganischen Salze kann in weiten Grenzen geändert werden. Im allgemeinen
werden anorganische Salze, in denen das Anion aus nichtmetallischen Elementen besteht, verwendet. Unter
nichtmetallischen Elementen sind außer Wasserstoff die Halogene (Fluor, Chlor, Brom und Jod), die
Chalkogene (Sauerstoff, Schwefel, Selen und Tellur, sowie Stickstoff, Phosphor, Kohlenstoff; Bor und
Silicium) zu verstehen. Solche Salze, in welchen das
Kation ein Alkalimetall oder ein Ammoniumradikal ist, sind im allgemeinen löslich und werden bevorzugt.
Jedoch können auch Erdalkali- und andere Metallsalze Verwendung finden, wenn sie in dem
Lösungsmittel löslich und ionisierbar sind.
Die Reaktion läuft schnell unter Bildung der
ß-substituierten Carbonsäure ab. So reagieren anorganische
Halogenide mit jS-Lactonen, um nach Ansäuern der Lösungen ^-Halogencarbonsäuren zu ergeben;
anorganische Hydrosulfide ergeben /?-Mercaptocarbonsäuren und anorganische Cyanide und
Thiocyanate ß-Cyan- bzw. /J-Thiocyancarbonsäuren,
alle in Übereinstimmung mit folgendem Formelschema
R RR R
- \ / W M+X- 4- C C : C = O
anorganisches
Salz
Salz
-0-
R R
\/
X-C
X-C
/?-Lacton R R
C—C—OM .
Salz der /J-sübstituierten Carbonsäure
R R
RR ■ \/
—C —C —OH
/3-substituierte Carbonsäure
in welchen M und X das Kation und Anion des Salzes und R Wasserstoff oder ein Radikal bedeutet.
Die erhaltenen Ausbeuten hängen weitgehend von den Mengen des Salzes und /S-Lactons ab. Wenn ein
Überschuß an Salz über /S-Lacton vorhanden ist, erhöhen sich die Ausbeuten. Höchste Ausbeuten
werden mit 2 bis 5 Mol Salz, je Mol Lacton erhalten. Dies ist der Tatsache zuzuschreiben, daß das zuerst gebildete
/J-substituierte carbonsaure Salz auch mit
/S-Lacton in der in dem nachstehenden Formelschema angedeuteten Weise reagiert: '
RRRR RR
X-C- C-C —OM + η C
R R
C = O
R R
X-.C
O RR
—C —C—O-
-0-
R R
c—c— R R
\/
C-O
C-O
. O
wobei durch Ansäuern /J-Polyacyloxycarbonsäuren erhalten werden. Es ist augenscheinlich, daß die Neben-
— M (H),
reaktion durch die Verwendung eines anorganischen iajj
Salzes im Überschuß unterdrückt wird.
Besonders wertvoll ist das erfindungsgemäße Verfahren zur bequemen Herstellung von ^-Halogencarbonsäuren,
die bisher wirtschaftlich und technisch Schwierigkeiten bot. Die folgenden Beispiele erläutern
das Verfahren näher. Teile in den Beispielen bedeuten Gewichtsteile.
Beispiel ι
Zu einer wäßrigen Lösung von 176 Teilen (annähernd
3 Mol) Natriumchlorid in 400 Teilen Wasser werden unter Rühren innerhalb ungefähr 1 Stunde
72 Teile (1 Mol) ß-Propiolacton gegeben. Die Temperatur
der Lösung, die bei Beginn der Zugabe ungefähr 300 beträgt, steigt dabei auf ungefähr 45 ° an.
Anschließend wird die Lösung mit konzentrierter Salzsäure angesäuert und dann mit Äther extrahiert.
Bei der Destillation des Ätherextraktes werden 80 Teile (74 %) ß-Chlorpropionsäure vom Kp1 88 bis
go° und vom F. = 41 bis 420 erhalten.
Bei Verwendung äquimolekularer Mengen Natriumchlorid und /?-Propiolacton beträgt die Ausbeute an ß-Chlorpropionsäure nur ungefähr 45 0J0.
Bei Verwendung äquimolekularer Mengen Natriumchlorid und /?-Propiolacton beträgt die Ausbeute an ß-Chlorpropionsäure nur ungefähr 45 0J0.
Das Verfahren des Beispiels 1 wird wiederholt, diesmal mit einer wäßrigen Lösung, die je Mol Natriumchlorid
0,5 Mol Chlorwasserstoff enthält. Zu dieser Lösung wird 1 Mol /5-Propiolacton gegeben.
Die Ausbeute an ß-Chlorpropionsäure beträgt 80,3 % und bei Verwendung von 1 Mol Chlorwasserstoff
72 Teile ß-Propiolacton werden mit einer Lösung
von 60 Teilen Natriumchlorid in 300 Teilen Wasser gemischt. Die Lösung wird auf — io° abgekühlt
und gerührt, während Chlorwasserstoff ungefähr ι Stunde unter Aufrechterhaltung der Temperatur
von — 10° eingeleitet wird. Die Reaktionsmischung wird mit Äther extrahiert. Aus dem Ätherextrakt
werden durch Destillation 70 % ß-Chlorpropionsäure erhalten. Durch Vergleich dieses Beispiels mit Beispiel
2, in welchem die Reaktionstemperatur ungefähr 30 bis 450 betrug, erkennt man, daß höhere Ausbeuten
bei höheren Temperaturen erhalten werden. Für die Reaktion der Halogenide mit /3-Lactonen sind Temperaturen
von ο bis 500 die günstigsten, jedoch kann man ebenso bei — 250 oder niedriger oder sogar bei
ioo° und höher arbeiten.
Läßt man nach der Arbeitsweise des Beispiels 1 5 Mol Lithiumchlorid in wäßriger Lösung mit 1 Mol
/J-Propiolacton reagieren, beträgt die Ausbeute an
/9-Chlorpropionsäure ungefähr 90 °/0. Der große SaIz-Überschuß
und auch ein teilweises Aussalzen der gebildeten ß-Chlorpropionsäure durch das Lithiumsalz,
wobei die Reaktion mit dem Lacton unterdrückt wird, sind wahrscheinlich für die hohe Ausbeute verantwortlich.
_ .
Nach dem Verfahren des Beispiels 1 werden 3,1 Mol
Ammoniumchlorid und 1 Mol /3-Propiolacton miteinander
umgesetzt und 80 °/0 ß-Chlorpropionsäure erhalten.
Wenn 1 Mol " Calciumchlorid und 1 Mol /J-Propiolacton verwendet werden, wird eine Ausbeute
von 63 % erzielt. Mit Kaliumbromid und Kaliumiodid an Stelle von Ammoniumchlorid erhält man
80 bis 100 % jS-Brom- bzw. ß-Jodpropionsäure.
Andere wasserlösliche Salze des Chlor-, Brom-, Jod- und Fluorwasserstoffs, wie Bariumchlorid, Kaliumchlorid,
Natriumchlorid, Natriumbromid, Ammoniumjodid u. dgl. können mit ähnlichen Ergebnissen verwendet
werden.
Zu einer wäßrigen Lösung von 60 Teilen Natriumcyanid in 150 Teilen Wasser werden unter Rühren
bei Raumtemperatur 72 Teile ß-Propiolacton gegeben. Die Lösung wird mit Mineralsäure angesäuert und
überschüssige Blausäure im Vakuum entfernt, dann wird mit Äther extrahiert und der Ätherextrakt
destilliert. /J-Cyanpropionsäure vom Kp3 = 113 bis
115° wird in einer Ausbeute von 30 % erhalten.
40,5 Teile Natriumthiocyanat werden in 100 Teilen Wasser gelöst, die Lösung auf o° abgekühlt und innerhalb
ι Stunde langsam 36 Teile ß-Propiolacton zugegeben.
Die Temperatur steigt durch die Reaktionswärme an, überschreitet jedoch 300 nicht. Nach der
Zugabe wird die Lösung auf 200 abgekühlt und 50 Teile 37%ige wäßrige Salzsäure zugefügt. Es
wird dann eingedampft, um einen Teil des Wassers zu entfernen, dann mit Äther extrahiert und schließlich
der Äther entfernt, wonach ungefähr 30 Teile /S-Thiocyanpropionsäure als dickes, klares Öl zurückbleiben.
Die Ausbeute beträgt etwa 45 °/o-
Obwohl die angeführten Beispiele sich auf die Umsetzung von ^-Lactonen mit anorganischen Salzen,
die ein einwertiges Anion enthalten, das aus einem oder mehreren nichtmetallischen Elementen, mit Ausnahme
von Sauerstoff, zusammengesetzt ist, beschränken, können andere anorganische Salze, die
einwertige Anionen beliebiger nichtmetallischer Elemente und auch Salze, die mehrwertige Anionen beliebiger
nichtmetallischer Elemente enthalten, mit /S-Lactonen reagieren. Mit Salzen, die mehrwertige
Anionen enthalten, können mehrere Lactonmoleküle entsprechend der Wertigkeit des Anions reagieren.
Als Beispiele solcher Salze seien erwähnt die Alkali- und Ammoniumborate, Bromate, Carbonate, Bicarbonate,
Nitrate, Nitrite, Phosphate, Phosphite, Silicate, Sulfate, Bisulfate, Persulfate, Sulfite, Thiosulfate,
Thiocarbonate, Sulfoxylate u. dgl. Salze mit stark oxydierender Wirkung, wie Persulfate, Chlorate, Perchlorate,
Bromate, Jodate und Hypochlorite sollten nicht bevorzugt verwendet werden, da Oxydationen
zur Bildung unerwünschter Nebenprodukte führen können. In einigen Fällen ist das zuerst gebildete
Produkt ein Salz einer Carbonsäure mit einer Gruppe entsprechend dem Anion des Salzes in /S-Stellung so
unstabil, daß es schließlich zu einer /J-Oxycarbonsäure
hydrolysiert wird. Wenn ß-Propiolacton mit wäßrigem Natriumcarbonat reagiert, wird Natriumhydracrylat
erhalten. Es wird angenommen, daß die Reaktion nach folgendem Formelschema verläuft. Die
Verbindung innerhalb der Klammern stellt ein Zwischenprodukt
von nur vorübergehender Existenz dar:
CH2-CH2C = O + NaHCO3 ->
L--0" J
HO-C-O-CH2-
ii
O
O
HO-CH2CH2C-O
-CH2- C-ONa]
ο . J
-ONa -f CO2.
Wenn gesättigte aliphatische /3-Laetone mit Salzen von Stickstoffsauerstoffsäuren umgesetzt werden,
werden die entsprechenden ß, /J'-substituierten Carbonsäuren erhalten. So gewinnt man z.B. durch
Umsetzung von Natriumnitrit mit /J-Propiolacton
nach Ansäuern der Reaktionsmischung hauptsächlich yS-Nitropropionsäure. Etwas Salpetrigsäureester
ONO-CH2CH2-COOH
wird wahrscheinlich auch gebildet. Mit Natrium-■
nitrat wird der Salpetersäureester
erhalten.
O2N-O-CH2CH2-
COOH
Na-S O
2 S + 2CH2CH2C = O
Na-O O ""-"O
Die· Umsetzung von /J-Laetonen mit Salzen von
Saüerstoffschwefelsäuren wird durch die nachstehen^ 6g
den Beispiele erläutert.
Zu einer Lösung von 124,1 Teilen Natriumthiosulfat
in 100 Teilen Wasser werden langsam unter Rühren 36 Gewichtsteile /J-Propiolacton zugegeben; Die Temperatur
der Lösung wird während der Zugabe zwischen Raumtemperatur und 35° gehalten. Nach der Reaktion
wird die Lösung 24 Stunden stehengelassen und konzentrierte Schwefelsäure zugegeben, wobei
sich Schwefel abscheidet. Er wird abfiltriert und das Filtrat durch Zugabe von,weiterer Schwefelsäure angesäuert.
Es wird dann auf dem Wasserbad 10 Stunden erhitzt und Wasser zugefügt, wobei sich ein
Niederschlag bildet. Der Niederschlag und die wäßrige
Lösung wird mit Äther extrahiert. Aus dem Ätherextrakt werden 7,7 g (= 14 %) jg-Thiohydracrylsäüre
vom Kp2 = 122° und 30,5 g (==..29 %) ß, ß'-Dithiodipropionsäure
. ;
HO-C-CHoCH51-S-S-CH9CHo-C-OH
vom F. = 152 bis 155° erhalten. Die Bildung der
Dithiocarbonsäure läßt sich durch folgende Gleichung andeuten: , . . ■
Na-O-S- S- CH2CH2-C - O -Na
. + H2SO1
HO-C-Ch2CH2-S-S-CH2CH2C-OH + 2Na2SO4 + SO2.
67,1 Teile Ammörriumsulfit werden in 130 Teilen
Wasser gelöst und 36 Teile jS-Propiolacton zugefügt,
go während die Temperatur auf ungefähr 5° gehalten wird. Dabei bildet sich vermutlich das Ammoniümsalz
der /J-Sulfopropionsäure. Diese Säure wird in
Form ihres Bariumsalzes isoliert, welches in heißem, aber nicht in kaltem Wasser löslich ist, indem der
Lösung Bariumhydroxyd zugesetzt, dann heiß vom BaSO4 abfiltriert und unter Rückfluß so lange erhitzt
wird, bis sich kein Ammoniak mehr entwickelt. Um den Bariumüberschuß zu entfernen, wird Kohlendioxyd
eingeleitet und dadurch Bariumcarbonät gefällt.
Darauf wird weder heiß filtriert und das Filtrat abgekühlt, wobei sich ein fester Stoff abscheidet. Die
Analyse des Niederschlags zeigt, daß er aus dem im wesentlichen reinen Bariumsalz der /J-SuIfopropionsäure
besteht. Es wird dadurch bewiesen, daß die Umsetzung folgendermaßen vor sich geht:
| CHXH2C- | -0 H | ^(NH4J2SO3 ■ | C, | ^ |
| —o--- | Ö | |||
| > NH4 | 0 | it — 0 —'·· CJhI2CJhI2 |
O | |
NH4.
Das erfindungsgemäße Verfahren wurde am Falle des ß-Propiolactons beschrieben, da diese Verbindung
das einfachste /?-Lacton ist, welches vorzugsweise wegen seiner geringen Kosten und der Leichtigkeit,
mit der es mit anorganischen Salzen reagiert, verwendet wird. Jedoch können auch die Homologen des
/3-Propiolactons, wie /J-Butyrolacton, /Wsobutyro-
keton, ß-Valerolacton, ß-Isovalerolacton, /?-n-Caprolacton,
a-Äthyl-jS-propiolacton, ct-Isopropyl-ß-propiolacton,
a-Butyl-ß-propiolacton, a-Methyl-/?-butyrolacton,
G-Äthyl-ß-butyrolacton, jS-Methyl-ß-valerolacton
u. dgl. mit anorganischen Salzen reagieren.
Es können beliebige gesättigte aliphatische /?-Lactone
verwendet werden. Wenn die Reaktion in wäßriger Lösung durchgeführt wird, wie es vorzugsweise
geschieht, werden natürlich wasserlösliche ß-Lactone, ίο die nicht mehr als ungefähr 6 Kohlenstoff atome enthalten,
verwendet
Claims (6)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung /5-substituierter Carbonsäurederivate, dadurch gekennzeichnet, daß man ein in einem polaren Lösungsmittel, z. B. Wasser, lösliches /HLacton der allgemeinen FormelR1 R2 R3 R4C---C — OC = Oin welcher R1, R2, R3 und R* Wasserstoff oder Alkyl bedeuten, mit einem löslichen anorganischen Salz, welches in dem Lösungsmittel ionisiert ist, umsetzt, wobei zunächst ein Salz einer /9-substituierten Carbonsäure erhalten wird, das durch Ansäuern mit Mineralsäure in die freie Carbonsäure übergeführt werden kann.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Salz während der Umsetzung im Überschuß vorhanden ist.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als ß-Lacton /3-Propiolacton verwendet wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Salz ein einwertiges Anion besitzt, das aus nichtmetallischen Elementen, mit Ausnahme von Sauerstoff, besteht.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als anorganisches Salz ein halogenwasserstoffsaures Salz verwendet wird.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als anorganisches Salz ein Thio- *5 cyanat oder ein Cyanid verwendet wird.© 5615 12.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US635348XA | 1945-10-05 | 1945-10-05 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE862152C true DE862152C (de) | 1953-01-08 |
Family
ID=22049864
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG3897A Expired DE862152C (de) | 1945-10-05 | 1950-09-29 | Verfahren zur Herstellung ª‰-substituierter Carbonsaeurederivate |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE862152C (de) |
| FR (2) | FR950025A (de) |
| GB (1) | GB635348A (de) |
-
1946
- 1946-09-04 GB GB26579/46A patent/GB635348A/en not_active Expired
-
1947
- 1947-07-23 FR FR950025D patent/FR950025A/fr not_active Expired
-
1949
- 1949-09-16 FR FR59629D patent/FR59629E/fr not_active Expired
-
1950
- 1950-09-29 DE DEG3897A patent/DE862152C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR950025A (fr) | 1949-09-15 |
| FR59629E (fr) | 1954-06-29 |
| GB635348A (en) | 1950-04-05 |
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